| KÄRNTEN GOLF OPEN 2010 GC Klagenfurt-Seltenheim, Klagenfurt, Österreich 3.6. - 6.6.2010 >> € 160.000 |
| Final: | 6.6.2010 - 16:10 MEZ | Golf-Live.at - Joachim Widl |
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Alle 3 Jahre gewinnt ein Österreicher auf der Challenge Tour: 2004 Markus Brier bei der BA-CA Open in Fontana, 2007 triumphiert Martin Wiegele bei der Lexus Open in Norwegen. 2010 bei der Kärnten Golf Open war es also vom Gesetz der Serie her wieder soweit. Von den 4 rotweissroten Trümpfen sollte jedoch weder Drittrunden-Leader Thomas Feyrsinger noch Gastgeber Markus Brier stechen, sondern ausgerechnet Martin Wiegele, der nach der fantastischen 62 vom Donnerstag zwischenzeitlich auf Tauchstation am Leaderboard gegangen war. "Eine Traumwoche bei einem Traumevent, was kanns schöneres geben als zu gewinnen samt einem Auto," schwebt Wiegele auf Wolke sieben.
Davor musste Wiegele am Finaltag etwas Besonderes gelingen um seinen zweiten Challenger samt Siegerscheck von 25.600 Euro zu gewinnen. Unglaublich aber wahr: mit dem Hole in One an der 8, wo er bereits im Vorjahr am Finaltag ein Ass schoss, legte er den Grundstein zum Titelgewinn. Wiegeles Vater ist übrigens gebürtiger Kärntner, stammt aus dem nahen Feldkirchen, somit ist erklärt, warum er im GC Klagenfurt-Seltenheim jedes Jahr mit Heimvorteil spielt.
Wiegele zweimal mit Eagele
“Das Turnier hat traumhaft begonnen und auch traumhaft geendet,“ so Martin Wiegeles erster Kommentar nach der spektakulären 66 zum Abschluss. Wie schon am Donnerstag setzt er bei Kaiserwetter auch am Finaltag die spektakulären Akzente: Hole in One wie im Vorjahr am Finaltag an der 8 (gleiches Auto gewonnen, einen Mazda CX-7, nur diesmal in schwarz statt in weiss, den er im Vorjahr noch gegen Geld abgelöst hatte!): „Die gleiche Fahnenposition wie im Vorjahr, der gleiche Wind, also habe ich auch den gleichen Schlag mit dem Eisen 8 gemacht.“
Der Ball trifft die Fahne und springt direkt hinab ins Loch, was Wiegele zuerst nicht mitbekommt. „Erst durch den Jubel der Zuschauer habe ichs realisiert.“ Statt nun einen Autohandel aufzumachen, könnte Wiegele wohl ein Geschenk an seine Freundin Claudia ins Auge fassen: „Sie hat mich jeden Tag deswegen gestichelt, wenn wir am Auto vorbeigegangen sind,“ schmunzelt Martin.
Spektakulär geht’s bei Martin weiter: auch die Fahne im 10. Grün trifft er, diesmal kickt der Ball unglücklich weg, somit nur das Par. Scharf schiesst der Grazer erst wieder am Par 3 der 15 in Richtung Fahne: „das wäre beinahe das zweite Ass geworden,“ holt er hier "nur" das Birdie ab - sichtich weil es keinen Extrapreis gab.
Das kurze Par 4 der 16 greift Wiegele vom Abschlag an und legt den Ball perfekt am Grün ab: als der 7-Meter-Putt zum Eagle fällt ist der Grazer endgültig die heisseste Aktie am Golfplatz. Fehlerfrei bringt er die 66 ins Clubhaus und setzt bei 13 unter Par eine Bestmarke, an der sich alle die Zähne ausbeissen sollten.
