The Barclays Scottish Open
Loch Lomond Golf Club, 
Glasgow, Schottland
8. -11. Juli 2004
Preisgeld: € 3,271.000

European Tour

SCOTTISH OPEN - Markus Brier und das Ungeheuer von Loch Lomond.

1. Runde: 8.7.2004 / 20:08 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Brier auf Kurs, Wiegele fast

Mit einer Par-Runde klassiert sich Brier im Mittelfeld, Wiegele wahrt mit 73 seine Chancen. Price, Romero und Lara führen dank guter Bedingungen mit 65er-Runden.

 
Das Wichtigste in Kürze

Nur wenig Wind, 15 Grad, bewölkt und trocken 

Markus Brier 1. Runde: 71 (Par), Platz 54
Sehr solides langes Spiel, dafür "nur" 3 Birdies, aber teures Doppelbogey

Martin Wiegele 1. Runde: 73 (+2), Platz 100
Super im langen Spiel, nur 1 Birdie gelocht, Fehler wurden aber bestraft

Der Platz spielte sich extrem lang, Longhitter bevorzugt, gute Scores dank perfekter Bedingungen.

Phillip Price, Eduardo Romero und Jose-Manuel Lara  führen im Clubhaus mit 65 Schlägen (6 unter Par).

Perfekte Bedingungen für die Longhitter auf der Tour herrschen zum Auftakt der Scottish Open. Nach starken Regenfällen der letzten Wochen spielt sich der schon sehr lange Par 71-Kurs noch länger, die Bälle rollten am Fairway so gut wie gar nicht.

Brier als Eisenkünstler

Mit einer späten Startzeit um 14:40 MEZ sind Markus Brier und Martin Wiegele gemeinsam am 10. Abschlag auf die Runde gegangen. Brier eröffnet auf dem langen Par 4 mit gefährlichem Teich vor dem Grün großartig, holt sich gleich ein Birdie ab: "Wenn gleich am ersten Grün ein Putt aus 8 Metern fällt, ist das sehr praktisch", freut er sich über den idealen Start.

Die erste Krise an der 12, nach einem getroffenen Baum vom Abschlag, meistern Markus souverän, rettet das Par, vergibt auf den folgenden Löchern gute Birdiechancen: "Auf mein langes Spiel konnte ich mich verlassen, ich habe gute 13 Grüns getroffen". 

Dramatisch wird es für Brier am längsten Par 4 in Loch Lomond, der 16. Bahn. Sein Abschlag landet im Rough, aufgrund des Wassergrabens vor dem Grün kann er nur vorlegen: "Der Ball lag dann ganz blöd in einem Divot, denn konnte ich nur Richtung Grün hacken". Erst der vierte Schlag landet am Grün, mit zwei Putts kassiert er gleich ein Doppelbogey. Die schweren Bahnen 17 und 18 übersteht der dagegen verlustfrei.

Grüns wurden immer schlechter

Auch die vorderen 9 Löcher beginnt der Wiener optimal, mit seinem zweiten Birdie auf dem kurzen Par 4 aus fünf Metern, gleicht damit sein Score wieder aus. Die guten Birdielöcher 3 und 4 kann er leider nicht zu Schlaggewinnen nutzen: "Die weichen Grüns waren auf den zweiten 9 schon sehr zertrampelt".

Das erste Bogey setzt es am letzten langen Par 4 der 7, das sich auch noch in den Wind spielt und dessen Grün von gefährlichen Bunkern verteidigt wird. Briers Abschlag trifft einen Baum, der Ball springt zwar glücklich aufs Fairway zurück, lässt ihm aber einen 200 Meter Schuß ins Grün, der im Grünbunker landet.

Das bergauf führende kurze Par zum Abschluß ist noch eine perfekte Chance sich zu verbessern, Brier nutzt diese zu seinem dritten Birdie aus zwei Metern, das seine Tagesbilanz spät ausgleicht: "Damit bin ich zufrieden, war eine insgesamt solide Runde. Morgen sollte es mit der frühen Startzeit einfach werden." Seine Runde von 71 Schlägen (Par) ist übrigens die beste, die er jemals in Loch Lomond spielte - mit Platz 54 stimmt auch der Kurs ins Wochenende.


Wiegele mit teurer Bogeyserie

Martin Wiegele bekommt nach einem Par zur Eröffnung gleich darauf am extrem langen Par 3 der 11 (224 Meter) Probleme, kassiert hier früh ein Bogey: "Ich wollte kein Holz nehmen, musste mit dem Eisen 2 Vollgas geben, das ging leider rechts in den Bunker", schildert Martin. Trotz einiger anfänglicher Schwungprobleme verliert er auf den nächsten Bahnen keinen Schlag mehr, dem ersten Birdie läuft er aber weiterhin nach: "Ich hatte Probleme die Hüftdrehung zu koordinieren, deshalb war ich oft zu spät und habe die Bälle rechts weggedrückt".

