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PORTUGAL OPEN - Markus
Brier der Chef am Platz
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1. Runde:
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1.4.2005 / 09:50 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl |
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Brier der Chef am Platz
Ein verschnupfter Markus Brier stürmt in Estoril überlegen an die Spitze
(65), Niki Zitny fällt nach starkem Beginn zurück
(74).
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| Das
Wichtigste in Kürze |
leicht bewölkt, 23 Grad, heftiger Wind
Markus Brier 1. Runde: 65 (-6) - Platz 1
Perfektes langes Spiel, heißer Putter locht 7 Birdies
Niki Zitny 1. Runde: 74 (+3) - 80. Platz
Mit Eagle begonnen, danach nur wenig gelungen
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Eine steife Brise und ein schwerer Golfplatz erwartet die European Tour
bei ihrem ersten Heimspiel 2005. Die Estoril Open de Portugal am hügeligen
Oitavos-Kurs an der Atlantikküste lässt keine Birdie-Hatz wie in den letzten
Wochen in Asien zu - ein gutes Score will auf den extrem welligen Grüns hart
erarbeitet werden - und das gelang einem Österreicher, so gut wie bislang
keinem anderen Spieler im Feld: "Mein neuer Callaway i-Trax Putter hat mir
Glück gebracht. Nach den letzten Turnieren bin ich auf ein futuristisches
Modell umgestiegen, weil schlimmer konnte es nicht werden", sollte sich der Wechsel
für Markus Brier von Beginn an bezahlt machen.
Ein Bogey bringt Markus auf Touren
Markus Brier ging stark verschnupft, aber voller Tatendrang mit einer
frühen Startzeit in seine 6. Open de Portugal. Die ersten, ziemlich engen
Löcher in den Pinienwäldern absolviert er sicher, stellt sich von Beginn an
perfekt auf den starken, böigen Wind ein. Weder das schwere Eröffnungsloch noch das erste, lange Par 3
können unserem Golfass etwas anhaben. Kein Wunder, 15 Grüns sollte Markus
heute treffen, sein bombensicheres Spiel eröffnet eine Birdiechance nach der
anderen: "Ich habe einfach geile Eisen geschlagen, die Fahnen so richtig
angeschossen, die Arbeit mit Claude Grenier der letzten Wochen hat sich bezahlt
gemacht".
Das zweitschwerste Golfloch von Oitavos stellt jedoch auch Brier ein Bein: Dieses
elendslange, bergauf führende Par 4 spielt sich heute in den Wind, das kleine
Grün ist mit dem zweiten Schlag kaum zu treffen - Markus kann aus dem
Fairwaybunker nur vorlegen und marschiert mit einem
Bogey zum nächsten Abschlag.
Der Ärger über den ersten Schlagverlust wirkt auf das Spiel des Österreichers
jedoch befreiend. Am nächsten schweren Dogleg erarbeitet er sich mit einem
präzisen Schuss ins Grün eine gute Birdiechance, kann diese aus einem Meter nutzen. Da
kommt das kürzeste Par 5 nun sehr gelegen, wieder profitiert Markus von seinem
soliden langen Spiel und bringt sich mit dem nächsten Birdie in die roten
Zahlen: "Mein längster Putt war glaube ich aus zwei Metern, den ich lochen
musste, so stark habe ich mit den Eisen die Chancen aufgelegt."
Brier macht aus dem Doppelpack einen lupenreinen Birdie-Hattrick, punktet auch
am langen Par 5 der 8 mit einem guten Pitch ins Grün und einem
Single-Putt - taucht plötzlich auf Platz 1 am Leaderboard auf! Nach
einem sicheren Par an der 9 geht der Wiener von Platz 2 weg auf die Back 9, nur
der Engländer David Carter liegt einen Schlag vor ihm.
