Challenge Tour

BA-CA Golf Open
Fontana GC
Oberwaltersdorf, Österreich
1. - 4. September 2005
Preisgeld: € 150.000

BA-CA GOLF OPEN FONTANA 2005 - Martin Wiegele Power-Weekend.

Final:

4.9.2005 / 16:55 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Martins Power-Weekend

66 und 64 Schläge: Martin Wiegele spielt sich bis auf Platz 6 vor, Prader (70) und Brier (69) können im Finale nicht zulegen. Michael Hoey gewinnt die BA-CA Open 2005.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, 23 Grad, wenig Wind

Martin Wiegele
4. Runde: 64 (-7) / gesamt 14 unter Par - 6. Platz

Clemens Prader 4. Runde: 70 (-1) / 13 unter Par - 9. Platz

Markus Brier 4. Runde: 69 (-2) / 9 unter Par - 18. Platz

Thomas Feyrsinger
4. Runde: 65 (-6) / 8 unter Par - 26. Platz

Alle Hoffnungen der heimischen Fans ruhten auf Clemens Prader. Doch Martin Wiegele, Österreichs derzeit bester Spieler auf der Challenge Tour, war auch bei der BA-CA Golf Open 2005 der Stärkste unserer 7 Finalisten: "Dieses Wochenende war einfach perfekt, schade um die 74 vom Freitag", kämpfte sich der Steirer mit der 64 bis auf Platz 6 vor. 

Um den Titel spielten leider nur die Gäste: Steven Jeppesen (Swe) schloss mit einem Eagle an der 18 zum führenden Nordiren Michael Hoey bei 18 unter Par auf. Doch der 26-jährige ehemalige Top-Amateur und Walker-Cup-Sieger Hoey schaffte das Birdie auf Bestellung am Schlussloch und sicherte sich mit der 67er-Runde seinen ersten Sieg als Pro in Fontana bei 19 unter Par. 


Michael Hoey

Prader in seinem 1. Titelrennen

In der Liga der Challenge Tour ritterte Clemens Prader erstmals um einen Titel mit: vor 3 Jahren erreichte der 26-jährige Tiroler mit Platz 22 in Luxemburg sein bestes Ergebnis, das sollte doch zu toppen sein. Mit Birdies an der 1 und 3 gibt Clemens ein klares Statement ab: er will unbedingt um den Sieg mitzumischen. Doch nun übertreibt er es bei der Attacke, kassiert zwei Bogeys in Folge auf den nicht allzu schweren Bahnen 4 und 5, auf letzterer verfehlt er aus dem Grünbunker das Par.

Clemens hängt sich neuerlich mächtig hinein: "Mein Drive an der 8 war im Wasser, aus 228 Meter habe ich das Grün getroffen und den Par-Putt gelocht." Aber rund um die Grüns agiert er glücklos: das Par 5 der 9 erreicht er nicht ganz mit dem 2. Schlag, chippt aus dem Rough fast zum Eagle ein, versäbelt dann aus einem Meter die Birdiechance. Es dauert bis zur 13, ehe Prader sich über das nächste Birdie freuen kann.

Um den Sieg spielt er nicht mehr mit. Denn mit einer Serie von Pars auf den abschließenden guten Birdielöchern bleibt das Spiel des Fontana-Pros zu zahm, die 70 bringt ihm dennoch mit Platz 9 sein erstes Spitzenresultat auf der Challenge Tour.

Brier "heiß" aufs Putten

Nur keine Frustrunde wie am Vortag wird sich Markus Brier gedacht haben, als er neuerlich am kurzen Par 4 der 3 sein erstes Bogey kassiert: "Eines der ganz wenigen Grüns, die ich verfehlt habe. Die Eisen waren sonst perfekt, die habe ich reihenweise zu den Fahnen geschossen."

