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TELECOM ITALIA OPEN
Castello di Tolcinasco, Mailand, Italien
3. - 6.5.2007 >> € 1,700.000

Final:

6.5.2007 - 17:40 MEZ Golf-Live.at - Joachim Widl

Erst im Stechen geschlagen

Markus Brier (68) sorgt für blendende Unterhaltung am Finaltag von Mailand, erst im Stechen überlässt er dem Spanier Fernandez-Castano den Titel bei der Italian Open.


Bei der auf drei Runden verkürzten Telecom Italia Open ging ein Dutzend Spieler mit Siegchancen ins Finale, unter ihnen Markus Brier. Ein packender Birdiewettlauf entwickelte sich in dem dicht gedrängten Feld. "Ein ziemliches Up & Down für mich heute, wenige Fehler und viele gute Golfschläge gemacht," sollte der Wiener bis zum Schluss um den Titel mitfighten.

Zweikampf mit Litte Nick

Am kurzen Par 5 zum Auftakt muss man Birdie spielen um mitzuhalten, Brier gelingt das auch - Nick Dougherty eröffnet allerdings kurz danach mit Eagle. Aber der Österreicher bleibt dran, trotz verzogenem Abschlag an der 2. Für den dritten Schlag ins Grün hat er noch ein volles Wedge, landet den Ball perfekt zwei Meter hinter dem Loch, der Backspin holt den Ball zurück - Mitte Loch!

Mit gutem Eisen legt sich der Fontana-Pro am Par 3 der 5 die nächste Chance auf und gleicht mit dem dritten Birdie aus. Dougherty hat wenige Minuten später am 3. Grün die perfekte Antwort parat, holt sich aus 7 Metern zum Birdie die alleinige Führung wieder zurück. "Nach dem tollen Beginn habe ich leider einen Durchhänger gehabt, der mich fast aus dem Rennen befördert hätte."

Probleme etwa für Brier bei der Annäherung ins 6. Grün: auf diesem Monster Par 4 hookt er das Holz 3 weg, lässt sich einen kniffligen 30 Meter-Chip, der im First Cut verhungert. Aus drei Metern fällt der Putt zu einem gut erkämpften Bogey. Dougherty rettet der Putter am gleichen Grün, als aus gut 10 Metern der Ball zum Par fällt!

Nur noch ein Eisen 3 hat Markus für den zweiten Schlag ins Par 5 der 9 in der Hand: vom Vorgrün hat er eine gute Ausgangsposition für Chip und Putt, diesmal fällt der Birdieputt nicht. Dougherty ist der klar dominierende Mann am Platz: locker schafft er das Birdie an der 9 und setzt sich um drei Schläge ab.

Dougherty hats in der Hand

Zu kurz bleibt die Annäherung von Brier ins 10. Grün, fast perfekt dafür der Putt aus 10 Metern, der auf der Linie um eine Umdrehung zu kurz bleibt. Kein Glück auch an der 11, wieder verhungert der Birdieversuch an der Lochkante. "Schade um die guten Birdieputts an der 7, 9 und 11, es hat dann so ausgeschaut, als ob ich zu weit weg wäre um noch mitzumischen." Am Par 5 der 12 erreicht Markus erst mit dem Dritten das Grün, wieder nur das Par.

Druck kommt jetzt von den Verfolgern: Gonzalo Fernandez-Castano locht eine Serie von 4 Birdies und schickt ein Eagle hinterher, erreicht damit 15 unter Par. Titelverteidiger Francesco Molinari findet plötzlich die Birdies, die an den Vortagen nicht gelingen wollten und erreicht genauso 15 unter Par wie der frühe Clubhausleader Fredrik Anderson-Hed nach 64er-Runde.

Nick Dougherty hookt seinen Abschlag an der 12 böse weg und kassiert ausgerechnet am Par 5 das erste Bogey. Fernandez-Castano locht fast seine Annäherung ins 17. Grün und teilt sich plötzlich mit dem Engländer die Spitze bei 16 unter Par. 

Schaffenspause zur rechten Zeit beendet

Schade um Briers Birdieflaute der letzten 7 Bahnen, somit bleibt er zwei Schläge zurück. Das letzte Par 5 der 15 ist ein wenig zu lang für den Österreicher, wieder kommt er erst mit dem Dritten hin, aus drei Metern schleicht der nächste Birdieputt vorbei. "Bis zum Schluss bin ich geduldig geblieben, volle Konzentration auf den jeweils nächsten Schlag, das hat sich ausgezahlt."

