Telecom Italia Golf Open
Castello di Tolcinasco G & CC 
Mailand / Italien
5. - 8. Mai 2005
Preisgeld: € 1,300.000

European Tour

TELECOM ITALIA GOLF OPEN - Alle Chancen intakt

1. Runde:

6.5.2005 / 10:00 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Alle Chancen intakt

Mit einer soliden Par-Runde startet Markus Brier, Niki Zitny (69) holt beim Nachspiel mächtig auf. Fernandez (Spa) führt mit der 66.

 

Das Wichtigste in Kürze

1. Runde wird wegen Gewitters erst am Freitag beendet

Markus Brier
1. Runde: 72 (Par) - 63. Platz
3 Birdies werden durch gleich viele Bogeys aufgewogen

Niki Zitny 1. Runde: 69 (-3) - 16. Platz
+1 am Donnerstag / - 4 am Freitag Morgen!

Fernandez-Castano
(Spa) führt mit 66 Schlägen (6 unter Par)

Trockenes Wetter, angenehm warm und wenig Wind: ideale Bedingungen begleiteten die frühen Starter bei der Telecom Italia Open: Markus Brier bestand mit einem Sieg beim Pro-Am am Mittwoch die Generalprobe glänzend - "dank kräftiger Mithilfe eines guten Amateurs in meinem Flight" -  und wollte am Donnerstag nahtlos beim Hauptbewerb daran anschließen.

Auf guten Start folgen die Bogeys

Loch Nummer 1, ein kurzes Par 5, ist eine absolute Birdiebahn, die Markus nach einem Drive ins Rough leider nicht nutzen kann, um sich sofort in die roten Zahlen zu bringen. Nach einem guten Par-Save an der 2 findet er seinen Rhythmus: "Ab da habe ich vor allem super gedrived, praktisch jedes Fairway getroffen, was hier ganz wichtig ist." Am langen Dogleg der 3. Bahn, wo ihm noch ein Eisen 5 bergauf ins Grün bleibt, fällt der erste Birdieputt aus zwei Metern.

Gleich am Par 3 der 5. Bahn gibt Brier den gewonnenen Schlag wieder ab, aus 192 Metern ist das schmale, leicht erhöhte Grün auch ganz schwer zu treffen: "Aus dem Semirough geriet der Chip etwas zu lang, der Par-Putt ist nicht gefallen". Nun folgen zwei elendslange Par 4, wo man unbedingt den Drive am schmalen Fairway platzieren muss um eine Chance auf einen Schuss ins Grün zu haben. Der Österreicher bekommt an der 433 Meter langen 7 jedoch Probleme, fällt mit seinem zweiten Bogey zurück: "Mit dem Eisen 4 habe ich zwar nur knapp das Grün verfehlt, aber das Rough war dort so tief, dass ich nur darauf geschaut habe, den Ball sicher aufs Grün zu bringen".

Chancen auf kurzen Löchern genutzt

Zum Glück kann Brier am zweiten, kurzen Par 5 punkten, holt sich auf dem schwer zu lesenden, hängenden 9. Grün mit zwei Putts vom Vorgrün das Birdie ab, das sein Score zur Halbzeit wieder ausgleicht.

Die zweiten 9, zugleich der blaue Kurs von Tolcinasco, beginnen mit einem ultrakurzen Par 4, Markus eröffnet sich mit einem guten Wedge die nächste Chance, die er auch aus vier Metern nutzen kann um sich zurück in die roten Zahlen zu spielen. Das dritte Par 5 ist mit zwei Schlägen unerreichbar, außerdem kommt hier wieder Wasser gefährlich ins Spiel. Brier schreibt wieder das Par auf die Scorekarte, genauso wie am kürzesten Par 3 der 14. Bahn: "Die besten Birdiechancen hatte ich noch an der 11 und 13, aus jeweils zwei Metern konnte ich sie nicht nützen."

Im Finish kommt Markus noch das letzte Par 3 teuer, wo bergab auf ein nierenförmiges Grün ein mittleres Eisen geschlagen wird: "Dabei habe ich das Grün getroffen, aber aus gut 8 Metern einen Dreiputt fabriziert." Das späte Bogey an der 16 wirft ihn wieder auf Even Par und ins Mittelfeld zurück. Über die beiden ebenfalls noch sehr kniffligen Schlussbahnen kommt Brier dagegen verlustfrei hinweg, bilanziert mit der 72 somit zum Auftakt ausgeglichen. 

"Mit meinem Spiel war ich insgesamt sehr zufrieden, vor allem mit den Drives. Aber aus 13 getroffenen Grüns hätte ich durchaus ein besseres Score machen können, weil drei Bogeys bei fünf verfehlten Grüns müssen nicht sein." Aufgrund des langen und fallenreichen Golfplatzes dürfte dies zu einem Mittelfeldplatz noch innerhalb der vorläufigen Cutlinie reichen.

Zitny froh über späte Startzeit

Nach den Reisestrapazen war Niki Zitny froh über jede Stunde zusätzlicher Regenerationszeit. Die bekam er auch, da er mit 14:10 MEZ wieder einmal eine ganz späte Startzeit ausgefasst hat, dennoch war er dann nicht mit seiner Leistung zufrieden: "Bei den Abschlägen war heute der Wurm drinnen, ich war sehr viel im tiefen Rough, habe mein Score aber noch gut zusammen gehalten". Am kurzen Par 5 zu Beginn holt er zwar mit Chip & Putt ein Birdie, das sollte jedoch sein einziges Glanzlicht bleiben. 

