Estoril Open de Portugal
Oitavos Golfe, 
Quinta da Marinha, Portugal
31. März - 3. April 2005
Preisgeld: € 1,250.000

European Tour

PORTUGAL OPEN - Markus Brier mit bitterem Arbeitstag

2. Runde

1.4.2005 / 20:50 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Bitterer Arbeitstag für Brier

Mit 3 Doppelbogeys und 79 Schlägen stürzt Brier in Portugal ab. Doch dank eines tapferen Niki Zitny sind beide Österreicher im Finale.

 
Das Wichtigste in Kürze

sonnig, bis zu 25 Grad, weiterhin windig 

Markus Brier
2. Runde: 79 (+8) / gesamt 2 über Par - Platz 63
9 Grüns verfehlt, 3 Drives in die Büsche mit Doppelbogey

Niki Zitny 2. Runde: 70 (-1) / gesamt 2 über Par - Platz 63
Viele Grüns getroffen, aber wieder wenige Putts gelocht

Cut erwartet bei: 2 über Par

5 Jahre nach der Madrid Open führt Markus Brier wieder ein Erstliga-Feld als Leader in einen zweiten Spieltag: "Ich konzentriere mich ganz auf mein Spiel und vergesse alles rundherum. Wenn ich die Eisen weiterhin so gut treffe, ist hier alles möglich", weiß Markus um seine Riesenchance: ein Golfplatz, der ihm liegt, ein Feld ohne die absoluten Topstars und eine tiefe Auftaktrunde von 65 Schlägen, die ihm alle Chancen gibt. 

Doch es sollte am verrückten 1. April ganz anders kommen: "heute gab's wenig für mich zu lachen. Jeder schlechte Drive wurde doppelt bestraft, dazu einige schwache Eisen und keine Putts gefallen", hatte Brier heute Frust pur in 18 Akten zu bewältigen.

Markus kommt früh mächtig unter Druck

Bei perfekten Bedingungen legten die Herausforderer dem Österreicher einiges vor. Markus Brier startete erst um 14:15 MEZ von 8. Abschlag aus in seine zweite Runde, bekommt es zum Auftakt mit einem langen Par 5 zu tun, das ihm aber kein Birdie vergönnt. Denn von Beginn an ist der Wurm im Spiel des Österreichers drinnen, die Schläge mit den Eisen sind nicht mehr so präzise, jedes zweite Grün sollte der für sein solides Spiel bekannte 36-jährige heute verfehlen  - und das kommt am Platz von Oitavos sehr, sehr teuer!

Auf Loch 10 lauert vom Abschlag bis zum Grün auf der rechten Seite die Ausgrenze, der Wind bläst stark von links herein: "Daher habe ich zu weit links angehalten und habe den Ball mitten in einen Busch versenkt". Erst beim zweiten Versuch befreit er sich und kassiert ein Doppelbogey. Damit schrillen schon früh alle Alarmglocken, aufgrund der guten Tagesscores fällt der Dominator vom Vortag sofort aus den Top 10 hinaus. Markus möchte die Scharte am nächsten Loch rasch auswetzen, legt gut vom Tee ab: "der Ball endete in einem Divot, das hat mir das Bogey eingebrockt"

Der Aderlass an seinem Score ist damit jedoch nicht ausgestanden: jetzt steht das 214 Meter lange Par 3 an. Wieder klappt der Abschlag mit dem langen Eisen nicht nach Wunsch, Brier drückt den Ball rechts weg, liegt unspielbar in einem Busch, kurze Zeit später steht das Doppelbogey auf der Scorkarte. 5 über Par nach ebenso vielen Löchern, lautet die bittere Zwischenbilanz!

