Open de France
Le Golf National 
Paris, Frankreich
23. - 26. Juni 2005
Preisgeld: € 3,500.000

European Tour

FRENCH OPEN LE GOLF NATIONAL - Markus Brier von Tag zu Tag besser

Final:

26.6.2005 / 21:12 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Von Tag zu Tag besser

Auch am Finaltag macht Markus Brier mit der 72 ein paar Ränge gut, während Niki Zitny nicht ganz fit die 76 spielt. Remesy schlägt van de Velde im Stechen.

 

Das Wichtigste in Kürze

Wetter: Gewitterpause um 11:15 Uhr - Restart um 14:30 MEZ

Markus Brier
4. Runde: 72 (+1) / gesamt 1 über Par / 31. Platz
Solide Leistung ohne jemals wirklich heißzulaufen

Niki Zitny
4. Runde: 76 (+5) / gesamt 16 über Par / 84. Platz
Spielt die Par 5 in der Woche 9 über Par!

"In diesen Wochen muss man einfach gut spielen, das zahlt sich aus", freut sich Markus Brier, dass er rechtzeitig in Form gekommen ist. Bei der Open de France hat er sich von Tag zu Tag gesteigert, geht von Platz 40 weg in die Finalrunde - mit guten Chancen auf den nächsten dicken Scheck.

Das Wetter macht am Sonntag jedoch Sorgen: heftige Gewitter sind angesagt, zwingen um 11:15 MEZ zu einer ersten Unterbrechung, erst nach 3 Stunden konnte wieder gespielt werden.

Brier beweist Mut

Gleich auf Loch Nummer 2 wartet die ultimative Mutprobe: ein Par 3 mit 192 Metern, übers Wasser auf ein schmales Grün: Brier beweist mit einem der ganz seltenen Birdies auf diesem Loch, dass er am Finaltag noch einiges vor hat: "War noch dazu Gegenwind, mit dem Eisen 3 war ich sicher am Grün und konnte den 7 Meter-Putt über eine Welle zum Glück machen". Einige trickreiche Fahnen und ein Wind aus einer neuen Richtung erschweren jedoch die Sache: "Am ersten Par 5 landete leider der Abschlag im Rough," musste er sich mit einem Par begnügen.

Dann stoppt leider ein Gewitter vorerst die Attacke des Österreichers: "Spielerisch läufts bisher sehr gut, ich bin gut drauf, hoffe dass es bald weitergeht," macht ihm mehr das Wetter Sorgen als die Konkurrenz. 

Am Nachmittag wird es härter

Als ab 14:30 Uhr wieder gespielt werden kann, pfeift der Wind plötzlich gehörig über die Anlage: "Dann wurde es wirklich pfiffig da draussen, auch weil sich der nasse Platz viel länger spielte." Somit werden die Birdiechancen rar, auch am Par 5 der 9 geht es sich nicht aus, weil der Seitenwind schon den Abschlag ins Rough verbläst.

Schrecksekunde zu Beginn der Back 9

Der böige Seitenwind erschwert die Sache an der 10, wo Maßarbeit gefragt ist um dem Wasser auszuweichen: "Das Eisen 7 ging zu hoch und landete im Grünbunker, " führt dies zum ersten Bogey. Dafür nützt er den Rückenwind an der sonst hantigen 12 perfekt aus und bringt sich mit dem Birdie wieder in die Top 30 zurück. Die Freude darüber ist 10 Minuten später weg, die 13 mit dem Inselgrün bringt ihm kein Glück, Brier gibt den Schlag gleich wieder ab: "Ein 8er-Eisen übers Grün ins Wasserhindernis gepulled. Denn konnte ich nur raushacken und war mit der 5 noch gut bedient."

Das beste Birdieloch der Back 9, das Par 5 der 14, kann Markus nicht ausnützen, jetzt kommen nur noch echte Hammerlöcher. Wie zum Beispiel das lange Par 3 der 16, noch dazu in den Wind, das ihm noch einen Schlag abknöpft: "Dabei war der Abschlag sehr gut, dafür habe ich mir noch drei Putts genehmigt." Am längsten Par 4 der Platzes taucht der Wind wieder an, dennoch ist diese Übung kein Lärcherl, wie wenige Birdies beweisen - eines der wenigen spielt jedoch der Österreicher: "Ein perfektes Eisen 7, den Putt aus knapp zwei Metern musste ich einfach machen." Fehlt nur noch ein Par am abschließenden Par 4, ein würdiges Schlussloch, das sich fast als Par 5 spielt. Doch auch der Wiener gibt am 72. Loch einen Schlag ab: "Da hatte ich immer noch ein volles Holz 3 übers Wasser ins Grün," gerät dieses etwas zu lang und landet links im dicken Rough: "Der Chip zurück Richtung Wasser war auch nicht lustig," war selbst das Bogey keine Formsache.

80 % der Tourkarte abgesichert

Mit der 72er-Runde (1 über Par) hantelt sich Brier auch am Finaltag noch etwas am Leaderboard nach oben - und das ist gut für sein Preisgeldkonto. 26.862 Euro springen für ihn beim teuersten Golfturnier am europäischen Festland mit Platz 31 heraus, was für die Top 80 der Order of Merit reichen dürfte: "Spielerisch wäre heute mehr drinnen gewesen, aber ein paar Schläge waren leider sehr schlecht und die Bedingungen ziemlich schwer."

