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PORTUGAL OPEN - Markus
Brier mit bitterem Arbeitstag
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2. Runde
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1.4.2005 / 20:50 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl |
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Bitterer Arbeitstag für Brier
Mit 3 Doppelbogeys und 79 Schlägen stürzt Brier in Portugal ab.
Doch dank eines tapferen Niki Zitny sind beide Österreicher im
Finale.
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| Das
Wichtigste in Kürze |
sonnig, bis zu 25 Grad, weiterhin windig
Markus Brier 2. Runde: 79 (+8) / gesamt 2 über Par - Platz
63
9 Grüns verfehlt, 3 Drives in die Büsche mit Doppelbogey
Niki Zitny 2. Runde: 70 (-1) / gesamt 2 über Par - Platz
63
Viele Grüns getroffen, aber wieder wenige Putts gelocht
Cut erwartet bei: 2 über Par
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5 Jahre nach der Madrid Open führt Markus Brier wieder ein Erstliga-Feld als Leader in einen zweiten Spieltag: "Ich
konzentriere mich ganz auf mein Spiel und vergesse alles rundherum. Wenn ich die
Eisen weiterhin so gut treffe, ist hier alles möglich", weiß Markus um
seine Riesenchance: ein Golfplatz, der ihm liegt, ein Feld ohne die absoluten
Topstars und eine tiefe Auftaktrunde von 65 Schlägen, die ihm alle Chancen gibt.
Doch es sollte am verrückten 1. April ganz anders kommen: "heute gab's
wenig für mich zu lachen. Jeder schlechte Drive wurde doppelt bestraft, dazu
einige schwache Eisen und keine Putts gefallen", hatte Brier heute Frust
pur in 18 Akten zu bewältigen.
Markus kommt früh mächtig unter Druck
Bei perfekten Bedingungen legten die Herausforderer dem Österreicher einiges
vor.
Markus Brier startete erst um 14:15 MEZ von 8.
Abschlag aus in seine zweite Runde, bekommt es zum Auftakt mit einem langen Par
5 zu tun, das ihm aber kein Birdie vergönnt. Denn von Beginn an ist der Wurm im
Spiel des Österreichers drinnen, die Schläge mit den Eisen sind nicht mehr so
präzise, jedes zweite Grün sollte der für sein solides Spiel bekannte
36-jährige heute verfehlen - und das kommt am Platz von Oitavos sehr,
sehr teuer!
Auf Loch 10 lauert vom Abschlag bis zum Grün auf der rechten Seite die
Ausgrenze, der Wind bläst stark von links herein: "Daher habe ich zu weit
links angehalten und habe den Ball mitten in einen Busch versenkt". Erst
beim zweiten Versuch befreit er sich und kassiert ein Doppelbogey. Damit schrillen schon früh alle Alarmglocken,
aufgrund der guten Tagesscores fällt der Dominator vom Vortag sofort aus den Top
10 hinaus. Markus möchte die Scharte am nächsten Loch rasch auswetzen, legt
gut vom Tee ab: "der Ball endete in einem Divot, das hat mir das Bogey
eingebrockt"
Der Aderlass an seinem Score ist damit jedoch nicht ausgestanden: jetzt steht
das 214 Meter lange Par 3 an. Wieder klappt der
Abschlag mit dem langen Eisen nicht nach Wunsch, Brier drückt den Ball rechts
weg, liegt unspielbar in einem Busch, kurze Zeit später steht das Doppelbogey auf der Scorkarte. 5 über Par nach ebenso vielen Löchern, lautet
die bittere Zwischenbilanz!
Keine Verschnaufpause und Birdie-Schonkost
Jetzt platzt Brier der Kragen, am Par 5 der 13 stimmt die Marschrichtung mit
zwei Schlägen bis zum
Grün, das bequeme Zweiputt-Birdie sollte das Nervenkostüm beruhigen. Doch die Eisen
streuen weiterhin zu stark, am Par 3 der 15 mit seinem ganz schmalen Grün
bleibt Markus zu kurz und kann neuerlich das Par nicht halten. Über das schwerste Loch des
Platzes, die 18, kommt er ebenfalls nach Chip und 2-Putts nur mit Bogey hinweg, nach zwei Dritteln
der Runde hat er schon 6 Schläge eingebüsst und ist auf Even Par
zurückgefallen.
