Linde German Masters
Gut Lärchenhof 
Köln, Deutschland
8. - 11. September 2005
Preisgeld: € 3,000.000

European Tour

LINDE GERMAN MASTERS - Markus Brier verliert sein Score

Final:

11.9.2005 / 16:45 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Wo bitte ist mein Score?

Gut gespielt, viele Grüns getroffen, wenig daraus gemacht: Markus Brier (73) und Niki Zitny (69) teilen sich den 55. Platz und verschenken viel Preisgeld.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, zeitweise Regen, 22 Grad, wenig Wind
 
Markus Brier 4. Runde: 73 (+1) / 4 unter Par / 55. Platz
Wenig Putts gelocht, jeder Fehler führt zum Bogey

Niki Zitny 4. Runde: 69 (-3) / 4 unter Par / 55. Platz
Großartig gespielt, aber keine längeren Putts gefallen

Nicht mehr mittendrin in der Entscheidung, aber noch immer dabei sind Markus Brier und Niki Zitny am Finaltag der German Masters. Nach dem Rückfall der letzten beiden Runden wollten sich die Österreicher noch vorspielen, vor allem Brier hatte noch die Chance auf einen guten Preisgeldscheck, der ihm aller Sorgen um die Tourkarte entledigen würde.

Frühe Birdies nutzen wenig 

Vom ersten Schlag an attackiert Markus Brier am Sonntag, schließt spielerisch wieder an die Leistung vom ersten Spieltag an: "Im ersten Drittel habe ich auf jedem Grün eine echte Birdiechance herausgespielt". Und anfangs nutzt er diese auch: gleich am zweiten Grün fällt der Singleputt zum Birdie, auch am folgenden, langen Par 5 ist er zur Stelle und geht schon zwei unter Par für den Tag. Markus sollte stolze 14 Grüns treffen, obwohl die engen Fairways das äußerst schwer machen.

Die drei langen Bahnen ab der 7 sind ein echter Test - den Markus allerdings nicht besteht, da jeder Fehler auf diesen Bahnen konsequent zum Bogey führt. Das längste Par 5 am Platz bewältigt er nach dem Drive ins Rough und verfehltem Grün nur in 6 Schlägen, patzt auch am folgenden 220 Meter langen Par 3 und kassiert am überlangen Par 4 der 9 das dritte Bogey in Folge: "An der 8 war ich nur einen Meter vom Grün entfernt und an der 9 vom Abschlag so tief im Rough, dass ich mit dem Zweiten nicht einmal in Grünnähe kommen konnte."

Der Putter ist kein Sonntagskind

Dennoch kämpft Brier beherzt weiter, erarbeitet sich am kurzen Par 3 der 11 eine gute Chance und gleicht mit dem Birdie seine Tagesbilanz aus. Die schweren Fahnenpositionen, vor allem auf den Back 9, lassen jedes Birdie doppelt erkämpft sein. Da auch keine längeren Putts fallen wollen, bleiben die vielen Grüntreffer eine brotlose Kunst: "Vom 10. bis zum 14. Grün habe ich wieder alle getroffen. Max und ich haben aber die Linien auf den Grüns nicht richtig gelesen, eigentlich hat der Putter nur am ersten Tag funktioniert."

Nur die beiden Par 5 auf den Back 9 sind noch gute Birdielöcher - und gerade dort leistet sich Markus einige Patzer - enttäuschendes Par an der 13 und neuerlich ein Bogey auf der rough- und wasserreichen 15. Aus 14 getroffenen Grüns macht Markus eine 73er-Runde - kein einziger Up & Down wollte ihm heute gelingen. Mit 32 Putts bleiben neuerlich zu viele Möglichkeiten auf den Grüns ungenützt.

Bei 4 unter Par erreicht Brier den geteilten 55. Platz - immerhin mit 9.300 Euro Preisgeld die Tourkarte für 2006 schon ziemlich gut abgesichert haben: "Das könnte schon reichen, aber sicher ist das noch nicht. Aber es kommen ja noch meine spanischen Wochen," baut er auf sein bekannt starkes Saisonfinish. 

