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15.7.2009 - 08:03 MEZ |
Golf-Live.at - Joachim Widl |

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Rasenschach in Turnberry
Wer heckt den perfekten Game-Plan für den Ailsa-Kurs von Turnberry aus? Köpfchen statt reine Power sind bei der 138. Open gefragt, das sollte Markus Brier freuen. |
Erst zum vierten Mal ist der Ailsa-Linkskurs von Turnberry, eine Autostunde südlich von Glasgow an der schottischen Westküste, Austragungsort der British Open. Als hier 1994 zuletzt gespielt wurde, war ein Tiger Woods noch gar nicht im Profigeschäft. Selbst die wenigen Altmeister, die auch 2009 noch bei der British Open dabei sind, haben keinen Vorteil, da der Kurs um über 200 Meter verlängert und erst in den letzten Monaten fertiggestellt wurde.
Defensive vom Tee gefragt
Mit 6.587 Metern und Par 70 präsentiert sich der Küstenlinks-Kurs furchteinflössend, selbst ein Tiger Woods gibt sich beeindruckt nach den ersten Proberunden: "Du musst Dir da draussen wirklich sicher sein, was Du tust: entweder vor die Bunker ablegen, drüberschiessen oder dazwischen durch. Leider hatten wir im Training noch nicht viel Wind um das alles richtig auszuprobieren."
Angel Cabrera, einer der absolut Längsten im Profigeschäft, enthüllt eine erstaunliche Strategie: "Ich werde praktisch die ganze Woche über kurz vor die Bunker ablegen, nirgendwo anders als hier musst Du so vorsichtig sein." Denn in den Drivelandezonen lauern jede Menge tiefer Pot-Bunker, wo zumindest ein Schlag verloren geht. Verschärfend kommen hüfthohe Farne abseits der Bahnen allzu leicht ins Spiel, wo sofort der Ball auf Nimmerwiedersehen verschwinden kann. Nach einem feuchten Frühjahr ist das Rough auch entsprechend dick.
Brier bei seinem persönlichen Open-Jubiläum
Wenn die Longhitter ihre Power nicht ausspielen können und das perfekte Course Management gefragt sind, dann freut das besonders Markus Brier. Auch für den Wiener ist Turnberry absolutes Neuland, Linksgolf bei einer British Open dagegen eine Routineangelegenheit. Entsprechend unaufgeregt geht der 41-jährige Fontana-Pro in sein 5 Jahres-Jubiläum. "Ich habe immer schon gerne Linksplätze gespielt, und so ist es nach wie vor. Das Layout kommt meinem Spiel entgegen. Es geht nicht so sehr um die Länge, sondern im Wind ist Präzision gefragt," schildert Brier seine Eindrücke nach dem ersten Abtasten am Dienstag.
„Das erste Augenmerk liegt auf den tiefen Fairwaybunkern, die gilt es zu vermeiden. Auch die Roughs sind relativ dicht, da gibt es Stellen wo man absolut nicht reinschießen darf. Gegen den Wind werden die Par 4 sehr lang, aber rund um die Grüns ist der Platz sehr fair," fasst er zusammen. Genauso wie Tiger Woods war Brier zuletzt 2007 bei einer British Open am Start, nach vier Runden teilten sie sich Platz 12 in Carnoustie.
Bei seinen bisherigen vier Starts cuttete Brier zweimal und verpasste ebenso oft den Cut, allerdings jedes Mal um nur einen Schlag. Die Frage wird sein, ob der einzige Österreicher im Elitefeld zur Überform der Qualifikation zurückfinden wird oder ob das Monsterprogramm der letzten Woche mit 6 Turnierrunden zuviel an Kräften aufgezehrt hat. Ein gutes Abschneiden bei der British Open könnte eine bislang unspektakuläre Saison retten (Platz 97 im Race to Dubai, 196. im World Ranking).
Die wichtigsten Tee-Times
Markus Brier eröffnet am Donnerstag um 10:04 Ortszeit (11:04 MEZ) vom 1. Tee gemeinsam mit dem Amerikaner D.J. Trahan und dem Thai Prayad Marksaeng. Tiger Woods startet um 9:09 Uhr Ortszeit gemeinsam mit Lee Westwood und der japanischen Teenager-Sensation Ryo Ishikawa. Englands Urgestein Paul Broadhurst bekommt am Donnerstag um 6:30 Uhr die Ehre des ersten Abschlags.
Tiger Woods ist wie üblich der klare Favorit bei den Buchmachern, etwa 1:3 ist die Quote bei expekt.com. Padraig Harrington, der im Vorjahr erfolgreich seinen Titel verteidigte, stapelt tief und nimmt sich mehr oder weniger selbst aus dem Spiel: "Ich kann den Ball nicht steuern, Mitte Fairway zielen wird hier nicht reichen."
Die Liste der Mitfavoriten ist dennoch lang: Martin Kaymer strotzt nach seinen Siegen zuletzt bei der French- und Scottish Open vor Selbstvertrauen. Paul Casey kommt als Nummer 3 der Golfwelt ebenfalls als Co-Favorit nach Turnberry. Ian Poulter, Sergio Garcia, Jim Furyk und Lee Westwood wird ebenfalls zugetraut, am Sonntag den berühmten Claret Jug zu stemmen und den Siegerscheck von 867.000 Euro bei dem 4,2 Millionen Pfund-Event abzuräumen.
Der Wetterbericht veheisst wechselvolles und für die Jahreszeit etwas zu kühles Wetter. Ein Mix aus Sonne, Regenschauern und den an der schottischen Westküste gerne auflebenden Wind versprechen eine abwechslungsreiche Open.
Mit Live-Scores, Live Text-Updates und Fan-Line live bieten wir ab Donnerstag 07:30 MEZ bis zum letzten Putt am Sonntag die umfassendste Berichterstattung rund um die 138. British Open an.
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