Eiskalt parkt Markus mit dem Eisen 4 aus 188 Metern den Schlag ins 16. Grün zwei Meter von der Fahne entfernt ein - verwandelt endlich einen Birdieputt! Aus dem Rough zaubert Brier eine tolle Annäherung mit dem Sandwedge ins 17. Grün hervor, vom Vorgrün versenkt er nervenstark den Birdieputt aus 5 Metern - damit erreicht er wie Dougherty und Fernandez-Castano 16 unter Par und damit die Spitze! "Die zwei Birdies waren echt lässig, in keiner Phase war ich nervös und habe auf den letzten 9, wo es um alles ging, wirklich gutes Golf gespielt."

Stechen - oder Dougherty?

Aus dem Rough legt sich Brier noch eine letzte Birdiechance auf, vergibt aus 6 Metern knapp am 72. Loch. Mit der 68 teilt er sich mit Fernandez-Castano die Clubhausführung bei 16 unter Par. Nick Dougherty hat es in der Hand auf den letzten beiden Löchern noch mit Birdie den Sieg zu holen. Statt dessen lippt sein Par-Putt am 17. Grün aus, mit der 70 verpasst der Engländer das Stechen um einen Schlag.

Brier im Stechen gegen Fernandez-Castano

Die Telecom Italia Open wird somit erst im Stechen entschieden, Brier und Fernandez-Castano spielen die 18 als erstes Playoff-Loch, für den Österreicher das erste Stechen seiner langen Karriere. Beide lassen sich nur Außenseiterchancen zum Birdie. Aus gut 12 Metern lippt der Putt von Markus aus. In Par wird das Loch geteilt.

Neuerlich geht es zurück zum 18. Abschlag. Langsam schießen sich die Kontrahenten auf diese Fahne ein, Brier hat 6 Meter, der Spanier nicht viel mehr als zwei Meter zum Birdie. Wieder schleicht der Ball des Wieners knapp am Loch vorbei. "Ich kann mir nichts vorwerfen, beide Playoff-Putts waren sehr gut." Fernandez-Castano lässt sich seine Chance nicht entgehen und holt sich den Titel in Mailand.

Weiterer Meilenstein in Briers Karriere

188.880 Euro zahlt Platz 2 auf Briers Preisgeldkonto, der damit in der Order of Merit der European Tour bis knapp an die Top 10 herankommt. In der Weltrangliste wird Brier nun rund um Rang 100 klassiert sein, die mit Abstand beste Position seiner Karriere! "Noch zwei gscheite Turniere spielen, dann bin ich bei der British Open auch ohne Qualifikation dabei. Alles andere wie World Ranking ergibt sich dann von selber," will Brier am Boden bleiben und Schritt für Schritt an den Zielen arbeiten.

"Markus Brier zählt in den letzten Wochen zu den heißesten Golfern der Welt, jetzt ist ihm alles zuzutrauen," versucht Niki Zitny stellvertretend für viele Insider einzuordnen, was derzeit auf der European Tour abgeht. Bei gut besetzten Turnieren hat Brier nun dreimal hintereinander um den Sieg mitgespielt und sich einen Titel sowie einen 2. und 5. Platz geholt. "Ich sehe keinen Grund, warum sich das bei den teuren Turnieren wie in Irland oder Wentworth ändern sollte. Das Spiel passt jedenfalls," so Brier.


Alle Spielberichte von der Italian Open:

>> 2. Runde: 3. Siegchance in Folge

>> 1. Runde: Mit der 63 zu Platz 1

>> Vorschau: Mitfavorit in Mailand



Final Scores nach 3 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3
1 FDEZ-CASTAÑO, Gonzalo ESP -16 67 68 65
2 BRIER, Markus AUT -16 63 69 68
T3 ANDERSSON HED, Fredrik SWE -15 69 68 64
T3 DOUGHERTY, Nick ENG -15 67 64 70
T3 MOLINARI, Francesco ITA -15 67 69 65
T3 NYSTROM, Henrik SWE -15 67 68 66
T7 FRASER, Marcus AUS -14 68 66 68
T7 JACQUELIN, Raphaël FRA -14 66 71 65
T7 McLARDY, Andrew RSA -14 65 65 72
T7 ROCHA, Alexandre BRA -14 70 64 68
weiters:
T14 KAYMER, Martin GER -12 69 65 70
T30 SCHWARTZEL, Charl RSA -9 67 69 71
T37 LEHMAN, Tom USA -8 70 68 70
T37 STRÜVER, Sven GER -8 68 70 70
T60 WALDORF, Duffy USA -5 67 72 72


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