The Heritage
Duke's Course, Woburn 
England
23. - 26. September 2004
Preisgeld: € 2,000.000

European Tour

THE HERITAGE WOBURN - Der Wind spielt mit.

1. Runde:

23.9.2004 / 20:43 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Brier gibt verletzt auf

Markus Brier wirft nach 12 Löchern mit verstauchter Hand das Handtuch. Martin Wiegele (73) kämpft tapfer bei Wind und schwerem Platz.

 
Das Wichtigste in Kürze

Bewölkt, 15 Grad, kräftiger Westwind mit über 30 km/h

Markus Brier
: Aufgabe nach 12 Löchern mit Handverletzung

Martin Wiegele 1. Runde: 73 (+1) - 58. Platz
Sehr solide im starken Wind, nur 2 Birdies und 2 Bogeys.

Graeme McDowell, Jose-Manuel Lara
und Nick O'Hern führen mit  
67 Schlägen (5 unter Par).

Vorschau: >> M & M treffen Ryder Cup Helden

Eine Woche Pause hatte Hausbauer Markus Brier genützt, um sich "nützlich" zu machen: "Dabei habe ich es mit der Hilti übertrieben, mir in der rechten Hand eine Nervenentzündung zugezogen". Zwar kam das Gefühl in der verletzten Hand von Tag zu Tag mehr zurück, doch schon beim Einschlagen vor der ersten Runde bekam Brier neuerlich Schmerzen: "Im Ring- und kleinen Finger hatte ich überhaupt kein Gefühl, habe daher von Beginn an die Drives meilenweit weggeschossen. Die Eisenschläge gingen zwar, waren aber irgendwo am Grün, nie in der Nähe der Fahne". 

Früher Rückstand für Markus Brier

Brier patzt daher gleich am kurzen Eröffnungsloch, einem Dogleg Par 4 mit Gegenwind, wo er sofort ein Bogey kassiert. Das erste kurze Par 5 ist eine aufgelegte Birdiechance, allerdings hängt das Fairway extrem nach links weg - Brier schießt wieder den Drive weg, kassiert ausgerechnet hier sein zweites Bogey: "Ich hatte vor allem beim Putten kein Gefühl, habe daher gleich zwei Dreiputts fabriziert".

Das längste Par 4 der 6 ist zugleich das statistisch schwerste Loch am ersten Spieltag, zudem steht die Fahne ganz hinten am oberen Plateau. Auch Brier erleidet auf diesem 424 Meter langen Monster einen Aderlaß an seinem Score, fällt mit dem dritten Bogey noch weiter zurück. An der nicht allzu schweren 9, einem mittellangen Par 4, fällt Österreichs Nummer 1 mit dem vierten Bogey endgültig aus den Top 100 hinaus.

Nur kurzes Aufbäumen zu Beginn der Back 9

Nach den Front 9 zum Abwinken sorgt Brier an der 10 für einen Lichtblick. Auf diesem kurzen, aber hautengen Par 5 gelingen zwei gute lange Schüsse, die zum ersten Birdie führen. Doch die Schmerzen in der Hand werden immer schlimmer: am Par 4 der 12, das Rückenwind ziemlich entschärft, bekommt der Österreicher größte Probleme und fällt mit einem Doppelbogey schon hoffnungslos auf 5 über Par zurück: "Nach einem Ausflug in den Grünbunker hatte ich einen Dreimeter-Putt zum Par - als ich dann noch drei Putts benötigte, ohne Gefühl in der Hand, da habe ich mir gedacht, es macht keinen Sinn weiterzumachen und die Hand weiter zu belasten". Also gab er w.o. um sich für die World Cup-Qualifikation auszukurieren, die er gemeinsam mit Martin Wiegele in der kommenden Woche in Mexiko angehen wird.


Wiegele: Idealer Start mit einem Birdie

"Vom Abschlag werde ich hauptsächlich lange Eisen und Fairwayhölzer nehmen," wollte Martin Wiegele gut ins Spiel kommen und möglichst viele Fairways treffen. Das ist dem Steirer auch perfekt gelungen, er trifft zum Auftakt 11 von 14 Fairways, hat allerdings deutlich mehr Probleme die Grüns zu treffen - trifft nur jedes Zweite und hat einigen Stress um jeweils das Par zu retten: "Vom Spiel her war das ganz ok, nur etwas mehr Grüns hätte ich treffen müssen. Zumeist konnte ich aber das Par retten, weil mein kurzes Spiel hervorragend war".

