PGA EUROPEAN TOUR - Brier und Wiegele bei Spaghetti Milanese.

Italian Open
Castello di Tolcinasco G & CC  
Milan, Italien
29. April - 2. Mai 2004
Preisgeld: € 1,200.000

European Tour

 

Final:

3.5.2004 / 12:43 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Markus Brier:
Foto: Golf-Live.at


Grande Finale von Brier

Markus Brier holte mit einer brandheissen Schlußrunde von 65 Schlägen bis zu Platz 19 auf. Grame McDowell gewinnt das Playoff gegen Thomas Levet am 4. Extraloch.

Brier die heisseste Aktie am Schlutag

Markus Brier, der mit einer starken zweiten Runde von 69 Schlägen noch als 49. souverän den Cut geschafft hat (siehe unten), startete um 12:30 MEZ am 10. Abschlag in seine Finalrunde. Bei 3 unter Par schien der Zug zu einem absoluten Spitzenplatz zwar schon abgefahren - wenn er nicht etwas Besonderes aus dem Hut zaubern konnte. Doch unser Paradegolfer erwischt einen großartigen Tag, trifft 17 Grüns und hat auch einen kooperativen Putter im Bag: "Das ist heute absolut perfekt gelaufen und endlich sind auch die Putts gefallen", kommentierte Markus seine Leistung.

Auf den leichteren Back 9 lautete die Devise von Anfang an Vollgas geben, auf den kurzen Par 4 der 10 und 11 gelingt das leider nicht, dafür am längsten Par 5 in Mailand, der 12. Bahn - hier bringt Brier erstmals in dieser Woche ein Birdie auf die Scorekarte. Wo Markus ein Birdie spielt, folgt oft ein zweites und drittes - am nächsten Par 4 erarbeitet er sich dank eines perfekten Eisen 6 eine weitere Birdiechance, die er auch aus drei Metern nützt. Einen Dämpfer setzt es am folgenden kurzen Par 3, Brier verliert mit einem Dreiputt seinen ersten Schlag.

Markus steigert sich in einen Birdierausch

Das drückt jedoch nicht auf seine Moral, am zweiten langen Par 5 der Back 9 holt sich Brier schon sein drittes Birdie ab, der Putter läuft nun so richtig heiß. Die kurzen, aber dank viel Wasser ums Grün sehr selektiven Par 4 der 17 und 18 schnupft Markus ebenfalls mit Birdie auf, nützt die leichteren Back 9 zu einem Birdiefestival mit gleich 5 am Stück. "Vor allem bei den Putts aus 6, 7 Metern, die mir zuletzt große Probleme machten, habe ich ein Supergefühl gehabt - die sind alle gefallen oder haben die Lochkante rasiert".

Doch das beste sollte erst kommen: am kurzen Par 5 der 1 schlägt Markus ein perfektes Eisen 4 ins Grün, holt sich verdient aus sechs Metern das Eagle. Am folgenden langen Par 4 steht die Fahne einladend Mitte Grün, Brier casht auch hier aus sieben Metern das Birdie ab - Bilanz auf seinen letzten vier Löchern - 6 Schläge gutgemacht! Die nächsten vier schweren Löcher vergibt Markus teils weitere gute Chancen, bevor das anrückende Gewitter zu einer Verschnaufpause zwingt.

Nach drei Stunden Regenpause macht Österreichs Nummer 1 dort weiter, wo er aufgehört hat - mit Birdie Nummer 7 am hantigen 6. Loch (Par 4). Auch das längste Par 4 am Platz, die 7, ist kein Problem - neuerlich ein Birdie! Am über 200 Meter langen Par 3 der 8, mit frontalem Wasser bis zum Grün, attackiert Markus die rechts vorne äußerst schwer gesteckte Fahne, und erleidet Schiffbruch - ein Doppelbogey wirft ihn aus den Top 10 wieder hinaus: "Das Eisen 3, das ich auf den Löchern zuvor grandios geschlagen habe, war diesmal etwas dünn getroffen, daher ist der Ball im Wasser gelandet". Am kurzen Par 5 zum Abschluß gelingt nach einem Drive ins Rough nichts mehr, Brier darf dennoch hochzufrieden die 65 auf seine Scorekarte schreiben, seine tiefstes Score seit dem 10. Oktober 2003 in Holland - und nach der 64 von Peter Hanson die zweitbeste Finalrunde im gesamten Feld. 

7 unter Par ist zugleich persönlicher Rekord auf der European Tour gemeinsam mit der 65 bei der Linde German Masters im Jahr 2001. 
In Mailand stößt er vom 49. bis etwa den Platz 19 vor und kassiert dafür  14.448 Euro Preisgeld.