Ganz entscheidend ist, dass er am Finaltag wieder Speed und Linie bei seinen Putts auf die Reihe bekommt: gleich am ersten Par 3 klappt das perfekt, auch am Par 4 der 6 stopft Markus seinen Birdieversuch, spielt sich zunehmend in Topform. 

Alles paletti - bis zum Bunker der 11

Am 9. Grün legt sich der Titelverteidiger sogar die Eagle-Chance auf, der Putter nimmt die Einladung aus drei Metern dankend an. Das Adrenalin fließt nun so richtig, an der 10 ist der Birdieputt gerade Mal 50 Zentimer lang. Das kürzeste Loch am Platz stoppt jedoch den Superlauf des Wieners: "Falsche Schlägerwahl, daher hat mich der Sperrbunker erwischt. Aus 4 Metern habe ich noch dreimal geputtet." 

Das kauft ihm ziemlich die Schneid ab, von diesem Zeitpunkt an will wenig gelingen. Das Birdie an der 16 läutet auch keinen Endspurt mehr ein, denn am letzten Par 3 verkalkuliert sich der Hausherr neuerlich, bleibt im Rough hängen und bezahlt dies mit dem zweiten Doppelbogey. Immerhin beendet Brier sein heuriges Heimspiel mit einem Birdie zur 69er-Runde, doch mehr als ein 18. Platz schaut nicht für ihn heraus: "Abgesehen von der 1. Runde war das mehr Krampf als Spiel. Den Heimvorteil auf den schwierigen Grüns habe ich überhaupt nicht nützen können, im Gegenteil, das Putten war tendenziell mein schwächster Bereich," ist Brier entsprechend unglücklich mit dem Abschneiden.

Wiegele will's wissen

Entschlossen geht Martin Wiegele am Finaltag zur Sache: überzeugend agiert der Steirer vom ersten Abschlag aus im langen Spiel und attackiert jede Fahne: "Bis zum Grün lief's sensationell und ein paar Putts konnte ich auch noch reinhauen." An der kurzen 3 fällt der erste Birdieputt. Zwei Bahnen später erarbeitet er sich die nächste gute Chance, locht einen schweren Downhiller mit einigem Break aus 3 Metern.

Das lange und schwere Par 3 der 7 stellt Martin erstmals in dieser Woche vor Probleme und kostet ihn ein Bogey, das er am ersten Par 5 aber wieder ausbügeln kann. Wiegele ist nun wieder im Vorwärtsgang unterwegs, locht gute Putts an der 10 und 11, die ihm jeweils weitere Birdies einbringen. Nun heißt es Durchschnaufen vor dem Endspurt: an der 15 zieht Martin gut den Sprint mit dem Pflicht-Birdie an, legt an der 16 einen nach und holt sich am Schlußloch Birdie Nummer 8 ab: "Heute war keine 5 auf meiner Scorekarte, ganz anders als in der Schule..."

Das Power-Weekend mit 15 Birdies spült Wiegele von der Cutlinie bis in die Top 10 vor, sein zweites Topergebnis auf der heurigen Challenge Tour wird ihm wichtiges Preisgeld fürs Ranking bringen: "Ich glaube noch an meine Chance auf die Top 20 (= Tourkarte). Spielerisch bin ich endlich wieder da wo ich hinwollte. Nächste Woche pausiere ich aber um noch weiter an meinem Kurzspiel zu feilen."

Feyrsinger wacht auf den Back 9 auf

Die frühe Startzeit bekam Thomas Feyrsinger gar nicht. Sein Spiel plätscherte 10 Bahnen lang ereignislos dahin - nach dem Bogey zu Beginn der Back 9 platzte dem Kitzbühler endlich der Kragen: ab dem kurzen Par 3 der 11 funktioniert plötzlich der Putter, Feyerl brennt ein sehenswertes Birdie-Feuerwerk ab, holt sich drei Stück in Serie. 