Die erste Aufgabe war das kurze, schnurgerade Par 5 der 10, das sich zwischen engen Baumreihen spielt. Wiegele erreicht zwar nicht mit dem zweiten Schlag das Grün, dafür springt der Putter ein - das Birdie fällt aus 15 Metern. Über das schwere Par 3 der 11 kommt er gut hinweg, hält sich auch in der Folge in den roten Zahlen. Nachdem er sich über das härteste Par 4 der hinteren 9 Löcher, die 15,  gut hinweggeturnt hat, passiert am folgenden Rückenwind Par 4 ausgerechnet der erste Schlagverlust: "Das war leider ein Dreiputt". Am einfachsten Loch des Platzes, dem Par 5 der 18, geht Martin leider leer aus.

Solide gespielt, mit Birdies gegeizt

Der Beginn der vorderen 9 Löcher spielt sich in den Wind, doch das sollte am 120 Meter kurzen Par 3 der 2. Bahn kein Problem sein, selbst auf dem extrem hängenden Grün. Leider kommt Wiegele wieder nicht mit dem Putter zurecht und marschiert nach dem nächsten Drilling mit Bogey vom Grün. Weiter kann er jedoch seine Chancen auf den Par 5 nicht nutzen, schafft auch an der kurzen 4 kein Birdie. 

Erst am Par 4 der 7. Bahn, wo der Wind gefährlich von der linken Seite ins Spiel kommt, kann Wiegele endlich eine seiner Chancen zum zweiten Birdie des Tages nutzen: "Ein sehr gutes kurzes Eisen ins Grün und ein Putt aus zwei Metern, der endlich gefallen ist". Weiter soll die Birdiejagd am folgenden Par 3 gehen, das sich bei Rückenwind sehr kurz und leicht spielt. Doch die Attacke auf die Fahne misslingt, Martin verfehlt das Grün auf der falschen Seite und kassiert noch spät ein Bogey. Nach einem sicheren Par am Schlussloch kann Wiegele die 73 nach einer insgesamt sehr soliden Leistung bei schweren Bedingungen auf die Scorekarte schreiben.

Mit 1 über Par klassiert sich der Steirer rund um Platz 55, mit exzellenten Chancen um morgen den Cut zu schaffen: "Ohne die beiden Dreiputts wäre das ganz passabel gewesen. Wenn ich das morgen abstellen kann, bin ich am Wochenende dabei".


Gleich 8 Birdies für Lara

Was Platz und Bedingungen trotzdem hergaben, zeigte Spaniens ewiges Golftalent Jose-Manuel Lara. Mit 8 Birdies scorte er die 67er-Runde, die noch am Vormittag vom australischen Windkünstler Nick O'Hern eingestellt wurde. Am Nachmittag schafft nur noch der Nordire Graeme McDowell die 67, auch er ist als absoluter Windspezialist bekann. Nick Faldo's Musterschüler Nick Dougherty folgt mit einem Schlag Rückstand. 

Die meisten Ryder Cup-Helden zeigten sich noch erschöpft von ihrem Erfolg - oder wie man munkelt, auch vom Feiern! David Howell und Colin Montgomerie waren noch die Besten mit 71er-Runden, Ian Poulter leistete sich dagegen auf seinem Heimplatz eine desaströse 77.


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1
T1 LARA, José Manuel ESP -5 67
T1 McDOWELL, Graeme NIR -5 67
T1 O'HERN, Nick AUS -5 67
T4 DOUGHERTY, Nick ENG -4 68
T4 JACQUELIN, Raphaël FRA -4 68
T4 MOSELEY, Jarrod AUS -4 68
T4 PRICE, Phillip WAL -4 68
T4 RUSSELL, Raymond SCO -4 68
T4 SJÖLAND, Patrik SWE -4 68
T10 CHAPMAN, Roger ENG -3 69
       
Weiters:      
T17 GOOSEN, Retief RSA -2 70
T29 BJÖRN, Thomas DEN -1 71
T29 HOWELL, David ENG -1 71
T29 MONTGOMERIE, Colin SCO -1 71
T29 WOOSNAM, Ian WAL -1 71
T44 HARRINGTON, Padraig IRL Par 72
T44 LAWRIE, Paul SCO Par 72
T58 WIEGELE, Martin AUT 1 73
T78 FULKE, Pierre SWE 2 74
T78 SANDELIN, Jarmo SWE 2 74
T90 STRÜVER, Sven GER 3 75
T121 POULTER, Ian ENG 5 77
T128 CLÉMENT, Julien SUI 6 78
T128 DAVIS, Brian ENG 6 78
T135 DIER, Tobias GER 8 80
- BRIER, Markus AUT - Rtd.

 

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