Keine Verschnaufpause und Birdie-Schonkost

Jetzt platzt Brier der Kragen, am Par 5 der 13 stimmt die Marschrichtung mit zwei Schlägen bis zum Grün, das bequeme Zweiputt-Birdie sollte das Nervenkostüm beruhigen. Doch die Eisen streuen weiterhin zu stark, am Par 3 der 15 mit seinem ganz schmalen Grün bleibt Markus zu kurz und kann neuerlich das Par nicht halten. Über das schwerste Loch des Platzes, die 18, kommt er ebenfalls nach Chip und 2-Putts nur mit Bogey hinweg, nach zwei Dritteln der Runde hat er schon 6 Schläge eingebüsst und ist auf Even Par zurückgefallen.

Die 1 ist heute Briers 13. Bahn, der Österreicher nimmt nun einige leichtere Löcher in Angriff. Mit einer Serie von Pars begrenzt er zumindest den Schaden: "in dieser Phase waren die Eisen nicht präzise genug, wirklich gute Chancen habe ich kaum bekommen."

Endgültig kritisch wird seine Situation am kurzen Par 4 der 4. Bahn, als er mit seinem dritten Doppelbogey sogar auf die Cutlinie zurückfällt: "Dabei habe ich vom Tee nur das Rescue genommen, dennoch bin ich wieder Mitte Busch gelandet". Da es keine Stelle zum Droppen gibt, muss er wohl oder übel herumhacken, bewegt den Ball beim ersten Versuch gerade einmal 30 Zentimeter. 

Nun darf er sich keinen Lapsus mehr leisten. Die 5 und 6 sind zwei ganz hantige Par 4, Markus patzt leider noch einmal an der 5 mit einem Drive in den Fairwaybunker - damit benötigt er ein Birdie am abschließenden Par 5, um wenigstens noch ins Wochenende zu kommen. Der erlösende Birdie-Putt fällt auch zur 79 (8 über Par), die bei 2 über Par am letzten Drücker zum Weiterkommen reicht.

"Heute ist einfach alles zusammengekommen: schlechtes Spiel, starker Wind und auch noch eine gehörige Portion Pech", erklärt sich Brier selbst die 79. 


Niki Zitny kämpfte wie ein Löwe um den 2. Cut

Mit intakten Chancen auf den Cut startete Niki Zitny in seine 2. Runde, eine Runde knapp in den roten Zahlen sollte reichen. Das Spiel dazu hat der Wiener am Freitag allemal, brilliert mit solidem langen Spiel, sollte immerhin 14 Mal problemlos das Grün treffen: "Mit dieser Leistung hätte ich nie und nimmer um den Cut kämpfen sollen, aber wenn man gleich 6 Einmeter-Putts an zwei Tagen verschiebt, wird's halt knapp", stand sich Zitny auf den Grüns oft selbst im Weg.

Das zweite Loch, wo "Nik" gestern sein einziges Birdie holte, ist auch diesmal gut zu ihm. Dieses kurze Par 4, wo die Pros nur ein halbes Wedge ins Grün schlagen, beschert dem Wiener früh das erste Erfolgserlebnis. Das überlange Dogleg Nummer 5, das hinaus aus dem Pinienwald an die Atlantikküste führt, ist wieder ein echter Test: auch am Freitag besteht Zitny diesen nicht, verfehlt zwar das Grün nur knapp, fällt mit dem Dreiputt-Bogey vom Vorgrün vorläufig aus dem Cut heraus.

Auch die letzte der schweren Bahnen auf der ersten Hälfte bereitet Zitny große Probleme, an der langen 6 ist zwar der Drive kein Problem, aber der Schlag ins Grün erfordert Maßarbeit - auch dieses Loch ist ein Spiegelbild von gestern, kostet ihn ein Bogey: "Wieder war der Up & Down machbar, der Chip ganz gut, aber der kurze Par-Putt nicht im Loch". Doch nun kommen die beiden Par 5, die kurze Par 7 spielt sich wie ein längeres Par 4, Zitny holt sich sein absolutes Pflicht-Birdie ab.