Zum Feiern bleibt jedoch keine Zeit - noch am Abend fliegt der Wiener hinüber nach England um sich morgen in der 36 Loch-Qualifikation in Sunningdale für die British Open zu versuchen; für "Marathonmann" Brier geht es ab Donnerstag im Dubliner K Club mit der European Open weiter.

Zitny weiter "unrund" unterwegs

Doppelbogey am Eröffnungsloch - Doppelbogey am ersten Par 5: es dauerte leider einige Bahnen, bis Niki Zitny am Sonntag sein Spiel etwas stabilisieren kann, bis dahin hatte er bereits vier Schläge im dicken Rough verloren. Doch von Beginn an hatte der mit lädierten Nackenmuskeln gehandicapte Wiener Probleme die Spielbahnen und Grüns zu treffen, ein Birdie am kurzen Par 4 der 6 machte ein wenig Mut: "Ich habe versucht das Problem mit dem Nacken so gut wie möglich zu ignorieren, aber behindert hat es mich doch." Zum Glück beweist er rund um die Grüns beim Trouble-Shooting ein feines Händchen. Mit den Par 5 bleibt er jedoch auf Kriegsfuß, kassiert an der 9 ein weiteres Bogey.

"Ich hatte nichts zu verlieren, daher habe ich oft sehr viel riskiert - auch bei Sonntagsfahnen, die man normalerweise nicht attackiert." Mit einem gelungenen Abschlag ins 11. Grün bereitet Zitny ein weiteres Birdie vor, vielleicht geht noch was. Die 13 mit dem Inselgrün bleibt eine gute Bahn für ihn, Niki macht wieder einen Schlag gut. Dafür bleiben die Par 5 seine Achillesferse, auch an der 14 schafft er kein Par. Im Finish kosten noch die 16 und das abschließende brutal schwere Par 4 letzte Schläge.

76 Schläge am Finaltag und ein Endergebnis von 16 über Par - wenigstens konnte Zitny die rote Laterne dem Engländer David Drysdale umhängen. Dennoch bleibt das Resümee nach dem glänzenden 6. Platz zum Auftakt eher schmerzhaft, nicht nur was seine Nackensperre betrifft: die Open de France hat der Wiener eindeutig auf den Par 5 vergeigt - die waren wie üblich die besten Birdielöcher am Platz, wurden von Zitny allerdings mit 9 über Par (!) absolviert.

"Jean vs. Jean" um den Heimsieg

Von den vier Franzosen im Titelrennen erwischt Jean van de Velde den besten Start: der nur mit einer Medical Excemption spielende 39-jährige begann mit zwei Birdies, einem davon aus dem Bunker an der 2, übernahm damit früh die Spitze. Titelverteidiger Jean-Francois Remesy bleibt jedoch bis auf einen Schlag dran.

Zwei Bahnen vor Schluss lagen beide "Jean" gleichauf, ehe Remesy mit seinem ersten Bogey des Tages an der 17 die Türe für seinen Landsmann weit aufstieß. Doch der patzte dafür am Schlussloch, was beide Franzosen mit der 69er-Runde auf das beste Endergebnis von 11 unter Par brachte. Im Stechen setzte sich Remesy durch, damit gelingt dem 41-jährigen auf den Seychellen lebenden Franzosen die erfolgreiche Titelverteidigung beim Heimspiel.


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3 R4
1* REMESY, Jean-Francois FRA -11 68 69 67 69
2 VAN DE VELDE, Jean FRA -11 64 70 70 69
3 HANSEN, Søren DEN -8 65 69 71 71
T4 DELAMONTAGNE, Francois FRA -5 67 68 71 73
T4 FINCH, Richard ENG -5 73 70 69 67
T4 HAVRET, Gregory FRA -5 70 70 67 72
T4 O'MALLEY, Peter AUS -5 69 68 70 72
T8 DREDGE, Bradley WAL -4 67 73 72 68
T8 HANSEN, Anders DEN -4 67 71 70 72
T8 LOMAS, Jonathan ENG -4 65 69 71 75
T8 OLAZÁBAL, José Maria ESP -4 69 70 70 71
T8 ROMERO, Eduardo ARG -4 70 62 72 76
T13 DOUGHERTY, Nick ENG -3 72 68 69 72
             
Weiters:            
T17 MONTGOMERIE, Colin SCO -2 69 72 70 71
T31 BRIER, Markus AUT 1 74 70 69 72
T44 DAVIS, Brian ENG 3 71 69 72 75
T50 STRÜVER, Sven GER 4 72 72 72 72
T55 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP 5 67 74 77 71
T55 McGINLEY, Paul IRL 5 70 71 73 75
T68 LEVET, Thomas FRA 8 72 72 72 76
84 ZITNY, Niki AUT 16 67 77 80 76

* Sieg im Stechen


Alle Spielberichte von der Open de France:

>> Vorschau: Auf dem rechten Weg?

>> 1. Runde: Zitny mit Traumstart in Paris

>> 2. Runde: Mit einem blauen Auge

>> 3. Runde: Brier pflügt durch das Feld

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