KLM Dutch Open
Hilversumsche GC
5. - 8. August 2004
Preisgeld: € 1,200.000

European Tour


1. Runde:
5.8.2004 / 20:34 MEZ


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7 Birdies auf 9 Löchern

Ein toller Zwischenspurt bringt Wiegele die 65 und Platz 3. Brier rettet mit Eagle an der 18 noch die 71 (+1). David Lynn führt mit 63 Schlägen.

 
Das Wichtigste in Kürze

Perfekte Bedingungen, heißes Sommerwetter mit wenig Wind 

Martin Wiegele 65 (-5), Platz 3. 
Heiße Phase zu Mitte der Runde mit 7 Birdies zwischen der 5 und 13.

Markus Brier
: 71 (+1), Platz 65.
Gut im langen Spiel, Eagle an der 18, die wenigen Fehler voll bestraft.

David Lynn (Eng) führt mit 63 Schlägen bei 7 unter Par.

High Noon für Wiegele

Martin Wiegele startete um Punkt 12 Uhr in seine erste Dutch Open. Der Steirer hatte angekündigt, ohne Gedanken an Cut und Tourkarte möglichst locker in das Turnier gehen. Das gelingt ihm auch zu Beginn ganz hervorragend, zum Unterschied zu letzter Woche in Schweden reiht er anfangs brav ein Par nach dem anderen auf seine Scorekarte: "Dass ich endlich wieder meinen gewohnten Draw spielen kann, hat mir heute von Beginn an Auftrieb gegeben," strotzt Wiegele vor Selbstvertrauen, brilliert daher auch im langen Spiel, wo er kaum ein Fairway und Grün verfehlt.

Das nur 114 Meter lange erste Par 3 attackiert Wiegele erfolgreich, beruhigt seine Nerven mit dem ersten Birdie dank eines guten 3 Meter-Putts. Weit schwieriger ist die Aufgabe am folgenden, längsten Par 4. Hier gelingt ihm ein toller Schuss ins Grün und eines der ganz wenigen Birdies des Tages auf dieser Bahn: "Der Putt war zum Glück stark, den habe ich aus 8 Metern gestopft".

Nun läuft Martin so richtig heiß, sackt auf den folgenden Par 4 der 8 und 9 zwei weitere Birdies nach guten Annäherungen ein, ist damit zur Halbzeit voll bei der Musik dabei.

Chancen optimal genützt

Das überlange Par 3 der 10 bremst nur kurz den Erfolgslauf Wiegeles, aus 204 Metern verfehlt er das Grün und kassiert sein erstes Bogey: "Der Chip war leider nicht gut, daher noch der Zweiputt". Davon unbeeindruckt gibt er auf den Back 9 weiter Gas. Auch an der 430 Meter langen 11 erarbeitet er sich eine Chance, schießt ein langes Eisen bis auf einen Meter an den Stock - Birdie! Das erste Par 5 ist ein gefundenes Fressen, der zweite Schlag findet das Grün, mit zwei einfachen Putts holt er weiter auf. Am folgenden kurzen Par 3 der 13 locht er fast vom Abschlag, holt sich aus einem Meter den Birdie-Hattrick ab.

Damit liegt der Steirer bei 6 unter Par, auf Platz 2, nur einen Schlag hinter dem Engländer David Lynn. Doch damit hat er sein Pulver verschossen, spielt nun erstmals an der 13 wieder seit langer Zeit ein Par, hält auch auf den nächsten Bahnen sein hervorragendes Zwischenergebnis: "Zum Schluss bin ich doch etwas nervös geworden", realisiert er langsam sein hervorragendes Score. 

Das abschließende, kurze Par 5 lädt zur vollen Attacke ein, Wiegele greift nach der Führung. Nach einem guten Drive hat er nur noch ein Eisen 5 ins Grün, verfehlt das Grün auf der rechten Seite ins tiefe Rough. Erst nach zwei Chips kommt er endlich zum Putten, kassiert aber leider statt dem Pflicht-Birdie nur das Bogey, muß sich mit der 65er-Runde begnügen. Bei 5 unter Par, nur zwei Schläge hinter der Spitze, schafft er sich auf Platz 3 dennoch eine glänzende Ausgangsposition für die weiteren Runden. 

Brier bei wenigen Fehlern voll bestraft

Markus Brier startete um 10:30 MEZ in seine dritte Dutch Open am Platz von Hilversum, im langen Spiel bombensicher wie schon in den Vorwoche, aber glücklos auf den Grüns: "Das war echt bitter. Mein Spiel war astrein, vor allem auf den ersten 9, wo ich nur ein Grün verfehlt habe".

Nach guten Birdiechancen von Beginn weg klappt es an der 3, einem gefährlichen, aber nicht allzu langen Par 4 mit dem ersten Birdie: "Der Putt fiel aus 4 Metern, das war der Längste auf den Front 9". Den ersten wirklichen Test auf der Runde, die 425 Meter lange 4, besteht der Wiener verlustfrei, verschiebt sogar aus zwei Metern den Birdieputt.

