KLM Dutch Open
Hilversumsche GC
5. - 8. August 2004
Preisgeld: € 1,200.000

European Tour


3. Runde:
7.8.2004 / 17:52 MEZ
Joachim Widl


Presented
by
 

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2 heiße Eisen im Feuer

Markus Brier (68) schießt scharf im Finish und sich selbst in die Top 20. Martin Wiegele (72) vergeigt einen Superstart. Richard Green hält die Spitze (-15).

 
Das Wichtigste in Kürze

Bewölkt, ab und zu leichte Schauer, unberechenbarer, böiger Wind 

Martin Wiegele 3. Runde: 72 (+2)  gesamt -2 (Platz 29).
Nach zwei schnellen Birdies totale Ladehemmung, vier Bogeys.

Markus Brier 3. Runde: 68 (-2), gesamt -3 (Platz 17).
Solide Leistung mit 5 Birdies und 3 Bogeys.

Richard Green (67) führt bei 15 unter Par.

Mit der 71 hatte sich Martin Wiegele am Freitag gerade noch in den Top 10 gehalten. Am Samstag wollte der Steirer "wieder voll angreifen und locker bleiben". Gemeinsam mit dem schottischen Original Gordon Brand Jr. ging Martin um 13:24 Uhr auf die Runde.

Gleich am ersten Birdieloch, der kurzen 2. Bahn, machte Martin sein Vorhaben wahr, beruhigte seine Nerven mit dem ersten Birdie nach einem starken 4 Meter-Putt. In dieser Tonart geht es vorerst weiter, eine weitere präzise Annäherung und ein guter Birdieputt gelingen ihm am folgenden Par 4: "Das zweite Birdie fiel aus zwei Metern, der Beginn war heute ganz stark", war er voll auf der Überholspur unterwegs.

Aus nur 114 Metern trifft er zwar das Grün am ersten Par 3, bekommt nach einem Dreiputt auf diesem einfachen Loch einen argen Dämpfer: "Damit ist die Nervosität wieder zurückgekehrt", beginnt Martin vor allem im langen Spiel seine Schläge zu streuen. Die Krise setzt sich auch am folgenden, längsten Par 4 von Hilversum fort, wo Martin erstmals in dieser Woche einen Schlag abgeben muß - damit den ganzen Startbonus wieder verspielt hat: "Zur Nervosität ist dann Pech dazugekommen. Denn das schmale 6. Fairway habe ich nur um einen Meter verfehlt, aber eine ganz schlechte Lage gehabt, aus der ich den Ball nur raushacken konnte".

Endgültig in die Defensive gerät Wiegele an der 9, einem der leichteren Par 4 von Hilversum, wo er an den Vortagen jeweils das Birdie abstaubte. Am Samstag verfehlt er erstmals dieses Grün, verliert mit Chip und Zweiputt einen weiteren Schlag.

Wem gehört die Handtasche?

Die zweiten 9 Löcher, mit dem längsten Par 3 zu Beginn, meistert er erstmals in Par, dafür bekommt er am dem folgenden, schwersten Par 4 Probleme, fällt mit dem dritten Bogey aus den Top 20 hinaus: "Da lag rund ums Grün eine Tasche in der Wiese, mein Ball ist genau draufgelegen, von dort musste ich den Chip spielen", schüttelte er über dieses Pech den Kopf.

Nun kommen aber viele kurze, einfach Bahnen, wo man sein Score aufbessern kann, Martin hat in dieser Phase weiter volle Ladehemmung, kann weder am ersten Par 5 noch an der kurzen 14 Schläge gutmachen, da die langen Schläge nicht präzise genug sind. Die letzte und beste Chance am abschließenden Par 5, der leichtesten Bahn von Hilversum, kann er ebenfalls nicht nutzen, bringt somit nur die enttäuschende 72 ins Clubhaus.

Bei 2 unter Par wird Martin vom 10. bis auf den 29. Platz zurückgereicht, soweit die schlechte Nachricht. Allerdings bleibt der Rückstand zu den Top 10 gering, am Sonntag ist noch alles aufzuholen: "Morgen noch eine gute Runde für ein Topergebnis", glaubt Martin noch fest an seine Chance.

Brier: volle Power auf langen Bahnen

"Verlustfrei über die langen Par 4 kommen", hatte sich Markus Brier für den Moving Day vorgenommen. Vor allem die Löcher 6 und 11 (Par 4) und das Par 3 der 10 waren ihm ein Dorn im Auge, hier hatte er bereits 7 Schläge verloren.

Die ersten Par 4, auf denen sich Markus Brier an den Vortagen drei Birdies abholte, sind am Samstag nicht mehr spendabel. Der Wiener kommt nicht nah genug an die Fahnen ran, muß auf sein erstes Birdie warten. Ausgerechnet an der überlangen 6. Bahn, die Brier bereits drei Schläge gekostet hat, klappt es nach einem guten Schuß ins Grün mit dem erlösenden ersten Birdie: "Dieses Birdie habe ich mir fest vorgenommen, der Schlag ins Grün war nicht einfach, der Putt war immerhin noch vier Meter lang".

