KLM Dutch Open        >> HOME
Hilversumsche GC
5. - 8. August 2004
Preisgeld: € 1,200.000

European Tour


Final:
8.8.2004 / 18:51 MEZ
Joachim Widl


Brier spart auf die Tourkarte


Markus Brier erkämpft bei böigem Wind die 71 und Platz 18, Martin Wiegele (74) fällt aus den Top 50 hinaus. David Lynn holt den 1. Titel.

 
Das Wichtigste in Kürze

Sonnig, trocken, teils starker, böiger Wind.

Markus Brier Final: 71 (+1) gesamt -2 (Platz 18)
Locht zwar nur 3 Birdies, kassiert dank gutem Kurzspiel nur 4 Bogeys.

Martin Wiegele
Final: 74 (+4) gesamt +2 (Platz 52).
verfehlt zu viele Grüns, kassiert so 6 Bogeys, nur 2 Birdies

David Lynn siegt bei 16 unter Par drei Schläge vor Green und McGinley

Ein böiger Wind, der zwischen den engen Baumreihen unberechenbar verwirbelte, bereitete den Pros am Schlußtag der Dutch Open gehörig Kopfzerbrechen - Markus Brier musste seine ganze Routine ausspielen, um sich mit 71 Schlägen auf Platz 18 zu halten, während Martin Wiegele zu viele Grüns verfehlte und mit 74 weit zurückfiel. 

Brier kämpft in den engen Waldschluchten

Österreichs Nummer 1 startete um 12:48 gemeinsam mit dem Engländer Gary Emerson in den Schlusstag. Die Par 4 zu Beginn liegen ihm, hier hat er zumeist frühe Birdies gelocht: "Anfangs habe ich noch sehr mit dem Wind gekämpft, bin daher nicht nah an die Fahnen gekommen". Ausgerechnet auf der kniffligen 4. Bahn locht Brier aus 6 Metern einen guten Putt und sackt das so wichtige erste Birdie ein. Das folgende kurze Par 3 überschlägt er dafür bei weitem: "den Rückenwind total unterschätzt, hinter dem Grün ist man leider tot" und gibt sofort wieder den gewonnenen Schlag ab. Die 7 hat eine sehr enge Drivezone, wie schon gestern kassiert Brier auf diesem Par 4 ein Bogey: "wieder 10 Meter zu lang, noch ein guter Chip zurück, aber leider den Par-Putt verfehlt. Die Löcher 6 bis 8 waren schade, da habe ich mich die ganze Woche eingebaut".

Nun ist höchste Konzentration angesagt - das Monster-Par 3 der 10 steht an, Brier geht auf Nummer Sicher und holt sich das Par. Das längste Par 4 mit dem nur ganz schwer anzuspielenden Grün bekommt er leider auch am Sonntag nicht in den Griff, muß neuerlich mit einem Bogey Federn lassen: "Diesmal war der Drive im Wald, konnte nur quer rausspielen". Also muss wieder das kurze Par 5 herhalten, das die Pros wie ein Par 4 spielen - Brier schlägt nur noch ein Eisen 5 ins Grün und sammelt hier wie an allen Vortagen ein lockeres Birdie auf.

Noch einige gute Chancen im Finish

Auf den kurzen Schlussbahnen ist in Hilversum noch einiges aufzuholen, Brier attackiert zwar, kann jedoch zwischen der 13 und 15 keine Birdies lochen. An der 17 schlägt der Wiener ein Eisen 2 vom Tee ins dicke Rough, hat eine ganz bescheidene Lage, kann nur seitlich aufs Fairway spielen - wieder Bogey. Den späten Schlagverlust kann er jedoch am Par 5 zum Abschluss ausgleichen, trifft das 72. Grün mit dem zweiten Schlag: "Der Eagle-Putt aus sechs Metern war knapp vorbei, im Finish wurden einige gute Putts nicht belohnt, wie an der 14, der ganz böse ausgelippt ist".

Dank der harten Bedingungen hält sich Brier mit der 71 bei 2 unter Par in den gut dotierten Rängen, schafft mit Rang 18 sein 5. Top 20-Resultat im heurigen Jahr. Mit 13.464 Euro Preisgeld spart er weiter fleißig auf die neue Tourkarte, wird erstmals wieder innerhalb der besten 115 in der neuen Order of Merit aufscheinen: "Jetzt spiele ich wieder so, wie ich mir das vorstelle. Obwohl keine wirklichen Highlights gelungen sind ist das wieder ein Top 20-Ergebnis", sieht er sich gut in Form und auf sicherem Kurs zur 6. Tourkarte.