Brier kann nicht in Titelkampf eingrefen
Mühsamer Start von Markus Brier in den Finaltag: von Rough zu Rough ackert sich der Gastgeber zum 1. Grün vor und verschiebt den Dreimeter-Putt zum Par. Die Probleme vom Tee, die Brier bereits am Samstag hatte, setzen sich in der frühen Phase weiter fort, immerhin kann er den Aderlass an seinem Score stoppen. „Am Anfang hatte ich mich mit dem Wind verschätzt, dann lief es besser.“
Ab der 6 kann Brier erstmals wieder seit dem Freitag in den Vorwärtsgang schalten: 5 Birdieputts, drei davon auf den letzten 5 Löchern sichern die 68 und ein Top 10-Ergebnis bei 11 unter Par ab. „Ein paar gute Schüsse noch im zweiten Teil der Runde gemacht, insgesamt war mein Spiel in dieser Woche in Ordnung, nur waren immer wieder Phasen dabei, die nicht so gut waren,“ analysiert Brier, warum er sich neuerlich als Gastgeber mit einer „unterstützenden Rolle“ auf Platz 5 zufrieden geben muss.
Steiner mit bestem Saisoergebnis
Roland Steiner darf sich mit Platz 5 über sein erstes Topergebnis der Saison freuen, das ihm im Ranking ordentlich weiterhelfen wird. "Ich bin alles in allem sehr zufrieden," kommentiert der Spielberger die fehlerlose 67 zum Abschluss, "vor allem war es ein geniales Finish."
Mit dem Eisen 4 legt sich Steiner an der 17 die Eaglechance auf, die er auch verwertet. "Ich fühle mich spielerisch erstmals auf einem Topniveau um auf der Challenge Tour vorne mitzuspielen, ein gutes Gefühl diese Entwicklung zu beobachten."
Feyrsinger verputtet im Schlussflight
Thomas Fersinger verfehlt anfangs alle Fairways und als er dieses Problm in den Griff bekommt, tritt der Putter in den Streik. Der einzige gute Putt fällt gleich am 1. Grün zum Birdie, danach verschiebt der Kitzbühler reihenweise die Putts aus zwei bis vier Metern, schlittert so in drei Bogeys und gibt noch vor der Halbzeit die Führung ab.
Der Totalausfall beim Putten lässt bis zum Schlussloch kein Erfolgserlebnis zu, mit der 74 wird er gnadenlos bis Platz 15 zurück gereicht. "Die letzten zwei Tage habe ich viel zu viel auf den Grüns liegen lassen. Wenn man das hochrechnet weiss ich, was auf den Sieg gefehlt hat," analysiert Feyerl, warum ihm am Wochenende insgesamt nur drei Birdies gelangen - an den ersten Tagen dagegen pro Runde 7 Stück!
Bis auf Feyrsinger spielen übrigens alle Österreicher zum Abschluss unter Par. Besonders bemerkenswert ist dies bei H.P. Bacher nach Beginn mit zwei Doppelbogeys. Mit voller Attacke rettet der Tourneuling die 70 und den 39. Platz bei 4 unter Par. Das gleiche Endergebnis erreicht Michi Moser dank der 71. Jürgen Maurer scort die 68 (Platz 49 bei 2 unter Par) und das mit Doppelbogey an der 18.
Der Australier Matthew Zions hatte es im Schlussflight spielend in der Hand, Wiegele gefährlich zu werden. Mit dem Birdie an der 16 hatte er jedoch sein Pulver verschossen und muss sich bei 12 unter Par mit dem geteilten 2. Platz begnügen.
Die Kärnten Golf Open setzt übrigens sportlich einige rotweissrote Meilensteine: erstmals führte nach jeder Runde ein Österreicher, 7 Österreicher cutteten und 4 spielten noch auf den letzte 9 Löchern im Turnier um den Sieg mit. Mit Platz 1 und zwei weiteren Österreichern in den Top 10 gibt es auch ein bislang unerreichtes Endergebnis zu bejubeln.
Und die Wahrscheinlichkeit, dass einem Spieler am selben Golfloch zwei Jahre hintereinander beim gleichen Turnier ein Hole in One gelingt, das ist so unwahrscheinlich, dass es zahlenmässig gar nicht errechenbar ist - bislang auf jeden Fall ein einmaliges Kunststück im Profigolfsport.
>> Live mit Wiegele, Brier, Feyrsinger von On Course-Reporter Andreas Trippolt
>> Challenge Tour Leaderboard
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