Die 1 ist heute Briers 13. Bahn, der Österreicher nimmt nun einige
leichtere Löcher in Angriff. Mit einer Serie von Pars begrenzt er zumindest den
Schaden: "in dieser Phase waren die Eisen nicht präzise genug, wirklich
gute Chancen habe ich kaum bekommen."
Endgültig kritisch wird seine Situation am kurzen
Par 4 der 4. Bahn, als er mit seinem dritten Doppelbogey sogar auf die Cutlinie
zurückfällt: "Dabei habe ich vom Tee nur das Rescue genommen, dennoch bin
ich wieder Mitte Busch gelandet". Da es keine Stelle zum Droppen gibt, muss
er wohl oder übel herumhacken, bewegt den Ball beim ersten Versuch gerade
einmal 30 Zentimeter.
Nun darf er sich keinen Lapsus mehr leisten. Die 5 und 6 sind zwei ganz hantige
Par 4, Markus patzt leider noch einmal an der 5 mit einem Drive in den
Fairwaybunker - damit benötigt er ein Birdie am abschließenden Par 5, um
wenigstens noch ins Wochenende zu kommen. Der erlösende Birdie-Putt fällt auch
zur 79 (8 über Par), die bei 2 über Par am letzten Drücker zum Weiterkommen
reicht.
"Heute ist einfach alles zusammengekommen: schlechtes Spiel, starker Wind
und auch noch eine gehörige Portion Pech", erklärt sich Brier selbst die
79.
Niki Zitny kämpfte wie ein Löwe um den 2. Cut
Mit intakten Chancen auf den Cut startete Niki Zitny in seine 2. Runde,
eine Runde knapp in den roten Zahlen sollte reichen. Das Spiel dazu hat der
Wiener am Freitag allemal, brilliert mit solidem langen Spiel, sollte immerhin
14 Mal problemlos das Grün treffen: "Mit dieser Leistung hätte ich nie
und nimmer um den Cut kämpfen sollen, aber wenn man gleich 6 Einmeter-Putts an
zwei Tagen verschiebt, wird's halt knapp", stand sich Zitny auf den Grüns
oft selbst im Weg.
Das zweite Loch, wo "Nik" gestern sein einziges Birdie holte, ist auch
diesmal gut zu ihm. Dieses kurze Par 4, wo die Pros nur ein halbes Wedge ins Grün
schlagen, beschert dem Wiener früh das erste Erfolgserlebnis. Das überlange
Dogleg Nummer 5, das hinaus aus dem Pinienwald an die Atlantikküste führt, ist
wieder ein echter Test: auch am Freitag besteht Zitny diesen nicht, verfehlt
zwar das Grün nur knapp, fällt mit dem Dreiputt-Bogey vom Vorgrün vorläufig aus dem Cut heraus.
Auch die letzte der schweren Bahnen auf der ersten Hälfte bereitet Zitny große
Probleme, an der langen 6 ist zwar der Drive kein Problem, aber der Schlag ins
Grün erfordert Maßarbeit - auch dieses Loch ist ein Spiegelbild von gestern,
kostet ihn ein Bogey: "Wieder war der Up & Down machbar, der Chip ganz
gut, aber der kurze Par-Putt nicht im Loch". Doch nun kommen die beiden Par 5, die kurze Par 7
spielt sich wie ein längeres Par 4, Zitny holt sich sein absolutes
Pflicht-Birdie ab.
Die Par 5 bringen die Rettung
Auf den etwas schwierigeren Back 9 heißt es nun Vollgas geben, doch der Putter
holt weiter zu wenig aus den guten Auflagen heraus. Wieder sollte Zitny mit 32 Putts
gut zwei, drei Schläge auf den Grüns liegen lassen.
Eine Serie von soliden Pars ist in dieser Phase, wo es um den Cut geht,
frustrierend und zu wenig. Am
vorletzten Par 5 fällt endlich wieder ein Birdieputt. Schlagverluste dürfen
jetzt keine mehr passieren - am letzen Par 3 verfehlt er leider das kleine Grün
und muss wieder ein Bogey notieren - wie er überhaupt bei vier Mal
Troubleshooting nur einmal das Par retten konnte: "Die Situation an der 15
war typisch: Grün nur knapp links verfehlt, guter Chip zur Fahne, Par-Putt aus
einem Meter vorbei".
