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Würdiger Schlusspunkt

WORLD TOUR CHAMPIONSHIP – FINAL: Bernd Wiesberger packt auf seinen letzten 18 Bahnen noch einmal eine knallrote 67 aus und sorgt so am Earth Course der Jumeirah Golf Estates für einen würdigen Saisonschlusspunkt. Trotz der zuletzt von Formschwankungen geprägten Monate durfte sich der Oberwarter einmal mehr über ein starkes Jahr freuen.

Bernd Wiesberger wirkte schon nach der ersten Runde in Dubai nach der langen Saison und zuletzt schon drei Wochen Turniergolf am Stück sichtlich ausgebrannt und ließ im Subton regelrecht das Herbeisehnen des Saisonendes mitschwingen. Vor allem der Freitag machte dem Burgenländer am Earth Course mit der 76 (+4) einen Strich durch die Rechnung und auch der Moving Day war mit der 71 (-1) nur peripher von Erfolg gekrönt.

Damit startet der vierfache European Tour Sieger nur vom 58. Platz auf seine letzten 18 Bahnen, zeigt dort aber von Beginn an, dass er sich trotz der bereits deutlich abgefahrenen Spitzenplätze keineswegs hängenlassen will, was schon ein schnelles Birdie auf der 1 unterstreicht.

Bis zum Turn findet er noch zwei weitere Erfolgserlebnisse und klettert so Stufe für Stufe um ein paar Ränge im Klassement nach vor. Nachdem dann zu Beginn der Backnine ein roter Doppelpack gelingt, nimmt die starke Finalrunde endgültig Konturen an und selbst auf Fehler weiß er am Finalsonntag noch gut zu reagieren.

Schlussendlich steht er mit der 67 (-5) beim Recording, macht so noch ein paar Plätze gut und sorgt damit auch für einen würdigen Schlusspunkt unter seine Saison 2017. Das Ziel, das Jahr unter den Top 10 der Jahreswertung zu beenden, geht sich mit Rang 45 aber deutlich nicht aus. Nachdem er als 14. ins Turnier gestartet war, hätte er in Dubai ein Topergebnis benötigt um sich noch nach vorne schieben zu können.

Jon Rahm (ESP) entscheidet die World Tour Championship mit einer 67er (-5) Finalrunde und bei gesamt 19 unter Par für sich. Im Kampf um den Sieg der Jahreswertung entbrennt am Finaltag noch ein Kampf, den Tommy Fleetwood (ENG) trotz einer 74 (+2) und als geteilter 21. schlussendlich gegen Landsmann Justin Rose – er wird nach der 70 (-2) geteilter 4. – knapp für sich entscheidet.

Starke Saison

Trotz der in den letzten Monaten eher unbeständigen Form, war die Saison von Bernd Wiesberger durchaus eine Erfolgsgeschichte. Vor allem in der frühen Phase wusste er zu überzeugen, brachte sich öfters in gute Ausgangslagen und durfte sich so auch über etliche Topergebnisse freuen.

Wiesberger_1708_330Der ganz große Wurf war freilich in Shenzhen, wo ihm sein ingesamt bereits vierter Sieg auf der European Tour gelang. Damit sammelte der Oberwarter auch eifrig Punkte für die Weltrangliste und sicherte so seinen Platz unter den Top 50 auf längere Zeit ab. Bis August hielt er auch eine beeindruckende Serie, nachdem er reihenweise die Cuts stemmte und immer um Preisgeld spielte.

Ausgerechnet als er das volle Jahr an Cuts perfekt machen wollte, riss die Serie bei den PGA Championship in Quail Hollow allerdings und ab diesem Zeitpunkt wirkte die Formkurve der Nummer 37 der Welt auch teilweise wie ein EKG bei Kammerflimmern. Denn in Folge hatte er öfters ordentlich zu kämpfen und musste mit einigen freien Wochenenden leben.

Bann endlich gebrochen

Doch selbst in der sichtlich instabilen Phase der Saison konnte Österreichs Nummer 1 endlich einen Bann brechen. Beim letzten WGC-Event des Jahres, den HSBC Champions in China, erspielte Bernd Wiesberger mit vier konstanten Runden Rang 9 und durfte sich so endlich über das erste Spitzenergebnis bei einem Megaturnier freuen.

Bei den letzten drei großen Turnieren, die dazu noch zur neu geschaffenen Rolex Series zählten, war die Luft dann jedoch bereits deutlich draußen. Bernd kämpfte durchwegs mit der Konstanz, was sowohl in der Türkei, als auch in Südafrika nur zu mittelmäßigen Ergebnissen reichte.

Beim Saisonfinale in Dubai hatte es dann schon etwas den Anschein, als würde er das nahende Saisonende schon richtiggehend herbeisehnen. Mit der 67 am Sonntag allerdings sorgte er noch auf jeden Fall für ein positives Ende, wenngleich schließlich nicht mehr als Platz 45 herausspringen sollte. Knapp 1,8 Millionen Euro verdientes Preisgeld in diesem Jahr sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.

Top-Events gesichert

Da er die Top 50 der Welt für einige Zeit abgesichert hat, darf er außerdem bereits mit den kommenden Riesen-Events planen. Das US-Masters etwa wird als erstes Major auch im kommenden Jahr wieder mit österreichischer Beteiligung über die Bühne gehen. Bei den ersten WGC-Turnieren 2018 wird ebenfalls rot-weiß-rot wieder in Mode sein.

Über Weihnachten wird Bernd Wiesberger seine Golfschläger nun zunächst in die Ecke stellen und in der Heimat Kraft tanken um kommendes Jahr mit neuem Elan und Motivation wieder voll anzugreifen. Bei der bereits laufenden Ryder Cup-Qualifikation wird der Oberwarter zwingend starke Ergebnisse benötigen um sich auf den Notizzettel von Captain Thomas Bjorn (DEN) zu spielen um so das selbsterklärte Ziel einer Teilnahme in Paris realisieren zu können.

>> Endergebnis World Tour Championship

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