KLM Dutch Open
Hilversumsche GC 
Hilversum, Holland
9. - 12. Juni 2005
Preisgeld: € 1,500.000

European Tour

KLM DUTCH OPEN HILVERSUM - Nur Markus Brier in Bestform

2. Runde

10.6.2005 / 20:00 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Nur Brier in Bestform 

Bärenstark spielt sich Brier (68) ins Finale, Zitny (72) und Moser (79) verpatzen die Aufholjagd. Gary Emerson führt bei 8 unter Par.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, 16 Grad, Wind legt am Nachmittag zu

Markus Brier 2. Runde: 68 (-2) / gesamt -5 / 4. Platz

Niki Zitny
2. Runde: 72 (+2) / gesamt +7 / 108. Platz

Michael Moser
2. Runde: 79 (+9) / gesamt +16 / 148. Platz

Cut endgültig bei: +4 (Top 70)

Markus Brier spielt am Freitag um die Spitze mit, unsere Tourneulinge Niki Zitny und Michael Moser konnten nur mehr mit einer Galavorstellung den Cut schaffen: ganz unterschiedlich ist die Ausgangsposition am zweiten Spieltag der Dutch Open für die Österreicher. Die Bedingungen sind am Vormittag perfekt, die Scores hervorragend, ehe am Nachmittag der Wind einsetzt, was vor allem Brier benachteiligt.

Brier unter Zugzwang

Die tiefen Scores vom Vormittag bringen Markus Brier unter Druck - doch immer wenn Gary Emerson, der Halbzeitleader, gut spielt, dann brilliert auch der Österreicher, wie zuletzt in Moskau und in Portugal zu beobachten war: "Vielleicht haben wir den gleichen Biorhythmus," scherzte Markus. Auch am Freitag ist er bombensicher unterwegs und bewältigt verlustfrei die giftigen und engen Bahnen von Hilversum, hat an der 3 eine erste Chance, die er noch knapp vergibt.

Ohne Birdies rutscht der Wiener vorläufig aus den Top 10 heraus, "an der 6 und 7 musste ich gewaltig kämpfen um das Par zu retten". Das ändert sich schlagartig an der 8,  hier schätzt er den in den Baumreihen verwirbelnden Wind richtig ein und locht seinen ersten Birdieputt: "ein perfektes Eisen 5 in den Wind, der Ball ging bis auf einen halben Meter zur Fahne."

Zur Halbzeit so richtig in Birdielaune

Das macht Appetit auf mehr: am Par 3 der 10, dem Längsten am Platz, schlägt Markus ein fantastisches Eisen 4 ins Grün und macht mit dem nächsten Birdie, diesmal aus vier Metern, weiter Jagd auf die Führenden im Clubhaus. Auch das schwerste Par 4, die 11, kann Brier nicht gefährlich werden. Ausgerechnet am ersten Par 5 schrillen plötzlich alle Alarmglocken: "Beim Drive ist der Ball unglücklich im rechten Winkel in den Wald gesprungen, lag unspielbar unter einem dicken Ast." Markus muss mit Strafe droppen, erreicht erst nach zwei Lay Ups mit dem Eisen 9 das Grün, die Annäherung ist jedoch so gut, dass er nur noch einen Tap In zum Par hat. 

Sein erstes Bogey des Turniers kassiert Markus am Par 4 der 14: zwar eine kurze Bahn, aber nach einem Abschlag rechts ins Rough ist die Lage so schlecht, dass er nur seitlich hinausspielen kann und mit dem dritten Schlag um 12 Meter unterhalb der Fahne bleibt. Das bleibt jedoch sein einziger Ausrutscher am windigen Nachmittag, dank eines Birdies am abschließenden Par 5 gelingt ihm mit der 68 (-2) eine der besten Runden mit einer späten Startzeit´: "Hier muss man den Ball im Spiel halten, viele Fairways und Grüns treffen, genau das taugt mir an Hilversum."

Bei 5 unter Par befindet sich Brier in glänzender Lauerposition für das Wochenende, nur drei Schläge hinter seinem englischen Kumpel Gary Emerson - mit dem er nach der knappen Niederlage in Moskau noch eine Rechnung offen hat: "einer der nettesten Engländer auf der Tour, vielleicht treffen wir uns ja am Sonntag im Flight."

Zitny kommt nicht auf Touren

Dreimal hat Niki Zitny heuer schon mit einer tollen Aufholjagd den Cut gerettet, in Hilversum waren seine Kämpferqualitäten neuerlich gefragt. Die Tagesverfassung stimmte, wie sichere Pars auf den ersten engen Par 4 zeigten. Doch heute mussten viele Birdies her, nichts anderes bringt ihn ins Wochenende. Die 2 oder die 5 bieten gute Chancen, das erste Birdie will und will allerdings nicht gelingen. Neun langweilige Par in Folge  reiht der Wiener auf seine Scorekarte.