Die letzte gute Birdiechance wartet auf der 16, dem letzten, wenn auch sehr
langen Par 5: "Das Grün habe ich fast mit dem Zweiten erreicht, dann tot
zur Fahne gechippt". Die beiden abschließenden, langen Par 4 zurück zum Clubhaus haben es
jedoch in sich, Niki kann sich keine Schwäche mehr erlauben. Und tatsächlich
kratzt er noch zweimal das Par zur 70er-Runde, die nichts für schwache Nerven
war: "Der Par-Putt an der 18 war genau so ein Wadlbeisser, wie ich sie zwei
Tage lang vorbeigeschoben habe. Ich wusste, wie wichtig der war, bin stolz,
diesen gelocht zu haben".
Nun heißt es ein paar Stunden zittern, bei 2 über Par stehen
die Chancen auf seinen 2. Cut in der ersten Euroliga aber nicht so schlecht:
"Das wäre nur ausgleichende Gerechtigkeit, weil zuletzt hat mir nur ein
Schlag auf den Cut gefehlt", spielt Zitny auf Malaysia an. In Portugal
könnte er beim vierten Versuch auf der European Tour zum zweiten Mal im
Preisgeld landen.
Morgengruppe gibt mächtig Gas
Die deutlich besseren Bedingungen nutzten die frühen Starter zu entsprechend
tiefen Scores. Besonders Tourveteran Paul Broadhurst und Jose-Felipe Lima
können sich gut in Szene setzen und legen die Marke im Clubhaus bei 8 unter
Par. Voriges Jahr gewann Lima noch
als Franzose "Philippe Lima" in St. Omer, nahm danach die portugiesische Nationalität seiner Mutter an und startet nun mit neuem Vornamen
bei seinem Heimturnier.
Scores nach 2 von 4 Runden (Par 71):
| Platz |
Spieler |
Land |
Par |
R1 |
R2 |
| T1 |
BROADHURST, Paul |
ENG |
-8 |
68 |
66 |
| T1 |
LIMA, Jose-Filipe |
POR |
-8 |
69 |
65 |
| T3 |
DYSON, Simon |
ENG |
-7 |
71 |
64 |
| T3 |
LANE, Barry |
ENG |
-7 |
68 |
67 |
| T5 |
GARBUTT, Ian |
ENG |
-6 |
70 |
66 |
| T5 |
LAWRIE, Paul |
SCO |
-6 |
69 |
67 |
| T5 |
LITTLE, Stuart |
ENG |
-6 |
69 |
67 |
| T5 |
MONASTERIO, Cesar |
ARG |
-6 |
69 |
67 |
| T9 |
DODD, Stephen |
WAL |
-5 |
68 |
69 |
| T9 |
GARRIDO, Ignacio |
ESP |
-5 |
71 |
66 |
| T9 |
MOORE, Titch |
RSA |
-5 |
67 |
70 |
| T9 |
MURPHY, Gary |
IRL |
-5 |
69 |
68 |
| T9 |
SCAHILL, Stephen |
NZL |
-5 |
67 |
70 |
| T9 |
SCHWARTZEL, Charl |
RSA |
-5 |
72 |
65 |
| T9 |
VIBE-HASTRUP, Mads |
DEN |
-5 |
67 |
70 |
|
|
|
|
|
|
|
Weiters: |
|
|
|
|
| T23 |
DOUGHERTY, Nick |
ENG |
-3 |
72 |
67 |
| T23 |
SIEM, Marcel |
GER |
-3 |
72 |
67 |
| T35 |
FASTH, Niclas |
SWE |
-1 |
70 |
71 |
| T63 |
BRIER, Markus |
AUT |
2 |
65 |
79 |
| T63 |
STRÜVER, Sven |
GER |
2 |
72 |
72 |
| T63 |
TORRANCE, Sam |
SCO |
2 |
73 |
71 |
| T63 |
ZITNY, Niki |
AUT |
2 |
74 |
70 |
|
|
|
|
|
|
|
Cut verpasst (+2): |
|
|
|
|
| T76 |
VAN DE VELDE, Jean |
FRA |
3 |
70 |
75 |
| T85 |
SANDELIN, Jarmo |
SWE |
4 |
74 |
72 |
| T144 |
COLTART, Andrew |
SCO |
13 |
77 |
78 |
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