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7.8.2007 - 18:10 MEZ |
Golf-Live.at - J. Widl |

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Brier entdeckt Amerika
Sein erstes Turnier in Amerika ist gleich ein Major: sehr schnell hat sich Markus Brier jedoch mit Southern Hills und der PGA Championship angefreundet. |
"So ziemlich jeder der 156 Starter kann die PGA Championship gewinnen, vor allem jeder der 66 internationalen Spieler aus 23 Ländern," lautete eine der meistgehörten Analysen im Vorfeld der PGA Championship. Vier Europäer starten erstmals beim letzten Major des Jahres: neben Gregory Havret, Simon Dyson und Graeme Storm auch Markus Brier.
Heißer Tanz ab Donnerstag erwartet
Montag um 8:30 Uhr startete Österreichs Paradegolfer in Southern Hills seine Vorbereitung. Die ersten Eindrücke: "Eine Affenhitze mit 36 Grad - und es soll in den nächsten Tagen noch heißer werden, zum Glück weht ein leichter Wind, der das Ganze erträglich macht. Rund um die Grüns wurden sogar Ventilatoren aufgestellt um die Grüns zu kühlen, so etwas habe ich noch nie gesehen. Und schon am Montag zeitlich in der Früh war viele Zuschauer da, bis zum Wochenende wird hier die Hölle los sein."
Obwohl erstmals bei einem amerikanischen Pro-Turnier im Einsatz, spielte Markus Brier schon des öfteren privat in Amerika, vor allem beim Wintertraining in Lake Nona bei Orlando mit seinen Tour-Buddies Sven Strüver und Maarten Lafeber. Somit überraschen ihn die Verhältnisse in Southern Hills nicht besonders: "Nur dass mich gleich so viele Zuschauer um Autogramme gebeten haben, hätte ich nicht erwartet."
Präzision ist alles, Länge zählt wenig
Der hautenge Parklandkurs, mit 6.400 Metern und Par 70 für heutige Verhältnisse nicht übermäßig lang, dürfte Markus liegen. Ein klassischer Shotmaking-Kurs, wo es vor allem auf präzise Abschläge und Grünannäherungen ankommt: "Die Drives müssen hier haargenau passen, dann geht schon was," analysiert Brier die Front 9, die er am Montag spielte, "die 4, 7 und 9 sind etwas kürzer, aber dafür knifflige Doglegs, wo man die Spielbahn erst einmal treffen muß."
Die Back 9, die Markus am Dienstag mit Angel Cabrera im Blitztempo absolviert - "für ihn ist der Platz nicht sehr lang, da gehts dann schnell dahin" - präsentieren sich sehr abwechslungsreich, mit ein par kürzeren Löchern und dem Par 5 der 14, wo Markus problemlos mit zwei Schlägen das Grün erreicht. "Dafür wieder ein par hantige Par 4, wo ich Eisen 3 oder 4 ins Grün schlage, An der 16 sogar ein Eisen 4 bei Rückenwind."
Das Bermuda-Rough abseits der Spielbahnen ist mit 5 Zentimetern Höhe gerade noch spielbar, Grünannäherungen daraus möglich, sofern dies nicht Bäume oder einer der gefährlichen Grünbunker verhindern. "Dafür sind die Grüns schnell und wellig, wie in Fontana," hat Markus auch vertraute Elemente am Kurs von Tulsa, Oklahoma gefunden. Ähnlich wie in Augusta muß man die richtigen Stellen treffen um machbare Putts zu bekommen.
Für seine erste PGA Championship bekommt Brier nicht nur einen sympathischen Golfplatz sondern dazu eine perfekte Startzeit aufgetischt: am Donnerstag geht er um 7:45 Uhr Ortszeit (14:45 MEZ) vom 10. Tee aus auf die Reise, gemeinsam mit zwei ganz unterschiedlichen Flightpartnern: dem kolumbianischen Jungstar Camilo Villegas und den 32-jährigen Amerikaner John O'Leary, einem der 20 Club-Professionals, die von seiten der US PGA jedes Jahr mitspielen.
Das Gastspiel in Amerika wird dennoch für Brier ein seltenes Ereignis bleiben: "Ich strebe keine US Tourkarte an, werde hier höchstens große Turniere spielen, sollte ich über die Weltrangliste hineinkommen," hat er eher noch das US Masters, die US Open und die World Golf Championships im Auge.
Kann Woods ein Jahr ohne Majortitel vermeiden?
Titelverteidiger Tiger Woods kommt zwar mit einem Kantersieg nach Southern Hills - die Bridgestone Invitational gewann er in der Vorwoche zum 6. Mal, und das mit 8 Schlägen Vorsprung - dennoch hat er bei seinen bisherigen drei Starts auf diesem Platz, sowohl bei der PGA Championship wie zuletzt bei der US Open 2001 keine Bäume ausgerissen. Tiger gab im Vorfeld auch unumwunden zu, dass Southern Hills nicht auf sein Spiel zugeschnitten ist. Das beeindruckt allerdings die Buchmacher wenig, bei denen Tiger dennoch allererster Favorit ist - wie schon bei den anderen drei Majors des Jahres, die allesamt aber andere Sieger kürten. 2007 könnte somit das vierte Jahr in der Karriere des Tigers ohne Majortitel werden.
Phil Mickelson, der zuletzt bei British und US Open den Cut verpasste, macht sich für die PGA Championship ebenfalls Sorgen: "Mein Handgelenk bereitet mir zwar keine Probleme mehr, aber ich putte so schlecht wie schon lange nicht." Retief Goosen, der hier in Southern Hills 2001 gewann zählt dafür zu den Topfavoriten, so wie auch Stewart Cink und Jim Furyk.
Nachdem Padraig Harrington in Carnoustie die 8-jährige Major-Durststrecke der Europäer endlich beenden konnte, sind die Erwartungen vor allem bei Sergio Garcia, Paul Casey und Justin Rose sehr hoch, es dem Iren mit einem Majorsieg nachzumachen.
(Fotos: Andreas Brier)
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