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18.7.2007 / 08:32 MEZ |
Golf-Live.at - Joachim Widl |

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Heißer Tanz
Zitny & Co. wollen den Heimvorteil in Adamstal nutzen: Stärkste Gegner, neuer Platz und heißes Wetter werden ihnen alles abverlangen. |
Akribisch bereiten sich die Österreicher seit Tagen auf die MAN NÖ Open vor, wie zum Beispiel unser aktuell bestgerankter Challenge Tour-Spieler, Niki Zitny: „Ich bin schon seit Sonntag hier, habe an jedem Tag 18 Löcher gespielt, weil der Platz sehr anspruchsvoll ist und man die Bälle perfekt treffen muss um eine Chance zu haben,“ will der Sieger des Jahres 2004 und Zweitplatzierte aus dem Vorjahr seine Erfolgsserie im Adamstal fortsetzen.
Anders Forsbrand und Fredrik Jendelid arbeiten mit unseren Topspielern seit Wochenbeginn intensiv vor Ort, so auch mit Martin Wiegele, im Vorjahr auf Platz 29 zweitbester Österreicher: „Gut dass ich wieder viele Birdies spiele, dennoch fehlt mir noch ein wenig das Selbstvertrauen um tief zu scoren. Heuer fühle ich mich deutlich stärker als vor einem Jahr, also sollte sich auch ein besseres Ergebnis ausgehen,“ rechnet sich Wiegele einiges aus.
Platz wie geschaffen für die Österreicher
Die Österreicher setzen auch heuer auf den Heimvorteil, obwohl mehr als die Hälfte des Platzes für alle neu ist: „Adamstal ist einzigartig, ich habe nirgendwo auf der Welt einen vergleichbaren Golfplatz gesehen. Es ist unglaublich, was Franz Wittmann hier auf die Beine gestellt hat,“ beschreibt Zitny seine Liebe für Platz und Turnier – was in den Vorjahren auch in Form von guten Ergebnissen und viel Preisgeld zurückgekommen ist.
4 Tipps zum Erfolg im Adamstal
Die Österreicher testeten an den Trainingstagen bereits aus, wie man auf dem nicht allzu langen, engen und extrem kupierten Platz ein gutes Score herausholt. „Drei, vier Löcher muß man defensiv spielen. Aber sonst muss man Gas geben, weil ohne Birdies bist hier nirgends,“ erklärt Adamstal-Pro Thomas Feyrsinger seine Hauswiese.
Somit Grundregel Nummer 1: keine Streuung bei den Tee-Shots erlaubt. Bei den vielen Ausgrenzen hat man rasch die Doppelbogeys picken. Zweitens: mit den kurzen Eisen den Spin kontrollieren um auf den harten, neuen Grüns zu Birdiechancen zu kommen. Drittens: Geduldig bleiben, mit Köpfchen spielen, auch wenn die Putts nicht fallen sollten. Und viertens, fast am Wichtigsten: eine Bombenkondition in der erwarteten Hitzeschlacht, auch wenn im Adamstal 5, 6 Grad weniger als in den Hitzepolen des Landes zu erwarten sind, „Man muß auch noch Saft am dritten und vierten Tag haben und Runden von über 5 Stunden verkraften können,“ meint Zitny, der bei unseren Topspielern eine gewissen Vorteil in der Fitness sieht.
Par 5 der 7 als Schlüsselloch
Das größte Kopfzerbrechen gibt den Spielern das Par 5 der 7 auf, wie man die Strategie anlegen soll: „Eisen 3, Eisen 4, Eisen 8,“ glaubt Wiegele, Zitny will es etwas aggressiver spielen um nur noch ein Wedge ins Grün zu schlagen. „Man kann vom Tee alles nehmen, ich bevorzuge den Driver, möchte aber noch die Variante mit dem Rescue ausprobieren,“ meint Feyrsinger. Selbst als Hausherr hat er nicht mehr als 6 Runden vor dem Turnier am neuen Platz gedreht. Interessant die Frage, wie tief der neue Platzrekord heruntergeschraubt wird: „Einzelne Runden von 7, 8 unter Par sind durchaus möglich,“ erwartet Zitny für den Par 70-Kurs, „aber die Bandbreite wird sehr hoch sein. „Auf eine 63 kann am nächsten Tag durchaus die 72 folgen.“
Österreicher müssen im Ranking aufholen Nur Zitny wird aktuell als 67. unter den Top 100 der Order of Merit der Challenge Tour geführt, also ist der Druck für die Österreicher sehr groß. So etwa auf Thomas Feyrsinger (Rang 111), der in den letzten 5 Turnieren jeweils am Cut scheiterte. „Dabei habe ich zuletzt sehr gut gespielt, aber viele Bad Breaks bekommen. Deshalb habe ich mich aufs Mentaltraining konzentriert. Ich habe einen neuen Driver, treffe die Eisen sehr gut, putte besser,“ erwartet sich Feyal daher einiges.
Martin Wiegele ist in Adamstal viel zuzutrauen – die Birdies fielen zuletzt beim Steirer wieder in Massen, nur die teuren Fehler muß er noch abstellen, besonders schwer auf einem Platz wie Adamstal. Bernd Wiesberger wird seine enormen Längen dagegen kaum nutzen können, der Tourneuling muss sich seiner anderen Qualitäten besinnen.
19 Österreicher unter den 156 Startern
Gespannt darf man auf das Abschneiden der weiteren Österreicher sein – immerhin sind gleich 19 am Start. Jürgen Maurer, Christoph Bausek, Uli Weinhandl und Michi Moser haben im Vorjahr den Cut geschafft, wo gleich 9 rotweißrote Pros am Sonntag noch dabei waren. Florian Prägant kam zuletzt auf der Alps Tour immer besser in Schwung, ebenfalls ein heißer Tipp für ein Topergebnis. Von den 6 ÖGV-Amateuren am Start ist wohl Tano Kromer besonders stark einzuschätzen. Aber auch Hanspeter Bacher, der bei der BA-CA Golf Open erst am 36. Loch den Cut verspielte, ist eine Überraschung zuzutrauen.
Molinari oder Luiten mit historischem 3. Sieg?
Ein Stück European Tour-Geschichte könnte in Adamstal geschrieben werden. Noch nie zuvor gelang einem Challenge Tour-Spieler mit drei Saisonsiegen der sofortige Aufstieg in die European Tour. Der Italiener Eduardo Molinari und der Holländer Joost Luiten haben bei der MAN NÖ Open diese einzigartige Chance. Insgesamt starten 9 Sieger von Turnieren der letzen beiden Saisonen in Niederösterreich, unter anderem Gareth Paddison (Nzl), der zuletzt die Open des Volcans ebenfalls auf einem sehr schweren, hügeligen Kurs gewann. Außer den Österreichern wollen vor allem einige aktive European Tour-Spieler, wie der Belgier Nicolas Colsaerts und der Engländer Stuart Little zuschlagen. Als besonderer Österreich-Spezialist gilt der Engländer Chris Gane: 3. bei der BA-CA Golf Open 2007 und Gewinner der Austrian Open im Jahr 2001.
Früh Aufstehen ...
... heißt es für die ersten Starter. Denn in Adamstal wird nur vom 1. Tee gestartet, daher ist die erste Tee-Time für 6:30 Uhr und die letzte für 15:30 Uhr angesetzt.
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