KLM Dutch Open
Hilversumsche GC 
Hilversum, Holland
9. - 12. Juni 2005
Preisgeld: € 1,500.000

European Tour

KLM DUTCH OPEN HILVERSUM - Tag der Vorentscheidung

Final

12.6.2005 / 17:42 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Ende gut, Platz 4 gut

Mit großem Kampfgeist und tollen Putts erreicht Markus Brier (69) sein bestes Saisonergebnis. Fernandez- Castano feiert den ersten Toursieg.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: kühl und windig mit 14 Grad, Regenschauer

Markus Brier 4. Runde: 69 (-1) / gesamt -7 / 4. Platz
Einige Probleme im langen Spiel, alles auf den Grüns ausgebessert

Gonzalo Fernandez-Castano (SPA) ringt Gary Emerson nieder

Wer 12 von 15 Turnierrunden im Hilversum Golfclub unter Par spielt, auf einem der selektivsten Kurse der European Tour, der darf sich die Ziele hoch stecken.

Markus Brier ging in glänzender Position, Form und Laune in den Finaltag der KLM Dutch Open 2005: "Mit einem Endergebnis von 10 bis 12 unter Par wird man hier gewinnen. Wenn ich die Doppelbogeys vermeide und ein paar Birdies mehr spiele, könnte sich das für mich noch ausgehen," orakelte er vor der Runde.

Alles ist möglich ...

Gemeinsam mit Portugal-Sieger Paul Broadhurst startete der Österreicher um 13:46 MEZ im vorletzten Flight, hat drei Schläge auf Spitzenreiter Gary Emerson aufzuholen, der ihm zuletzt in Moskau den ersten Toursieg vor der Nase weggeschnappte.

Die Fahnenposition an der schwierigen 1 lädt zur Attacke ein, Markus lässt sich nicht zweimal bitten und beginnt seinen Angriff auf die Spitze mit einem Birdie: "Ein Eisen 8 auf drei Meter hingeschossen und sicher eingeputtet." Die Freude darüber währt allerdings nur Minuten, nachdem das Bogey an der 2 alles wieder ausradiert: "Am Anfang waren einige Eisen noch shaky, das 4er-Eisen vom Tee habe ich ins Rough verzogen, von dort aus ging's ab in den Grünbunker." Damit ist sein Elan auch vorerst gestoppt. 

Für die frühen Headlines sorgt ein anderer: der 24-jährige Neoprofi aus Madrid, Fernandez-Castano, locht seinen zweiten Schlag am langen Par 4 der 3 aus 150 Metern mit dem Eisen 7 im Flug zum Eagle ein, knöpft damit Gary Emerson die Führung ab. Beide pushen sich jedoch zu Höchstleistungen, lochen etwa an der 8 lange Birdieputts und beginnen sich vom Feld abzusetzen.

Ärger bringt Brier auf Touren

In der Zwischenzeit verabschiedet sich Markus mit einem Bogey am längsten Par 4 der 6 bereits aus dem Titelkampf, liegt 5 Schläge zurück: "Noch ein schlechtes Eisen 5, das links weg ging und auf einem Hügel landete, ohne Chance mit dem Bergab-Chip das Par zu retten."

Entsprechend wirkt er auch in dieser Phase unzufrieden, bekommt an der 8 den Ball nicht nah genug zur Fahne, lässt sich noch zehn Meter. Sein bester Freund ist jetzt der Putter, Brier locht einen Monsterputt, erstmals kommt die Faust hoch! Voll motiviert schlägt der Fontana-Pro nun ein phantastisches mittleres Eisen ins 9. Grün, eröffnet sich eine ausgezeichnete Chance. Leider überschätzt er den Break und schiebt aus vier Metern knapp den Birdieputt vorbei.

Probleme zu Beginn der Back 9

Aus über 204 Metern verfehlt Markus das 10. Grün nur ganz knapp, hat allerdings vom Vorgrün einen 20 Meter Horrorputt, über eine Welle mit viel Break, bergab zu bewältigen, lässt diesen etwas zu kurz - verwertet einen echten Tester aus zwei Metern zum Par. "Der war ganz wichtig, weil zum schwersten Loch, der 11, kommt man nicht gerne am Sonntag mit einem Bogey." Das 11. Grün erreicht der Wiener nach Problemen vom Tee erst mit dem dritten Schlag, muss diesmal aus 6 Metern ums Par kämpfen, scheitert knapp - Bogey.

Markus hängt sich nun mächtig rein: am Par 5 der 12 hat er in dieser Woche noch nichts gerissen, am Sonntag macht er es besser, locht aus zwei Metern den Birdieputt: "Dabei habe ich die Bahn vorsichtig gespielt, mit dem Eisen 6 beim zweiten Schlag die Fahne gar nicht attackiert."

