Deutsche Bank Championship
Gut Kaden 
Hamburg, Deutschland
21. - 24. Juli 2005
Preisgeld: € 3,300.000

European Tour

DEUTSCHE BANK CHAMPIONSHIP - Markus Brier mit Doppelbogey zuviel.

1. Runde:

22.7.2005 / 19:30 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Ein Doppelbogey zuviel

Jeweils ein Doppelbogey versalzt Brier (74) und Zitny (72) in Hamburg eine "rote" Auftaktrunde. Campbell führt mit der 65.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, Schauer erwartet, 19 Grad, windig am Nachmittag

Markus Brier
1. Runde: 74 (+2) / 108. Platz
Trifft 14 Grüns, puttet aber 34 Mal - wenige Fehler kommen teuer

Niki Zitny
1. Runde: 72 (Par) / 66. Platz
Viele Grüns getroffen, zu wenig Birdies daraus gemacht

Nach der Sintflut vom Donnerstag konnte die Deutsche Bank Championship am Freitag Morgen endlich gestartet werden. Der Wetterbericht verspricht für die nächste Zeit nur noch Schauer, das Turnier sollte somit unterbrechungsfrei fertig gespielt werden können. Der Platz präsentiert sich erstaunlich trocken, die Grüns überraschend schnell.

Cut der besten 50

Um die kompletten vier Runden abzuwickeln, wird die Turnierleitung den Cut nach zwei Runden bei den besten 50 statt der üblichen 70 Pros ansetzen - das war zuletzt in Qatar vor zwei Jahren der Fall: Markus Brier hat dies noch gut in Erinnerung, war er doch damals so wie Ian Woosnam ein Opfer dieser Maßnahme.

Brier mit den schlechteren Bedingungen

Mit der späten Startzeit um 13:10 Uhr musste sich Brier Sorgen um  die guten Ergebnisse vom Vormittag machen, außerdem legte der Wind am Nachmittag deutlich zu. Immerhin kann er sich rasch darauf einstellen und meistert die hantigen Par 4 ab der 10 souverän ohne im dicken Rough Schläge liegen zu lassen: "Da hatte ich sogar reelle Chancen auf ein Birdie," lief es spielerisch sehr gut, aber scoretechnisch von Beginn an lausig. Ausgerechnet am ersten guten Birdieloch, dem kurzen Par 4 der 13, patzt Markus mit einem fetten 9er-Eisen und kommt mit dem Bogey gleich unter Druck. Der erhöht sich, als am folgenden Par 5 selbst bei Rückenwind das erlösende erste Birdie nicht gelingen will, trotz grundsoliden Spiels.

Auch am zweiten Par 5 der Back 9, allerdings wieder eine sehr lange Bahn, lässt sich der Putter nicht erwärmen. Dafür klappt es ausgerechnet auf einer der längsten und schwersten Bahnen am Platz, dem Dogleg Par 4 der 18, mit dem ersten Schlaggewinn: "Da fiel der Putt mal aus 10 Metern ins Loch,", somit ist zur Halbzeit alles wieder im Lot.

Fünf Lipp-Outs kommen teuer

Auf den etwas leichteren Front 9 wollte Brier noch einiges gut machen: "Dafür waren meine Eisen aber zu unpräzise, bin nicht wirklich nah an den Stock gekommen." Rückenwind entschärft die 421 Meter lange 4. Bahn, aus 5 Metern fällt das zweite Birdie, das Markus erstmals in die roten Zahlen bringt.

Doch die Par 5 bleiben seine Achillesferse an diesem Tag: die 6 ist bei Gegenwind erst mit dem dritten Schlag erreichbar, Markus verschiebt den Birdieputt, lässt sich einen richtigen Wadenbeißer zum Par: "Der ist mir böse ausgelippt. Doch als ich den Putter für den Tap-In hinstelle, bewegt sich der Ball", schildert Markus. Ein Strafschlag kommt noch zum Dreiputt-Schlamassel hinzu, mit 7 Schlägen und dem bitteren Doppelbogey fällt er weit zurück. Dass nun das längste Par 4 folgt, ist nicht gerade ideal, Brier lässt gleich noch einen Schlag liegen: "Und das mit dem 5. Lipp-Out des Tages," hatte er entsprechend einen dicken Hals, "die Grüns waren schon ziemlich zertreten, präzise Putts kaum zu machen."

Die Schlagverluste im Finish summieren sich zur frustrierenden 74er-Runde (+2), bei 14 getroffenen Grüns ist dieses Score eine besonders bittere Pille: da am Freitag nur die besten 50 cutten, dürfte Österreichs Nummer 1 eine 68 benötigen, um nicht beim Hamburger Millionenturnier leer auszugehen.

Happy End für Zitny

Für Niki Zitny hat sich das lange Warten ausgezahlt: Challenge Tour-Aufsteiger Matthew King musste in letzter Sekunde absagen, für ihn rutschte der Wiener in den 9:30 Uhr-Flight am 10. Tee: "Das habe ich 20 Minuten vorher erfahren, konnte nicht mehr richtig aufwärmen und war doch ziemlich aufgewühlt," wurde es ein brutaler Kaltstart.