Wiegele wollte voll attackieren


"Wieder locker wie am Donnerstag aufspielen", hat sich Martin Wiegele vorgenommen, der vom 3. bis auf den 29. Platz zurückgefallen ist. 

Gemeinsam mit dem Schweden Fredrik Widmark ist Martin um 11:17 in die Schlussrunde gestartet. Die ersten beiden Bahnen absolvierte er sicher, die kurze 2 konnte er allerdings nicht nutzen, um sich früh zu verbessern. Erstmals gerät er an der langen 4 in die Krise, kassiert hier das erste Bogey. "Der enge Platz ist für mich besonders schlecht, sobald ich den Rhythmus verliere. Dann setzt es sofort Bogeys am Fließband", bekam Martin schon sehr früh Probleme mit dem Schwung. 

Die Chancen, die der Steirer bekommt, kann er nicht nützen, das erlösende erste Birdie möchte ihm einfach nicht gelingen. Probleme bekommt er dafür an der kniffligen 9. Bahn, fällt mit dem nächsten Birdie weiter zurück: "Dort, wo ich gut ins Spiel kam, wollten die Putts heute nicht fallen", fehlte im entscheidenden Moment auch ein wenig das Glück.

Auf den Back 9, mit dem langen Par 3 und Par 4 zu Beginn, gerät Wiegele weiter in die Defensive. An der 10 spielt er neuerlich ein Bogey, rettet sich dafür über die 11 verlustfrei hinweg. Das erste Par 5, das die Pros locker mit Driver und einem mittleren Eisen erreichen, erlöst ihn endlich - mit dem ersten Birdie scheint der Bann gebrochen.

Martin attackiert daher voll am folgenden kurzen Par 3, ist dabei allerdings zu ungestüm und kassiert das nächste Bogey. Im Finish verschenkt dann der Steirer endgültig ein zählbares Ergebnis. Auf den Par 4 der 16 und 17, wo man blind über einen Hügel das Grün anspielen muss, verschätzt er sich, kassiert noch zwei Bummerln. Das abschließende Par 5 trifft er zwar neuerlich nicht mit dem zweiten Schlag, mit einem guten Chip & Putt schaut doch noch ein abschließendes Birdie für  ihn heraus.

Die vielen Fehler bei den Grünannäherungen erlauben nicht mehr als eine 74er-Runde (4 über Par), damit fällt Wiegele bis auf den 52. zurück. Damit übertrumpft er zwar sein bislang bestes Ergebnis auf der European Tour (65. in Schottland), macht dennoch nur 4.125 Euro Preisgeld, die ihm in der Rangliste kaum weiterhelfen werden.

David Lynn feiert Premierensieg

Richard Green konnte wie schon bei der French Open den Sack nicht zumachen, verspielte drei Schläge Vorsprung mit der 72er-Runde. Der 30-jährige Engländer David Lynn lochte dagegen im direkten Duell die entscheidenden Birdieputts und sicherte sich in seinem sechsten Jahr auf der European Tour den längst überfälligen ersten Titel. Mit der 67er-Runde gewinnt er noch bei 16 unter Par um drei Schläge vor Green und Paul McGinley.


Final Scores nach 4 Runden (Par 70):

Platz Name Land Par R1 R2 R3 R4
1 LYNN, David ENG -16 63 70 65 66
T2 GREEN, Richard AUS -13 65 63 67 72
T2 McGINLEY, Paul IRL -13 65 69 68 65
T4 RAITT, Andrew ENG -9 64 67 71 69
T4 TUNNICLIFF, Miles ENG -9 67 66 71 67
T6 MARANTZ, Paul AUS -8 69 72 65 66
T6 MARSHALL, Andrew ENG -8 69 68 65 70
8 NYMAN, Per SWE -7 66 67 70 70
9 McDOWELL, Graeme NIR -6 69 67 71 67
T10 HANELL, Christopher SWE -5 70 67 70 68
T10 POULTER, Ian ENG -5 67 67 71 70
             
Weiters:            
T18 BRIER, Markus AUT -2 71 68 68 71
T18 HOWELL, David ENG -2 70 70 71 67
T35 ROCCA, Costantino ITA Par 70 67 70 73
T35 SANDELIN, Jarmo SWE Par 68 69 71 72
T52 WIEGELE, Martin AUT 2 65 71 72 74



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