Madrid Open
Club de Campo Villa Madrid
Madrid, Spanien
21. - 24. Oktober 2004
Preisgeld: € 1,000.000

European Tour

MADRID OPEN - Martin Wiegele in Erstliga-Form.

1. Runde:

21.10.2004 / 19:38 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Wiegele in Erstliga-Form

Immer besser kam Martin Wiegele in Fahrt, startete mit einer starken 70. Markus Brier verzog seine Eisen zu einer 75. Der Schweizer Clement führt bei 7 unter Par.

 
Das Wichtigste in Kürze

Bewölkt, 15 - 20 Grad, Wind mit 20 km/h, Regen am Nachmittag

Markus Brier
1. Runde: 75 (+4) (110. Platz)
Kein Rhythmus mit den Eisen, daher viele Schlagverluste

Martin Wiegele
1. Runde: 70 (-1) (Platz 32)
Steigerte sich nach mäßigem Beginn, traf 12 Fairways

Julien Clement (CH)
führt sensationell mit 64 Schlägen (7 unter Par).

Vorschau: >> Showdown in Madrid

Markus Brier ist eine Macht am hügeligen Parklandkurs von Villa Madrid, die letzten 8 Runden spielte er hier alle in den 60ern! Perfekte Vorzeichen für einen würdigen Saisonabschluss eines hervorragenden 5. Jahres auf der European Tour - dem vielleicht noch eine Zugabe beim Volvo Masters folgen könnte.

Kapitaler Fehlstart früh am Morgen

Doch erstes kommt es anders, zweitens als man denkt: "Von Beginn an habe ich furchtbare Eisen geschlagen, die waren oft 15 Meter aus der Richtung, alle schnurgerade links weggepullt", fand Brier nie seinen Schwungrhythmus. Gleich der Schlag ins erste Grün landet daher weit links im Rough und kostet ein Bogey. Das gleiche Bild am folgenden Par 4, wieder ist die Annäherung weit links mit dem gleiche Ergebnis.

Der Fehlstart mit zwei Bogeys bringt einiges an Verunsicherung in sein Spiel, Brier trifft auch nur 6 Fairways - zwischen den engen Baumreihen und in den vielen Doglegs brockt er sich gewaltige Zores ein: "Zumeist waren die Drives nur knapp neben dem Fairway, die Eisen waren das weit größere Problem. Somit gelingt auch nichts am kürzesten Par 5, dem besten Birdieloch von Madrid, an der 5 setzt es ein enttäuschendes Par, womit er auf das Feld einen halben Schlag verliert.

Brier findet zwar zeitweise mehr Sicherheit im langen Spiel, bewältigt das schwerste Par 4 der 6. Bahn sicher in Par, wo man noch ein Eisen 4 ins Grün schlägt. Doch auch am zweiten kurzen Par 5 geht der Wiener leer aus. Im kurzen Dogleg der 8 begräbt dann Brier fast schon alle Chancen - mit einem Doppelbogey reißt er großen Rückstand auf: "Da habe ich nur noch ein Eisen 8 in der Hand und verfehle wieder so weit links das Grün, das ist dort leider die falsche Seite". Der Chip schaffte es nicht die Welle hinauf zur Fahne - nach drei Putts ist das Desaster perfekt. 

In dieser Phase kommt ihm seine Erfahrung entgegen, geduldig wartet er auf seine Chance. Und die kommt endlich am Par 3 der 9, trotz Gegenwind attackiert Markus die Fahne und erlöst sich mit dem ersten Birdie: "Endlich ein gutes Eisen, drei Meter hin zur Fahne, da dachte ich, jetzt würde es besser gehen".

Kurzer Zwischenspurt zur Halbzeit

Am folgenden kurzen Dogleg Par 4 holt sich Brier den Birdie-Doppelpack, hat damit wieder fast sein Score auf die Reihe gebracht. Seitenwind von rechts erschwert den Schlag ins schmale 11. Grün, der Österreicher verfällt in seinen alten Pull zurück, prügelt ein Eisen 3 wieder weit links weg: "Der Chip war dann sehr gut, leider ist der Par-Putt nicht gefallen."

Am dritten und letzten Par 5 ist noch eine gute Chance, einiges gutzumachen, Brier bunkert sich leider am Fairway ein, hat noch ein Eisen 4 für den dritten Schlag: "Da habe ich schon nach rechts kompensiert, logisch, dass ich dann rechts im Grünbunker lande. Der war waschelnass, kein kontrollierter Schlag möglich. Statt einem Birdie setzt es somit nur das Bogey. 

Auch an der 17, dem mit 150 Meter kürzesten Par 3, leistet er sich noch ein gepulltes Eisen 7, fällt mit dem bereits 5. Bogey endgültig in die hinteren Regionen des Klassements zurück. Ein guter Pitch ins 18. Grün und ein drittes Birdie aus 4 Metern halten noch eine kleine Chance am Leben.

