Madeira Island Open
Santo da Serra GC 
Madeira
7. - 10. April 2005
Preisgeld: € 600.000

European Tour

MADEIRA OPEN - Markus Brier let's move up

Final:

10.4.2005 / 17:04 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Finaltag kein Zahltag

41 Schläge auf den Front 9: Markus Brier stoppt erst ab der 11 den Aderlass und fällt mit der 77 auf Platz 32 zurück. Robert-Jan Derksen feiert seinen zweiten Toursieg.

 
Das Wichtigste in Kürze

bewölkt, 15 Grad, starker Wind mit 40 km/h

Markus Brier
4. Runde: 77 (+5), gesamt 1 unter Par - 32. Platz
Zu viele Fehler auf Front 9 - 41 Schläge!

Robert-Jan Derksen feiert dank Birdie am Schlussloch seinen 2. Sieg

"Ich brauche nur zwei, drei gute Schwünge - dann bin ich voll im Spiel. Die Spitze ist in Reichweite, da ist niemand, den ich nicht schlagen könnte," witterte Markus Brier eine exzellente Chance für den Finaltag in Madeira aus. Platz 9, nur drei Schläge hinter der Führung, schwierige, weil windige Bedingungen und ein selektiver Kurs.

Auf den Front 9 ohne erhofften Schwung

Rasch in den Rhythmus finden und voll auf Angriff spielen: so sah die Marschrichtung für Markus Brier aus, als er um 11:25 MEZ vom 1. Tee auf seine Finalrunde ging: "Eigentlich habe ich die Front 9 passabel gespielt, den Ball super getroffen, aber bei dem Wind konnte ich den Ball trotzdem nicht richtig kontrollieren," wunderte er sich selbst über die geballten Zores der nächsten zwei Stunden.

Gleich am zweiten Loch, einem langen Par 4, landet sein Abschlag unter einem Baum, durch die Äste hindurch kann er nur vorlegen, gibt somit rasch einen Schlag ab. Noch dicker kommt es für den 36-jährigen Wiener am ersten Par 5, wo alles passieren kann - Brier passiert leider auch alles: "Dabei hatte ich nur ein Eisen 4 ins Grün, das um eine Spur zu lang geriet." Also landet er im Bunker - und findet darin zu seinem Entsetzen keinen Sand vor: "Der Untergrund war betonhart, der Bunkerschlag nicht zu kontrollieren." Der Ball schießt übers Grün und hinein ins Wasser. Die einzige Stelle zum Droppen ist knöcheltiefes Rough, aus dem heraus ein Chipp und zwei Putts resultieren - das Doppelbogey wirft ihn früh aus dem Titelrennen.

Markus kann zwar sein Spiel stabilisieren, aber an Birdies ist bei Putts aus vier, fünf Metern nicht zu denken, der Wind legt am Nachmittag auch immer stärker zu. Seine Albtraumbahn bleibt das Par 4 der 6, das mit seinen 332 Metern zwar nicht allzu lang, dafür aber rund ums Grüns sehr eng ist: "Da war ich zwischen zwei Schlägern, für die 9 war der Gegenwind doch zu stark, also landete ich wieder im Bunker." Nach einem guten Sandschlag lippt der Par-Putt aus.

Der Frustsonntag setzt sich am zweiten Par 5 nahtlos fort: die 7 spielt sich bei Gegenwind äußerst zäh: "Der dritte Schlag mit dem Wedge landete drei Meter zu spät, sprang über die Fahne gerade noch ins Semirough. Der Downhill-Chip gerät etwas zu lang, erst mit dem 6. Schlag kann Brier den Ball versenken. Mit 41 Schlägen beendet er den gebirgigen Teil "Machico". "Die vorderen 9 habe ich sicher besser gespielt als die Back 9, aber das Score war genau umgekehrt", wunderte er sich nach all den Jahren auf der Tour über die Launen seines Sports.

Erste Birdies auf den Back 9

Auch die 10 knöpft Brier ein Bogey ab - auf dieser kurzen Rückenwindbahn steht allerdings heute die Fahne schwierig: "Mit dem Driver bin ich bis 15 Meter ans Grün rangekommen - und die Bahn hat gute 360 Meter." Dabei hat er neuerlich Pech, der Ball liegt im tiefen Rough: "Nur mit einem grenzgenialen Schlag hätte man aus dieser Lage eine Chance gehabt." Also künstelt er vergeblich im kurzen Spiel herum und verliert wieder einen Schlag.

