Daily Telegraph British Masters
Marriot Forest of Arden 
Warwickshire / England
12. - 15. Mai 2005
Preisgeld: € 2,500.000

European Tour

BRITISH MASTERS - Markus Brier mit harter Waldarbeit

1. Runde:

12.5.2005 / 20:41 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Harter Tag im Forest

Forest of Arden ist die erwartet harte Nuss: Brier kämpft sich toll zur 74 zurück, Niki Zitny hat Birdieflaute. Gleich vier Engländer führen mit der 69.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, trocken, 14 Grad, starker Wind

Markus Brier
1. Runde: 74 (+2) / 52. Platz
Trifft nur ein Fairway, aber rettet Mittelfeldplatz

Niki Zitny 1. Runde: 82 (+10) / 148. Platz
Auch nur 3 Fairways, keine Chance aus dem Rough

David Lynn, David Howell, Brian Davis
und Ben Mason führen mit 69.

Am äußerst selektiven Golfplatz im Marriott Resort von Forest of Arden werden traditionell keine allzu tiefen Scores gespielt, so auch in diesem Jahr. Das Wetter ist für britische Verhältnisse freundlich, auch wenn sich der starke Wind in den Waldschluchten gefährlich verwirbelt, vor allem die schmalen Fairways noch schwerer zu treffen sind.

Brier in Problemen auf langen Par 4

Markus Brier ging erst um 14:50 MEZ vom 10. Abschlag aus in sein 5. Turnier in Forest of Arden, mit den gefürchteten, überlangen Par 4 hat er jedoch von Beginn seine liebe Not - kein Wunder, wenn man die schmalen Fairways nicht trifft: "Ich habe einfach keinen Rhythmus gefunden und daher echt desaströs gespielt." Gleich der erste Drive landet im Rough und führt zum Bogey, das er zum Glück am folgenden Loch ausgleichen kann: "Das Eisen 5 ins Grün war mein einziger Golfschlag heute". Doch nach einem enttäuschenden Par am ersten kurzen Par 5 erwischt es ihn gleich wieder an der 13 und 14 mit Schlagverlusten, beides brutal lange Par 4, wo Markus jeweils noch ein kleines Holz ins Grüns schlägt, beide Male jedoch aus dem Rough heraus den Schlag verzieht. 

Nach einem Par am ersten langen Par 3 reitet Markus auch an der 16 munter weiter auf der Bogeywelle - "zur Abwechslung mit einem Dreiput, und das aus 5 Metern" - doch langsam kann sich unser Routinier auf die Bedingungen einstellen und sein Spiel konsolidieren. So passt das lange Spiel wieder am Par 5 der 17, das zweite Birdie rettet seine Halbzeitbilanz bei 2 über Par.

Bärenstark in der zweiten Hälfte

Auf den vorderen 9 Löchern kann Markus gleich am ersten Par 5 einen weiteren Schlag gutmachen, doch auch mit jedem Par spielt er sich im tückischen Wind automatisch nach vor. Das übers Wasser führende Par 3 der 5 ist wieder eine ganz kritische Bahn, Brier schreibt das erste Bogey seit langem auf die Scorekarte: "Auch die Eisen war nicht besser, ich habe nur ein Grün auf den Par 3 getroffen." Auch das überlange Par 4 der 6 bringt er nicht unter Kontrolle, verliert ebenfalls nach verfehltem Grün einen Schlag. 

Der Österreicher nutzt jedoch weiterhin dort die Chancen, wo sie sich am ehesten bieten: auch am letzten Par 5 macht er noch einen Schlag gut, bilanziert damit auf der zweiten Hälfte ausgeglichen.

Die 74er-Runde (2 über Par) ist wertvoller, als sie auf den ersten Blick aussieht. Trotz gröbster Probleme vom Abschlag - Markus trifft nur ein einziges von 14 Fairways ! - hält der Wiener sein Score noch gut zusammen und wahrt seine Chancen für die weiteren Runden: "Das hätte auch eine 80 sein können, das Ergebnis schmeichelt mir gewaltig," gibt Markus zu, "aber zum Glück sind auch einige Birdies gefallen," hat er sich bei seinem neuen Putter, einem Odyssee-Modell Nummer 5 zu bedanken.


Zitny eröffnet gleich mit drei Bogeys

Niki Zitny startet in seine erste British Masters ebenfalls unrund, brockt sich von Beginn an mächtig Probleme ein: "Der Schlag ins 1. Grün hat mich mental gekillt, so etwas ist mir seit 10 Jahren nicht mehr passiert. Aus 90 Metern ein Sandwedge richtig getoppt und 50 Meter übers Grün gedonnert". Von diesem Schock erholt er sich bis zum Schluss nicht mehr: "Darauf war ich total verunsichert, da beginnt man bei jedem Schlag zu überlegen und packt nur noch schlechte Schüsse aus."

