BMW International Open   >> HOME
GC München Nord-Eichenried 
26. - 29. August 2004
Preisgeld: € 1,800.000

European Tour


4. Runde
29.8.2004 / 16:54 MEZ
Joachim Widl


Sieg verspielt - Tourkarte fix 


Markus Brier konnte bei den tiefen Scores am Finaltag nicht mithalten, fiel mit einer Par-Runde auf Platz 16 zurück. Jimenez siegt überlegen (-21).

 
Das Wichtigste in Kürze

Bewölkt, kurze Schauer und Sonne wechselten sich ab, warm, windstill

Markus Brier
4. Runde: 72 (Par), gesamt 13 unter Par, 16. Platz
Nur zwei Birdies, wenig Glück beim Putten, 6 Grüns verfehlt

Miguel-Angel Jimenez
(66) siegt bei -21 vor Thomas Levet (-19).

Bernhard Langer wählte Colin Montgomerie und Luke Donald als Captain's Picks für den Ryder Cup

Um 5 nach 12 schlug Markus Brier die Stunde. Dann verbrachte er den Sonntag gemeinsam mit den Ryder Cup-Fixstartern Thomas Levet und Miguel-Angel Jimenez im letzten Flight bei der BMW International Open: "Ich werde das Schlag für Schlag angehen und mich nicht durch irgend welche Zielsetzungen aus der Ruhe bringen lassen", kündigte er seine Marschroute an. Brier war übrigens in dem Weltklassefeld der einzige Spieler in den Top 10, der noch ohne Sieg auf der European Tour ist - was er allerdings heute ändern wollte ...

Für Hochspannung sorgte aber auch die letzte Runde in der langen Ryder Cup-Qualifikation - die Entscheidung über die 10 automatischen Starter fiel heute am Golfplatz, jene über Bernhard Langers zwei "Captain Picks" in der anschließenden Pressekonferenz um 18:30 Uhr zugunsten von Colin Montgomerie und Luke Donald.

Brier verliert bald den Anschluss

Das fünft schwerste Loch zum Auftakt bewältigt Brier sicher mit einem Par, auch das lange Par 3 bereitet ihm keine Probleme. Die über 400 Meter lange Par 3 ist das nächste hantige Loch zu Beginn, Markus attackiert dennoch mutig mit dem Eisen 7 und holt sich gleich in der so wichtigen Anfangsphase mit dem ersten Birdie einen Schuss Extramotivation: "Nach dem guten Schlag und dem Zwei-Meter-Birdie war ich eigentlich sehr optimistisch". 

Auf den folgenden beiden kurzen Par 4 kann Markus seine Möglichkeiten nicht nützen: "Die Eisen war in Folge leider nicht so gut, daher war ich meistens zu weit weg von der Fahne". Nur ein Birdie zählt am ersten Par 5, heute das leichteste Loch, Brier trifft mit dem Eisen 4 locker das Grün und schafft so wie seine Flightpartner das Pflicht-Birdie. Dennoch ist der dreifache Saisonsieger Jimenez schon um drei Schläge enteilt.

Erstmals bekommt Österreichs Nummer 1 Probleme am engen Par 4 der 7, wo der Drive nur schwer zu platzieren ist: "Dieses Fairway treffe ich einfach nicht, heute war ich zur Abwechslung rechts im Rough, konnte das Grün nicht mehr erreichen" – mit dem ersten Bogey fällt er vorerst aus der Spitzengruppe hinaus. Das zweite Par 5 trifft Brier erst mit dem dritten Schlag, spielt leider nur das Par, verliert den Anschluss zum Birdieexpress an der Spitze. 

Auf den Back 9 kein Glück auf den Grüns

Die schwere 10 spielt Brier solide, trifft Fairway und Grün und macht selbst mit einem Par Boden gut, da sowohl Levet als auch Jimenez das Grün verfehlen und ein Bogey kassieren. Nach einem guten Drive am folgenden Par 5 erreicht er fast das Grün mit dem Holz 3, lässt sich allerdings einen trickreichen Chip über eine Einbuchtung am Grün, der etwas zu lang gerät. Der Birdieputt aus drei Metern will dann nicht fallen. Mutig attackiert er nun am Par 3 die nah beim Wasser stehende Fahne – neuerlich ein 3 Meter-Putt zum Birdie; auch der will nicht ins Loch: "Die Putterei war wie verhext, einige Male hat sich der Ball etwas versprungen oder ich habe den Break nicht richtig gesehen".

