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Le Meridien Moscow CC
12. - 15. August 2004
Preisgeld: € 406.000

European Tour


Final
15.8.2004 / 16:35 MEZ
Joachim Widl


Als Zweiter wie ein Sieger


Markus Brier musste sich nur einem groß aufspielenden Gary Emerson geschlagen geben - sichert sich praktisch die Tourkarte. Wiegele wird 50.

 
Das Wichtigste in Kürze

Nasskaltes Wetter, jedoch abklingende Schauer am Sonntag

Markus Brier 4. Runde: 69 (-3), gesamt -14 (Platz 2)
Starkes Finish mit drei Birdies sichert dicken Scheck - fast schon Tourkarte

Martin Wiegele
4. Runde: 74 (+2), gesamt Par (Platz 50)
Doppelbogey am ersten Par 5, danach nichts aufgeholt

Gary Emerson
(Eng) gewinnt dank der 68 bei 16 unter Par. 

Rückblick: >> 3. Runde mit Nachspiel

Ein waschelnasser Platz, frostige 14 Grad, unangenehmer Wind - nach dem Nachspiel zur 3. Runde früh am Morgen, erwartete die Finalisten von Moskau eine harte Schlussrunde: "Nachdem ich mich in der Früh gut zurückgekämpft hatte, war ich voller Optimismus, um den Sieg mitzuspielen", blieb Brier angriffslustig.

Kann Brier seine Erfahrung ausspielen?

Mit Par auf den ersten beiden Löchern beginnt der Wiener solide, obwohl er am leichtesten Loch, dem ersten Par 5, auch am Sonntag nicht punkten kann. Am längste nPar 4 in Moskau, die 3 mit dem kleinen Grün, hat Brier das Glück des Tüchtigen, nachdem er rechts das Grün verfehlte: "Da habe ich den Bunkschlag eingelocht, das hat geholfen". Dafür patzt er am folgenden Par 3, wo er den gewonnenen Schlag sofort wieder mit einem Dreiputt abgibt. Auch am längsten Par 5 bleibt der Wiener stark, hält mit dem nächsten Birdie seine Chancen intakt.

Damit ist der Adrenalinschub aufgebraucht, Brier attackiert zwar weiter, kann aber keine Birdieputts mehr lochen. Er geht allerdings nur zwei Schläge hinter der Führung auf die letzten 9 Löcher - die Entscheidung ist noch völlig offen.

Kopf an Kopf-Rennen bis zur Ziellinie

Neuerlich patzt jedoch der Österreicher auf einem Par 3 - nach einem Birdie am Vormittag an der 11 setzt es für ihn am Nachmittag das Bogey: "Der Abschlag war leider etwas zu lang, der Pitch zur Fahne zu schwer". Markus hält sich jedoch im Titelrennen, indem er sofort am folgenden Par 4 mit einem Birdie kontert: "Ich war immer nah dran bei den Führenden, konnte immer gleich die Bogeys mit Birdies kontern".

Als direkter Gegner kristallisiert sich in der Schlußphase der Engländer Gary Emerson heraus, der im Flight vor Brier spielt. Der Österreicher kann daher zuschauen, wie sein Kontrahent an der 14 zum Birdie locht. Brier kann jedoch kontern, erstmals in dieser Woche gelingt ihm an der 14 das Birdie, Platz 1 ist wieder nur noch einen Schlag entfernt: "In der entscheidenden Phase habe ich gute Wedges ins Grün geschlagen und auch einige Putts gelocht". An der 15 hat er den Gleichstand auf dem Schläger, aus 1 Meter 20 bricht der Birdieputt jedoch zu stark weg. 

Am letzten Par 3 erarbeitet sich der Engländer vor ihm wieder eine gute Chance, zieht mit dem Birdie wieder davon. Nervenstark antwortet Brier mit einem guten Eisen ins Grün - verkürzt neuerlich mit dem Birdie seinen Rückstand: "Das Birdie war ein absolutes Muss, den habe ich dann aus gut 8 Metern gestopft!"

Am letzten Par 5 locht der 40-jährige Engländer, der im Vorjahr seine Tourkarte verlor, neuerlich zum Birdie - doch diesmal geht Brier die Puste aus, er spielt nur das Par: "Der zweite Schlag blieb im Grünbunker hängen, aus drei Metern ist der Putt dann nicht gefallen". Somit geht er als alleiniger Zweiter mit zwei Schlägen Rückstand auf die letzte Bahn. Mit einem sicheren Par holt Gary Emerson die 68er-Runde und seinen ersten Sieg auf der European Tour bei 16 unter Par.