Gleich auf den ersten beiden Par 4, die trotz Gegenwind eher zu den einfachen Bahnen zählen, setzt es für den Wiener die ersten Bogeys. Das Par 5 der 3 lädt mit einem zweiten Schlag übers Wasser zum Zocken ein, Nik verspielt hier seinen Einsatz und kassiert noch ein Bummerl. Erst am 4. Loch findet Zitny mit einem Par etwas besser ins Spiel.

Doch schon am ersten Par 3 geht es weiter mit dem nächsten Bogey, Nik reitet sich immer tiefer ins Schlamassel hinein, da er nur 3 Fairways treffen sollte: "Zumeist war ich nur knapp im Rough, aber bei den Lagen, die man dort bekommt, kassiert man ein Bogey nach dem anderen."

Kein Birdie in Sicht

Nachdem auch am zweiten Par 5 kein Birdie für ihn herausspringt, knöpft ihm sogar die kürzeste Bahn am Platz einen Schlag ab. Mit den hauteng geschnittenen Fairways und dem tückischen Wind kommt Zitny zwar langsam etwas besser zurecht, erst am Par 4 der 10 setzt es wieder einen Schlagverlust: "Dennoch habe ich gekämpft, mit ein, zwei Bogeys hätte ich rankommen können, gute Chancen waren ausgerechnet auf den schweren Bahnen 13 und 14 da."

Nach einer Serie von Pars wird es im Finish noch einmal teuer für Zitny. Am Par 4 der 16, wo der Schlag ins Grün gefährlich übers Wasser führt, patzt er nochmals mit einem Doppelbogey: "Wieder ein Sandwedge aus 90 Metern, wieder 40 Meter übers Grün gedonnert". Auch die 18, das Signature Hole und zugleich eines der härtesten Par 3 auf der Tour, kostet ihn noch einmal zwei Schläge nach einem Ausflug in den Bunker und drei Putts. Bis zum bitteren Ende will ihm einfach kein Birdie gelingen, dies ist hauptverantwortlich für die Runde von 82 Schlägen.

Bei 10 über Par sind die Chancen auf den Cut praktisch dahin, für den Freitag wird er sich viele Birdies und zumindest eine 66 vornehmen müssen.


Vier Engländer unterbieten die 70

In der Vormittagsgruppe knackten nur zwei Spieler die 70: David Lynn und Ben Mason genügte die 69 (-3) zur Clubhausführung. Am Nachmittag verhinderte ein Bogey am Schlussloch bei David Howell eine neue Bestmarke, auch der englische Ryder Cupper reiht sich mit der 69 in der Führungsgruppe ein. Der vierte Engländer, der die 70 unterbietet, ist der Sieger der US-Tourschool, Brian Davis.

Sven Strüver begann mit zwei Birdies, spielte fortan bis zur bitteren 77 nur mehr im Rückwärtsgang. Marcel Siem lag bereits drei unter Par, bekam jedoch im Finish arge Probleme im langen Spiel, scorte dennoch eine gute 71er-Runde.


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1
T1 DAVIS, Brian ENG -3 69
T1 HOWELL, David ENG -3 69
T1 LYNN, David  ENG -3 69
T1 MASON, Ben ENG -3 69
T5 CABRERA, Angel  ARG -2 70
T5 DODD, Stephen  WAL -2 70
T5 DRUMMOND, Scott SCO -2 70
T5 FINCH, Richard  ENG -2 70
T5 FULKE, Pierre  SWE -2 70
T5 HANSEN, Søren DEN -2 70
T5 LANE, Barry ENG -2 70
T5 McLARDY, Andrew  RSA -2 70
       
Weiters:      
T13 SIEM, Marcel GER -1 71
T20 McGINLEY, Paul IRL Par 72
T20 MONTGOMERIE, Colin  SCO Par 72
T35 BJÖRN, Thomas DEN 1 73
T35 CASEY, Paul ENG 1 73
T52 BRIER, Markus  AUT 2 74
T52 DIER, Tobias GER 2 74
T52 WOOSNAM, Ian  WAL 2 74
T82 POULTER, Ian  ENG 3 75
T101 WESTWOOD, Lee  ENG 4 76
T113 STRÜVER, Sven  GER 5 77
T148 ZITNY, Niki AUT 10 82



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