Mallorca Classic
Pula GC 
Mallorca, Spanien
14. - 17. Oktober 2004
Preisgeld: € 1,000.000

European Tour

MALLORCA CLASSIC PULA - Brier mit den Top 10 im Visier.

2. Runde:

16.10.2004 / 10:00 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Brier in den Top 10

Mit zwei Runden von 68 Schlägen spielt sich Markus Brier sukzessive vor. Wiegele erkämpft eine beherzte 67 - scheitert damit nur um einen Schlag am Cut.

 
Das Wichtigste in Kürze

Markus Brier: 2. Runde: 68 (-2) / gesamt -4 (7. Platz)

Martin Wiegele
2. Runde: 67 (-3) / gesamt +4 (76. Platz)

Karl Ableidinger
2. Runde: 78 (+8) / gesamt +12 (121. Platz)

Cut
endgültig bei: +3 (Die besten 70 Pros und Schlaggleiche)

Simon Khan (Eng) führt klar bei 10 unter Par.

1. Runde: >> Brier meistert das Nachspiel

Markus Brier brauchte noch so eine starke Runde, Karl Ableidinger eine deutliche Steigerung, Martin Wiegele ein Wunder - so stellte sich die Ausgangsposition für die Österreicher zu Beginn der zweiten Runde bei der Mallorca Classic dar.  Während Österreichs Nummer 1 mit gesundeter Hand zu alter Form zurückfindet und ganz vorne mitspielt, kämpfen die beiden anderen verbissen um den Cut.

Brier: Wo gehobelt wird, fallen Späne

Gleich der Auftakt am zähen Par 5 der 10. Bahn, die sich steil bergauf spielt, gelingt Markus Brier nicht nach Wunsch: "Der Pitch landete knapp bei der Fahne und ist über eine Welle zurück gespinnt, von dort habe ich mir noch drei Putts genehmigt", verliert er mit einem Bogey wertvollen Boden. Auch das lange Par 4 der 12 ist ein kritisches Golfloch, nach einem verschobenen kurzen Par-Putt ist der nächste Schlag verloren: "Das war eine ganz komische Runde, mit vielen perfekten Eisen ins Grün, aber einem eiskalten Putter". 

Entsprechend geladen geht der Österreicher das knifflige Par 3 der 13 an, obwohl es die schwerste der kurzen Bahnen von Pula ist, schießt er die Fahne direkt an und holt sich aus einem Meter das Birdie ab - erst das 8. des Turniers auf diesem Loch! Weiter bleibt der Putter störrisch, der Birdieputt an der 15 lippt aus unter einem Meter böse aus, an der 16 will der Ball aus zwei Metern nicht ins Loch: "Dabei waren die meisten Putts gut, aber in dieser Phase hatte ich das Pech gepachtet".

Doch das Blatt wendet sich: auch an der 17 kann sich Brier mit zwei präzisen langen Schüssen eine Chance erarbeiten, die er diesmal aus gut vier Metern verwertet. Das abschließende Par 3 mit seinen gefährlichen Bunkern wird Markus jedoch zum Verhängnis, brockt ihm auf der äußerst abwechslungsreichen Runde ein Sandy-Bogey ein.

Kurze Putts fallen nicht - lange Chipps aber schon

Die Bahnen 1 bis 6 sind die besten Birdielöcher von Pula, entsprechend hängt sich der Wiener nun hinein. "Wenns nicht mit dem Putter geht, dann vielleicht mit dem Wedge", dachte sich Markus, als er das 1. Grün überschlägt und einen gefährlichen Bergab-Chip zum Birdie locht.

Die kurzen Par 3 der Front 9 liegen ihm besonders, wie schon am Vortag macht er an der 157 Meter langen 2. Bahn einen Schlag gut. An der kurzen 5 sind es nur noch 90 Meter ins Grün - Brier erlaubt sich einen "unforced error" und pitcht in den Bunker: "Aus dem Sand habe ich zum Birdie eingelocht, solche Dinger sind mir heute gelungen, aber die einfachsten Putts nicht". 