Das längste Par 4 in Hilversum, die 432 Meter lange 6, brockte Brier leider mächtig viel Ärger ein: "Ausgerechnet hier sollte man das Fairway nicht verfehlen, bin leider im Rough gelandet, kam mit dem Eisen 6 nicht raus und erst mit dem vierten Schlag aufs Grün". Mit einem Doppelbogey fiel er aus der Spitzengruppe hinaus. Das bittere Missgeschick kann Österreichs Paradegolfer jedoch bereits zwei Löcher später vergessen machen. Am kurzen Par 4 der 8 bringt Birdie Nummer 2 sein Score wieder auf Even Par zurück: "Der Putt war praktisch geschenkt".

Weiter Schlagverluste auf langen Bahnen

Auf den Back 9 schwächelt dann Brier auf einigen langen Bahnen: das über 200 Meter lange Par 3 der 10 kostet ihn einen Schlag: "Dabei habe ich nur ein Eisen 5 geschlagen, der Ball hat auf dem harten Grün aber einen Kick ins Rough bekommen". Am 430 Meter langen Par 4 der 11  kassiert er gleich darauf ein weiteres Bogey: "Dabei habe ich mit dem Eisen 2 das Grün getroffen, aber dann einen Dreiputt fabriziert". 

Die beiden einzigen Par 5 in Hilversum kommen erst im letzten Drittel, die muß Brier nun unbedingt nutzen. Die kurze 12, die für ihn heute mit einem Eisen 5 mit dem zweiten Schlag erreichbar ist, nutzt er zum Glück zu einem weiteren Birdie.

Am letzten Par 3 der 15 gerät der Abschlag wieder zu lang, "da habe ich den Wind falsch eingeschätzt", die Folge ist ein weiteres Bogey. Gleiche Situation auf der Gegenbahn, der 16, als der Rückenwind nicht hilft und diesmal der Ball ein Meter vor dem Grün verhungert. Der Chip ist leider zu schwach, mit dem nächsten Bogey droht sein Score endgültig abzurutschen. Da kommt das abschließende kurze Par 5 gerade recht, wo Brier nach einem guten Drive nur noch ein Eisen 3 ins Grün hat. Den Eagle-Putt stopft er aus 12 Metern zur 71er-Runde, die ihn wieder zurück auf Kurs ins Wochenende bringt (Platz 65 bei 1 über Par): "Der Abschluss war versöhnlich, morgen sollte ich hoffentlich besser scoren. Weil mein Spiel war wesentlich besser als die 71 es aussagt."

Scahill startet mit 5 Birdies in Serie

Nur wenige Spieler schafften die wirklich tiefen Scores. Der Neuseeländer Stephen Scahill überstrahlte anfangs alle mit einem wahren Katapultstart von 5 Birdies, scorte immerhin die 65. David Lynn übernahm allerdings bald das Kommando und dank eines Eagles und sechs Birdies mit 63 Schlägen auch die Clubhausführung, knapp gefolgt von Paul McGinley und Richard Green, die so wie Wiegele jeweils 65er-Runden scorten.

Nicht in Szene setzen konnten sich Sven Strüver (80.), Tobias Dier (98.). und Marcel Siem (113.), die ein bis drei Schläge aufzuholen haben. Vor allem der Nürnberger Tobias Dier enttäuschte an der Stätte seines großen Triumphs vor zwei Jahren. Die beiden Schweizer im Feld, Julien Clement (131.) und Andre Bossert (136.) haben kaum mehr Chancen auf das Wochenende. 


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 70):

Platz Name Land Par R1
1 LYNN, David ENG -7 63
2 RAITT, Andrew ENG -6 64
T3 GREEN, Richard AUS -5 65
T3 McGINLEY, Paul IRL -5 65
T3 SCAHILL, Stephen NZL -5 65
T3 WIEGELE, Martin AUT -5 65
T7 NYMAN, Per SWE -4 66
T7 RUSSELL, Raymond SCO -4 66
T7 SJÖLAND, Patrik SWE -4 66
T10 DIXON, David ENG -3 67
T10 PARK, David WAL -3 67
T10 POULTER, Ian ENG -3 67
       
Weiters:      
T14 COLTART, Andrew SCO -2 68
T14 SANDELIN, Jarmo SWE -2 68
T23 McDOWELL, Graeme NIR -1 69
T45 DERKSEN, Robert-Jan NLD Par 70
T45 HOWELL, David ENG Par 70
T45 LAFEBER, Maarten NLD Par 70
T65 BRIER, Markus AUT 1 71
T80 KARLSSON, Robert SWE 2 72
T80 STRÜVER, Sven GER 2 72
T98 DIER, Tobias GER 3 73
T113 SIEM, Marcel GER 4 74
T131 CLÉMENT, Julien SUI 5 75
T136 BOSSERT, Andre SUI 6 76

 

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