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MAN NÖ Open
GC Adamstal, NÖ, Österreich
20. - 23.7.2006, € 130.000
Endergebnis 23.7.2006 / 16:55 MEZ
Prader

Cabrera-Bello setzt sich durch

In einem packenden Duell im Schlussflight hat Rafael Cabrera-Bello den besseren Endspurt und ringt Niki Zitny um zwei Schläge nieder
.

Start-Zielsieg von Rafael Cabrera-Bello bei der MAN NÖ-Open. Nur zwischenzeitlich ließ der 22-jährige Spanier den Local Hero Niki Zitny zu sich aufschließen, doch im Finish machte der Tourneuling die entscheidenden Putts an der 15 und 16. Nach dem österreich-spanischen Duell im Vorjahr, wo Markus Brier noch Francisco Valera niederringen konnte, revanchierte sich der junge Spanier und holt seinen ersten Toursieg - ist damit heuer der 6. spanische Sieger auf der Challenge Tour.

Zitny atackiert Cabrera Bello
Cabrera Bello öffnet gleich an der 1 die Tür für seine Verfolger: sein erster Drive landet im Out und kostet ihn das Doppelbogey. Danach kann er mit einem Birdie auf Loch Nr. 5 erneut in Führung gehen. Niki Zitny macht von Beginn an mächtig Dampf, drei Birdies auf den ersten 5 Löchern sprechen eine deutliche Sprache, dass er noch viel vorhat. Ein Bogey an der 6 wirft ihn um einen Schlag hinter den Spanier zurück.


Der Wiener darf sich über einige gute "Lucky Breaks" freuen, die ihm in letzter Zeit nicht vergönnt waren. Bereits an der 3 schießt er seine Grünannäherung in den Wald, von einem Stein kickt der Ball aufs Vorgrün und ermöglicht das Birdie: "Nur ausgleichende Gerechtigkeit nach den letzten Wochen, der Ball konnte gar nicht anders wegspringen." Am Par 4 der 10 attackiert Zitny wie die Meisten vom Abschlag, schießt den Drive rechts weg, der Ball springt zweimal am Weg auf und rollt über die Böschung aufs Grün. Aus 15 Metern locht Niki eiskalt den Putt zum Eagle. Da Cabrera "nur" das Birdie spielt, liegen beide gleichauf bei 15 unter Par.

Packendes Finish
"Am Schluss war das eine klassische Matchplay-Situation," so Zitny anschließend. Auch an der 11 kommt Zitny ungeschoren davon, als er sein Holz 3 weghookt, der Ball zurück Richtung Fairway in einen Bunker rollt. Beide Kontrahenten spielen das sichere Par. Auf den folgenden Bahnen ändert sich nichts an der Pattstellung, erst die letzten Löcher brachten in Adamstal unter heftigem Donnergrollen die Entscheidung.


An der 15 gelingt Cabrera-Bello das Birdie, Vorteil für den Spanier. Das Par 5 der 17 bekommt Zitny auch am Finaltag nicht in den Griff: "Beim Schlag mit dem Eisen 9 war ich am Tee falsch ausgerichtet." Mit dem Bogey fällt er zwei Schläge hinter den Spanier zurück. Der kann somit das Schlussloch sehr defensiv spielen, trifft sicher das Grün mit dem zweiten Schlag. So wie Zitny spielt Cabrera-Bello das Par und holt sich mit der 69 seinen ersten Sieg auf der Challenge Tour bei 16 unter Par.

Aber auch Niki Zitny (67) sorgt mit dem alleinigen zweiten Platz für sein bislang bestes Ergebnis. "Natürlich bin ich enttäuscht, wollte unbedingt gewinnen. Aber nach den letzten Wochen ist auch Platz 2 ein Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden sein kann," wird er sich in der Order of Merit rund um Platz 60 einordnen. "Für die Top 15 und die Rückkehr auf die European Tour brauche ich noch viel, aber jetzt traue ich mir jederzeit zu, ein Turnier zu gewinnen."


Wiegele setzt Aufwärtstrend fort

Zweitbester Österreicher wird Martin Wiegele auf Platz 29: "In dieser Woche waren viele gute Schläge dabei. Nur beim Putten bin ich etwas unsicher, weil ich den Stroke etwas verändert habe." Am Finaltag schüchtern ihn gemeine Fahnenpositionen, vor allem auf den Front 9 etwas ein: "Noch dazu habe ich ein paar Grüns auf der falschen Seite gemisst," führt dies zu Bogeys an der 4 und 9.

Mit seinen ersten Birdies an der 10 und 11, "beide toll herausgespielt", macht der Steirer wieder Boden gut. Schade um das späte Bogey an der 16, wo Martin den Gegenwind unterschätzt und mit dem Eisen 7 zu kurz bleibt. Mit der 71er-Runde verliert Wiegele aber nur ein paar Plätze, da die Scores am Finaltag generell schwächer sind.