Der 3. im Alps-Ranking agiert wieder in der Form vom Donnerstag: auf den vier Löchern nach Hause holt er sich jedes Mal das Birdie ab, selbst am schweren 17. Grün, hat somit auf seinen letzten 8 Bahnen gleich 7 Birdies gespielt. Der Kitzbüheler beendet das Turnier so wie er es eröffnet hatte - mit einer heißen 65er-Runde, die ihn zumindest einen 26. Platz bringt: "Die Millimeter-Arbeit beim Putten hat den Unterschied ausgemacht", erklärt er sich sein tolles Finish.

Grenier: Das Beste zum Schluß

Claude Grenier bringt erst spät Farbe auf seine Scorekarte. Ein Doppelbogey an der 7 kann er im Finish mit einem sehenswerten Birdie-Hattrick ab der 13 wettmachen. Die 69 bringt den Head-Pro von Fontana auf ein Endergebnis von 7 unter Par und den 30. Platz.

Zitny nur mit Putterei unzufrieden

Niki Zitny arbeitete sich geduldig und in kleinen Schritten am Sonntag vor: mehr als drei Birdies waren aber nicht drinnen: "So gut wie heute habe ich den Ball schon lange nicht getroffen, praktisch auf jedem Grün zum Birdie geputtet, aber erschreckend wenig gelocht."

Erst im Finish beginnt ihn die schwache Birdieausbeute zu ärgern: Chip-Chip und zwei Putts zum Bogey an der 15, Abschlag ins Wasser an der 17 und verpasster Up & Down an der 18 kosten ihn ein akzeptables Score.

Mit der 73 fällt Zitny auf den 56. Platz zurück: "Dafür bin ich in der kommenden Woche bei der German Masters dabei, auf das Turnier in Köln freue ich mich jetzt riesig."

Roland Steiner lief lange Zeit Gefahr, sich die rote Laterne umzuhängen, nachdem der Amateur aus dem GC Murtal fünf Bogeys aufsammelte. Zwei Birdies im Finish retteten zumindest die 74 und ein Endergebnis von 5 über Par - damit lässt er den Deutschen Richard Porter hinter sich. Aber Rolands große Woche bricht ja erst an, wenn er ab Freitag bei der UNIQA FinanceLife Styrian Open als Hausherr ins Rennen geht.


Final Scores nach 4 Runden (Par 71):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3 R4
1 HOEY , Michael N.IRE -19 67 64 67 67
  2 JEPPESEN , Steven SWE -18 67 65 68 66
  3 DAVID, Olivier FR -16 66 69 67 66
 T4 REIMBOLD , Christian GER -15 70 67 69 63
 T4 BUTTERFIELD, Andrew ENG -15 65 67 68 69
 T6 VANCSIK, Daniel ARG -14 71 68 67 64
 T6 WIEGELE, Martin AUT -14 66 74 66 64
 T6 BOTHMA, Michiel SA -14 69 65 67 69
 T9 CARBALLO, Miguel ARG -13 67 66 71 67
 T9 PRADER , Clemens AUT -13 67 64 70 70
 T9 HIGLEY, Marcus ENG -13 65 69 67 70
             
Weiters:            
T18 BARAKA, Kariem GER -9 66 73 71 65
T18 BRIER, Markus AUT -9 66 69 71 69
T26 FEYRSINGER , Thomas AUT -8 65 73 73 65
T30 GRENIER, Claude AUT -7 68 67 73 69
T37 BIRCH JR, Gary GER -6 69 68 66 75
T45 CLÉMENT, Julien SWI -4 66 72 70 72
T56 ZITNY, Niki AUT Par 73 67 71 73
T65 STEINER (AM), Roland AUT 5 74 66 75 74

 

Alle Spielberichte von der BA-CA Golf Open

>> 3. Runde: Nur Wiegele überzeugend

>> 2. Runde: Die Fontana-Connection

>> 1. Runde: Heimstarke Österreicher

>> Vorschau: Brier macht keine Geschenke

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