Birdieputts fallen im Minutentakt
Auch auf den Back 9 beginnt Markus wie aus der Pistole geschossen: das Par 4 der
10 führt entlang der Atlantikküste und ist besonders windexponiert - auch das
kann den Wiener nicht stören: "Mit dem Eisen 5 habe ich bis auf 10
Zentimeter an die Fahne gespielt". Die kurze 11 ist
für Longhitter sogar vom Abschlag erreichbar, Markus legt aber nur mit dem
Rescue vor und pitcht einen Meter an die Fahne -
das 5. Birdie auf den letzten 6 Löchern bringt ihn alleine auf Platz 1.
Trotz eines Pars am kurzen Par 5 der 13, nach einem Zwischenstopp im
Grünbunker, bleibt Brier der bestimmende Mann am
Platz: ein perfektes Eisen 4 vom Abschlag der 15 bringt das nächste Birdie auf
diesem Par 3: "Vielleicht mein bester Schlag, den hätte ich fast im Flug
zum Hole in One gelocht." Weiter bleiben die Annäherungen des Österreichers
brandgefährlich, auch am letzten Par 5, sackt er nach einem perfekten Schlag
ins Grün mit zwei sicheren Putts ein Birdie
ein.
Jetzt gilt es nur noch das brutale Finish mit engen und langen Bahnen zurück
durch den Pinienwald zum Clubhaus zu bewältigen. Vor allem das abschließende
Par 4 hat es in sich, das die European Tour-Stars heute mit einem
durchschnittlichen Score von 4,85 spielen! "Da hätte es mich fast noch
erwischt, weil der Drive im Rough in einem Loch gelegen ist und ich nur
vorhacken konnte." Nach einem mächtig starken Chip auf das extrem
hängende Grün
locht der Wiener sicher zum Par und darf nun abwarten, ob ihn die
Nachfolgenden einholen können.
Mit der 65er-Runde (6 unter Par) ist Markus Brier nach der
Vormittagsgruppe der klare Chef am Platz, drei Schläge vor Hongkong-Sieger Stephen
Dodd und dem Engländer Jonathan Lomas, zwei ganz ausgefuchsten
Routiniers: "Das lange Spiel war schon zuletzt sehr gut, aber die Qualität
der Eisenschläge war heute einfach top", sieht sich Brier für das
Wochenende in Estoril spielerisch gut gewappnet. Es ist übrigens nicht das
erste Mal, dass Brier auf der European Tour nach der Eröffnungsrunde führt -
im Jahr 2000 setzte er sich in Madrid zum Auftakt an die Spitze.
Zitny startet als Letzter - mit einem Eagle
Mit der allerletzten Startzeit um 15:35 MEZ durfte Niki Zitny vom 8.
Abschlag weg bei seiner ersten Open de Portugal loslegen - somit startet der Wiener
auf einem 532 Meter langen Par 5, und das perfekt: mit einem Eagle erweist sich
der Golfplatz auch für den zweiten Österreicher im Feld äußerst freundlich:
"Das Eisen 3 ins Grün hat genau gepasst, aus vier Metern ist mein einziger
längerer Putt heute gefallen".
Etwas geschockt von diesem Superstart kann unser Tourneuling die nächsten guten
Birdielöcher 9 und 11 nicht nützen, hält sich aber mit sicheren Pars gut im
Rennen. Das über 200 Meter lange Par 3 der 12 bereitet Zitny jedoch erste
Probleme, büßt hier seinen ersten Schlag ein. Am folgenden, kurzen Par 5
lässt "Nik" mit dem Par eine dicke Chance ungenutzt, außer dem
anfänglichen Highlight will nichts so recht gelingen. Dafür gibt es wieder
Stress am Par 3 der 15, wo ein schwaches Eisen 4 zum nächsten Bogey führt:
"Auf den Grüns ist heute gar nichts gefallen, ds war mein
Hauptproblem," schilderte er anschließend.