Die Par 5 bringen die Rettung

Auf den etwas schwierigeren Back 9 heißt es nun Vollgas geben, doch der Putter holt weiter zu wenig aus den guten Auflagen heraus. Wieder sollte Zitny mit 32 Putts gut zwei, drei Schläge auf den Grüns liegen lassen.
Eine Serie von soliden Pars ist in dieser Phase, wo es um den Cut geht, frustrierend und zu wenig. Am vorletzten Par 5 fällt endlich wieder ein Birdieputt. Schlagverluste dürfen jetzt keine mehr passieren - am letzen Par 3 verfehlt er leider das kleine Grün und muss wieder ein Bogey notieren - wie er überhaupt bei vier Mal Troubleshooting nur einmal das Par retten konnte: "Die Situation an der 15 war typisch: Grün nur knapp links verfehlt, guter Chip zur Fahne, Par-Putt aus einem Meter vorbei".

Die letzte gute Birdiechance wartet auf der 16, dem letzten, wenn auch sehr langen Par 5: "Das Grün habe ich fast mit dem Zweiten erreicht, dann tot zur Fahne gechippt".  Die beiden abschließenden, langen Par 4 zurück zum Clubhaus haben es jedoch in sich, Niki kann sich keine Schwäche mehr erlauben. Und tatsächlich kratzt er noch zweimal das Par zur 70er-Runde, die nichts für schwache Nerven war: "Der Par-Putt an der 18 war genau so ein Wadlbeisser, wie ich sie zwei Tage lang vorbeigeschoben habe. Ich wusste, wie wichtig der war, bin stolz, diesen gelocht zu haben".

Nun heißt es ein paar Stunden zittern, bei 2 über Par stehen die Chancen auf seinen 2. Cut in der ersten Euroliga aber nicht so schlecht: "Das wäre nur ausgleichende Gerechtigkeit, weil zuletzt hat mir nur ein Schlag auf den Cut gefehlt", spielt Zitny auf Malaysia an. In Portugal könnte er beim vierten Versuch auf der European Tour zum zweiten Mal im Preisgeld landen.

Morgengruppe gibt mächtig Gas

Die deutlich besseren Bedingungen nutzten die frühen Starter zu entsprechend tiefen Scores. Besonders Tourveteran Paul Broadhurst und Jose-Felipe Lima können sich gut in Szene setzen und legen die Marke im Clubhaus bei 8 unter Par. Voriges Jahr gewann Lima noch als Franzose "Philippe Lima" in St. Omer, nahm danach die portugiesische Nationalität seiner Mutter an und startet nun mit neuem Vornamen bei seinem Heimturnier.

Scores nach 2 von 4 Runden (Par 71):

Platz Spieler Land Par R1 R2
T1 BROADHURST, Paul ENG -8 68 66
T1 LIMA, Jose-Filipe POR -8 69 65
T3 DYSON, Simon ENG -7 71 64
T3 LANE, Barry ENG -7 68 67
T5 GARBUTT, Ian ENG -6 70 66
T5 LAWRIE, Paul SCO -6 69 67
T5 LITTLE, Stuart ENG -6 69 67
T5 MONASTERIO, Cesar ARG -6 69 67
T9 DODD, Stephen WAL -5 68 69
T9 GARRIDO, Ignacio ESP -5 71 66
T9 MOORE, Titch RSA -5 67 70
T9 MURPHY, Gary IRL -5 69 68
T9 SCAHILL, Stephen NZL -5 67 70
T9 SCHWARTZEL, Charl RSA -5 72 65
T9 VIBE-HASTRUP, Mads DEN -5 67 70
         
Weiters:        
T23 DOUGHERTY, Nick ENG -3 72 67
T23 SIEM, Marcel GER -3 72 67
T35 FASTH, Niclas SWE -1 70 71
T63 BRIER, Markus AUT 2 65 79
T63 STRÜVER, Sven GER 2 72 72
T63 TORRANCE, Sam SCO 2 73 71
T63 ZITNY, Niki AUT 2 74 70
         
Cut verpasst (+2):        
T76 VAN DE VELDE, Jean FRA 3 70 75
T85 SANDELIN, Jarmo SWE 4 74 72
T144 COLTART, Andrew SCO 13 77 78




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