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Markus Brier:
Foto: Golf-Live.at
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M & M geben Gas
Martin Wiegele schoß sich mit der 70 aus der Krise, Markus Brier erkämpft
sich eine gute Cutchance (-2 nach 14). Angel Cabrera führt
bei 14 unter, Marcel Siem holt mächtig auf.
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Die schweren Regenfälle der letzten 36 Stunden haben tiefe Spuren im
Tolcinasco Golfclub hinterlassen, bis Samstag 11 Uhr hatten die Platzarbeiter Schwerstarbeit zu leisten um den Parcours wieder halbwegs
spielbereit zu machen.
Mit einem ganzen Tag plus 3 Stunden und 30 Minuten Verspätung wurde die Italian
Open um 11 Uhr in die zweite Runde geschickt, und das bei perfektem
Golfwetter: windstill, trocken, die weichen Bedingungen bevorzugten
eindeutig die Longhitter. Das Turnier wurde bereits definitiv auf 54 Löcher
verkürzt. Um 15:30 kommt jedoch der Wind unangenehm auf,
Gewitterwolken ziehen bedrohlich herein, erste Blitze stoppen um 16:15 MEZ für
eine Stunde das Spiel, das danach bis um 20:30 MEZ fortgesetzt werden
konnte.
Martin Wiegele erstmals wieder unter Par
Einen guten Drive und eine präzise Annäherung brauchte Martin Wiegele
gleich am Eröffnungsloch, um das Birdie auf diesem Par 5 einzusacken - mit
Erfolg. Das gab Anlaß zur Hoffnung, der Grazer sollte heute deutlich solider
unterwegs sein, mehr Fairways (10) und Grüns (11) treffen als zum Auftakt.
"Ich habe einfach probiert ohne einen Schwunggedanken zu spielen und das
hat wunderbar geklappt", verließ sich Martin auf seine automatisierte
Technik.
Gleich am nächsten, langen Par 4, landet Martin seinen Annäherungsschlag im
Bunker, gibt den soeben gewonnenen Schlag wieder ab. Die 4. Bahn kostet ihn nach
einem Dreiputt einen weiteren Schlag, damit hat Wiegele die schwerste Ecke des Platzes
insgesamt passabel hinter sich gebracht, gleicht sein Score mit Birdie am zweiten Par 5, der
9 wieder aus.
Auf den leichteren Back 9 muß Martin auf den Cut theoretisch noch 5 Schläge gutmachen.
Dieses Unterfangen beginnt gut mit einem Birdie an der kurzen 10, dem vom
Abschlag erreichbaren Par 4. Einen weiteren Schlag holt er am Par 4 der 13 auf.
Im Finish wollen keine Birdieputts mehr fallen, Martin spielt immerhin seine
letzten 14 Bahnen ohne Schlagverlust. Sein wesentlich schärferes Kurzspiel
macht den Unterschied, bei sieben verfehlten Grüns rettet er noch sechs Mal das
Par, hat nur mit den Bunkerschlägen zwei von dreimal keinen Erfolg. Auch mit
der Leistung auf den Grüns darf er zufrieden sein, 27 Putts sind guter
Tourstandard, auch wenn ein Dreiputt schmerzt.
Die 70er-Runde (2 unter Par) dürfte zwar nicht gut genug für den Cut sein, ist
aber ein kräftiges Lebenszeichen unseres Tourneulings - und seine erste Runde
in den roten Zahlen seit 12. März (2. Runde in Qatar): "Das war heuer die
erste Runde, wo ich wirklich Spaß am Spiel gehabt habe", ging sein Vorsatz
auf, den Erfolgsdruck zu vergessen.
Markus Brier erfolgreich bei der Aufholjagd
Seit Donnerstag abend saß Markus Brier untätig in Mailand herum, erst gegen 16 Uhr
durfte er auf seine zweite Runde. Mit einem leichten Birdie gleich am Par 5 der
1 - mit zwei am Grün, zwei Putts - beginnt er ideal seine Runde. So wie Martin patzt auch er an
der 2, verzieht den Drive ins Rough, kann nur vorlegen, schafft den Up &
Down auf die kurz gesteckte Fahne nicht. "Ab diesem Punkt habe ich besser
abgeschlagen, mich über die schweren nächsten Bahen gut drübergerettet".
Auf dem längsten Par 4 des
Platzes, der 7 mit 423 Metern, hat Brier noch ein Holz 5 ins Grün, dieses
gerät zu lang, ein weiterer Schlag geht verloren.
Doch nun wendet sich das Platz: "Ab der 8 habe ich jedes Grün getroffen
und eine Chance nach der anderen gehabt" - und diese nützt er auch. Sein bestes Birdies des bisherigen Turnierverlaufs holt sich Brier postwendend
an der 8, einem über 200 Meter langen Par 3, wo Wasser frontal bis zum Grün
reicht, die links hinten im Grün postierte Fahne volle Attacke erlaubt -
endlich fällt ein langer Birdieputt aus 10 Metern. Beflügelt von diesem Erfolg holt er sich am folgenden Par
5 das nächste Birdie ab, dieses Grün ist heute mit zwei
Schlägen (Driver, Eisen 4) erreichbar, die Fahne steckt auch nicht allzu schwer,
aus 5 Metern vergibt er sogar eine gute Eagle-Chance.
Der dritte Streich folgt zugleich am kürzesten Par 4 der 10, wo Brier trotz
Gegenwind den Birdie-Trippelpack mit gutem Pitch & Putt realisiert. Auf den
nächsten drei Löchern wollen die Putts aus vier, fünf Metern nicht mehr
fallen, dennoch wäre er bei diesem Zwischenstand sicher für die Finalrunde
qualifiziert.
Nach 14 Löchern war dann Schluß für den Samstag. "Nach kleinen
Anlaufschwierigkeiten habe ich den Ball super getroffen, morgen auf den letzten
vier Bahnen sollte ich den Cut ins Trockene bringen, das hat erste
Priorität", möchte Brier endlich wieder ein zählbares Ergebnis
einfahren.
Zwischenergebnis: -2 nach 14 Löchern, insgesamt -2 (Platz 61).
Der Cut pendelt permanent zwischen 1 und 2 unter Par hin und her.
Cabrera führt - Marcel Siem im Windschatten
Mit Marcel Siem, Graeme McDowell und Angel Cabrera setzen sich
erwartungsgemäß die Longhitter in Szene. Jeweils sechs Birdies und kein Bogey
zur 66 spielten McDowell und Siem, der Nordire setzte damit bei 12 unter
Par die erste Bestmarke im Clubhaus. Marcel Siem spielte übrigens auf 36 Löchern kein einziges
Bogey, klassiert sich vorläufig auf Platz 3 (11 unter Par).
Angel Cabrera pulverisierte mit 63 Schlägen den Platzrekord und
übernahm bei 14 unter Par mit zwei Shots Vorsprung die Führung. Der
argentinische Powerhitter konnte sich dank seines perfekten langen Spiels einige
verschobene kurze Birdieputts leisten, auf seinem letzten Loch, der 9, vergab er
aus zwei Metern ein zweites Eagle auf seiner Runde.
Die zweite Runde soll am Sonntag ab 07:30 MEZ fertig gespielt werden, auch
Markus Brier muß noch vier Löcher absolvieren, ist dann hoffentlich ab 11:30
MEZ bei der dritten und abschließenden Runde mit dabei.
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