Heineken Classic
Royal Melbourne GC 
Victoria, Australien
3. - 6. Februar 2005
Preisgeld: € 1,190.000

European Tour

HEINEKEN CLASSIC - Wetter als Spielverderber

2. Runde

4.2.2005 / 09:08 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Vom Putter eingebremst

Die pfeilschnellen Grüns von Melbourne stoppten Briers Vormarsch, die neuerliche Par-Runde reicht knapp für den 3. Cut beim 3. Turnier.

 
Das Wichtigste in Kürze

bewölkt, warm, etwas mehr Wind am Nachmittag

Markus Brier
2. Runde: 71 (Par) / gesamt Even Par - 69. Platz
Solide bis zum Grün, mit dem Putter Topergebnis verschenkt

Colin Montgomerie (65) führt im Clubhaus bei 9 unter Par, Peter Lonard (68) erreichte ebenfalls diese Bestmarke

Cut
endgültig bei Even Par

Nach den stärksten Regenfällen der letzten hundert Jahre präsentierte sich der Royal Melbourne GC am Freitag in erstaunlich gutem Zustand. Selbst die Grüns hatten die Wassermassen locker absorbiert, zeigten sich erstmals von ihrer pfeilschnellen Seite - das bekam auch Markus Brier zu spüren: "Unglaublich, die Grüns wurden von Minute zu Minute schneller, damit hatte ich so meine Probleme".

Nach dem Nachspiel über zwei Löcher, wo ihn ein Dreiputt noch einen Schlag zur Par-Runde von 71 Schlägen kostete >> Wie gewonnen, so zerronnen , bekam er nur knapp eine Stunde Zeit, bevor es am 10. Abschlag wieder hinaus auf den Platz ging.

Ein Schritt vor - einer zurück

"Im langen Spiel lief es neuerlich sehr gut, nur bin ich nie richtig ins Laufen gekommen", sollte Brier zwar 12 Fairways und 13 Grüns treffen, aber insgesamt auf der Stelle treten.

Typisch dafür gleich der Beginn: Markus schießt ein Eisen 6 gut zur 10. Fahne, locht aus vier Metern bombensicher zum Birdie: "Da dachte ich, jetzt geht's los". Doch die kurze 11 und 12 kann er nicht nutzen, auf den brutal schweren Bahnen 13 bis 18 muss auch der Österreicher Tribut zollen: "Die 14 war bei Gegenwind ein Hammer, für den Grünschuß brauchte ich noch ein Eisen 3, das war leider etwas fett getroffen". Brier bleibt etwas zu kurz, verpasst knapp den Up & Down.

Sonst passte das lange Spiel auf der schwierigen Strecke des Platzes - bis zur 16, als Brier aus 12 Metern wieder mit Dreiputt auf dem Grün ausrutscht: "Ok, das war aus größerer Entfernung, kann schon mal passieren".

Brier betreibt weiter Sysiphus-Arbeit, feuert an der 17 ein starkes Eisen 9 ins Grün ab und bringt sein Score aus zwei Metern mit dem Birdie wieder auf die Reihe: "So ging's die ganze Zeit: einmal eins über, dann eins unter Par".

Kein Vorankommen auf den einfacheren Bahnen

Auf den deutlich einfacheren, vorderen 9 Löchern legt Markus gut mit einem Birdie am ersten Par 5 los: "Aus dem Grünbunker habe ich mir eine gute Chance aufgelegt und trocken verwertet". An der 5, 7, 8 und 9 erarbeitet er sich weitere exzellente Gelegenheiten, die der eiskalte Putter allesamt versiebt.  

Eine Runde in den roten Zahlen ist ihm auch am Freitag nicht vergönnt: spät erwischt es Brier an der 6 mit dem dritten Bogey - wieder nach einem Dreiputt: "Da ging's bergauf, der erste Putt war etwas zu kurz, und dann schiebe ich den Par-Putt aus einem halben Meter vorbei," torpedierte er neuerlich mit einem Bogey sein Score. Somit wieder nur eine Par-Runde von 71 Schlägen, die sogar noch ein paar Stunden lang den Cut in Frage stellte, aber letztlich mit Platz 69 doch noch fürs Wochenende reichte.

Mit jeweils drei Birdies bei drei Bogeys lieferte Markus Brier somit an beiden Tagen ein Nullsummenspiel ab, exakt die Hälfte seiner Schlagverluste kassierte er nach Dreiputts. Das lange Spiel bleibt aber insgesamt zufriedenstellend, in Melbourne cuttet der Österreicher auch beim dritten Turnier des Jahres - muss sich allerdings am Wochenende noch steigern: "Hoffentlich habe ich mich bald auf die Grüns eingeschossen. Der Speed muss bei den Putts absolut perfekt stimmen, weil man sonst den Break nie richtig hinbekommt."

Els und Monty spielen den Rest an die Wand

Seine absolute Topform beweist Colin Montgomerie auch in Melbourne, am zweiten Tag gab Schottlands Ryder Cup-Star mit der 65 so richtig Gas, feuerte mit 6 Birdies und 0 Bogeys die zweitbeste Tagesrunde. Bei 9 unter Par teilt sich Monty die Halbzeitführung mit dem besten Australier, Peter Lonard, der mit seinem Besenstilputter zur 68 lochte. 

Besser als Monty war nur Titelverteidiger Ernie Els, der nach seinen Monsterdrives immer die kürzesten Schläge ins Grün hatte und auch mit dem Putter die feine Klinge führte - mit 64 kam "Big Easy" vom 70. bis auf den 8. Platz vor (6 unter Par).

Ebenso knapp wie Markus Brier rettete sich auch der Hamburger Sven Strüver ins Wochenende. Die Aufholjagd des Tages lieferte Nick Faldo: nach der desaströsen 78 zauberte der Engländer eine 66 auf den Platz, lochte jede Menge langer Putts, hatte am Ende dennoch um 2 Schläge zuviel am Konto.


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
T1 LONARD, Peter AUS -9 65 68
T1 MONTGOMERIE, Colin SCO -9 68 65
T3 IMMELMAN, Trevor RSA -8 65 69
T3 LYLE, Jarrod AUS -8 68 66
T5 NITTIES, James AUS -7 68 67
T5 PARRY, Craig AUS -7 69 66
T5 STENSON, Henrik SWE -7 69 66
T8 ELS, Ernie RSA -6 72 64
T8 O'HERN, Nick AUS -6 69 67
T8 O'MALLEY, Peter AUS -6 70 66
T8 RUMFORD, Brett AUS -6 70 66
T8 SMAIL, David NZL -6 69 67
         
Weiters:        
T13 DOUGHERTY, Nick ENG -5 68 69
T29 APPLEBY, Stuart AUS -3 72 67
T37 LAFEBER, Maarten NLD -2 70 70
T37 McDOWELL, Graeme NIR -2 70 70
T37 SCOTT, Adam AUS -2 72 68
T69 BRIER, Markus AUT Par 71 71
T69 STRUVER, Sven GER Par 71 71
         
Cut verpasst (Par):        
T83 HAEGGMAN, Joakim SWE 1 74 69
T92 FALDO, Nick ENG 2 78 66
T105 BJORN, Thomas DEN 3 73 72
T122 CAMPBELL, Michael NZL 5 73 74
T142 NORMAN, Greg AUS 7 76 73

 

Alle Beiträge zur Heineken Classic:

>> Vorschau: Putt-Test in Melbourne
>> 1. Runde: Wie gewonnen, so zerronnen

 

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