Madeira Island Open
Santo da Serra GC 
Madeira
7. - 10. April 2005
Preisgeld: € 600.000

European Tour

MADEIRA OPEN - Markus Brier und Niki Zitny unterwegs.

1. Runde:

7.4.2005 / 21:30 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Markus zückt ein Ass

Mit einem Hole In One spielt sich Brier (66) in die Spitzengruppe. Niki Zitny (74) zerstört mit 2 Doppelbogeys seine Runde.

 
Das Wichtigste in Kürze

bewölkt, trocken, 18 Grad, kaum Wind 

Markus Brier
1. Runde: 66 (-6) - Platz 5
Perfekte Eisen führen zu Hole In One und 6 Birdies

Niki Zitny 1. Runde: 74 (+2) - 127. Platz
Ein Doppelbogey konnte er aufholen, das zweite nicht mehr

Scahill (Nz) und Sullivan (Wal) führen mit 64, Coltart gelang ein Albatros

Das freundliche Golfwetter wollten Markus Brier und Niki Zitny zum Auftakt der Madeira Island Open ausnützen. Das Wetter auf dem Hochplateau von Santo da Serra, 700 Meter über dem Meer, lieferte perfekte Spielbedingungen.

Brier freut sich über frühes Birdie

Um 10:25 MEZ ist Markus Brier vom 10. Tee auf die Runde gegangen, das in großer Form: "Ich habe fast so gut gespielt wie zum Auftakt in Portugal, die Eisen haben wieder super funktioniert." Das beweist er gleich am Par 5 der 11 beim zweiten Schlag mit dem Eisen 3: "Ich habe zwar ganz knapp das Grün überschlagen, aber vom Vorgrün aus sechs Metern mit zwei Putts gepunktet," ist Markus bereits nach 25 Minuten in den roten Zahlen. Was den Wiener zusätzlich motiviert: sein Flightpartner Gary Emerson ist ebenfalls bärenstark unterwegs - der Engländer hatte ihm in Moskau den ersten Toursieg vor der Nase weggeschnappt: "Wir kennen uns schon lange und verstehen uns blendend, aber das mit Moskau ist noch nicht vergessen."

Nachdem es leider an der nur 288 Meter langen 12 nicht mit einem weiteren Schlaggewinn klappt, macht es Brier bei der nächsten Gelegenheit auf einem kurzen Par 4 besser: dem Birdie an der 14 nach einem guten 4 Meter-Putt lässt er nach einem starken Eisen 6 ein weiteres am anschließenden Par 3 folgen - auf Platz 1 taucht der Name "Markus Brier" auf - geteilt mit Gary Emerson: "Wir haben uns gegenseitig nach vorne gepusht".

Doch nun macht der bereits letzte Woche in Portugal groß aufspielende Emerson mit weiteren Birdies ernst - während er an der 18 einen weiteren Schlag gutmacht, verabschiedet sich Brier mit einem Bogey auf diesem gefährlichen Schlussloch vorerst aus den Top 10: "Leider ein ganz schwaches Sandwedge rechts in den Grünbunker verzogen, von dort war kein Up & Down mehr machbar."

Ein Ass zum rechten Zeitpunkt

Nach einer kreativen Pause setzt Markus auf den vorderen 9 Löchern seinen Vormarsch fort. Am kurzen Par 5 der 3, wo allerdings beim Tee-Shot eine gefährliche Schlucht umspielt werden muss, ist der 36-jährige Fontana-Pro wieder zur Stelle um sich das nächste Birdie abzuholen: "Und das, obwohl der zweite Schlag mit dem Eisen 5 zu lang war und im Grünbunker endete. Obwohl die Bunker hier sehr schlecht sind, ist es sich mit dem Birdie ausgegangen."

Wie präzise er heute seine Eisen schlägt, beweist er auf Loch 4: auf diesem längsten Par 3 zielt er aus 184 Metern mit dem Eisen 6 so genau, wie es nicht mehr genauer geht - und versenkt den Abschlag zum Hole In One, spielt sich damit wieder in die Spitzengruppe. Es ist übrigens sein 5. Hole In One, zuletzt war er als Kunstschütze am 15.11.2002 bei der Tourschool in Spanien aufgetreten: "Ein Hole In One, so wie es sich gehört: der Ball immer auf der Linie, einen Meter vor der Fahne aufgesprungen und schön brav ins Loch gerollt", jubelte Markus über dieses selbst für einen Tour-Pro seltene Erlebnis.

Zurück nach Madeira: Zwei Bahnen später ist das Adrenalin noch nicht verraucht, mit einem Bogey an der gefährlichen 6. Spielbahn (Par 4) gibt er einen Schlag ab: "Das war mein zweites, schwaches Sandwedge von Mitte Bahn, das ich in den Bunker verzogen habe".

Am letzten Par 5, das Markus vom Layout her mit zwei Schlägen nicht erreichen kann, hat für den dritten Schlag noch immer ein Eisen 9 und holt sich sein 5. Birdie ab: "Endlich einmal ist ein langer 10 Meter-Putt gefallen". Ein letztes, mächtig starkes Eisen am Par 3 der 8 legt eine gute Birdiechance auf, der neue Callaway i-Trax verwertet zum 6. Mal, diesmal aus zwei Metern, zum Birdie. Im Gleichschritt mit seinem Rivalen Gary Emerson kommt er mit einer 66er-Runde (6 unter Par) ins Clubhaus, die zu diesem Zeitpunkt das beste Tagesscore darstellt. Egal ob es am Abend zur Erstrundenführung reicht - eine Woche nach der Auftaktführung in Portugal geht Markus Brier wieder in hervorragender Form und Ausgangsposition in die weiteren Spieltage: "Unser Flight hat 17 unter Par gespielt, das kommt auch nicht alle Tage vor. Morgen noch eine gescheite Runde, dann passt das schon", will er diesmal seine Chance besser nutzen: "Weil den Platz hier kenne ich sehr gut, hier läuft es einfach für mich"...


