PGA EUROPEAN TOUR - Brier und Wiegele bei Spaghetti Milanese.

Italian Open
Castello di Tolcinasco G & CC  
Milan, Italien
29. April - 2. Mai 2004
Preisgeld: € 1,200.000

European Tour

 
2. Runde: 1.5.2004 / 20:45 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
>> STARTSEITE Golf-Live.at


Markus Brier:
Foto: Golf-Live.at


M & M geben Gas

Martin Wiegele schoß sich mit der 70 aus der Krise, Markus Brier erkämpft sich eine gute Cutchance (-2 nach 14). Angel Cabrera führt bei 14 unter, Marcel Siem holt mächtig auf.

Die schweren Regenfälle der letzten 36 Stunden haben tiefe Spuren im Tolcinasco Golfclub hinterlassen, bis Samstag 11 Uhr hatten die Platzarbeiter Schwerstarbeit zu leisten um den Parcours wieder halbwegs spielbereit zu machen. 

Mit einem ganzen Tag plus 3 Stunden und 30 Minuten Verspätung wurde  die Italian Open um 11 Uhr in die zweite Runde geschickt, und das bei perfektem Golfwetter: windstill, trocken, die weichen Bedingungen bevorzugten eindeutig die Longhitter. Das Turnier wurde bereits definitiv auf 54 Löcher verkürzt. Um 15:30 kommt jedoch der Wind unangenehm auf, Gewitterwolken ziehen bedrohlich herein, erste Blitze stoppen um 16:15 MEZ für eine Stunde das Spiel, das danach bis um 20:30 MEZ fortgesetzt werden konnte.  

Martin Wiegele erstmals wieder unter Par

Einen guten Drive und eine präzise Annäherung brauchte Martin Wiegele gleich am Eröffnungsloch, um das Birdie auf diesem Par 5 einzusacken - mit Erfolg. Das gab Anlaß zur Hoffnung, der Grazer sollte heute deutlich solider unterwegs sein, mehr Fairways (10) und Grüns (11) treffen als zum Auftakt. "Ich habe einfach probiert ohne einen Schwunggedanken zu spielen und das hat wunderbar geklappt", verließ sich Martin auf seine automatisierte Technik.

Gleich am nächsten, langen Par 4, landet Martin seinen Annäherungsschlag im Bunker, gibt den soeben gewonnenen Schlag wieder ab. Die 4. Bahn kostet ihn nach einem Dreiputt einen weiteren Schlag, damit hat Wiegele die schwerste Ecke des Platzes insgesamt passabel hinter sich gebracht, gleicht sein Score mit Birdie am zweiten Par 5, der 9 wieder aus.

Auf den leichteren Back 9 muß Martin auf den Cut theoretisch noch 5 Schläge gutmachen. Dieses Unterfangen beginnt gut mit einem Birdie an der kurzen 10, dem vom Abschlag erreichbaren Par 4. Einen weiteren Schlag holt er am Par 4 der 13 auf. Im Finish wollen keine Birdieputts mehr fallen, Martin spielt immerhin seine letzten 14 Bahnen ohne Schlagverlust. Sein wesentlich schärferes Kurzspiel macht den Unterschied, bei sieben verfehlten Grüns rettet er noch sechs Mal das Par, hat nur mit den Bunkerschlägen zwei von dreimal keinen Erfolg. Auch mit der Leistung auf den Grüns darf er zufrieden sein, 27 Putts sind guter Tourstandard, auch wenn ein Dreiputt schmerzt.

Die 70er-Runde (2 unter Par) dürfte zwar nicht gut genug für den Cut sein, ist aber ein kräftiges Lebenszeichen unseres Tourneulings - und seine erste Runde in den roten Zahlen seit 12. März (2. Runde in Qatar): "Das war heuer die erste Runde, wo ich wirklich Spaß am Spiel gehabt habe", ging sein Vorsatz auf, den Erfolgsdruck zu vergessen. 