"Golf ist schon ein komisches Spiel, von einem Tag auf den anderen läufts, das ging heute einfach nicht besser", kommentiert Brier seine Formsteigerung. "Im Ranking bin ich noch weit weg, aber jetzt kommen die großen Turniere, da geht die Post ab", prophezeit er mit neuem Selbstbewusstsein.


Graeme McDowell mit dem besten Zielsprint

In einem spannenden Shootout kämpfte Sonntags ein gutes Dutzend Spieler um den Sieg. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatten Gregory Havret  sowie der Nordire Graeme McDowell  bei 18 unter Par die besten Karten. Im Zielsprint Montag morgens holte sich der Nordire ein Birdie am letzten Par 5, während Levet sich zusätzlich noch an der kurzen 17 um einen Schlag verbesserte - beide qualifizierten sich für ein Stechen bei 19 unter Par. 

Im Playoff konnte Graeme McDowell schließlich am vierten Extraloch den Sieg fixieren, den er sich mit 20 Birdies bei nur einem Bogey über drei Runden schon zuvor redlich verdient hatte. Nach dem Skandinavian Masters vor zwei Jahren ist dies der zweite volle Erfolg des im amerikanischen College-Golf gereiften 24-jährigen.

Nachtrag vom Samstag


Hervorragend haben sich die beiden Österreicher am Samstag auf ihrer zweiten Runde geschlagen, spielten beide unter Par:
>> Wiegele und Brier geben Gas

Beim Zwischenstand von 2 unter Par nach 14 Löchern mußte Markus Brier am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit aufhören, er startete Sonntags um 07:30 Uhr mit dem Abschlag am 15. Loch. "Schade, die 15 hätte ich gestern bei Rückenwind noch gerne gespielt, das Par 5 war mit zwei Schlägen erreichbar", meinte Brier.

Sonntag vormittag: Brier holt bestelltes Birdie ab

"Ein Birdie muß noch her", sinnierte Markus Brier noch Samstag abend nach einem Blick auf das Leaderboard. Und er sollte sich seinen Wunsch beim Nachspiel am Sonntag früh erfüllen. Nicht auf seinem ersten Loch, dem Par 5 der 15, dafür aber am kurzen Par 4 der 17, das ihn aller Sorgen um den Cut endgültig entledigte. Allerdings war die Annäherung ein echter Mutschlag, die Fahne steht rechts hinten ganz nah am Wasser. Die schwere 18 absolvierte der Wiener sicher in Par, holte sich so die 69er-Runde, die ihn auf ein 36 Loch-Ergebnis von 3 unter Par bringt - gut für den 49. Platz. Damit cuttet Brier erstmals wieder seit seinem 7. Platz in Madeira.

Martin Wiegele ist mit 75 und 70 Schlägen und einem Zwischenergebnis von 1 über Par bereits sicher ausgeschieden, auf Platz 100 fehlten ihm schlußendlich drei Schläge zum Cut. Dank der weichen Grüns kam dieser endgültig bei 2 unter Par zu liegen.


Final Scores nach 3 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2 R3
1* McDOWELL, Graeme* NIR -19 66 66 65
2 LEVET, Thomas FRA -19 67 65 65
3 HAVRET, Gregory FRA -18 64 69 65
4 CABRERA, Angel ARG -17 67 63 69
5 FORSYTH, Alastair SCO -15 69 65 67
T6 HAEGGMAN, Joakim SWE -14 67 64 71
T6 POULTER, Ian ENG -14 68 66 68
T6 SIEM, Marcel GER -14 67 66 69
T9 HANSEN, Anders DEN -13 68 69 66
T9 MARITZ, Martin RSA -13 67 66 70
T9 SCHWARTZEL, Charl RSA -13 72 64 67
12 COLES, Robert ENG -12 68 67 69
           
Weiters:          
T19 BRIER, Markus AUT -10 72 69 65
T19 HANSON, Peter SWE -10 74 68 64
T28 CAMPBELL, Michael NZL -8 65 72 71
T28 VAN DE VELDE, Jean FRA -8 71 66 71
T44 CANONICA, Emanuele ITA -6 72 68 70
T57 FICHARDT, Darren RSA -4 69 69 74
T65 LAFEBER, Maarten NLD -2 75 67 72
T69 COLTART, Andrew SCO -1 69 72 74
T69 LAWRIE, Paul SCO -1 69 72 74

* Sieg im Stechen am 4. Extraloch


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