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135. BRITISH OPEN
Royal Liverpool GC >> Hoylake, England
20. - 23. Juli 2006 >> € 6,000.000

GOLF 135. BRITISH OPEN Markus Brier mit Cut-Pech wie 2001

2. Runde:
21.7.2006 - 21:50 MEZ  Golf-Live.at - J. Widl
 


Brier im Open-Pech wie 2001

Markus Brier (73) scheitert zum zweiten Mal unglücklich bei der Open. Tiger Woods schockt die Konkurrenz mit Platzrekord (65) und zieht davon.

 

Am zweiten Spieltag der British Open flogen die Birdies an Markus Brier vorbei. Zwar trifft er neuerlich hervorragende 15 Grüns, puttet jedoch wie schon gestern 33 Mal und schafft nur zwei Birdies: "Neuerlich gut gespielt, sogar näher an die Fahnen gekommen wie gestern, aber leider überhaupt nichts gelocht." Über beide Tage gerechnet benötigt der Wiener 12 Putts mehr als seine Konkurrenten im Schnitt - der Hauptgrund fürs vorzeitige Ausscheiden.

Wieder kein frühes Birdie

Das lange Par 4 zu Beginn hat schon viele Opfer gefordert, nicht jedoch von Brier, der neuerlich sein bombensicheres Par spielt. Der erste Fehler kommt ihm teuer zu stehen: "An der 3 habe das Eisen 5 aus dem Semirough rechts ins Out geschlagen," schildert er sein Malheur. Auch mit dem zweiten Ball muss er kämpfen, locht mit Chip & Putt zum Doppelbogey ein.


Wettquoten vom 17.7.06:
Wer gewinnt die
British Open 2006?
 Tiger Woods 6.00
 Phil Mickelson 10.0
 Ernie Els 13.0
 Vijay Singh 15.0
 Retief Goosen 15.0
 Padraig Harrington 20.0
 Jim Furyk 20.0
 Sergio Garcia 23.0
 Luke Donald 23.0
 David Howell 30.0
 Colin Montgomerie 30.0
 Paul Casey 35.0
 Darren Clarke 35.0
 Stuart Appleby 35.0
 Michael Campbell 35.0
 Bernhard Langer 150
 ein Anderer 5.00
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Birdie am ersten Par 5

Am ersten Par 5 passt erstmals alles zusammen: Brier erreicht das 5. Grün mit zwei mächtigen Hits und holt sich das erste Birdie ab. Doch nun steht das erste der hantigen Par 3 an: der Wiener trifft zwar das Grün, die Fahne steckt allerdings ganz gemein: "Die Fahne war eine Frechheit, ist direkt auf der Welle gesteckt, der erste Putt von der rechten Seite war nicht genau genug." Mit dem Dreiputt-Bogey fällt Brier wieder zurück.

Auf den folgenden Löchern zeigt Brier eine Schwäche mit den Eisen: Sowohl am schweren Par 4 der 7, wie auch am nächsten Loch verfehlt Markus von Mitte Bahn das Grün, schafft aber jeweils den bereits überlebenswichtigen Up & Down zum Par. Wichtig in dieser Phase, dass er am Par 3 der 9 wieder ein gutes Eisen ins Grün schlägt und das Par spielt.

Auf den deutlich einfacheren Back 9 mit seinen drei Par 5 muss Brier wie schon gestern einen Gang hochschalten, will er auch noch am Wochenende bei der Open mit dabei sein.

Wo bleiben die Birdies?

Am Par 5 der 10 hat Markus Pech: sein zweiter Schlag landet in einem der scheusslichen Pottbunker, das Sandy-Birdie gelingt ihm leider nicht. "Ich hatte viele gute Chancen, an der 9 und 10 aus drei Metern vergeben." An der 11 verfehlt er seit längerem wieder ein Fairway, erreicht dennoch das Grün und hält das Par.

Die Bahnen 12 bis 14 eignen sich nicht zur Attacke, Brier hat an der 12 zu kämpfen, verfehlt das Fairway, hält aber das Par und kommt über die schweren Bahnen verlustfrei hinweg. Auf den beiden Par 5 im Finish gilt es Schläge gutzumachen: an der 16 erreicht Markus nicht mit dem zweiten Schlag das Grün, mit Chip und zwei Putts wird es nur das Par. Mit dem Rücken zur Wand produziert Brier einen glänzenden zweiten Schlag ins 17. Grün - dem zweitschwersten Loch am Platz und holt sich das überlebenswichtige Birdie: "Mein einziger längerer Putt, der ist aus 5 Metern gefallen." Leider gelingt am abschließenden Par 5 kein Birdie mehr, wieder passt der lange Schlag mit dem Holz 3 ins Grün nicht haargenau, somit nur das Par.

Um 21:40 Uhr aus dem Cut gerutscht

Mit der 73 handelt sich Brier mit dem 36 Loch-Ergebnis von Par eine Zitterpartie für den Cut ein. 5 Stunden lang pendelte der Cut der besten 70 zwischen Even Par und 1 unter. Die Entscheidung fiel um 21:40 Uhr: der Amerikaner Vaughn Taylor spielt das Birdie an der 18 und drückt den Cut endgültig auf 1 unter Par, sendet damit nicht nur Markus Brier sondern auch gleich Paul McGinley und Rich Beem nach Hause.