Das gefährliche Par 5 Nummer 6 mit Wasser rechts von der Drivezone meistert er ebenfalls mit größter Präzision im langen Spiel, locht diesmal sogar einen 5 Meter-Putt - Birdie Nummer 6 spült ihn bis unter die Top 5 im Klassement nach vor. Dafür hat er wieder Pech an der 7, als die Annäherung fast zum Eagle fällt, vier Meter zurückspinnt und der Birdieputt zum dritten Mal auslippt.

Das schwerste Loch des Platzes wartet im Finish, die überlange 8. Bahn hat Brier am ersten Tag mit Ach und Krach in Par bewältigt, das gelingt ihm beim zweiten Versuch leider nicht mehr: "Schon der Drive war im Rough, da blieb das Grün unerreichbar, der Chip war leider nicht gut genug".

Das späte Bogey bedeutet neuerlich eine 68er-Runde, mit der sich der Wiener eine ausgezeichnete Ausgangsposition fürs Wochenende verschafft. Nach den verletzungsbedingten Rückschlägen der letzten Wochen knüpft Brier auf seinem geliebten spanischen Boden wieder bei den jüngsten Erfolgen an: "Mit 68er-Runden wird man hier nicht gewinnen, aber wenn ich weiter so gute Eisen schlage und normal putte, geht es noch deutlich tiefer. Aber wenigstens habe ich mich gut fürs Wochenende aufgestellt".

Wiegele spielt Hopp oder Tropp

Nur mit einer ganz tiefen Runde hatte Martin heute noch eine Chance auf den Cut. Somit nahm der Steirer sprichwörtlich das Messer zwischen die Zähne und musste versuchen, jede Fahne direkt anzuschießen - die Attacke dauerte bis zum 1. Grün - und wurde dort nach einem Doppelbogey praktisch aussichtslos: "Ich habe die Annäherung zu gut getroffen, daher übers Ziel ins Out geschossen", begann die Runde mit einem Strafschlag.

Der Steirer zeigt jedoch bewundernswerte Kampfmoral: "Ich habe trotzdem nur versucht positiv zu denken, ganz ohne Schwunggedanken zu spielen, das ist mir perfekt gelungen". Plötzlich spielt er völlig losgelöstes Golf, nutzt die kurzen Par 4 der 4. und 5. Bahn nach perfekten Annäherungen zu Birdies, holt sich den Hattrick mit einem Birdieputt aus sechs Metern am folgenden Par 5. Vielleicht geht doch noch was - vor allem, da der Cut sich auf 3 über Par bewegt und plötzlich nur noch drei Schläge entfernt ist. Leider geht auf den Front 9 nichts mehr, Wiegele kann gute Chancen nicht nutzen, geigt aber weiter im langen Spiel auf.

Beherzte Aufholjagd geht weiter

Die ersten beiden Bahnen der Back 9 sind aufgelegte Birdielöcher - leider nicht für Wiegele, der dafür an der 12 wieder brilliert. Dieses lange Par 4 hat nach einem perfekten Schuss ins Grün ein Birdie für den Steirer übrig, was den Cut wieder ein Stück näher in Griffweite bringt. Doch langsam gehen ihm die Löcher aus - vor allem die einfachen. Denn das Finish von Pula ist hantig, und Birdies müssen noch her!

Die hereinbrechende Dunkelheit verschiebt die Entscheidung allerdings auf den Samstag, denn um 19:15 MEZ war am Freitag endgültig Schluss: "Vielleicht schaffe ich ein Birdie-Birdie-Finish, ist zwar in Pula schwer, aber ich werde alles versuchen", macht ihm die Ausgangsposition noch einmal Spaß.

Am Samstag zeitlich in der Früh versucht Martin das Wunder von Mallorca mit zwei Birdies auf den schweren Schlusslöchern möglich zu machen. Ein Par an der 17 bedeutet: ein Hole in One am abschließenden Par 3 muss her - Martin hält sich tapfer und beendet die Mallorca Classic zumindest mit einem Birdie - und einer bärenstarken Runde von 67 Schlägen. 