Am nicht allzu schwierigen Par 4 der 4. Bahn verliert er einen Schlag, "nach dem Abschlag ins dicke Zeugs hatte ich keine Chance das Grün zu erreichen".  Gleich darauf bekommt er am langen Par 3 neuerlich Probleme, die ganz gemein gesteckte Fahne anzuspielen, kassiert hier wie sein Landsmann ein Bogey: "Damit war ich noch gut bedient, weil aus dem Bunker habe ich das Grün überschlagen und musste mit dem Lobwedge bergab richtig künsteln um nur einen Schlag zu verlieren."

Die Chance, sich am leichtesten Loch, dem Par 5 der 9, wieder auf Even Par heranzukämpfen, nimmt ihm das aufziehende Gewitter, das um 16:45 Uhr den ersten Spieltag abrupt und vorzeitig beendet: "Zum Glück liege ich nach zwei Schlägen nur 10 Meter von der Fahne entfernt," sollte es am Freitag mit dem Birdie noch klappen: "Das war richtig Stress heute, ich musste einige starke Up & Downs mit längeren Putts machen. So gesehen war das Gewitter vielleicht ein Lucky Break und morgen läuft's besser," hofft er auf Freitag.

Zitny wie ausgewechselt beim Nachspiel

Freitag morgen präsentiert sich ein blendend disponierter Niki Zitny zum Nachspiel der ersten Runde: mit zwei Putts beginnt er am 9. Grün den Tag mit einem Birdie. Auch auf den Back 9 ist der Wiener in ausgezeichneter Spiellaune: am Par 4 der 11 bringt er sich erstmals in die roten Zahlen, mit einem weiteren Birdie am folgenden Par 5 macht er den holprigen Donnerstag endgültig vergessen.

Ausgerechnet am letzten Par 5, wo Wasser rechts der Drive-Landezone ins Spiel kommt, setzt es für Nik mit dem Bogey einen empfindlichen Dämpfer, gar nicht willkommen vor den schweren Schlussbahnen. Doch ein ganz genaues Eisen ins 16. Grün legt eine weitere Chance auf, die der Kramski-Putter verwertet. Auch am kurzen, aber wasserreichen Par 4 der 17 passt die Marschrichtung, Zitny locht ein 5. Birdie am Freitag Vormittag.

Somit darf sich der Tourneuling über eine mehr als nur konkurrenzfähige 69 freuen, die ihn auf den hervorragenden 16. Platz bringt. Nach einer kurzen Snackpause muss er jedoch sofort in seine 2. Runde starten.


Spanischer Tour-Schüler führt

In der Vormittagsgruppe übernahm der 24-jährige Spanier Gonzalo  Fernandez-Castano dank eines Eagles am Schlussloch die Führung mit einer 66er-Runde (6 unter Par). Gut startete auch der Düsseldorfer Marcel Siem in Mailand, spielte seine enormen Drivelängen perfekt zu einer 68 aus. Titelverteidiger Graeme McDowell, zuletzt auf der US Tour in Bombenform, eröffnete verhalten mit einer 70.

US Star Mark Calcavecchia heiratete nach seiner Auftaktrunde am Morgen mit leichter Verspätung am Como-See. Die 78er-Runde wird er wohl nicht so gerne in Erinnerung behalten wollen, pünktlich zur Freitagsrunde will der exzentrische Amerikaner wieder am Golfplatz erscheinen.


Zwischenstand in der 1. von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Loch Par R1
1 FERNANDEZ-CASTANO, Gonz. ESP 18 -6 66
T2 DREDGE, Bradley WAL 18 -5 67
T2 FERNANDEZ, Sebastian ARG 18 -5 67
T2 KHAN, Simon ENG 18 -5 67
T2 MURPHY, Gary IRL 18 -5 67
T2 DELAMONTAGNE, Francois FRA 14 -5 -5
T7 MOLINARI, Edoardo (am) ITA 18 -4 68
T7 ROBERTSON, Dean SCO 18 -4 68
T7 SIEM, Marcel GER 18 -4 68
T7 CANONICA, Emanuele ITA 11 -4 -4
T7 LUCQUIN, Jean-François FRA 10 -4 -4
T7 MACKENZIE, Malcolm ENG 10 -4 -4
Weiters:
T13 KARLSSON, Robert SWE 12 -3 -3
T27 McDOWELL, Graeme NIR 18 -2 70
T27 ROCCA, Costantino ITA 18 -2 70
T27 TORRANCE, Sam SCO 11 -2 -2
T60 BRIER, Markus AUT 18 Par 72
T60 STRÜVER, Sven GER 12 Par Par
T85 WOOSNAM, Ian WAL 18 1 73
T85 CABRERA, Angel ARG 11 1 1
T85 ZITNY, Niki AUT 8 1 1
T107 BOSSERT, André SUI 18 2 74
T107 HAEGGMAN, Joakim SWE 11 2 2
T141 DIER, Tobias GER 18 5 77
T147 FASTH, Niclas SWE 18 6 78


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