>> HOME / European Tour / Spielbericht

AUSTRIAN GOLF OPEN 2009
Fontana GC, Oberwaltersdorf, Nieder
17.9.- 20.9.2009 >> € 1,000.000

Final:

20.9.2009 - 16:47 MEZ Golf-Live.at - Joachim Widl

Austria-Double

Rafael Cabrera-Bello gewinnt nach Adamstal 2006 auch die Austrian Open 2009. Markus Brier kommt über die 70 zum Abschluss nicht hinaus. Luki Nemecz spielt die 74.


2006 hatte Rafael Cabrera-Bello im GC Adamstal seinen ersten Challenger gewonnen, drei Jahre später gewinnt der Spanier in Österreich auch sein erstes European Tour-Event. Mit einer Fabelrunde von 60 Schlägen fängt der 25-jährige aus Gran Canaria noch den Engländer Benn Barham ab und sichert sich den Titel bei der Austrian GolfOpen samt Siegerscheck von 166.660 Euro. "Österreich ist sichtlich gut für mich, jetzt werde ich öfters herkommen," meint der frischgebackene Champion.

Aus heimischer Sicht lachte am Fontana-Finaltag die Sonne strahlend vom Himmel, nicht jedoch der Hausherr. Markus Brier leistet sich zu viele Fehler, beginnt mit Bogey und hört auch so auf: die 70 reicht gerade noch für Platz 17: "10 Bogeys in der Woche bei diesen freundllichen Bedingungen sind einfach zuviel." 

Bogey-Bogey-Start von Brier

Markus BrierMarkus hätte sicher gerne seinem grössten Fan mit einem Topergebnis das schönste Geburtstagsgeschenk machen: Vater Karl Brier feiert heute den 80. Geburtstag! Mit dem kurzen Eisen verfehlt Markus jedoch das 1. Grün und beginnt mit dem Bogey. "Da bin ich direkt auf die Fahne gegangen, die hätte ich nicht attackieren sollen." Auch die Attacke ins 2. Grün geht gründlich daneben, der Ball landet links im Wasser - Pech allerdings, dass ein Schmutzklumpen am Ball klebte. Noch ein gutes Bogey über Chip und Putt. Die dritte Bahn wird wohl nach dieser Woche in "Markus Briers Favorite" umbenannt werden: zum vierten Mal locht er hier den Birdieputt, diesmal aus vier Metern. "Zwischendurch sehr gute Eisen geschlagen, aber auch zu viele zu schlechte Schläge gemacht."

Für weitere Schlaggewinne kommt der Hausherr nicht nah genug zu den Fahnen, spielt jedoch sichere Pars. Neuerlich Stress an der 6 nach verzogener Annäherung, der Chip ist auch nicht nah beim Stock: das nächste Bogey. Zum besten Schläger mausert sich der Putter, der am 8. Grün aus 5 Metern zum Birdie einlocht. Der gleiche Südostwind wie gestern ist pünktlich zu den letzten Flights angesprungen und macht die 9 für Markus mit zwei Schlägen unerreichbar. Macht nichts, auch über Pitch und Putt holt er sich das Birdie ab.

Zu spät kommt die Attacke

Markus BrierSein erstes Fairway verfehlt Brier an der 10, erarbeitet sich dennoch eine Birdiechance, die er jedoch aus zwei Metern nicht nutzen kann. Starker Sand Save, vor allem nervenstarker Putt aus zwei Metern an der 12. Der schwer berechenbare Rückenwind bläst Briers Ball rechts hinter das 13. Grün, über Chip und Putt rettet er jedoch das Par. "Fahnendecker" ins 14. Grün, der Putt zurück zum Loch aus vier Metern kriecht jedoch am Loch vorbei.

Der Gegenwind bremst Brier am Par 5 der 15, dazu muss er zweimal chippen um dann mit Singleputt wenigstens das Par abzusichern. Erst nach 16 gespielten Löchern ist es endlich so weit: der Birdieputt aus einem Meter fällt, Brier ist in den roten Zahlen angelangt.

Zu spät um noch vorne mitzumischen bringt Brier sein Spiel auf Touren: am Par 3 der 17 schiesst er praktisch tot an den Stock, Tap-In zum Birdie. Bezeichnend für den frustrierenden Golfsonntag kann Markus an der 18 nach Drive ins Rough nur vorlegen und schiesst seinen dritten Schlag ins Wasser. Noch gutes Bogey nach Chip und Putt. Mit der 70 (-1) erreicht er Platz 17, nicht einmal sein formuliertes Minimalziel für das Heimspiel, ein Top 10-Ergebnis.

Angesprochen bei der Pressekonferenz auf den historischen Sieg von Nicole Gergely in Frankreich? "Einfach Weltklasse. Jetzt brauchts ihr nichts mehr von mir, wer interessiert sich heute für mich?"

