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T I G E R L I N E

GOLF HALLE BUDOCENTER WIENERBERG - Der Nummer 1 Winter Treff

Kommentar:

31.1.2010 / 13:25 MEZ    




Die Liga der Gentlemen?

Geld verdirbt den Charakter, hat meine Oma schon gemeint, und auch wenn sie selbst keine Golferin war, dürfte ihre Weisheit auf den Sport mit dem kleinen weissen Ball zutreffen.

Nach den ehelichen Verfehlungen von Tiger Woods, gerät nun auch das zweite grosse Idol der Golfjugend ins Gerede. Phil Mickelson, der eigentlich seinem Ausrüster Callaway das Sponsorinvestment von kolportierten 20 Millionen Dollar rentabel machen sollte, greift lieber zu einem Ping-Wedge aus den 80er-Jahren.

Alles sauber nach dem unsinnigen Regelwerk von R&A, womit die scharfen Rillen bei den Eisen verboten werden sollen, allerdings Schläger ausnehmen, die vor 1990 produziert wurden, wie eben das Eye 2-Wedge von Ping. "Es ist nicht unsere Aufgabe Regeln zu interpretieren oder ihre Intentionen," putzt sich die Nummer 2 der Golfwelt achselzuckend ab.

Bezeichnend für die US-Liga der Gentlemen, deren Nehmer-Mentalität immer mehr Fans sauer aufstösst. Wenig Lust ins Ausland zu reisen, Gejammere über den Ryder Cup, wo es nichts zu verdienen gibt, Geschichten von Sex, Drugs and Gambling, Letzteres wurde auch Mickelson in der Vergangenheit nachgesagt.

Da spielt es keine Rolle, ob Mickelson das als zweitbest bezahlter Athlet der Sportgeschichte (geschätzt auf 350 Millionen Dollar Karriereverdienst) nötig hat, seinen Topsponsor mit dem Opa-Wedge eines Mitbewerbers so vorzuführen. In einer Zeit, in der die Wirtschaftskrise die Ausrüster sowieso arg beutelt.

Selbst wenn Gerüchte stimmen, dass Callaway und Mickelson gemeinsam die USGA ausbremsen wollen, weil diese Callaway-Wedges mit Grooves in W-Form ablehnten, die Lefty ursprünglich spielen wollte, wirft das kein besseres Licht auf den Sportsgeist des Kaliforniers.

Die Zukunft wird es zeigen, ob die satten Stars die Rechnung ohne ihre Mäzene und Fans gemacht haben, von denen sie letztlich leben. Ob ihnen nicht die junge Powergeneration a la Villegas, McIlroy, O'Hair oder Kaymer bald die Show stiehlt, am und abseits des Golfplatzes. Damit würde sich auch Omas andere Weisheit bewahrheiten: jeder bekommt am Ende was er verdient...

von Joachim Widl