Linde German Masters
Gut Lärchenhof 
Köln, Deutschland
8. - 11. September 2005
Preisgeld: € 3,000.000

European Tour

LINDE GERMAN MASTERS - Markus Brier fuehrt in Koeln

1. Runde:

8.9.2005 / 18:31 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Brier führt in Köln

Österreicher-Tag in Köln: Brier zaubert eine 66 zum Auftakt hin, die ihm die geteilte Spitze einbringt. Niki Zitny folgt nur einen Schlag zurück.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: gering bewölkt, 16 - 29 Grad, wenig Wind

Markus Brier 1. Runde: 66 (-6) / 1. Platz
Souverän im langen Spiel, locht auch einige längere Putts

Niki Zitny
1. Runde: 67 (-5) /  7. Platz
Solides Spiel, heißer Putter mit 8 Birdies, 10 Single-Putts!

Die Letzten werden die Ersten sein: die Österreicher hofften auf das Bibelwort in Köln, denn wie schon so oft in den letzten Monaten wurden sie in die ungeliebten letzten Gruppen eingeteilt - Markus Brier startete um 9:30 Uhr vom 10. Tee als Letzter der Vormittagsgruppe, Niki Zitny war ebenfalls im Schlussflight am Nachmittag, ab 14 Uhr, unterwegs.

Brier mischt beim Birdiefest mit

Keine Zurückhaltung legt sich Markus Brier im Gut Lärchenhof auf. Mit seinem neuen Caddie Max Zechmann, der für sein scharfes Auge auf den Grüns bekannt ist, erkennt er gleich perfekt die Linie am 11. Grün, dem kürzesten Par 3, und versenkt den ersten Birdieputt aus 5 Metern: "Auf den Grüns klappt das perfekt, wir lesen gemeinsam die Linien, diesbezüglich kann ich mich auf ihn verlassen." Eines der gefürchteten, langen Par 4 steht nun an. Österreichs Nummer 1 ist derzeit eine Macht mit den Eisen und erarbeitet sich auch auf dieser 425 Meter langen Bahn eine Chance, die er aus einem Meter verwertet.

Den lupenreinen Birdie-Hattrick sichert sich Markus am Par 5 der 13, dem wohl leichtesten Loch am Platz: "Obwohl ich aus dem Rough nur vorlegen konnte, aber mit dem Sandwedge auf einen Meter zur Fahne spielte." Erstmals schleichen sich an der 14 leichte Probleme ein, ausgerechnet mit dem Putter - ein Dreiputt aus 12 Metern kostet ein Bogey. Damit ist fürs erste leider der Vormarsch gestoppt, am zweiten der kurzen Par 5 gelingt nur das Par, diesmal war der Drive im Rough.

Ausgerechnet am gefährlichen 17. Grün, wo Wasser viele Annäherungen abfängt, kommt Brier wieder in die Gänge und locht seinen vierten Birdieputt - ist damit zur Halbzeit hervorragend in den Top 10 unterwegs: "Ich habe heute aus 5, 6 Metern einige Putts gelocht, das macht den Unterschied."

Nach Eagle-Coup an der Spitze

Eine Gewaltleistung vollbringt Markus am langen Par 5 der 3, das er nur mit zwei Vollbrettern erreichen kann: "Zwei maximale Schüsse, mit denen ich den linken Grünrand erreicht habe. Die Fahne stand aber hinten rechts." Markus muss durch halb Köln putten, versenkt aus großer Distanz zum Eagle. Als dann am folgenden Par 3 auch noch ein längerer Birdie-Putt fällt, heißt es am Leaderboard: Brier, Platz 1! Die geteilte Führung verspielt er allerdings schon 10 Minuten später mit einem Bogey auf einem der elendslangen Par 4: "Aus dem Rough habe ich einen Flieger übers Grün produziert, der Up & Down zum Par ist sich nicht mehr ausgegangen."

Hantige 220 Meter misst das letzte Par 3, noch ein absoluter Test kurz vor Schluss: doch Brier zuckt kein bisschen, attackiert auch die Fahne im 8. Grün: "In den Wind war das noch ein volles Holz 3 für mich, zur Fahne satte 227 Meter," legt er den Ball Pin high und sechs Meter links vom Stock ab - und sackt noch ein letztes Birdie ein! Mit 66 Schlägen kommt der Österreicher somit ins Clubhaus, teilt sich damit nach der Vormittagsgruppe die Führung. 6 unter Par spielte der Fontana-Pro zuletzt auf der Tour in Estoril - wo er nach Tag 1 in Führung lag: "Am Sonntag muss man vorne sein. Heute ist das zwar angenehm, aber bringt noch wenig," misst Markus der 66 keine zu große Bedeutung bei: "weiter so gut spielen und putten," lautet der Vorsatz - denn nur 27 Putts hat er seit längerem nicht benötigt.