Nemecz trifft zu viele Bunker

Lukas NemeczLukas Nemecz hat nach der 82 vom Samstag keine Chance mehr am Leaderboard vorzukommen. Der einzige Amateur im Finale will aber zurück zur Topform vom Freitag finden, auch wenn er mit dem Doppelbogey alles andere als ideal in die Schlussrunde startet: "Gleich das Holz 3 in den Fairwaybunker geschossen und über die hohe Kante ist der Ball im Rough hängen geblieben." Immerhin kann der 20-jährige Steirer am Par 4 der 5 einen Schlag aufholen. Rückschlag an der schweren 8. Bahn mit einem Bogey, wieder nach Drive in den Bunker. Am anschließenden Par 5 gelingt ihm nicht mehr als das Par: "Da ist der Birdieputt ausgelippt, so etwas ist mir heute einige Male passiert."

Solides Golf zu Beginn der Back 9, Birdieputts wollen vorläufig keine fallen. Am Par 4 der 12 gibt Luki einen weiteren Schlag ab, nachdem der Abschlag neuerlich im Bunker hängenbleibt. Vielleicht gibt es noch ein gutes Finish zu beobachten, Nemecz versenkt den Birdieputt an der 14, nicht unbedingt ein Birdieloch. Das Par 5 der 15, wo es am Vortag die "10" setzte, bleibt weiter für ihn verhext, beim vierten Versuch muss er ein Bogey notieren: "Da war vielleicht die Angst vom Vortag ein wenig im Kopf, daher habe ich links in den Bunker geschossen." Die 16 mit besonders schwerem Grün kostet Luki einen weiteren Schlag.

Immerhin beendet Nemecz sein erstes Fontana-Weekend mit Birdie zur 74: "Fast noch zum Eagle eingechippt, der Ball ist wieder ausgelippt." Schade, dass er für die Finalrunden um insgesamt 17 Schläge mehr benötigte als an den ersten beiden Tagen. "Das Ergebnis ist für mich nicht so wichtig, ich habe aber unheimlich viel Erfahrung gesammelt. Ein Tourkurs hat einfach ein Setup, wo jeder schlechte Schlag gnadenlos bestraft wird," resümmiert Luki, der sich frühestens im Herbst 2010 überlegen will, ob er ins Profilager wechselt.

Cabrera-Bello schiesst Fabelrunde

Cabrera-BelloBenn Barham
verliert gleich auf den ersten Löchern, zwei seiner drei Schläge Vorsprung, Soren Hansen und Richard Green sind dem Spitzenreiter dicht auf den Fersen. Der heisseste Spieler am Platz ist jedoch der Rafael Cabrera-Bello, der 7 Birdies auf den ersten 12 Löchern schiesst und die geteilte Spitze bei 16 unter Par erreicht - der Adamstal-Sieger von 2006 peilt somit das österreichische Double an.

Cabrera-Bello steigert sich mit Fortdauer immer mehr in einen Spielrausch, legt Birdie auf Birdie nach. Am 18. Grün hat der Spanier sogar einen Eagleputt zur historischen 59, verfehlt knapp und brennt die fantastische 60 aufs Scoreboard - neuer Platzrekord und Führung im Clubhaus bei 20 unter Par! Benn Barham benötigt somit das Birdie am Schlussloch um ein Stechen zu erreichen. Nach Drive ins Rough kann der Engländer nur vorlegen, verschiebt auch den Birdieputt. 19 unter Par reicht für Platz 2, Dritter wird Soren Hansen.

Wieder 25.000 Zuschauer

FontanaZufrieden ziehen Herwig Straka und Edwin Weindorfer eine Bilanz über die Austrian GolfOpen: "Ohne Titelsponsor ist es uns gelungen eine Begeisterung unter den Fans auszulösen. Wir sehen nur zufriedene Gesichter, auch das Wetter spielt mit, und dass Markus am Wochenende dabei ist, hat zusätzlich geholfen," freut sich Weindorfer, auch über Rekordeinnahmen am Ticketschalter. Wie im Vorjahr werden rund 25.000 Zuschauer den Weg nach Fontana gefunden haben.

Das Turnier sei für 2010 gesichert, meint Straka mit Hinweis auf den Dreijahresvertrag mit der Tour, der bis inklusive 2011 läuft: "Aber eines ist klar, meine Firma e!motion war heuer der grösste Sponsor."



Final Scores nach 4 Runden (Par 71)

Platz Spieler Par R1 R2 R3 R4
1 CABRERA-BELLO, Rafael -20 71 67 66 60
2 BARHAM, Benn -19 63 66 67 69
3 HANSEN, Søren -17 67 67 65 68
4 BLAND, Richard -15 68 70 65 66
5 OOSTHUIZEN, Louis -14 69 67 65 69
T6 BENSON, Seve -13 69 68 68 66
T6 GREEN, Richard -13 65 66 69 71
T6 MARTIN, Pablo -13 66 68 70 67
T6 WAKEFIELD, Simon -13 68 70 67 66
weiters:
T14 CEJKA, Alex -11 69 68 71 65
T17 BRIER, Markus -10 68 67 69 70
T39 LAWRIE, Paul -6 68 70 71 69
T39 LEVET, Thomas -6 68 70 70 70
66 NEMECZ, Lukas (am) 11 71 68 82 74


>> STARTSEITE GOLF-LIVE.AT