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BANK AUSTRIA GOLF OPEN 2008
Fontana GC, Oberwaltersdorf, Österreich
5. - 8.6.2008 >> € 1,300.000

Final:

8.6.2008 - 14:55 MEZ Golf-Live.at - Joachim Widl

Singh singt zum Sieg

Markus Brier mit bogeyfreier 67 zum Abschluss, Wiegele spielt sich auf den Back 9 tief in die schwarzen Zahlen, nur die 74. Jeev-Milkha Singh rollt mit Par-Serie zum Sieg.


Des Briers Freud, des Wiegeles Leid: mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgten die zahlreich erschienen Fans den Finaltag der Bank Austria GolfOpen presented by Telekom Austria, passend zum wechselhaften Wetter. Markus Brier macht mit fehlerloser 67 noch einen Satz nach vor, während Martin Wiegele auf den Back 9 den Faden verliert und weit zurückgereicht wird.

Mit Volvo Masters-Champion Jeev-Milkha Singh trägt sich ein weiterer großer Name in die Siegerliste von Fontana ein.

Startzeiten vorverlegt

Markus Brier und Martin Wiegele starten zeitgleich um 8:45 Uhr, Markus allerdings vom 10., Martin vom 1. Tee. Der Schlussflight wird schon um 9:35 Uhr auf die Reise geschickt, da der Wetterbericht nichts Gutes verspricht. Auch möchte man bis 14 Uhr fertig zu werden, damit die Fans rechtzeitig zum Österreich-Auftakt der EURO 2008 daheim sein können.

Brier setzt frühe Highlights

Markus BrierMarkus Brier erwischt einen Traumstart von der 10. Obwohl er noch einen langen Schlag ins Grün hat, legt er sich gleich eine Birdiechance auf, die er verwertet. Die 11, vor zwei Jahren sein Hole in One-Loch, ist ganz nach seinem Geschmack, nach gutem Eisen fällt der nächste Birdieputt. "Beide Putts waren länger, zuerst 10, dann gut 7 Meter, da hats wirklich gut ausgeschaut."

Der Putter kühlt nach dem anfänglichen Furioso etwas ab, an der 14 kann Markus eine dicke Chance aus knapp zwei Metern nicht nutzen. Das Par 5 der 15 bekommt der Hausherr weiter nicht in den Griff. Diesmal drivet er links ins Rough, schlägt  jedoch ein gutes Eisen ins Grün, kann aber aus zwei Metern den Birdieputt nicht stopfen. Pech an der 16, als ein starker 6-Meterputt auslippt, nur das Par. "Ein paarmal verlesen, ich habe mich aber die ganze Runde sicher gefühlt."

Von der Sonntags-Fahne an der 17, rechts vorne, lässt Brier die Finger, geht mit Par aus 10 Metern auf Nummer Sicher. Vom 18. Tee versenkt Markus den Ball im Fairwaybunker, der Mut zum Risiko wird bei der Attacke mit dem langen Eisen nicht belohnt. Der Ball springt von der Steinmauer ins Wasser. Über Chip und Putt rettet er das Par.

Elendslange Par-Serie

Von Rough zu Rough wühlt sich Brier an der 2 vor, ein guter Chip sichert doch noch das Par. 20 Meter lässt sich der 39-jährige für den ersten Putt am schwierigen 3. Grün, aggressiver erster Versuch, gutes Par. Am Par 3 der 4 landet Markus im Grünbunker, locht fast zum Birdie ein, nachdem der Ball den Flaggenstock trifft.

Machbarer Birdieputt an der 5, der leider aus vier Metern nicht fällt. Also besser näher hinschiessen, Brier locht fast seinen zweiten Schlag ins 6. Grün und belohnt sich aus kurzer Distanz mit dem dritten Birdie. Das Par 3 der 7, das schwerste Golfloch, trifft Markus nicht auf Anhieb, chippt aber aus dem Rough gut hin und locht aus drei Metern den Par-Putt.

Die 9 ist bei Rückenwind ein Fressen, Brier erreicht locker mit zwei Schlägen das Kurzgemähte, der Eagle-Putt aus 10 Metern rasiert die Lochkante. Die bogeyfreie 67 bringt Markus beim Heimspiel noch ein willkommenes Top 30-Ergebnis. "Das Ergebnis selbst ist unwichtig, ich bin aber am richtigen Weg und habe eineinhalb gute Runden hier gespielt."

Wiegele: Zweimal Bogeys ausgebessert

Martin WiegeleMartin Wiegele beginnt auf den schwierigeren Front 9, bekommt am langen Par 4 der 2 nach Drive links ins Rough Probleme. Aus dem dicken Kraut kann er nur raushacken und muss früh das Bogey zur Kenntnis nehmen. An der 3 hat Martin zuviel Spin am Ball, aus dem Semirough schafft er jedoch aus 5 Metern den Up & Down zum Par. "Mein Spiel war heute mittelprächtig," sollte er nachher sagen, "aber die wichtigen Putts sind nicht gefallen."