Fernandez-Castano lochte in der Zwischenzeit Putts aus allen Lagen, setzt sich um vier Schläge von Emerson, sechs von Brier ab. Doch als der Engländer an der 12 seinen Chip zum Eagle locht, zeigt der junge Spanier erstmals Nerven, leistet sich einen Dreiputt, der seinen Vorsprung wieder auf 2 Shots schrumpfen lässt.

Die 14 bleibt Briers Trouble-Loch: in diesem Dogleg nach links landet der Abschlag des Österreichers rechts im hüfthohen Rough, mehr als aufs Fairway raushacken ist nicht drinnen. Der Schlag ins Grün ist nicht schlecht, aber um einen Meter zu lang, um am Plateau mit der Fahne zu landen. Der Par-Putt aus 5 Metern fällt leider nicht - vier Schläge lässt Markus in dieser Woche alleine auf der 14 liegen: "da war mir klar, dass es mit dem Sieg nichts wird, aber mehr als einen 10. Platz wollte ich unbedingt erreichen".

Ein starkes Finish muss her

Die Probleme auf den Back 9 haben den Österreicher bis auf Platz 6 zurückfallen lassen. Auch Brier gelingt es nicht, den BMW 635 für ein Hole in One an der 15 abzuräumen, die Fahne steckt aber selbst für ein Birdie zu schwer. Die lange 16 mit dem blinden, zweiten Schlag über einen Hügel meistert er wieder brillant, hat aus vier Metern eine exzellente Chance, das verdiente Birdie ist viel Geld wert: "Mein erster Schlaggewinn an der 16, das war in dieser Phase Gold wert."

Am Schlussloch hat Markus Riesen-Massel: der Drive driftet ordentlich rechts weg, doch die hohen Bäume fungieren wie eine Leitplanke und kicken den Ball Mitte Fairway zurück: "Ich habe zuerst gedacht, der Ball liegt irgendwo in den Bäumen, habe mich schon auf das Schlimmste eingestellt." Den langen 2. Schlag zirkelt er rechts aufs Vorgrün. Mit zwei sicheren Putts landet Markus ein fünftes Birdie, das ihm mit 69 Schlägen seine vierte Hilversum-Runde in den roten Zahlen bringt.

Bei 7 unter Par erreicht Markus gemeinsam mit seinem holländischen Kumpel Maarten Lafeber den 4. Platz, der 69.300 Euro wert ist. Sein bestes Ergebnis seit Mallorca im vergangenen Jahr befördert Österreichs Nummer 1 zurück in die Top 100 der Order of Merit und sollte ihm eine Zittersaison um die Tourkarte heuer wohl ersparen: "Endlich wieder ein gscheites Ergebnis, das tut gut. In dieser Woche ist alles für mich gelaufen", fällt Brier ein Stein vom Herzen: "Kein einziger Dreiputt in der Woche, kann mich gar nicht mehr erinnern, wann mir das zuletzt gelungen ist. Beim Putten bin ich sicher wie schon lange nicht mehr, jetzt sollten auch die Eisen besser werden."

Ehemaliger Top-Amateur startet steile Profikarriere

Der ehemalige Walker Cup-Captain Fernandez-Castano feiert bereits im 8. Monat seiner Profikarriere den ersten Toursieg, ringt mit der 67 klar seinen Flightpartner Gary Emerson nieder, der zu wenige Fairways und Grüns traf. Bei 11 unter Par hat der Spanier zwei Schläge Vorsprung auf Emerson.


Final Scores nach 4 Runden (Par 70):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3 R4
1 FERNANDEZ-CASTANO, G. ESP -11 66 70 66 67
2 EMERSON, Gary ENG -9 69 63 69 70
3 BROADHURST, Paul ENG -8 66 67 69 70
T4 BRIER, Markus AUT -7 67 68 69 69
T4 LAFEBER, Maarten NLD -7 68 67 70 68
6 COLES, Robert ENG -6 71 67 70 66
T7 BICKERTON, John ENG -5 74 67 69 65
T7 SENIOR, Peter AUS -5 70 67 68 70
T9 FULKE, Pierre SWE -3 67 73 69 68
T9 LYNN, David ENG -3 70 67 70 70
T9 McGRANE, Damien IRL -3 68 70 71 68
T9 O'HARA, Steven SCO -3 70 65 72 70
T9 OLDCORN, Andrew SCO -3 69 67 70 71
T9 SKOLD, Johan SWE -3 68 70 72 67
T9 TADINI, Alessandro ITA -3 70 64 71 72
             
Weiters:            
T16 MUNTZ, Rolf NLD -2 69 69 72 68
T25 PARK, David WAL Par 73 69 73 65
46 HANSEN, Anders DEN 3 71 73 69 70
T55 CHAPMAN, Roger ENG 5 70 70 75 70
82 DIER, Tobias GER 17 70 74 73 80


Alle Spielberichte von der KLM Dutch Open

>> Vorschau: Drei Eisen im Feuer

>> 1. Runde: Doppelbogey kostet Spitze

>> 2. Runde: Nur Brier in Bestform

>> 3. Runde: Brier bleibt im Titelrennen

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