Kampf und Krampf um die Birdies
Wer keine Birdies spielt, den bestrafen die Bogeys - diese Binsenweisheit
bekommt Zitny am schwersten Loch, der langen und engen 18 zu spüren, das ihn
einen weiteren Schlag kostet und endgültig ins Mittelfeld zurückbefördert.
An der kurzen 2. Bahn, seinem 13. Loch der Runde, erlöst sich Zitny mit dem
ersten erfolgreichen Birdieputt, der ihn wieder auf Even Par bringt. Dieses
Erfolgserlebnis bringt aber auch nicht die Souveränität in sein Spiel zurück.
Auf den trickreichen, engen Par 4 im Wald gehen noch zwei Schläge verloren:
"da musste ich jeweils ums Par kämpfen, hatte sogar nur kürzere Par-Putts,
aber sowohl auf der 4 wie auf der 5 vorbeigeschoben". Die
hereinbrechende Dunkelheit beendete vorzeitig Zitnys Arbeitstag ...
Am Freitag morgen bleiben das schwere Par 4 der 6 und ein kurzes Par 5
nachzuspielen. Bei dieser Aufwärmübung fängt sich Zitny noch ein 5. Bogey
für seine Auftaktrunde ein, kann nach dem Superstart mit der 74 nicht zufrieden
sein. Damit liegt er als 80. sogar knapp außerhalb der Top 70, die nach zwei
Runden cutten.
Generalangriff auf Brier am Nachmittag
Da der Wind am Nachmittag deutlich nachlässt, lässt der Angriff auf den im
Clubhaus führenden Österreicher nicht lange auf sich warten. Neil Cheetham,
Stephen Scahill, Titch Moore und Mats Vibe-Hastrup pirschen sich gefährlich
heran. Letztlich zerbrechen sie aber alle am hantigen Finish, sie kommen mit 67
Schlägen nur bis auf zwei Shots an Brier heran.
Zwischenstand in der 1. von 4 Runden (Par 71):
| Platz |
Spieler |
Land |
Loch |
Par |
R1 |
| 1 |
BRIER, Markus
|
AUT |
18 |
-6 |
65 |
| T2 |
CHEETHAM, Neil
|
ENG |
18 |
-4 |
67 |
| T2 |
MOORE, Titch
|
RSA |
18 |
-4 |
67 |
| T2 |
SCAHILL, Stephen
|
NZL |
18 |
-4 |
67 |
| T2 |
VIBE-HASTRUP, Mads
|
DEN |
18 |
-4 |
67 |
| T6 |
BROADHURST, Paul
|
ENG |
18 |
-3 |
68 |
| T6 |
DODD, Stephen
|
WAL |
18 |
-3 |
68 |
| T6 |
LANE, Barry
|
ENG |
18 |
-3 |
68 |
| T6 |
LOMAS, Jonathan
|
ENG |
18 |
-3 |
68 |
| T10 |
ANDERSSON HED, Fredrik
|
SWE |
18 |
-2 |
69 |
| T10 |
FORSYTH, Alastair
|
SCO |
18 |
-2 |
69 |
| T10 |
LAWRIE, Paul
|
SCO |
18 |
-2 |
69 |
|
|
|
|
|
|
|
Weiters: |
|
|
|
|
| T19 |
FASTH, Niclas
|
SWE |
18 |
-1 |
70 |
| T44 |
DOUGHERTY, Nick
|
ENG |
18 |
1 |
72 |
| T44 |
SIEM, Marcel
|
GER |
18 |
1 |
72 |
| T63 |
TORRANCE, Sam
|
SCO |
18 |
2 |
73 |
| T80 |
ZITNY, Niki
|
AUT |
18 |
3 |
74 |
| T83 |
SANDELIN, Jarmo
|
SWE |
18 |
3 |
74 |
| T108 |
KARLSSON, Robert
|
SWE |
18 |
5 |
76 |
| T137 |
HEDBLOM, Peter
|
SWE |
18 |
8 |
79 |
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