 |
| GOLF HALLE BUDOCENTER WIENERBERG - Der Nummer 1 Winter Treff |
|
Kommentar:
|
22.7.2010 / 13:14 MEZ |
|
|
Ungeliebte Alps Tour
Stell Dir vor, es ist Alps Tour und keiner spielt mit! Leider
ist das der Trend, dem Alps Tour-Gründungsland Österreich
kommen die Pros auf der eigenen Satellite Tour abhanden!
Jürgen Maurer, Hans Peter Bacher spielen lieber mit einer Handvoll
Einladungen auf der Challenge Tour, Leo Astl, Christoph Pfau, Wolfgang
Rieder und Co. auf der EPD Tour, einer anderen Satellite Tour.
Die logische Konsequenz: kein Österreicher unter den besten 30
im Alps Tour-Ranking, kein Hahn kräht nach den Alps Turnieren,
ausser den traditionsreichen steirischen Turnieren vielleicht. Da
initiiert der ÖGV und vor allem seine gute Seele Traude Neuwirth
eine hochkarätige europaweite Turnierserie, mit dem höchsten
Preisgeld unter allen vier anerkannten "Satellite Tours"
- und unsere Pros sagen lieber "Nein Danke"!
Zu starke Konkurrenz ...
Der Grund dafür ist eigentlich zum Lachen, wenns nicht so traurig
wäre! Die Alps Tour ist schlichtweg zu schwierig geworden. Nach
EU-Recht mussten die Satellite Tours ihren "Gebietsschutz"
aufheben, damit kann jeder Pro über die Tourschool sein Spielrecht
erwerben.
Und mit zwei, drei Jahren Verzögerung spielen nun Engländer,
Schotten, Spanier, sogar Amerikaner und Neuseeländer ausgerechnet
auf der Alps Tour, weil es dort mit 40.000 bis 60.000 Euro die best
gefüllten Preisgeldtöpfe unterhalb der Challenge Tour gibt.
Somit sind aktuell 17 Spieler aus nicht alpinen Ländern in den
Top 30, 10 Briten, 6 Spanier und ein Norweger, und damit besser gerankt
als Österreichs Mister Alps Tour, Uli Weinhandl auf Rang 32.
Unsere Pros wandern aus
Mit anderen Worten: Spieler wie Maurer, Moser, Lepitschnik, Prader
etc. haben es aufgegeben einen Top 5-Platz in der Endwertung der Alps
Tour anzustreben um damit in die 2. Liga aufzusteigen, dem logischen
nächsten Karriereschritt. Astl, Pfau, Rieder, Friessnegg oder
Reiter sehen bessere Chancen auf der Deutschen Satellite Tour, der
EPD-Tour. Dort sind die Preisgelder zwar niedriger, dafür die
Konkurrenz deutlich schwächer.
Playing-Pros golfen nicht zum Amusement sondern sind Unternehmer,
die kaufmännisch denken müssen. Christoph Pfau hat auf der
EPD-Tour in 14 Turnieren 6.700 Euro verdient (Rang 20), das ist etwas
mehr als Weinhandl auf der Alps Tour. Dazu sind die Deutschen Turniere
näher und die Reisekosten deutlich günstiger.
Reform der Alps Tour notwendig
Dennoch liebe Pros: ihr habt eine Milchmädchenrechnung aufgestellt.
Der Weg zum Ziel führt nicht über die schwächste Konkurrenz
sondern über die stärkste. Nur wer sich mit den Besten messen
will, wird vielleicht eines Tages selbst zu den Besten zählen.
Und angesichts von Eigenkosten pro Saison von mindestens 50.000 Euro
(ehrlich gerechnet) kann man weder auf der Alps- noch der EPD-Tour
leben. Dazu wurden diese übrigens auch nicht geschaffen, sondern
als Sprungbrett in die Challenge Tour.
Mein Vorschlag: das Spielrecht auf den Satellite Tours auf maximal
3 Jahre begrenzen und ein Alterslimit von 30 Jahren einführen,
die heimischen Turniere ausgenommen. Wer es in diesem Zeitrahmen nicht
schafft, der zählt zu jenen 99 %, die im Profigolf sowieso durch
den Rost fallen.
von Joachim Widl
Zuletzt in der T I G E R L I N E :
>>
Golfmärchen 2010
Alles begann am Finaltag der Austrian Open 2009, aber Golfösterreich
schlief unbeeindruckt weiter...
>>
Die Qual des Balls
Es ist ein typischer Sonntag für mich. Die Golfentscheidungen
in Europa und den USA steuern ihrem Höhepunkt zu. Als absoluter
Fan ist es natürlich eine Frage der Ehre up to date zu sein.
>> Die Turnier-Magie
Die Magie von vielleicht 10 Turnierhighlights wird schon jetzt
mit dem wöchentlichem Turnieralltag auf der US- und European
Tour gefährlich verwässert ...
>> Neuer Leitwolf im Rudel?
Natürlich ist es Majestätsbeleidigung wenn
man an Markus Briers Nummer 1-Rolle kratzt. Aber in Zeiten wo selbst
ein Papst angreifbar wird, erlaube ich es mir
>>
Der Pro hat immer recht
Markus Brier genau zuhören! Was verrät uns das über
seine Ergebnisse 2010?
>>
Die Liga der Gentlemen?
Phil Mickelson und sein Opa-Wedge: das wirft ein bezeichnendes
Licht auf die satten Stars auf der PGA Tour ...
|