Der Grazer spielt nun stärker, an der 6 legt er sich den Ball perfekt zurecht und locht das erlösende erste Birdie. Das dicke Rough an der 8 fängt Wiegele zum dritten Mal in dieser Woche - auch am Sonntag setzt es das Bogey. Fantastischer Schuss ins 9. Grün, dicke Eagle-Chance aus 4 Metern: Martin schlägt mit der Faust auf den Putter, als der Ball am Loch vorbeikriecht und es "nur" das Birdie wird.

Martins Runde entwickelt sich spiegelgleich zum Vortag: an der 10 setzt es auch am Sonntag das Bogey. "Ich habe vielleicht versucht, es zu erzwingen und die Fahnen heute hätte ich nicht so aggressiv attackieren sollen." Die Probleme setzen sich an der 12 fort, aus zwei Metern schiebt Wiegele den Par-Putt vorbei. Nun müssen es die Par 5 im Finish richten, doch an der 15 spielt er sich in Probleme und schluckt ein frustrierendes Bogey. "Dabei war der zweite Schlag nur drei Meter zu weit links, der Fade ist nicht gekommen, dann leider über das Grün die Welle runter gechippt." Den 4. Schlagverlust auf den Back 9 setzt es an der 17.

Versöhnlicher Birdie-Abschluss an der 18, mehr als die 74 springt für Wiegele nicht heraus. Bei 4 unter Par büsst er rund 35 Ränge ein. "Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, es ist mir nicht gelungen, den Druck wegzunehmen und locker zu spielen."

An der Spitze wird es eng

Die heissesten Front 9 in der Spitzengruppe legt Graeme McDowell mit 4 unter Par hin, kommt bis auf drei Schläge an Singh heran, der ein Par nach dem anderen spielt. Die späte Attacke reitet jedoch Simon Wakefield im Schlussflight, der mit drei Birdies im Finish die 68 postet und bis auf einen Schlag heranprescht.

Singh rettet sich mit fantastischem Kurzspiel. Eine höchst seltene Serie von 18 Pars, samt nervenstark gelochtem Par-Putt am 72. Loch, reicht zum hauchdünnen Sieg bei 15 unter Par. "Ich habe versucht nicht zu aggressiv, aber auch nicht zu defensiv zu spielen," erklärt er sich das Score. Nach zwei zweiten Plätzen im heurigen Jahr der 5. Titel des charismatischen Inders. "Ich bin zum ersten Mal hier, aber der Kurs ist fantatisch, die Grüns zählen zu den Besten auf der Tour," äußert sich Singh begeistert. Den verregneten Donnerstag steckte er übrigens auf seine Weise weg. "Ich habe mir zwei Bollywood-Movies auf meinem Player angesehen. Immer wenn ich daheim bin, schnappe ich mir die DVDs von den Serien, die ich verpasst habe."

European Tour bleibt in Fontana

Veranstalter Herwig Straka zieht eine gemischte Bilanz über die Bank Austria GolfOpen: "An den Turniertagen hatten wir relativ viel Wetterglück, bis auf die Parkplatzsituation haben wir den Event gut hinbekommen." Edwin Weindorfer ergänzt. "Sportlich haben wir uns über Wiegeles Traumrunde freuen dürfen. Leider ist uns das Programm von Dienstag bis Donnerstag überwiegend ins Wasser gefallen, schade um die tollen Side-Events." Dennoch zieht e!motion die Option für drei weitere Jahre mit der European Tour, Weltklassegolf ist bis 2011 in Österreich gesichert.



Final Scores nach 3 Runden (Par 71):

Platz Spieler Par R1 R2 R3
1 SINGH, Jeev Milkha -15 64 63 71
2 WAKEFIELD, Simon -14 66 65 68
T3 EDBERG, Pelle -12 64 72 65
T3 ERLANDSSON, Martin -12 67 69 65
T3 FOWLER, Peter -12 65 67 69
T3 JONZON, Michael -12 70 64 67
T3 PYMAN, Iain -12 69 67 65
T8 DELAMONTAGNE, François -11 69 68 65
T8 HANSEN, Søren -11 68 65 69
T8 LITTLE, Sam -11 68 67 67
T8 McDOWELL, Graeme -11 67 67 68
T8 ROCK, Robert -11 68 69 65
weiters:
T19 CLARKE, Darren -9 70 69 65
T25 BRIER, Markus -8 68 70 67
T45 BARAKA, Kariem -5 69 68 71
T49 WIEGELE, Martin -4 64 71 74
T61 STRÜVER, Sven -2 70 65 76


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