Nur noch ein Sandwedge hat Markus ins 13. Grün, gibt dem Ball jedoch zu viel Spin mit, der rollt 15 Meter zurück und eine Welle hinab. Statt der Birdiechance kann er nach zwei guten Putts froh sein, das Par zu halten. Der Drive ins Dogleg der 15 gerät zu lang, aus dem dicken Rough wird es wieder nichts mit der Birdiechance, obwohl nur noch 95 Meter zum Grün fehlen. Das kurze Par 4 der 16 ist heute vom Abschlag kaum erreichbar, Brier schlägt so wie die meisten mit dem Eisen ab und attackiert mit dem Wedge die weit hinten stehende Fahne. Vom Vorgrün puttet er aus 6 Metern trotz viel Break hervorragend, doch der Putt lippt leider aus.

Spätes Bogey an der 17

Am letzten Par 3 pullt er sein Eisen 6 ins tiefe Rough, hat damit einen fast unmöglichen Chip auf die kurze Fahne. Zu allem Überfluss erwischt er den Ball dünn, der rollt auf der anderen Seite hinunter in eine Senke. Der zweite Chip ist besser, Brier kommt mit einem guten Bogey davon. Am abschließenden Par 5 hat Brier nach einem guten Drive noch 280 Meter ins Grün, legt daher nur vor, um seine Chance über den Pitch & Putt zu suchen. Tatsächlich erarbeitet er sich noch eine gute Chance aus 3 Metern – doch typisch für den Tag schiebt er auch den letzten Birdieputt vorbei. Mit nur zwei Birdies spielt er daher die Par-Runde von 72 Schlägen, die schwächste im Spitzenfeld, fällt somit auf den geteilten 16. Platz zurück.

Trotz des Rückfalls am Finaltag gibt es zwei positive Nachrichten aus österreichischer Sicht - mit den rund 22.500 Euro Preisgeld von München sichert Brier wohl endgültig die Tourkarte ab (ca. 182.000 Euro) - und kommt in Bombenform zur BA-CA Open presented by Telekom Austria, in der kommenden Woche nach Fontana: "Ich hoffe dennoch genug Wind gemacht zu haben, dass die Fans möglichst zahlreich nach Fontana kommen."

Jimenez spaziert zum vierten Saisonsieg

An der Spitze zog Miguel-Angel Jimenez alleine und ungefährdet seine Kreise auf den Grüns. Mit präzisen Eisen und gelochten Putts aus allen Lagen zog der Spanier rasch auf und davon, holte sich mit der 66 noch überlegen den Sieg bei 21 unter Par. Thomas Levet (-19) und Colin Montgomerie (-16) schienen den Spanier am Weg zum 4. Saisonsieg noch am ehesten gefährden zu können, am Ende fehlten ihnen jedoch zwei und fünf Schläge. 

Europas Ryder Cup-Team komplett

Im Rennen um die Ryder Cup-Startplätze haben sich neben Levet auch Casey, Poulter, McGinley und Howell ihr Ticket gesichert. Zu den über die Weltrangliste qualifizierten Harrington, Garcia, Clarke, Jimenez und Westwood stossen noch die beiden Captain´s Picks dazu, über die Bernhard Langer am Abend entschieden hat: neben Colin Montgomerie, der aufgrund seiner Form und Erfahrung fix war, gab der Deutsche dem Engländer Luke Donald den Vorzug gegenüber den ebenfalls hoch gehandelten Cejka und Jacobson.


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2 R3 R4
1 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -21 68 66 67 66
2 LEVET, Thomas FRA -19 73 65 63 68
T3 CASEY, Paul ENG -16 69 69 69 65
T3 CEJKA, Alex GER -16 68 70 69 65
T3 MONTGOMERIE, Colin SCO -16 67 70 67 68
T6 CLARKE, Darren NIR -15 72 68 68 65
T6 GOOSEN, Retief RSA -15 66 69 68 70
T6 JACOBSON, Fredrik SWE -15 71 65 68 69
T6 LYNN, David ENG -15 67 68 69 69
T6 McGINLEY, Paul IRL -15 70 68 67 68
T11 DALY, John USA -14 67 70 72 65
T11 HAEGGMAN, Joakim SWE -14 69 70 70 65
             
Weiters:            
T11 SCHUSTER, Tino GER -14 70 68 68 68
T16 BRIER, Markus AUT -13 71 65 67 72
T16 McDOWELL, Graeme NIR -13 72 72 69 62
T16 WESTWOOD, Lee ENG -13 72 68 66 69
T20 DONALD, Luke ENG -12 68 71 68 69
T22 HOWELL, David ENG -11 73 68 67 69
T22 JACQUELIN, Raphaël FRA -11 68 72 71 66
T25 GARCIA, Sergio ESP -10 71 69 70 68
T25 POULTER, Ian ENG -10 73 66 69 70
T50 DOUGHERTY, Nick ENG -5 76 67 73 67
T50 STRÜVER, Sven GER -5 70 71 70 72
T58 GÖGELE, Thomas GER -4 73 69 70 72
T75 SIEM, Marcel GER Par 74 70 70 74
T82 HAREMZA, Marcel GER 6 74 68 78 74



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