Mallorca bleibt somit für den Steirer wie verhext. Wie schon im Vorjahr erreicht er ein Halbzeitergebnis von 3 über Par - und scheidet neuerlich nur um einen Schlag aus. Immerhin zeigt Wiegele eine deutliche Formsteigerung, kann dies als positives Resümee aus Mallorca mitnehmen - eine Chance bekommt er noch auf der European Tour, nächste Woche in Madrid ist er schon fix im Starterfeld.

Ableidinger verliert den Cut aus den Augen

Bei 4 über Par ist Karl Ableidinger nur zwei Schläge von der erwarteten Cutlinie entfernt. Österreichs Tourveteran, der nur noch gelegentlich auf der österreichischen PGA-Tour unterwegs ist, musste sich also steigern.

Ein solider Start ist zu wenig, Birdies müssen her, und unter diesem Druck tritt sich Ableidinger eine Serie von Bogeys ein. Vor allem an der schwersten Ecke des Platzes, zwischen Loch 13 und 18 streut es ihn mit vier Bogeys wie schon am Donnerstag gewaltig auf. Das einzige Birdie fällt am kurzen Par 4 der 15. Bahn. 

Auf den Back 9 hält er sich anfangs gut über Wasser - um sich dann leider mit Tripplebogey und Doppelbogey aus dem Turnier zu verabschieden. Die späten Ausrutscher bringen die 78er-Runde und ein Endergebnis von 12 über Par, das letztlich ein wenig erfolgreiches Gastspiel in Europas Eliteliga bedeutet.

Khan legt die Latte im Clubhaus

Wales Open-Sieger Simon Khan zeigte mit einer 64er-Runde, was auf dem kurzen Platz von Pula drinnen ist, erreichte als erster und bislang einziger Spieler ein zweistelliges Ergebnis von 10 unter Par. Der Schwede Fredrik Andersson erzielte mit einer 63 die tiefste Runde der Woche, hat auf Platz 2 allerdings schon drei Schläge Rückstand.

Der Schlag des Tages gelang Sergio Garcia am kurzen Par 4 der 4 Bahn. Brier steht gerade am 5. Abschlag und war live dabei: "Sergio hat aus 90 Metern mit dem Wedge direkt zum Eagle eingelocht, da war vielleicht was los hier am Platz".


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 70):

Platz Name Land Par R1 R2
1 KHAN, Simon ENG 18 -10 66 64
T2 ANDERSSON HED, Fredrik SWE 18 -7 70 63
T2 GARCIA, Sergio ESP 18 -7 66 67
T2 RODILES, Carlos ESP 18 -7 66 67
5 CANONICA, Emanuele ITA 18 -6 67 67
6 FORSYTH, Alastair SCO 18 -5 67 68
T7 BRIER, Markus AUT 18 -4 68 68
T7 DELAMONTAGNE, Francois FRA 18 -4 65 71
T7 FERNANDEZ-CASTANO ESP 18 -4 72 64
T7 FICHARDT, Darren RSA 18 -4 65 71
T7 FOWLER, Peter AUS 18 -4 66 70
T7 GONZALEZ, Ricardo ARG 18 -4 69 67
T7 LARA, José Manuel ESP 18 -4 67 69
T7 LUNA, Santiago ESP 18 -4 67 69
T7 MUÑOZ, Tomas Jesus ESP 18 -4 67 69
T7 ROE, Mark ENG 18 -4 68 68
Weiters:
T17 GALLACHER, Stephen SCO 18 -3 70 67
T21 LAWRIE, Paul SCO 18 -2 68 70
T21 STRÜVER, Sven GER 18 -2 71 67
T43 DAVIS, Brian ENG 18 1 71 70
T43 OLAZÁBAL, José Maria ESP 18 1 73 68
T54 SIEM, Marcel GER 18 2 69 73
T62 MARTIN, Miguel Angel ESP 18 3 71 72
Cut verpasst (+3):
T76 WIEGELE, Martin AUT 18 4 77 67
T86 BIRCH Jr, Gary GER 18 5 75 70
T76 SANDELIN, Jarmo SWE 18 4 73 71
T103 CLÉMENT, Julien SUI 18 8 75 73
T121 ABLEIDINGER, Karl AUT 18 12 74 78

 

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