Mit einer Serie elendslanger Par 4 geht es auf die Reise, an der 12 bekommt Zitny schon früh Probleme. Diese 414 Meter lange Bahn ist sowohl in der Drivezone als auch rund ums Grün mit Bunkern nur so gespickt und kostet ihn nach einem verfehlten Grün das Bogey. Eine gute Chance würde die kurze 13 bieten, die Niki allerdings ungenützt lässt.

Dafür kann Zitny am längsten Par 5, der 15, punkten, gleicht sein Ergebnis mit einem Birdie wieder aus: "Zwei Superschüsse und zwei leichte Putts".
Wie gefährlich sich das scharfe Dogleg-Par 4 der 18 spielt, bekommt Zitny leider hautnah zu spüren. Ein Doppelbogey macht den soliden Beginn komplett zunichte: "Rechts hat mich der Fairwaybunker erwischt. Mit dem Eisen 3 da raus zu spielen war kein Spaß, ich hab das leicht fett erwischt und bin zu kurz geblieben." So richtig teuer wurde es jedoch erst mit Chip und Dreiputt.

Zitny lässt noch gute Chancen aus

Bei den guten Spielbedingungen braucht Zitny nun dringend ein paar Birdies, um nicht hoffnungslos zurück zu fallen. Doch die wollen auf den ersten beiden Bahnen der vorderen 9 noch nicht fallen. Einen Schlag aufholen kann er neuerlich auf einem Par 5, diesmal auf Bahn Nummer 3: "Mit dem Sandwedge gut zur Fahne gespielt und den Putt gemacht."

Weiter spielt der Wiener eine solide Bahn nach der anderen, die Birdies wollen aber weiter nicht auf den eher einfachen Grüns fallen: "Mit dem Putter habe ich sicher einiges ausgelassen." Das letzte Par 5 ist mit zwei Schlägen nicht erreichbar, auch hier spielt Niki das Par, zum Glück auch am schwersten Loch von Gut Kaden, dem auf 435 Meter verlängerten Par 4 der 7: "hier wäre mir sogar fast das Birdie gelungen."

Seine Chancen auf das Finale wahrt Zitny dank einer starken Annäherung übers Wasser aufs 9. Grün, das spät noch das dritte Birdie und immerhin die Par-Runde von 72 Schlägen rettet. Viele getroffene Grüns, trotz einiger verzogener Drives ins Rough, kann Niki insgesamt zu wenig in Birdies umsetzen: "Ohne Trainingsrunde und Aufwärmen: dafür war ich mit der Par-Runde sehr zufrieden. Max hat mir heute sehr geholfen, mich richtig gut geführt," streut er seinem neuen Caddie, dem Salzburger Max Zechmann verdiente Rosen, der mit Marcel Siem sogar schon einen Turniersieg feiern konnte. Dennoch wird sich Zitny steigern müssen, nur eine 70 dürfte ihn ins Preisgeld bringen.


Tiefe Scores am Morgen

Wie gut der Platz die Wassermassen wegsteckte, beweisen die tiefen Scores am Morgen: Henrik Stenson lochte gleich an der 10 seinen zweiten Schlag zum Eagle ein und marschierte von da an erhobenen Hauptes zur Clubhausführung von 65 Schlägen. Aufgrund des "Besserlegens" zählt dies jedoch nicht als neuer Platzrekord.

US Open-Champion Michael Campbell bestätigte mit der 65 seine aktuelle Superform. "Cambo" war absolut fehler- und und bogeyfrei unterwegs und teilt sich mit Stenson die Spitze.

Nur zwei Schläge dahinter lauert bereits Marcel Siem, der mit der 67 einen glänzenden Start in Hamburg erwischte. Bernhard Langer kam dagegen nicht nah genug an die Fahnen ran und scorte eine enttäuschende Par-Runde.

Am Nachmittag konnte sich nur der Italiener Alessandro Tadini sowie der Schwede Joakim Backström mit der 66 in Szene setzen. 


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1
T1 CAMPBELL, Michael NZL -7 65
T1 STENSON, Henrik SWE -7 65
T3 DREDGE, Bradley WAL -6 66
T3 ORMSBY, Wade AUS -6 66
T3 TADINI, Alessandro ITA -6 66
T6 BÄCKSTRÖM, Joakim SWE -5 67
T6 CHOI, K J KOR -5 67
T6 FULKE, Pierre SWE -5 67
T6 CHOI, K.J. GER -5 67
T10 FASTH, Niclas SWE -4 68
T10 LEVET, Thomas FRA -4 68
Weiters:
T21 POULTER, Ian ENG -3 69
T34 GOOSEN, Retief RSA -2 70
T34 HARRINGTON, Padraig IRL -2 70
T34 McGINLEY, Paul IRL -2 70
T49 IMMELMAN, Trevor RSA -1 71
T66 LANGER, Bernhard GER Par 72
T66 ZITNY, Niki AUT Par 72
T82 STRÜVER, Sven GER 1 73
T108 BRIER, Markus AUT 2 74
T108 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP 2 74
T136 OLAZÁBAL, José Maria ESP 4 76


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