Auch Zitny rasch in den roten Zahlen

Niki Zitny startete nur kurz nach seinem Landsmann, allerdings vom 1. Tee - ebenfalls ganz trocken mit einem Par. Als Spezialist für Par 5 hatte sich der Wiener zuletzt profiliert, in Madeira schmiedet er munter weiter an diesem Ruf - das erste kurze Par 5 der 3 schnupft Nik locker mit einem Birdie auf: "Schön herausgespielt, aber sonst war ich auf den Front 9 viel zu ungeduldig, das hat sich gerächt." 

Denn wie schon zuletzt in Portugal bringt ihn ein kurzer Durchhänger um die Früchte seiner Arbeit. Bogey an der 5, sogar ein Doppelbogey an der 6, beenden vorerst seinen Anlauf auf die Spitzenränge. Bei den guten Bedingungen sind gleich drei Schlagverluste auf zwei Bahnen tödlich: "An der 5 bin ich nach einem Superdrive am Fairway in einem Loch gelegen, konnte nur vorpunchen und habe das Grün nicht getroffen." Noch dicker kommt es eine Bahn später: "Ein schlechter Abschlag mit dem Rescue, der ist aber auch 90 Grad nach rechts in den Wald abgebogen". Seitlich rausspielen ist das Einzige was bleibt, ein voller dritter Schlag ins Grün gerät zu lang, nach Chipp und Dreiputt ist das Desaster perfekt. 

Niki reagiert auch geschockt am folgenden kurzen Par 5, wo ihm nur das Par gelingt, wie auch auf den steil bergauf zum Clubhaus führenden Bahnen 8 und 9: "Das waren noch gut erkämpfte Pars nach verfehlten Grüns".

Alles wieder aufgeholt

Aber Zitny hat schon mehrmals bewiesen, dass er mental stark zurück fighten kann. Zu Beginn der Back 9 nutzt er das Par 4 der 10 und auch das anschließende, kurze Par 5, um mit einem Birdie-Doppelpack seine Tagesbilanz wieder auszugleichen: "Da ließ ich dem Putter nie mehr als zwei Meter übrig, auf der zweiten Hälfte habe ich 8 Bahnen super gespielt."

Wie ein Sysiphus wird er sich nach der verflixten 13 vorgekommen sein. Auf diesem längsten Par 4 zerstört er mit einem neuerlichen Doppelbogey die ganze Aufholjagd: "Da habe ich auf der linken Seite den einzigen Ast getroffen, der in die Spielbahn hineinhängt". Statt eines Eisen 9 bleibt noch ein Eisen 6 ins Grün, der fette Schlag bleibt zu kurz: "Nach einem Chip habe ich mir noch drei Putts genehmigt, nachdem der Bogey-Putt ausgelippt ist".

Ein zweites Mal hat er zwar die Power, aber nicht mehr das Glück, mit Birdies zurückzufighten: "Sowas habe ich noch nie erlebt: gleich drei weitere Lip-Outs an der 14, 16 und 17, wo jeweils guter Birdie-Putts nicht gefallen sind".

Somit schreibt Zitny nur die 74 (2 über Par) auf die Scorekarte. Bei den zahmen Bedingungen und den kurzen Golfplatz wird Nik somit mächtigen Aufholbedarf auf den Cut haben: "Mein Spiel hätte sich heute zwei, drei unter Par locker verdient, weil Wetter, Platz und Fahnen wirklich freundlich waren."

Coultart schießt einen Albatros

Überraschend wurde in der Nachmittagsgruppe noch tiefer geschossen, der Waliser Kyron Sullivan und der Neuseeländer Stephen Scahill schossen mit der 64 (-8) die meisten "Vögel" ab.

Briers Hole In One wurde übrigens vom Schotten Andrew Coltart in den Schatten gestellt, der am Par 5 der 11 seinen zweiten Schlag direkt zur 2, einem Albatros versenken konnte.


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1
T1 SCAHILL, Stephen NZL -8 64
T1 SULLIVAN, Kyron WAL -8 64
T3 McEVOY, Richard ENG -7 65
T3 MORRIS, Matthew ENG -7 65
T5 BERGMAN, Oskar SWE -6 66
T5 BICKERTON, John ENG -6 66
T5 BOURDY, Gregory FRA -6 66
T5 BRIER, Markus AUT -6 66
T5 EMERSON, Gary ENG -6 66
T10 BARHAM, Benn ENG -5 67
T10 COLSAERTS, Nicolas BEL -5 67
       
Weiters:      
T10 MARTIN, Miguel Angel ESP -5 67
T18 BARAKA, Kariem GER -4 68
T18 COLTART, Andrew SCO -4 68
T44 KARLSSON, Robert SWE -2 70
T44 STRÜVER, Sven GER -2 70
T66 CLÉMENT, Julien SUI -1 71
T66 SANDELIN, Jarmo SWE -1 71
T125 ZITNY, Niki AUT 2 74



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