Markus Brier erfolgreich bei der Aufholjagd

Seit Donnerstag abend saß Markus Brier untätig in Mailand herum, erst gegen 16 Uhr durfte er auf seine zweite Runde. Mit einem leichten Birdie gleich am Par 5 der 1 - mit zwei am Grün, zwei Putts - beginnt er ideal seine Runde. So wie Martin patzt auch er an der 2, verzieht den Drive ins Rough, kann nur vorlegen, schafft den Up & Down auf die kurz gesteckte Fahne nicht. "Ab diesem Punkt habe ich besser abgeschlagen, mich über die schweren nächsten Bahen gut drübergerettet". Auf dem längsten Par 4 des Platzes, der 7 mit 423 Metern, hat Brier noch ein Holz 5 ins Grün, dieses gerät zu lang, ein weiterer Schlag geht verloren.

Doch nun wendet sich das Platz: "Ab der 8 habe ich jedes Grün getroffen und eine Chance nach der anderen gehabt" - und diese nützt er auch.  Sein bestes Birdies des bisherigen Turnierverlaufs holt sich Brier postwendend an der 8, einem über 200 Meter langen Par 3, wo Wasser frontal bis zum Grün reicht, die links hinten im Grün postierte Fahne volle Attacke erlaubt - endlich fällt ein langer Birdieputt aus 10 Metern. Beflügelt von diesem Erfolg holt er sich am folgenden Par 5 das nächste Birdie ab, dieses Grün ist heute mit zwei Schlägen (Driver, Eisen 4) erreichbar, die Fahne steckt auch nicht allzu schwer, aus 5 Metern vergibt er sogar eine gute Eagle-Chance.

Der dritte Streich folgt zugleich am kürzesten Par 4 der 10, wo Brier trotz Gegenwind den Birdie-Trippelpack mit gutem Pitch & Putt realisiert. Auf den nächsten drei Löchern wollen die Putts aus vier, fünf Metern nicht mehr fallen, dennoch wäre er bei diesem Zwischenstand sicher für die Finalrunde qualifiziert. 

Nach 14 Löchern war dann Schluß für den Samstag. "Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten habe ich den Ball super getroffen, morgen auf den letzten vier Bahnen sollte ich den Cut ins Trockene bringen, das hat erste Priorität", möchte Brier endlich wieder ein zählbares Ergebnis einfahren.

Zwischenergebnis: -2 nach 14 Löchern, insgesamt -2 (Platz 61).

Der Cut pendelt permanent zwischen 1 und 2 unter Par hin und her. 

Cabrera führt - Marcel Siem im Windschatten

Mit Marcel Siem, Graeme McDowell und Angel Cabrera setzen sich erwartungsgemäß die Longhitter in Szene. Jeweils sechs Birdies und kein Bogey zur 66 spielten McDowell und Siem, der Nordire setzte damit bei 12 unter Par die erste Bestmarke im Clubhaus. Marcel Siem spielte übrigens auf 36 Löchern kein einziges Bogey, klassiert sich vorläufig auf Platz 3 (11 unter Par). 

Angel Cabrera pulverisierte mit 63 Schlägen den Platzrekord und übernahm bei 14 unter Par mit zwei Shots Vorsprung die Führung. Der argentinische Powerhitter konnte sich dank seines perfekten langen Spiels einige verschobene kurze Birdieputts leisten, auf seinem letzten Loch, der 9, vergab er aus zwei Metern ein zweites Eagle auf seiner Runde. 

Die zweite Runde soll am Sonntag ab 07:30 MEZ fertig gespielt werden, auch Markus Brier muß noch vier Löcher absolvieren, ist dann hoffentlich ab 11:30 MEZ bei der dritten und abschließenden Runde mit dabei.


GOLF-LIVE bietet LIVE-SCORING von der Italian Open seit 09:00 MEZ sowie Live Reports von den Spieltagen. Premiere überträgt an allen vier Spieltagen live, hier finden Sie die TV-Zeiten.


>> ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT


>> STARTSEITE GOLF-LIVE.AT