Auf dem kurzen Par 4 der 15, allerdings mit gefährlich kleinem Grün, verliert Martin diesmal aus dem Grünbunker neuerlich einen Schlag, das bringt Unsicherheit in sein Spiel, ausgerechnet vor der schwersten Ecke des Platzes. Die brutal lange 16 knöpft ihm einen weiteren Schlag ab: "Das war unnötig, weil der Drive war super, der Schlag mit dem Eisen aber dann zu verhalten, hat das Grün verfehlt".

Dafür gelingt ihm am folgenden Par 3 endlich ein guter Schuß ins Grün und das erlösende erste Birdie: "Markus hat mir eine gute Linie gezeigt, mein Eisen 4 hat daher genau gepasst". Doch auch das stabilisiert noch nicht sein Spiel, an der trickreichen 18 mit dem langen Abschlag übers Wasser auf ein seitlich verlaufendes Fairway, setzt es noch ein Bogey: "Ich war mir nicht sicher, wie weit ich das Wasser abkürzen sollte. Da war ich dann zu vorsichtig und bin prompt im Fairwaybunker gelandet, von dort hat man keinen Schuß ins Grün". 

Jedes Fairway und Grün auf den Back 9 getroffen

Die vorderen 9 Löcher beginnt Wiegele absolut fehlerfrei, jetzt kommen auch die kurzen, wenn auch sehr engen Bahnen im Wald. Am leichten Par 5 der 3 klappt es noch nicht, dafür am folgenden Par 4, wo Martin endlich wieder mit einem Birdie punktet und damit wieder halbwegs gut auf Kurs liegt. Über die schweren Gegenwind-Bahnen entlang des Loch Lomond kommt Wiegele ungeschoren hinweg. Die leichten Löcher 8 und 9 kann er leider nicht mehr nutzen um aufzuholen, somit scort Martin bei seiner Premiere in Loch Lomond eine 73. 

Bei 2 über Par und Platz 99 ist der Cut allerdings nur ein bis zwei Schläge entfernt: "Morgen muss ich mit dem gleichen einfachen Schwunggedanken wie heute auf den zweiten 9 agieren, dann könnte ich wirklich tief schießen".


Price und Lara beweisen ihre Topform 

Der Waliser Phillip Price und Jose-Manuel Lara setzten am Vormittag die Bestmarke mit Runden von 65 Schlägen (6 unter Par). Am Nachmittag schlich sich "El Gato" Eduardo Romero katzenhaft bis zur geteilten Führung nach vor. Noch besser war nur eine Zeitland Emanuele Canonica unterwegs, ehe er mit einem Bogey an der 10 zurückfiel.

Phil Mickelson traf zu wenige Fairways auf seiner 72er-Runde (1 über Par) mit 5 Bogeys, klassiert sich damit vorläufig rund um die Cutlinie. Deutlich besser erging es Titelverteidiger Ernie Els, der bei 1 unter Par noch gut im Rennen ist. Seine Längen vom Tee spielte Marcel Siem perfekt mit der 69 aus (Platz 22). Ebenfalls lang, aber zu sehr aus der Richtung war Tobias Dier auf seiner 73er-Runde (99. Platz).


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 71):

Platz Name Land Par R1
T1 LARA, José Manuel ESP -6 65
T1 PRICE, Phillip WAL -6 65
T1 ROMERO, Eduardo ARG -6 65
4 CANONICA, Emanuele ITA -5 66
T5 CÉVAËR, Christian FRA -4 67
T5 FERRIE, Kenneth ENG -4 67
T5 FRASER, Marcus AUS -4 67
T5 GOLDING, Philip ENG -4 67
T5 HEDBLOM, Peter SWE -4 67
T5 LEHMAN, Tom USA -4 67
T5 POULTER, Ian ENG -4 67
T5 ROE, Mark ENG -4 67
T13 BJÖRN, Thomas DEN -3 68
       
Weiters:      
T22 LAFEBER, Maarten NLD -2 69
T22 MONTGOMERIE, Colin SCO -2 69
T22 SIEM, Marcel GER -2 69
T37 ELS, Ernie RSA -1 70
T54 BRIER, Markus AUT Par 71
T54 CLARKE, Darren NIR Par 71
T54 IMMELMAN, Trevor RSA Par 71
T54 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP Par 71
T54 OLAZÁBAL, José Maria ESP Par 71
T54 WESTWOOD, Lee ENG Par 71
T76 MICKELSON, Phil USA 1 72
T99 CLÉMENT, Julien SUI 2 73
T99 CURTIS, Ben USA 2 73
T99 DIER, Tobias GER 2 73
T99 WIEGELE, Martin AUT 2 73
T99 WOOSNAM, Ian WAL 2 73
T121 CABRERA, Angel ARG 3 74
T121 CASEY, Paul ENG 3 74
T121 HAEGGMAN, Joakim SWE 3 74
T121 JACOBSON, Fredrik SWE 3 74
T152 ROSE, Justin ENG 8 79




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