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GC München Nord-Eichenried 
26. - 29. August 2004
Preisgeld: € 1,800.000

European Tour


3. Runde
28.8.2004 / 17:25 MEZ
Joachim Widl


Riesenfinish und Platz 3 


Nach schwachem Beginn findet Markus Brier ab der 9 ins Spiel - holt mit 5 Birdies und Eagle am Schlussloch noch gewaltig auf. Levet führt bei -15.

 
Das Wichtigste in Kürze

Perfektes Golfwetter, trocken, sonnig, windstill, 24 Grad

Markus Brier
3. Runde: 67 (-5), gesamt 13 unter Par, 3. Platz
Nach schwachem Beginn ab der 9 in Überform

Thomas Levet (Fra)
führt nach bester Turnierrunde (63) bei - 15.

Rückblick 2. Runde: >> Brier zündet den Turbo

"Am Wochenende habe ich noch genug vor, obwohl es für den Ryder Cup schon zu spät ist", scherzte ein blendend aufgelegter Markus Brier vor dem Abschlag in seine 3. Runde. Und der Wiener hat allen Grund zum Lachen. Nach den Erfolgen der letzten Wochen und mit der Tourkarte für 2005 praktisch schon in der Tasche, kann Brier vor 300 mitgereisten  Schlachtenbummlern locker aufspielen und sich die Entscheidung um die letzten Ryder Cup-Plätze in aller Ruhe anschauen.

Brier kann frühes Birdie nicht nützen

Um 12:10 Uhr startete Markus Brier mit Fredrik Jacobson und dem Waliser Bradley Dredge in den Moving Day. Der Österreicher scheint wieder einen starken Tag mit den Eisen zu erwischen, erarbeitet sich am 190 Meter langen Par 3 der 2 sofort eine gute Chance - das erste Birdie aus zwei Metern fällt zum Glück früh, das sollte ihn auf Touren bringen.

Doch der Rückschlag folgt prompt - die 409 Meter lange 3. Bahn, ein hantiges Par 4, kostet Brier das erste Bogey seit 21 Löchern: "Den Drive links weggehookt, aus dem tiefen Rough konnte ich nur vorlegen", hatte der Österreicher keine Chance aufs Par mehr. Anstatt auf den beiden folgenden, kurzen Par 4 zu punkten, bekommt er an der 5 neuerlich Probleme, fällt mit dem nächsten Bogey aus den Top 10 hinaus: "Dabei habe ich sicherheitshalber nur mit dem Eisen 3 abgeschlagen, auch das links ins dicke Gemüse verzogen".

Auch am ersten Par 5 fehlt die gewohnte Präzision im langen Spiel, erstmals in dieser Woche geht Brier an der 6 leer aus: "Zwei gute Holz 3 geschlagen, der Zweite war aber leider ein paar Meter zu lang. Der Birdieputt ist auch noch ausgelippt". Das Par 3 der 8 mit seinem langen, aber extrem schmalen und hängenden Grün, brockt ihm noch mehr Ärger ein: der Abschlag rollt links den Hang hinunter, trotz gutem Chip ist das Par nicht mehr zu retten: "Drei schlechte Schläge und jedes Mal habe ich das Bogey gefressen", war Brier entsprechend geladen. Zum Glück klappt es am folgenden Par 5, trotz der Bekanntschaft mit einem Fairwaybunker. Mit einem guten Wedge und Birdieputt macht der Österreicher etwas Boden gut.

Tolle Aufholjagd auf den Back 9

Das gibt dem Wiener Auftrieb für die Back 9: "Ab da habe ich jedes Fairway und Grün getroffen", kommt er endlich auf Touren. Am Par 5 der 11, dem leichtesten Loch, wo heute mehr Birdies als Pars gespielt werden, kann Brier ebenfalls punkten, gleicht damit vorerst seine Tagesbilanz aus. 

Das Beste sollte aber noch kommen: Brier nutzt das kurze Par 4 der 13 mit der leichten Fahnenposition Mitte Grün, holt mit dem nächsten Birdie aus drei Metern weiter auf. Mit dem 448 Meter langen Par 4 der 14 folgt das schwerste Loch am Platz. Brier attackiert voll die links hinten steckende Fahne, trifft das Grün und hat gut 10 Meter zum Birdie - Linie und Speed passen genau, Brier ist "Back in den Top 10".

Das Par 4 der 16 ist heute erstmals vom Abschlag erreichbar, da fast von den Damenabschlägen bei 230 Metern gespielt wird. Markus Brier attackiert wie so viele mit dem Holz 3, trifft Mitte Grün und hat aus 12 Metern eine Eagle-Chance - eine Rolex gewinnt hier jeder, dem das Eagle so wie dem Spanier Miguel-Angel Martin gelingt. Brier verfehlt knapp, hat aber zumindest das Birdie sicher.