Zitny startet mit Birdie-Hattrick

Niki Zitny zeigt ebenfalls keinen Respekt vor dem Weltklassefeld in Köln: "Es ist einfach toll gelaufen, gute Schläge ins Grün und auch einige längere Putts gelocht," war er entsprechend zufrieden. Birdie auf seinem Eröffnungsloch, der 10 aus drei Metern, geschenktes Birdie am folgenden Par 3 - und noch ein dritter Singleputt fällt auf der langen 12. Bahn, diesmal aus 8 bis 10 Metern: so wie sein Landsmann ist auch Niki rasch auf der Überholspur unterwegs.

Zwei Bahnen lang gönnt sich Zitny eine Verschnaufpause, dann gibt er wieder Gas: Birdie am Par 5 der 15, auch der Putt am gefährlich von Wasser verteidigten 16. Grün fällt - nach nur 7 Löchern hat Zitny seinen Landsmann an der Spitze fast eingeholt. Nun setzt es allerdings einen Dämpfer nach einem Bogey an der 17: "Aus 90 Metern habe ich das Grün überschlagen und den Chip zu kurz gelassen."

Niki auf den Spuren seines Landsmanns

Nach dem Birdiefeuerwerk zu Beginn bremst sich Zitny nun kurz ein: "Viele Drives waren leider schief, aber zum Glück immer nur ein, zwei Meter im Rough, das war nicht so schlimm", konnte er es sich leisten, nur 5 Fairways zu treffen. Am Par 4 der 2 geht ein weiterer Schlag verloren, diesmal nach einem Dreiputt, den Niki allerdings postwendend am folgenden Par 5 wettmachen kann.

Jetzt geht's auf einmal wieder vorwärts, auch am Par 3 der 4 verbessert sich Niki um einen Schlag. Das letzte Par 5 ist mit zwei Schlägen nicht erreichbar, der Wiener profitiert jedoch von einer guten Annäherung und holt sich sein bereits 8. Birdie ab - damit sind erstmals zwei Österreicher auf der European Tour geteilt an der Spitze!

Das überlange letzte Par 3, das er mit einem Rescue anspielen muß, knöpft Niki nach einem gepushten Abschlag noch ein Bogey ab, dafür bleibt er auf dem ebenfalls hantigen Schlussloch fehlerfrei.

Mit der 67er-Runde bleibt Zitny nur einen Schlag hinter dem Sextett an der Spitze mit Markus Brier zurück, erst einmal gelang ihm bei der Open de France mit dem gleichen Score ein ähnlich guter Auftakt. Und erstmals seit langem konnte der Wiener sein starkes Spiel auch in ein exzellentes Score umsetzen: "Endlich ein herzeigbares Score, obwohl ich zwei kurze Putts vorbeigeschoben und mir einen Dreiputt geleistet habe."

Barry Lane als erster Leader

Mit der 66 setzt der englische Haudegen Barry Lane die erste Bestmarke im Clubhaus - die jedoch bald von Markus Brier, Bradley Dredge und Peter Senior eingestellt wurde. Am Nachmittag gesellten sich noch Andrew Marshall und Marc Cayeux aus Zimbabwe dazu. Bemerkenswert dabei: Marc Cayeux wird von Max Zechmann, Briers Caddie gemanagt, der in dieser Woche ein doppelter Gewinner sein könnte.

Wie stark die Leistung der Österreicher einzuschätzen ist, beweist ein Vergleich mit Europas Ryder Cup-Stars, die in Köln um Quali-Punkte für den Kontinentalvergleich im nächsten Jahr kämpfen und daher wirklich Vollgas geben: Paul Casey teilt sich mit Zitny Rang 7, Jimenez und Levet sind 43., Montgomerie und Poulter 72., Titelverteidiger Padraig Harrington gar nur 116.


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1
T1 BRIER, Markus AUT -6 66
T1 CAYEUX, Marc ZIM -6 66
T1 DREDGE, Bradley WAL -6 66
T1 LANE, Barry ENG -6 66
T1 MARSHALL, Andrew ENG -6 66
T1 SENIOR, Peter AUS -6 66
T7 CASEY, Paul ENG -5 67
T7 GONZALEZ, Ricardo ARG -5 67
T7 GOOSEN, Retief RSA -5 67
T7 LANGER, Bernhard GER -5 67
T7 LARA, José Manuel ESP -5 67
T7 SCHWARTZEL, Charl RSA -5 67
T7 ZITNY, Niki AUT -5 67
       
Weiters:      
T14 KARLSSON, Robert SWE -4 68
T14 OLAZÁBAL, José Maria ESP -4 68
T22 FASTH, Niclas SWE -3 69
T22 SCHUSTER, Tino GER -3 69
T36 CABRERA, Angel ARG -2 70
T36 STRÜVER, Sven GER -2 70
T43 BJÖRN, Thomas DEN -1 71
T43 CAMPBELL, Michael NZL -1 71
T43 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 71
T43 LEVET, Thomas FRA -1 71
T43 SIEM, Marcel GER -1 71
T72 MONTGOMERIE, Colin SCO Par 72
T72 POULTER, Ian ENG Par 72
T116 HARRINGTON, Padraig IRL 3 75
T116 WOOSNAM, Ian WAL 3 75


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