Brier spielt am langen 72. Loch noch ein sicheres Par, bringt damit die 69 (3 unter Par) ins Clubhaus. Sein Endergebnis von 14 unter Par reicht zum alleinigen 2. Platz, der 45.184 Euro wert ist. Auch wenn Emerson mit seinem Sieg sofort auf die European Tour aufsteigen wird, erreicht der Österreicher mit seinem besten Saisonergebnis knapp 160.000 Euro in der Volvo Order of Merit - und damit schon fast sein Plansoll für die neue Tourkarte 2005: "Auch mit Platz 2 bin ich mehr als zufrieden. Viele meinen, dass heuer schon 150.000 Euro zur Tourkarte reichen könnten, das macht den Rest der Saison jetzt wesentlich leichter", bleibt ihm wohl heuer die Zitterpartie erspart.


Wiegele rutscht am ersten Par 5 aus

Nach der enttäuschenden 74 vom frühen Morgen fällt Martin Wiegele schon zu Beginn seiner Finalrunde weiter zurück. Ein Doppelbogey auf seinem Eagle-Loch vom Freitag, dem Par 5 der 2. Spielbahn, ist gleich ein mentaler Keulenschlag: "Ein dünner Schlag landete unspielbar hinter dem Grün", konnte es Martin nicht glauben. Am folgenden, überlangen Par 3 muss er erstmals in dieser Woche Federn lassen, fällt mit einem Bogey endgültig aus den Top 50 hinaus: "Die Annäherung habe ich gebunkert, dann das Par nicht mehr geschafft".

Nun kann der Steirer sein Spiel konsolidieren, hat am längsten Par 5 von Moskau (530 Meter) mit dem ersten Birdie ein erstes Erfolgserlebnis: "Der Putt war nur noch ein Meter lang". Ein weiterer Birdieputt am einfach Par 4 der 7 macht Mut auf eine Rangverbesserung: "In dieser Phase hatte ich einige gute Putts, das Birdie habe ich aus 7 Metern gelocht". Doch statt weiterer Birdies verliert Martin an der 9 gleich wieder einen Schlag, diesmal mit einem Dreiputt.

Keine Steigerung auf den Back 9

Mit einem Birdie an der 10 nimmt Wiegele seine letzten 9 Löcher in Angriff, "das war mein längster Putt heute, ist aus gut 10 Metern gefallen." An der ungeliebten 13 schafft er auch zum Abschluss kein Par, verliert mit einem Bogey alleine an diesem Loch 5 Schläge in der Turnierwoche: "Diesmal war ich im Wasser, an dieser 13 wird man direkt abergläubisch". Wiegele versucht noch alles auf den beiden Par 5 zum Abschluss, geht jedoch neuerlich auf den langen Bahnen leer aus. Zumindest verliert er keine Schläge mehr, bringt somit wie schon am Vormittag die 74 ins Clubhaus (2 über Par).

Bei einem Endergebnis von Even Par wird nicht mehr als ein 50. Platz rausschauen, gegenüber dem Vorjahr benötigte Martin diesmal gleich 
19 Schläge mehr in Moskau! Und was noch bitterer ist - wie schon in Holland und Qatar fällt er nach einem Auftakt in den Top 3 mit jeder Runde zurück und macht nur Kleingeld für die Rangliste - in Moskau werden es ca. 1.600 Euro sein...


Final Scores nach 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2 R3 R4
1 EMERSON, Gary ENG -16 71 65 68 68
2 BRIER, Markus AUT -14 69 66 70 69
3 SULLIVAN, Kyron WAL -13 68 72 67 68
4 ELIASSON, Mattias SWE -12 69 67 73 67
5 NYSTROM, Henrik SWE -11 68 66 73 70
T6 ARCHER, Philip ENG -10 68 70 75 65
T6 BOURDY, Gregory FRA -10 71 69 68 70
T8 DOUGHERTY, Nick ENG -9 71 70 70 68
T8 GANE, Chris ENG -9 73 67 70 69
T8 TADINI, Alessandro ITA -9 72 70 70 67
T11 BARAKA, Kariem GER -8 63 71 70 76
             
Weiters:            
T16 ROJAS, Gustavo ARG -6 71 70 73 68
T29 BAKER, Peter ENG -4 69 69 73 73
T29 SANDELIN, Jarmo SWE -4 69 70 70 75
T29 WESTERBERG, Leif SWE -4 69 72 70 73
T44 STRÜVER, Sven GER -2 68 73 73 72
T50 WIEGELE, Martin AUT Par 65 75 74 74
T54 SIMSEK, Erol GER 1 71 69 73 76
T67 MOULAND, Mark WAL 5 71 71 73 78



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