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SCOTTISH OPEN 2008
Royal Birkdale, Southport, England
17. - 20.7.2008 >> € 4,500.000

Vorschau:

15.7.2008 - 20:00 MEZ Golf-Live.at - Joachim Widl

Martins Open-Strategie

Um jeden Preis will Martin Wiegele die Potbunker von Royal Birkdale aus dem Spiel nehmen. Auf einer ersten Trainingsrunde hat er sich mit dem Linkskurs angefreundet.


Nicht wie geplant mit Heath Slocum und Stewart Cink sondern mit Martin Kaymer und Alexander Cejka bestritt Martin Wiegele am Dienstag Vormittag seine erste Trainingsrunde für die British Open in Royal Birkdale: "Das bringt mir sicher mehr, außerdem konnten wir Deutsch sprechen und beide haben schon am Montag 9 Löcher gespielt," waren die Deutschsprachigen Starter bei der 137. British Open sofort vereint.

Open verspricht very british zu werden

Starker Wind, kühle Temperaturen und ein 6.500 Meter langer, bockharter Links-Kurs mit Par 70 gaben am Dienstag einen Vorgeschmack, was Martin Wiegele bei seinem Major-Debüt erwartet - und der Wetterbericht deutet ab Donnerstag noch weit grimmigere Verhältnisse an.

"Obwohl es sehr windig war habe ich von Anhieb sehr gut gespielt und den Kurs im Griff gehabt," war Wiegele nach der Runde überaus zufrieden, "ich war nicht im hohen Rough und bin immer schön brav vor den tiefen Fairwaybunkern geblieben."

Flach gepunchte Eisen 2 vom Tee, mit dieser Strategie will Wiegele ab Donnerstag punkten: "72 Loch ohne Besuch in einem Fairwaybunker zu absolvieren, wäre natürlich ein Traum, zumindest will ich von der Taktik alles tun um den tiefen Bunkern auszuweichen, weil dort geht nicht mehr als mit dem Sandwedge herauszuspielen," kostet jeder Fairwaybunker zumindest einen Schlag.

Eisen 2 der wichtigste Schläger

Maximal drei, vier Mal zückte Wiegele den Driver: "Bei Gegenwind gehts auf manchen Löchern ohne Driver nicht um das Fairway zu erreichen. Aber tendenziell glaube ich, dass ich bei mehr Wind seltener das Holz 1 nehmen werde." Der gegenüber der letzten British Open 1998 umgebaute Kurs von Royal Birkdale belohnt präzises Targetgolf, da die Fairways nun schmäler sind und mehr Bunker ins Spiel kommen.

"Was hier fehlt, sind echte Birdielöcher. Nur die einzigen beiden Par 5 sind mit zwei Schlägen erreichbar, sonst hat man nie einen Pitch ins Grün." Besonders hantig spielen sich die Par 3, in die Wiegele Eisen 2 bis 5 schlägt: "Die Grüns sind auch alle sehr schmal, wenn auch lang, seitlich verziehen darf man hier nichts."

Deutlich besser als erwartet präsentieren sich die Grüns: "Gar nicht holprig wie oft bei Links-Kursen sondern sehr treu zu putten, eher mittelschnell," klappte auch das Putten auf Anhieb sehr gut.

Ball flach, Score tief halten

Martin Kaymer, der nach dem schmerzlichen Tod seiner Mutter erstmals wieder ins Turniergeschehen eingreift, war voll des Lobes für die flachen Punch-Shots des Österreichers: "auf harten Fairways bin ich sicher einer der Längsten im Feld, weil ich zwar carry nicht so weit schlage, aber aufgrund der flachen Flugkurve extrem viel Roll auf den Ball bekomme," erklärt sich Wiegele, warum er seinen Deutschen Flightpartnern gut 30 Meter vom Tee abnimmt, mit dem Eisen und dem Driver.

Wiegele ist sich bereits ziemlich sicher, welche Schläger einen Stammplatz in seinem Bag bekommen: "Driver, Holz 3, Eisen 2 und dann wahrscheinlich ab dem Eisen 4 hinunter bis zu den vier Wedges," dürfte er auf das Eisen 3, Rescue und Holz 5 verzichten.

Gänsehaut-Atmosphäre

An den Rummel bereits am Dienstag hat sich Martin rasch gewöhnt: "Autogramme geben zwischen den Spielbahnen, Händeschütteln überall und die teilweise schon vollbesetzten Tribünen, die es auf jedem Loch gibt, einfach fantastisch." Das echte Gänsehaut-Feeling, von dem Markus Brier berichtete, wenn man am Sonntag die 18. Spielbahn wie in einem Fussballstadion zwischen den Tribünen abschreitet, muss sich Wiegele erst verdienen: "Ich weiß, dazu muss ich den Cut schaffen..."

Pech hatte Wiegele bei der Startzeiten-Vergabe, mit 16:10 Ortszeit (17:10 MEZ) hat er die vorletzte Tee-Time ausgefasst. Dazu spielt er mit zwei weiteren Qualifikanten, mit dem Phillipino Angelo Que und dem auf der Sunshine Tour engagierten Schotten Douglas McGuigan, der über die Afrika-Qualifikation ins Feld rutschte.

Die großen Abwesenden

Der 137. British Open gehen einige Topstars ab, wie die seit der US Open verletzten Tiger Woods und Luke Donald. Auch der zuletzt dreimal in Amerika siegreiche Kenny Perry ist nicht in Royal Birkdale dabei, er spielt lieber zur gleichen Zeit auf der US Tour. Die beiden Duellanten im Playoff des Vorjahres, Padraig Harrington und Sergio Garcia, sind somit neben Ernie Els in diesem Jahr die Topfavoriten.

Golf-Live bringt ab Donnerstag vom ersten bis zum letzten Golfschlag bei der British Open die gewohnt umfassende und exklusive Live-Berichterstattung - also lange bevor die TV-Stationen übertragen.

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