"Bei meiner ersten Open 2001 habe ich als 71. den Cut haarscharf verpasst," hoffte Markus Brier bis zuletzt auf ausgleichende Gerechtigkeit. Doch seine bislang einzige Finalteilnahme bei der British Open bleibt vorerst jene im Jahr 2003.

Amerikaner schlagen zurück

Ganz anders als am Vortag dominieren plötzlich die Amerikaner: Chris DiMarco locht 6 Birdies auf den ersten 11 Löchern und kann sich an der 17 ein Bogey leisten um dennoch mit der 65 einen neuen Platzrekord aufzustellen. Bei 9 unter Par klassiert sich DiMarco auf dem 3. Platz.

Tiger Woods kontert ein Bogey an der 3 gleich mit zwei Birdies. Der Titelverteidiger spielt vom Tee zum Grün deutlich stärker als am Vortag, hat sich auch besser auf die Grüns eingestellt und erreicht mit insgesamt 5 Birdies nach zwei Dritteln der Runde erstmals die alleinige Spitze bei 9 unter Par.

Der Superstar zaubert ausgerechnet an der 14, dem schwersten Loch von Hoylake ein besonderes Ass aus dem Ärmel: er versenkt seinen zweiten Schlag mit dem Eisen 4 zum Eagle, macht damit mehr als zwei Schläge auf das Feld gut. "Den Schlag habe ich voll getroffen, der Ball hat genau die Linie gehalten. Dabei wollte ich nur die 4 spielen," kommentierte Tiger seinen Lucky-Punch.

DiMarcos Platzrekord von 65 stellt Tiger damit ein und setzt bei 12 unter Par eine Halbzeitbestmarke, die wohl kaum zu schlagen ist. Es herrschen in Hoylake auch die idealen Bedingungen für Tiger: wenig Wind und heiße Temperaturen, so wie bei seinen einzigen beiden British Open-Siegen zuvor ...

Spät aber doch bekommt Tiger einen ernsthaften Konkurrenten: Ernie Els egalisiert mit der bogeyfreien 65 Tigers Superrunde und geht mit nur einem Schlag Rückstand ins Wochenende. Mit Retief Goosen, zwei weitere Schläge zurück, liegt ein weiterer südafrikanischer Linksspezialist aussichtsreich auf Platz 4 in Lauerposition.

Europäer die Verlierer vom Freitag

Miguel-Angel Jimenez schien anfangs am zweiten Tag davon zu stürmen: Birdies an der 1 und 4, Eagle an der 5: der 42-jährige Ferrari-Fan ging auf 9 unter Par, ehe ihn drei Bogeys wieder zurückwarfen. Mehr als die 70 schaut am Ende nicht heraus, 5 Schläge Rückstand auf Woods bei 7 unter Par und bester Europäer auf Platz 5.

Auftaktleader Graeme McDowell wird ein Opfer der schweren Eröffnungsbahn, nach dem Bogey wirkt der Nordire etwas verunsichert, bleibt mit einer Serie von Pars danach äußerst farblos. Am Par 5 der 10 spielt sein erstes Birdie. Nach Bogey am abschließenden Par 5 steht nur die 73 auf seiner Scorekarte, damit fällt McDowell auf Platz 9 zurück.

Zu den Enttäuschten zählt auch Bernhard Langer, der so wie Colin Montgomerie bei 4 über Par sang- und klanglos ausscheidet. Mit Paul McGinley, Padraig Harrington, Darren Clarke und David Howell scheitert das halbe europäische Ryder Cup-Team vorzeitig.

Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 WOODS, Tiger USA -12 67 65
2 ELS, Ernie RSA -11 68 65
3 DIMARCO, Chris USA -9 70 65
4 GOOSEN, Retief RSA -8 70 66
T5 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -7 67 70
T5 SCOTT, Adam AUS -7 68 69
T5 ILONEN, Mikko FIN -7 68 69
8 ROCK, Robert ENG -6 69 69
T9 McDOWELL, Graeme NIR -5 66 73
T9 CABRERA, Angel ARG -5 71 68
T9 GARCIA, Sergio ESP -5 68 71
T9 FURYK, Jim USA -5 68 71
Weiters:
T22 DUVAL, David USA -4 70 70
T22 MICKELSON, Phil USA -4 69 71
T36 OLAZÁBAL, José Maria ESP -3 73 68
T36 WESTWOOD, Lee ENG -3 69 72
T48 CASEY, Paul ENG -2 72 70
T48 DONALD, Luke ENG -2 74 68
T57 BJÖRN, Thomas DEN -1 72 71
T57 TAYLOR, Vaughn USA -1 72 71
Cut verpasst (-1):
T72 BRIER, Markus AUT Par 71 73
T72 McGINLEY, Paul IRL Par 71 73
T72 FASTH, Niclas SWE Par 69 75
T83 LEHMAN, Tom USA 1 68 77
T91 COUPLES, Fred USA 2 70 76
T91 SINGH, Vijay FJI 2 70 76
T116 LANGER, Bernhard GER 4 74 74
T116 MONTGOMERIE, Colin SCO 4 73 75
T123 HARRINGTON, Padraig IRL 5 75 74
T133 HOWELL, David ENG 6 74 76
T138 CLARKE, Darren NIR 7 69 82
T138 POULTER, Ian ENG 7 75 76


Das Wichtigste von der 135. British Open

>> 1. Runde: Birdie-Hattrick als Abschluss

>> Brier: Denksport bei der Open

>> Favoriten: Tiger - oder ein Europäer?

>> Offizielle Webseite der British Open

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