Zitny begradigt sein Spiel

Wesentlich sicherer im langen Spiel ist Niki Zitny unterwegs, das "begradigte Spiel" führt zu deutlich mehr Fairway- und Grüntreffern: "Das war sehr gut heute, nur ganz wenige Ziele verfehlt. Aber die Fahnen haben's heute bestens versteckt, absolut brutal anzuspielen." Die Birdieputts wollen somit nicht nach Wunsch fallen: gerade einmal auf den Par 5 der 7 und 13 kann sich der Wiener scoretechnisch um einen Schlag verbessern: "Vor allem auf den Back 9 war keine einzige leichte Fahne."

Sein Lieblingsloch bleibt das kurze Par 3 der 11, wo er sich zum dritten Mal in dieser Woche das Birdie abholen kann. Lange Zeit behält er seine weiße Weste, bis er am langen Par 4 der 12 Zitny sein erstes Bogey kassiert: "Das Fairway ganz knapp verfehlt und schon war ich voll betoniert, mehr als raushacken war nicht drinnen." Den Ausrutscher macht er jedoch sofort wieder mit einem Birdie wett, kämpft sich noch fantastisch über das ultraschwere Finish hinweg: am 72. Loch verabschiedet er sich mit einem Birdie von seiner ersten German Masters: "Auf einen halben Meter an die Fahne ganz nah beim Wasser rangeschossen, ich hatte auch nichts mehr zu verlieren."

Die 69er-Runde kann sich durchaus sehen lassen: vor allem brillierte der Wiener heute im langen Spiel, verfehlte nur zwei Grüns. Mit etwas mehr Puttglück hätte Zitny zum Abschluss wirklich tief schießen können. In der Order of Merit wird ihm der 55. Platz von Köln (4 unter Par) nicht wirklich weiter helfen - aber zumindest konnte er zwei Runden lang mit den Weltstars mithalten: "Dennoch ein großer Schritt vorwärts. Ohne die drei Wasserbälle am Samstag wäre ich bei 10 unter Par gut dabei gewesen."

Goosen gewinnt den Endspurt

Von dem Dutzend Spieler, die am Finaltag um den Sieg bei der Linde German Masters kämpften, erwischte Retief Goosen mit Doppelbogey an der 2 den schlechtesten Start. Doch wer zuletzt lacht ... 8 Birdies später war der Südafrikaner dank der 67 der strahlende Sieger im Gut Lärchenhof bei 20 unter Par, trotz eines Bogeys am Schlussloch. Einen Schlag zurück bleibt der stürmisch angreifende Spanier Jose-Maria Olazabal geteilt mit "Little" Nick Dougherty, David Lynn und dem Schweden Henrik Stenson. Gastgeber Bernhard Langer kommt als 12. ins Ziel. 


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3 R4
1 GOOSEN, Retief RSA -20 67 68 66 67
T2 LYNN, David ENG -19 68 67 67 67
T2 OLAZÁBAL, José Maria ESP -19 68 65 70 66
T2 DOUGHERTY, Nick ENG -19 71 64 66 68
T2 STENSON, Henrik SWE -19 71 66 64 68
6 HOWELL, David ENG -18 72 66 66 66
T7 WALL, Anthony ENG -17 71 62 68 70
T7 CASEY, Paul ENG -17 67 67 71 66
9 CABRERA, Angel ARG -16 70 68 67 67
             
Weiters:            
T12 FASTH, Niclas SWE -13 69 71 65 70
T12 LANGER, Bernhard GER -13 67 69 71 68
T17 BJÖRN, Thomas DEN -12 71 70 69 66
T17 LEVET, Thomas FRA -12 71 66 67 72
T36 CAMPBELL, Michael NZL -8 71 69 73 67
T40 WOOSNAM, Ian WAL -7 75 67 68 71
T55 BRIER, Markus AUT -4 66 73 72 73
T55 ZITNY, Niki AUT -4 67 72 76 69
T61 STRÜVER, Sven GER -3 70 68 73 74
65 POULTER, Ian ENG -2 72 70 74 70
T66 BOSSERT, André SUI -1 72 69 73 73
T70 SIEM, Marcel GER 2 71 70 75 74



Alle Spielberichte von der German Masters

>> 3. Runde: Die Spitze entfernt sich

>> 2. Runde: Die Musik spielt wo anders

>> 1. Runde: Brier führt in Köln

>> Vorschau: Bei den Langers zu Gast



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