Doch anstatt nun groß aufzuspielen, strauchelt der Österreicher auf den folgenden einfachen Par 4. Schlagverluste sowohl an der 7 wie auch an der kurzen 8 werfen in vorerst zurück: "Leider die Drives vergeigt. An der 7 war ich rechts im Wald, tot hinter einem Baum, an der 8 links im tiefen Rough, beide Male gab es nicht wirklich eine Chance aufs Grün".

Erst im Finish die Birdieputts gelocht

Die 10, das "Österreicher-Loch", war M&M ein besonderer Dorn im Auge, jedes Mal kassierten sie auf diesem Par 3 ein Bogey. Am Samstag ist Brier hier erstmals erfolgreich, trifft nicht nur endlich dieses verflixte Grün, sondern locht auch den Birdieputt: "Das war eine echte Genugtuung, endlich habe ich den Ball mit dem Eisen 4 nahe der Fahne eingebaut, aus vier Metern sicher verwertet".

Sein drittes, verflixtes Loch folgt postwendend - zweimal Bogey spielte Brier auf dem schwersten Par 4 in Hilversum. Diesmal kann er sein Glück nicht erzwingen - kassiert abermals sein Bogey: "Schade, dass hier mein Vorsatz nicht aufgegangen ist, aber der Drive war links im Rough, konnte daher nur vorlegen". Zum Glück folgt nun das kürzeste Par 5, Brier schlägt hier nur noch ein Eisen 4 mit dem Zweiten ins Grün, das Zweiputt-Birdie ist eine leichte Beute für ihn.

Nun ist Markus voll im Spiel, erarbeitet sich auf dem kurzen Dogleg Par 4 der 14 eine gute Chance, ist erstmals auf dieser Bahn erfolgreich: "erstmals in dieser Woche war diese Fahne gut zu attackieren" - mit Birdie Nummer 4 schiebt er sich unter die Top 30 vor. Brier greift im Finish voll weiter an, an der kurzen 17, wo man einen kurzen, aber blinden Schlag ins Grün hat, zielt er mit dem Lobwedge haargenau und macht einen weiteren Schlag gut. Am abschließenden Par 5 werden auch heute mehr Birdies als Pars gespielt, Brier verfehlt leider das Grün mit dem zweiten Schlag: "dabei hatte ich nur noch ein Eisen 5 in der Hand, habe aber das Grün auf der falschen Seite verfehlt und über den Bunker einen unmöglichen Chip gehabt". Somit schreibt er nur das Par zur 68 auf die Scorekarte.

Damit verbessert sich der Wiener auf 3 unter Par, wird einen Sprung nach vor machen und von Platz 17 in den Sonntag gehen: "Es war doch ziemlich tricky zu spielen, der Wind war zwar nicht stark, aber in den Waldschluchten hier absolut unberechenbar. Da haben wir uns alle das eine oder andere Mal grob verschätzt". 

"Greeny" hält seinen Vorsprung

Richard Green
wartete 12 Bahnen lang geduldig, dass sein erster Birdieputt fallen wollte, holt sich danach noch zwei Birdies zur 67er-Runde. Da der Linkshänder erst ein Bogey im gesamten Turnier kassierte, zog er bei 15 unter Par seinen Verfolgern davon. Auftaktleader David Lynn geht mit drei Schlägen Rückstand in den Sonntag, der Engländer war einer von fünf Spielern, die das beste Samstagsscore von 65 Schlägen schafften.


Scores nach 3 von 4 Runden (Par 70):

Platz Name Land Par R1 R2 R3
1 GREEN, Richard AUS -15 65 63 67
2 LYNN, David ENG -12 63 70 65
T3 MARSHALL, Andrew ENG -8 69 68 65
T3 McGINLEY, Paul IRL -8 65 69 68
T3 RAITT, Andrew ENG -8 64 67 71
T6 NYMAN, Per SWE -7 66 67 70
T6 SCAHILL, Stephen NZL -7 65 71 67
T8 OLDCORN, Andrew SCO -6 71 66 67
T8 TUNNICLIFF, Miles ENG -6 67 66 71
10 POULTER, Ian ENG -5 67 67 71
T11 COLTART, Andrew SCO -4 68 68 70
           
Weiters:          
T17 BRIER, Markus AUT -3 71 68 68
T17 GARRIDO, Ignacio ESP -3 69 68 70
T17 ROCCA, Costantino ITA -3 70 67 70
T29 SANDELIN, Jarmo SWE -2 68 69 71
T29 WIEGELE, Martin AUT -2 65 71 72
T47 DERKSEN, Robert-Jan NLD Par 70 72 68
T57 BRAND Jnr, Gordon SCO 1 68 67 76
T57 HOWELL, David ENG 1 70 70 71
T70 MUNTZ, Rolf NLD 4 69 73 72

 

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