Doppelbogey nimmt alle Chancen

Das längste Par 3 des Platzes, die 10 mit dem schmalen Grün dem gefährlichen Bunker rechts, bringt eine Vorentscheidung: mit einem Doppelbogey wird Nik's Lage endgültig aussichtslos, der Rückstand auf die Cutlinie wird zu groß. Auch das Par 5 der 12 bringt keine Wende, Zitny spielt auch hier nur das enttäuschende Par. Dafür kostet ihn das kurze Par 4 der 14 einen weiteren Schlag. Am letzten Par 3 klappt es mit dem ersten Birdie, viel zu spät um noch etwas zu bewirken. 

Solide gespielt, aber wenig gelungen: so lässt sich die erste Dutch Open von Niki Zitny nach Runden von 75 und 72 Schlägen zusammen fassen. Bei 7 über Par schrammt er dennoch deutlich am Cut vorbei, wie schon in der Vorwoche in Wales: "Das gleiche Trauerspiel wie in den letzten Wochen: ok gespielt, Putts auch nicht schlecht, aber kein Score auf der Karte, das dem annähernd entspricht," ist Zitny weiter auf der Suche nach einem Ausweg aus der Schaffenskrise.

Moser weiter mit Birdieflaute

Eine Runde unter Par wäre schon ein Achtungserfolg für Michael Moser bei seinem Tourdebüt. Am Freitag erwischt er einen deutlich solideren Start, findet somit gut zu seinem Spiel. Die schwere 4 mit dem hängenden Fairway stellt ihm jedoch auch beim zweiten Versuche ein Bein und kostet einen Schlag. Das so wichtige rasche Birdie ist auch dem Frauenthaler nicht vergönnt.

Die beiden besonders engen Par 4 der 7 und 8 bewältigt Moser auch am Freitag nicht in Par, kassiert dort wie schon am Donnerstag jeweils das Bogey. Ein weiterer Schlagverlust an der 10 lässt die letzten Hoffnungen auf eine gute Runde schwinden. Sein Spiel bricht nun mehr und mehr auseinander, bitter noch das Doppelbogey am kurzen Par 5 der 12.

79 Schläge brummt sich Moser am Freitag auf, bilanziert bei seinem Tourdebüt mit 16 über Par, meilenweit vom Cut entfernt. Der 25-jährige Steirer konnte auf dem engen Shotmaking-Course nie seine Stärken, die enormen Schlaglängen, in die Waagschale werfen. Ein einziges Birdie am ersten Tag steht auf der Habenseite, alles andere verbucht er unter der Kategorie Lehrgeld: "Vor allem im kurzen Spiel habe ich noch einiges dazu zu lernen, ich habe aufgezeigt bekommen wo ich derzeit stehe."

Gary Emerson im Birdierausch

Mit 8 Birdies auf einer Strecke von 11 Bahnen legt der Engländer Gary Emerson den Grundstein zur 63er-Runde, die ihn bei 8 unter Par in Führung bringt. Auch Paul Broadhurst (-7) und Alessandro Tadini (6) nutzten ihre frühe Startzeit perfekt aus.

Ein besonderes Kunststück gelang Anders Hansen, der auf einem Loch in zwei Tagen fünf Schläge gutmachte. Nach seinem Albatros mit dem Eisen 4 aus 200 Metern am ersten Spieltag legte der Däne am Freitag am Par 5 der 18 mit einem Eagle nach - rettete sich nur damit am letzten Drücker überhaupt ins Wochenende ...


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 70):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 EMERSON, Gary ENG -8 69 63
2 BROADHURST, Paul ENG -7 66 67
3 TADINI, Alessandro ITA -6 70 64
T4 BLAND, Richard ENG -5 71 64
T4 BRIER, Markus AUT -5 67 68
T4 LAFEBER, Maarten NLD -5 68 67
T4 O'HARA, Steven SCO -5 70 65
T8 FERNANDEZ-C., Gonzalo ESP -4 66 70
T8 MARTIN, Miguel Angel ESP -4 69 67
T8 OLDCORN, Andrew SCO -4 69 67
T8 VAN DER VALK, Guido NLD -4 66 70
         
Weiters:        
T12 LYNN, David ENG -3 70 67
T26 DERKSEN, Robert-Jan NLD Par 68 72
T68 DIER, Tobias GER 4 70 74
T68 HANSEN, Anders DEN 4 71 73
         
Cut verpasst (+4).        
T83 LANE, Barry ENG 5 72 73
T83 STRÜVER, Sven GER 5 71 74
T93 VAN DE VELDE, Jean FRA 6 72 74
T107 ZITNY, Niki AUT 7 75 72
T142 BOSSERT, André SUI 14 81 73
148 MOSER, Michael AUT 16 77 79


Alle Spielberichte von der KLM Dutch Open

>> Vorschau: Drei Eisen im Feuer

>> 1. Runde: Doppelbogey kostet Spitze

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