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OPEN DE LYON 2010
Golf du Gouverneur, Monthieux, Frankreich
8.7. - 11.7.2010 >> € 150.000
Final: 11.7.2010 - 16:10 MEZ Golf-Live.at - Joachim Widl

Der nächste Sieger



Bernd Wiesberger sprintet mit Eagle und 7 Birdies allen davon. Mit der 62 feiert er seinen ersten Sieg auf der Challenge Tour, heuer bereits der 3. für Österreich.

Bernd Wiesberger sprintet mit tiefster Karriererunde von 62 Schlägen am Finaltag der Open de Lyon allen auf und davon und gewinnt "mit Ansage" sein erstes Turnier auf der Challenge Tour. Im Rekordjahr 2010 ist dies bereits der 3. österreichische Sieg in Europas Nachwuchsliga, nur England hat noch einen Titel mehr am Konto. "Der 1. Sieg ist natürlich etwas Besonderes, vor allem wenn man den mit der Runde seine Lebens herausspielt," fasst der 24-jährige Oberwarter sein Glücksgefühl in Worte. "Bei der Siegerehrung hatte ich mehr Probleme, nach drei, vier Sätzen auf Französisch musste ich zum Standard-Speech wechseln."

Mit dem Siegerscheck von 24.000 Euro hat Wiesberger bereits 51.000 Euro für die Order of Merit gesammelt und verbessert sich damit auf Rang 4 - die Top 20 zum Jahresende steigen in die European Tour auf, das Erstliga-Comeback sollte ihm kaum mehr zu verwehren sein.

Keiner sprintet wie Bernd

Perfekte Bedingungen und ein dichtgedrängtes Leaderboard gaben rund 30 Spielern realistische Siegchancen vor der Finalrunde in Lyon. Bernd Wiesberger, der am Samstag aus den Top 10 herausgefallen war, macht mit zwei Birdies auf den ersten drei Löchern klar, dass er noch ein Wörtchen um den Sieg mitreden wird. "Ich habe gewusst, hier kann ich tief spielen, der Platz liegt mir und auf diesen Grüns putte ich sehr gut."

In diesem Tempo geht es weiter: ein Birdie-Doppelpack auf den Löchern 5 und 6 beweisen, wie stark der Fontana-Pro plötzlich beim Putten ist. Der lange Platz von "Golf du Gouverneur" spielt dem Powergolfer in die Hände, auch am Par 5 der 8 holt sich Bernd das Birdie ab. Nach den Front 9 liegt er bereits gleichauf mit Charlie Ford und Joel Sjoholm bei 13 unter Par an der Spitze.

Sieger werden auf den letzten 9 Löchern eines Turniers gemacht, wo neben dem Golfspiel auch das Nervenkostüm zählt. Wiesberger strotzt jedoch vor Selbstvertrauen, kein Wunder nach Platz 2 zuletzt in Bastad und mit guten Erinnerungen an Lyon, wo er in seinem Aufsteigerjahr 2008 bereits Dritter war,

Auf den Spuren Martin Wiegeles...

Die Vorentscheidung fällt am letzten Par 5: Bernd untermauert seinen Ruf als Eagle-König, versenkt an der 15 den Putt zur 3 und sichert seine Führung mit grossartig herausgespieltem Birdie am über 200 Meter langen Par 3 der 16 ab. "Da waren die vielleicht zwei besten Schläge meines Lebens dabei, beide Male praktisch geschenkt hingeschossen." Der fantastischen 62 (-9), der tiefsten Turnierrunde, hat niemand der Mitbewerber etwas entgegenzusetzen. Bei 17 unter Par legt er die Latte zu hoch für alle anderen im Clubhaus. Der Schwede Joel Sjoholm entscheidet das Rennen der Verfolger mit der 65 für sich und wird mit zwei Schlägen Rückstand Zweiter.

Damit pulversiert Wiesberger auch seine bislang beste Karriererunde auf der Tour, die 64 (-7) bei der Joburg Open 2009. Die 62 stellt auch Österreichs beste Challenge Tour-Runde ein, die ein gewisser Martin Wiegele vor 4 Wochen in Klagenfurt schoss. "Wie ich voriges Jahr bei der Stage 2 der Tourschool die 63 gespielt habe, war auch Miguel Viador der Turnierdirektor. Jetzt hoffe ich, dass er auch bei der Austrian Open wieder im Einsatz ist, weil sichtlich bringt er mir Glück."

Bereits im Februar, beim Training in Fontana, orakelte Anders Forsbrand: "Jeder unserer Challenge Tour-Spieler ist bereit für die European Tour. Einer oder mehrere werden es heuer schaffen, ich kann nur nicht sagen welche ..."

Der weitere "Ausblick" für Wiesberger? "Nächste Woche spiele ich den Challenger in der Schweiz, dann mache ich mal Urlaub. Bei den Bonus-Turnieren wie Rolex Trophy und Grand Final bin ich sicher dabei, aber ich will nicht zu weit in die Zukunft denken sondern Turnier für Turnier spielen," bleibt er in seinen Gedanken noch auf der Challenge Tour - aber wahrscheinlich nur für kurze Zeit...

Feyrsinger mit versöhnlichem Abschluss

Im Schatten von Bernd Wiesberger gelingt Thomas Feyrsinger eine bogeyfreie 66, die den Kitzbüheler bis auf Platz 12 vorbringt: "Das war ok heute, das Spiel neuerlich sehr gut, aber es war auch sehr simpel da draussen." Feyrsinger macht seinen Vorsatz wahr, besser auf den Par 5 zu scoren, wo er bei zwei von drei Gelegenheiten das Birdie holt. So richtig heiss läuft der Putter jedoch neuerlich nicht, somit bleibt für die kommenden Wochen noch viel Luft nach oben.

Florian Prägant, als Co-Leader in den Finaltag gegangen, zerschellte bereits auf den ersten vier Löchern mit zwei Bogeys und einem Doppelbogey. Angesichts der allgemeinen Birdieflut um ihn herum, stürzte er in der ersten halben Stunden um rund 30 Ränge ab. Danach konnte der Bad Kleinkirchheimer zwar sein Spiel konsolidieren, ohne jedoch aufzuholen. Mit der 74 (+3) muss sich Prägant am Ende mit Rang 26 begnügen. Aber auch er und Feyrsinger waren bis zum Sonntag unter den Titelkandidaten und sind wie Forsbrand orakelt, nahe am Durchbruch dran.



Final Scores nach 4 Runden (Par 71):

Platz Spieler Par R1 R2 R3 R4
1 Bernd WIESBERGER (AUT) -17 67 67 71 62
2 Joel SJOHOLM (SWE) -15 68 70 66 65
3= Fredrik HENGE (SWE) -14 73 64 69 64
3= Adam GEE (ENG) -14 71 66 67 66
3= Thorbjorn OLESEN (DEN) -14 66 69 68 67
6= Charlie FORD (ENG) -13 68 65 71 67
6= Paul DWYER (ENG) -13 67 66 71 67
8= Raymond RUSSELL (SCO) -12 71 67 68 66
8= Matthew ZIONS (AUS) -12 66 69 70 67
8= Anders SJOSTRAND (SWE) -12 69 71 65 67
8= Inder VAN WEERELT (NED) -12 66 69 69 68
12= Thomas FEYRSINGER (AUT) -11 66 73 68 66
12= Julien GUERRIER (FRA) -11 68 70 66 69
weiters:
26= Lee SLATTERY (ENG) -7 67 72 67 71
26= Oscar FLOREN (SWE) -7 65 67 71 74
26= Florian PRAEGANT (AUT) -7 71 68 64 74


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73
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