Dafür klappt es endlich mit dem langen Spiel an der 11 - dieses am Finaltag leichteste Loch von Santo da Serra hat auch für den Österreicher ein Birdie übrig.

Das kürzeste Par 4 der 12 ist erstmals am Sonntag für Markus eine gute Bahn, mit dem Birdie-Doppelpack holt er ein wenig im Klassement auf. Das Finish hat es jedoch in sich. Das lange, vorletzte Par 3 spielt sich genau in den Wind, mit einem Eisen 4 muss Markus mächtig antauchen, hookt den Ball ins Rough, hat wieder einen Downhiller aufs Grün und scheitert beim Par-Putt. 

Die letzten Bahnen, die bei Gegenwind zurück zum Clubhaus führen, eröffnen keine großen Chancen mehr, immerhin absolviert Brier die 18, das schwerste Loch am Sonntag, sicher mit einem Par.

Schwung im Wind zu labil

Auch wenn er auf den Back 9 keinen Schlag mehr verloren hat: mit der 77 (5 über Par) fällt der Österreicher am Finaltag auf den 32. Platz zurück, der bei dem gering dotierten Turnier für 4.525 Euro gut ist, zu wenig um in der Order of Merit Boden gutzumachen.

Wie schon in Portugal spielt Österreichs Nummer 1 auch in Madeira in einem Wechselbad aus abwechselnd bärenstarken und wieder mäßigen Runden. Bei den extremen Verhältnisse fand Brier noch nicht konstant zu seinem Schwungrhythmus: Heiße 16 Birdies und ein Hole in One in vier Tagen reichten gerade einmal zu einem Endergebnis von 1 unter Par: "Für so extreme Bedingungen ist der Schwung noch nicht stabil genug," erklärt sich das Brier, "ich treffe zwar den Ball vollkommen exakt, kann ihn aber nicht auf jeder Runde so kontrollieren, wie ich mir das wünschen würde."

Wüstenfuchs Derksen gewinnt am 72. Loch

Die beiden Erfahrensten in der Spitzengruppe machten schlussendlich auch den Sieg bei der Madeira Island Open 2005 unter sich aus. Dubai-Sieger 2003 Robert-Jan Derksen und der Schotte Gary Orr kamen als geteilte Führende an die 18, die als schwerstes Loch am Platz eine würdige Bühne für die Entscheidung bildete. Während der Schotte mit einem Bogey verspielte, lochte Derksen sogar seinen Birdieputt und holt sich mit 67 Schlägen nicht nur die beste Sonntagsrunde sondern bei 13 unter Par auch den Titel ab.


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2 R3 R4
1 DERKSEN, Robert-Jan NLD -13 67 70 71 67
T2 McLARDY, Andrew RSA -11 67 71 69 70
T2 ORR, Gary SCO -11 69 70 69 69
4 HIGGINS, David IRL -10 69 66 74 69
5 WHITEHOUSE, Tom ENG -8 71 69 71 69
6 BICKERTON, John ENG -7 66 69 74 72
T7 COLTART, Andrew SCO -6 68 71 72 71
T7 ILONEN, Mikko FIN -6 67 74 69 72
T7 SULLIVAN, Kyron WAL -6 64 70 73 75
T7 WAKEFIELD, Simon ENG -6 68 71 73 70
T11 DRYSDALE, David SCO -5 70 73 70 70
             
Weiters:            
T13 SANDELIN, Jarmo SWE -4 71 72 74 67
T22 BARAKA, Kariem GER -2 68 72 73 73
T22 CHAPMAN, Roger ENG -2 69 75 73 69
T22 SIMSEK, Erol GER -2 70 74 69 73
T22 STRÜVER, Sven GER -2 70 72 72 72
T22 VAN DE VELDE, Jean FRA -2 68 72 72 74
T32 BRIER, Markus AUT -1 66 76 68 77
T32 KARLSSON, Robert SWE -1 70 69 79 69
T39 EMERSON, Gary ENG Par 66 77 70 75
T54 MARTIN, Miguel Angel ESP 3 67 72 71 81
79 CLÉMENT, Julien SUI 14 71 68 77 86


Alle Spielberichte von der Madeira Island Open

>> Vorschau: Auf Hopp oder Tropp

>> 1. Runde: Markus zückt ein Ass

>> 2. Runde: Nachspiel bei Starkwind

>> 3. Runde: Let's move up!




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