Dennoch ist die 75 (4 über Par) eine bittere Pille für den Österreicher beim Saisonfinale - seine 13. Runde in Villa Madrid ist zugleich seine bislang schwächste. Am Freitag bleibt einiges aufzuholen. Das einzig Gute: die Scores sind generell nicht berauschend, der Rückstand auf den Cut durchaus wettzumachen. "Anschließend auf der Range habe ich das Problem hoffentlich bereinigt, der Schwung ist weiter in Ordnung, nur der Rhythmus war auf der Runde komplett weg. Morgen sollte es wieder gehen, eine gute Runde, und alles ist wieder im Lot".


Wiegele gerät früh in die Defensive

Endlich wieder befreit aufspielen und einen guten Start erwischen, das wünschte sich Martin Wiegele. Der Steirer hatte sich fest vorgenommen, sich ausschließlich auf sein Spiel zu konzentrieren und alle Gedanken an Tourkarte, Tourschool etc. weit von sich zu schieben.

Bei einsetzendem Regen hatte Martin am Nachmittag die meiste Zeit im Regen zu spielen - die Grüns wurden dadurch noch langsamer, die Fahnen ließen sich dafür direkt attackieren. Nach dem sicheren Par auf seinen ersten schweren Löchern 10 und 11 konnte er nun Gas geben, das erste Birdie wollte jedoch hart erarbeitet sein: "Von den Schlägen her lief es so gut wie schon lange nicht, nur belohnt wurde ich dafür nicht".

Der erste Erfolg will sich auch nicht am Par 5 der 14 einstellen, wieder setzt es nur das Par. Und wer die Birdies nicht spielt, kassiert die Bogeys: am Par 3 der 17, der einfachsten kurzen Bahn am Platz, verfehlt er das Grün und verliert erstmals einen Schlag. Noch bitterer dann das Bogey an der kurzen 18, wo ein kurzes Eisen das Kurzgemähte verfehlt und am extrem welligen Grün das Par nicht mehr zu retten war: "Das kurze Spiel lief anfangs nicht rund, die Chips waren zu kurz, an der 17 daher ein Dreiputt vom Vorgrün, an der 18 war der Par-Putt auch nicht mehr machbar."

Martin auf den zweiten 9 wie ausgewechselt

Doch Wiegele steigert sich im langen Spiel, trifft 12 von 14 Fairways und auch immer mehr Grüns: "Das hat richtig Spaß gemacht auf der zweiten Hälfte, da habe ich toll gespielt und war nie mehr wirklich in Bogeygefahr".
Die vorderen 9 Löcher gelten zwar als anspruchsvoller, doch Wiegele spielt sich: am schwersten Par 3, der 3. Bahn, haucht Martin seinem Spiel mit dem ersten Birdie endlich Leben ein: "Endlich ein Putt der gefallen ist und zwar aus drei Metern". Nun kommt das leichteste Par 5 wie gerufen, er trifft das Grün mit dem zweiten Schlag und holt mit zwei leichten Putts einen weiteren Schlag auf. Die schwere 6. Bahn, wo ein Wassergraben zu einem langen Schlag ins Grün zwingt, bewältigt er ohne Schaden.

Ausgerechnet an der 8, wo sein Landsmann ein bitteres Doppelbogey kassierte, locht Martin sein drittes Birdie: "Der Putt war praktisch geschenkt, ich habe noch einige gute Chancen auf ein noch besseres Score gehabt". Dank seines starken langen Spiels bringt er ohne weiteren Schlagverlust die 70 ins Clubhaus, darf sich endlich wieder über einen starken Auftakt mit einer Runde in den roten Zahlen freuen. Vom 35. Platz weg geht der Steirer ohne Cut-Druck in den Freitag. 


Schweizer Führung in Madrid

Zumindest einen 2. Platz in Madrid benötigt der Schweizer Julien Clement um seine Tourkarte zu halten. Dank sechs Birdies auf den Back 9 stürmte der 23-jährige zur besten Runde von 64 Schlägen davon (7 unter Par). Der schwedische Tourneuling Johan Edfors kam an die Marke des Genfers nur bis auf 2 Schläge heran, am Nachmittag schaffte als Bester der Australier Terry Price auch nur die 66.


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 71):

Platz Name Land Par R1
1 CLÉMENT, Julien SUI -7 64
T2 EDFORS, Johan SWE -5 66
T2 PRICE, Terry AUS -5 66
T4 ARRUTI, Jesus Maria ESP -4 67
T4 BROADHURST, Paul ENG -4 67
T4 DAVIS, Brian ENG -4 67
T4 DREDGE, Bradley WAL -4 67
T4 FICHARDT, Darren RSA -4 67
T4 FOWLER, Peter AUS -4 67
T4 IMMELMAN, Trevor RSA -4 67
T4 O'HERN, Nick AUS -4 67
T12 BLACKEY, Matthew ENG -3 68
T12 MONTGOMERIE, Colin SCO -3 68
       
Weiters:      
T35 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 70
T35 KARLSSON, Robert SWE -1 70
T35 McDOWELL, Graeme NIR -1 70
T35 WIEGELE, Martin AUT -1 70
T67 SANDELIN, Jarmo SWE Par 71
T83 WOOSNAM, Ian WAL 1 72
T93 HAEGGMAN, Joakim SWE 2 73
T109 BRIER, Markus AUT 4 75
T109 HOWELL, David ENG 4 75

 

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