Am letzten Par 3 landet der Wiener sein mittleres Eisen ziemlich tief im Grün, hat einen längeren Putt zurück auf die kurz gesteckte Fahne. Am abschließenden Par 5 kann Brier nach einem guten Drive mit dem Holz 3 voll attackieren, die vorne links nah am Bunker gesteckte Fahne ist jedoch nicht leicht zu erreichen. Mit einem der besten 2. Schläge des Tages an der 18 erarbeitet sich Brier eine gute Eagle-Chance aus 4 Metern. Die Faust kommt hoch, nachdem er eiskalt den Putt zur 67 locht.

Bei 13 unter Par erreicht er vorläufig den alleinigen 3. Platz, nur zwei Schläge hinter dem Spitzenreiter. Briers langes Spiel ist bereits seit mehreren Monaten vom Feinsten, doch in München ist er auch in der Putt-Statistik auf Platz 6 erstmals weit vorne: "Leider gehört das Putten zum Erfolg dazu", ortet Markus hier die entscheidende Verbesserung. 

Mit Ryder Cup-Fixstartern im Schlußflight

Den Sonntag in München wird Markus Brier nun gemeinsam mit Thomas Levet und Miguel-Angel Jimenez im Schlussflight verbringen, die beide bereits fix im Ryder Cup-Team stehen: "Ich werde das Schlag für Schlag angehen und mich nicht mit irgend welchen Zielsetzungen aus der Ruhe bringen lassen", hat er bereits genug Routine gesammelt. Brier ist übrigens der einzige Spieler in den Top 10, der noch ohne Sieg auf der European Tour ist - was sich bald ändern könnte ...

Levet schon in Ryder Cup-Form

Mit sieben Birdies, einem Eagle und der besten Turnierrunde von 63 Schlägen übernimmt Ryder Cup-Fixstarter Thomas Levet bei 15 unter Par die Spitze. Halbzeitleader Miguel-Angel Jimenez patzt nur an der 17 mit einem Bogey aus dem Grünbunker, spielt dank eines Birdies am Schlussloch noch die 67 und zieht mit Levet gleich. US Open-Champion Retief Goosen teilt sich mit Brier den 3. Platz.

Im Rennen um die letzten Ryder Cup-Plätze brachten sich Fredrik Jacobson (5.) und Paul McGinley (9.) in eine gute Ausgangsposition. Colin Montgomerie empfiehlt sich als erste Captain's Pick mit Platz 5. Joakim Haeggman fiel ausgerechnet an seinem Geburtstag auf den 21. Platz zurück, muss morgen also noch kräftig aufholen.


Final Scores nach 3 von 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2 R3
T1 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -15 68 66 67
T1 LEVET, Thomas FRA -15 73 65 63
T3 BRIER, Markus AUT -13 71 65 67
T3 GOOSEN, Retief RSA -13 66 69 68
T5 FOWLER, Peter AUS -12 73 67 64
T5 JACOBSON, Fredrik SWE -12 71 65 68
T5 LYNN, David ENG -12 67 68 69
T5 MONTGOMERIE, Colin SCO -12 67 70 67
9 McGINLEY, Paul IRL -11 70 68 67
T10 FERNANDEZ, Sebastian ARG -10 71 68 67
T10 KJELDSEN, Søren DEN -10 70 67 69
T10 SCHUSTER, Tino GER -10 70 68 68
T10 WESTWOOD, Lee ENG -10 72 68 66
T14 CASEY, Paul ENG -9 69 69 69
T14 CEJKA, Alex GER -9 68 70 69
T14 DONALD, Luke ENG -9 68 71 68
           
Weiters:          
T18 CLARKE, Darren NIR -8 72 68 68
T18 HOWELL, David ENG -8 73 68 67
T18 POULTER, Ian ENG -8 73 66 69
T21 DALY, John USA -7 67 70 72
T21 HAEGGMAN, Joakim SWE -7 69 70 70
T28 GARCIA, Sergio ESP -6 71 69 70
T40 JACQUELIN, Raphaël FRA -5 68 72 71
T40 STRÜVER, Sven GER -5 70 71 70
T47 GÖGELE, Thomas GER -4 73 69 70
T52 McDOWELL, Graeme NIR -3 72 72 69
T60 SIEM, Marcel GER -2 74 70 70
83 HAREMZA, Marcel GER 4 74 68 78

 

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