Clemens Prader ist der Unglücksrabe des Finaltags. Nach Bogey-Bogey-Start (Grün verfehlt, Driputt) kassiert der Fontana-Pro an der 7 sogar ein Doppelbogey: "Beim Pitch ins Grün hat der Wind gedreht, daher landete ich im Bunker. Aus dem weichen Sand habe ich den Ball nicht richtig hinausgebracht." Am Par 4 der 10 überschlägt er das Grün und muss sich mit dem Bogey abfinden: "Der Ball ist bis hinunter zum 12. Grün gerollt. Ich habe lange überlegen müssen, wie ich da wieder hinauf zum 10er komme." An der 11 will Prader über den Bunker aufs Grün chippen, erwischt den Ball jedoch dünn, der verabschiedet sich die Böschung hinunter in den Wald - Doppelbogey! "Danach ist es halbwegs gegangen," aber mehr als die 75 (+5) war nicht drinnen. Somit wird Prader vom 14. bis auf den 51. Platz zurückgereicht.

Uli Weinhandl startet gut, versenkt ein Birdie auf Nr. 4, muss dann aber noch vier Bogeys hinnehmen: "An der 7 das Grün verfehlt, dann ein Dreiputt und der Abschlag an der 9 in den Bunker geschickt." Auf den zweiten 9 läuft es besser, bis den Burgenländer das Doppelbogey am letzten Par 3 passiert: "Da war ich zwischen zwei Schlägern, müde war ich auch schon, also habe ich die 7 genommen und war prompt zu lang." Mit der 73 fällt Weinhandl auf Platz 35: "In dieser Woche wäre viel mehr drinnen gewesen," kommentiert er sein Abschneiden.

Eagle von Feyrsinger

Thomas Feyrsinger versenkt am 5. Loch (kurzes Par-4) ein Eagle, nachdem er zuvor den Ball mit dem Driver einen Meter neben die Fahne geschlagen hat. Der Adamstaler spielt "auf Teufel komm raus", jedoch macht sich sein Einsatz nicht bezahlt: "Ich habe heute sicher 6 Schläge beim Putten verschenkt, gleiche Geschichte wie in den letzten Tagen. Auf die schnellen Grüns konnte ich mich nicht einstellen."

Besonders bitter sind die drei Dreiputt-Bogeys an der 7, 9 und 16. "Vom Tee war ich dagegen perfekt, habe keinen einzigen Abschlag verfehlt." Drei Birdies fallen aus kurzer Distanz und sichern die 69er-Runde, die aber nicht mehr als ein Endergebnis von Even Par und ca. Platz 59 bringt.

Christoph Bausek kann mit 67er-Runde weiter Boden gut machen und erreicht ein Endergebnis von 4 unter Par: "Am ersten Tag lag ich bei 5 über Par und habe mir schon überlegt, was ich am Wochenende machen soll. Somit bin ich rückblickend mit dem Turnier sehr zufrieden." Highlight war ein gelochter Putt aus 17 Metern zum Birdie am 72. Loch, der den versöhnlichen Abschluss mit ca. Platz 40 krönte.

Moser fehlt noch die Konstanz

Aus seinem ersten Cut auf der Challenge Tour macht Michael Moser einen 59. Platz. Ein besseres Ergebnis vergibt der Steirer mit der 75 am Finaltag. "Gleich auf den ersten beiden Bahnen habe ich die grüns auf der falschen Seite verfehlt," geht es für ihn mit Bogey, Bogey los. "Dann habe ich so lala dahingerspielt," ehe er an der 6 den Abschlag im Wasser versenkt und nach Dreiputt das Doppelbogey verdauen muss. Vier Birdies darf Moser auf der Habenseite verbuchen - dennoch spielt er 5 über Par. "Das ist das Drama, einfach zu unkonstant gewesen. Auch war ich schon ziemlich leer heute, die Viertagesturniere bin ich nicht gewohnt." Dennoch freut er sich auch über den ersten, kleinen Preisgeldscheck auf der Challenge Tour: "Die harte Arbeit beginnt sich auszuzahlen, aus dieser Erfahrung habe ich viel gelernt."

Final Scores nach 4 Runden (Par 70):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3 R4
1 CABRERA BELLO, Rafael ESP -16 61 68 66 69
2 ZITNY , Niki AUT -14 69 66 64 67
T3 SKÖLD, Johan SWE -13 67 68 65 67
T3 VIBE-HASTRUP , Mads DEN -13 71 66 63 67
T5 KORHONEN, Mikko FIN -11 70 69 65 65
T5 ANDERSSON HED, Fredrik SWE -11 66 70 67 66
T7 KARJALAINEN , Toni FIN -10 70 67 65 68
T7 HIGLEY, Marcus ENG -10 68 73 64 65
T7 WEBSTER, Shaun P ENG -10 69 68 65 68
T10 MARITZ, Martin RSA -9 71 66 68 66
Weiters:
T29 WIEGELE , Martin AUT -5 68 70 66 71
T35 BAUSEK, Christoph AUT -4 73 67 69 67
T35 WEINHANDL, Uli AUT -4 67 68 68 73
T49 PRADER , Clemens AUT -2 69 64 70 75
T56 MAURER , Jurgen AUT -1 68 69 68 74
58 FEYRSINGER , Thomas AUT Par 71 68 72 69
T59 MOSER , Michael A AUT 1 67 70 69 75
T59 BERETZKI, Siegfried AUT 1 68 70 66 77


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