The Barclays Scottish Open
Loch Lomond Golf Club, 
Glasgow, Schottland
8. -11. Juli 2004
Preisgeld: € 3,271.000

European Tour

SCOTTISH OPEN - Wiegele im Cut - Brier out.

2. Runde: 9.7.2004 / 20:32 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Wiegele im Cut - Brier Out

Der beste Wiegele seit langem cuttet souverän dank einer 68er-Runde, während Markus Brier nach Doppelbogey an der 17 unglücklich ausscheidet. Havret führt bei -9.

 
Das Wichtigste in Kürze

Kaum Wind, bewölkt, kurze Regenschauer, perfekte Bedingungen 

Martin Wiegele 2. Runde: 68 (-3), gesamt -1 (Platz 51).
Bärenstarke Runde mit vier Birdies, nur einem Bogey.

Markus Brier
2. Runde: 76 (+5), gesamt +5 ( Platz 131).
Störrischer Putter vergönnt ihm nur 2 Birdies, Doppelbogey am 17. Loch kostet Cut.

Der Cut lag schlußendlich bei Even Par.

Gregory Havret (64) übernimmt spät am Abend bei -9 die Führung.

Wiegele schon zur Halbzeit zurück im Cut

Mit großem Optimismus und nur geringem Rückstand auf den Cut startete Martin Wiegele in seine zweite Runde "Auf den zweiten 9 Löchern habe ich gestern den richtigen Rhythmus gefunden, wenn ich das wiederholen kann, sollte ich heute tief schießen können", meinte der Steirer im Vorfeld.

Sein Vorhaben macht Wiegele zu Beginn tatsächlich wahr. Nach sicheren Pars auf den ersten Löchern gelingt ihm am Par 3 der 5. Bahn sein erstes Birdie, auf einem steil bergab führenden, kurzen Loch mit sehr welligem Grün, dem zweitschwersten am Platz. "Im langen Spiel war ich eine Macht, habe fast jedes Fairway und Grün getroffen," lief es blendend für ihn. Ganz wichtig: Martin bleibt weiter ohne Schlagverlust, attackiert erfolgreich am nächsten Par 3, bringt sich mit dem Birdie erstmals wieder in den Cut zurück. Nun kommt der Grazer erst so richtig auf Touren, dreht am kurzen Par 4 der 9 mit dem nächsten Birdie voll auf: "Auch wenn ich viele Putts verschoben habe, einige ganz entscheidende Birdies habe ich dennoch gelocht", sollte die Ausbeute für ein gutes Score reichen.

Damit hat Wiegele für die deutlich schwereren zweiten 9 Löcher einen Puffer von zwei Schlägen - doch so wie gestern patzt er am langen Par 3 der 11 gleich mit einem Bogey. Am vom Abschlag erreichbaren Par 4 der 14 schafft er sich mit dem vierten Birdie neuerlich einen guten Polster, kommt auch über die brutal schweren Löcher 16 bis 18 sicher in Par hinweg.

Beste Runde seit der Erstrunden-Führung in Qatar

Die 68er-Runde ist seit der Auftaktführung in Qatar die beste Vorstellung, die Martin Wiegele auf der European Tour zeigt. Seine gelungene Aufholjagd beschert ihm nach vier Nullnummern endlich wieder einen Cut - den erst Dritten auf der European Tour bei 18 Starts. Mit nur 7.300 Euro Preisgeld und Platz 252 im Ranking benötigt er auch ganz dringend ein gut dotiertes Ergebnis: "Auch mental war ich heute so richtig gut drauf, voll konzentriert bei der Sache - so kann es am Wochenende ruhig weitergehen!"


Brier spielt super - locht gar nichts


Nach drei erfolglosen Anläufen war Markus Brier heuer bei der Scottish Open nahe dran, hier endlich erstmals den Cut zu schaffen. Bei Even Par und Platz 54 startete er um 09:50 MEZ aussichtsreich in seine zweite Runde: "Wenn ich so weiterspiele wie gestern sollte ich am Wochenende dabei sein," war der Wiener äußerst optimistisch.

Österreichs Routinier startete auch tatsächlich wieder grundsolide, reihte ein Par nach dem anderen auf die Scorekarte. Die Birdielöcher 3 (Par 5) und 4 (Par 4) kann er jedoch wie schon am Vortag nicht nutzen, das erlösende erste Birdie will nicht fallen: "Mein langes Spiel war bussifein, geht gar nicht mehr besser, aber es wollte absolut kein Putt rein," staute sich beim Österreicher der Frust auf den Grüns auf. Erst auf dem bergauf zum Clubhaus führenden Par 3 der 8 bricht Brier aus kürzester Distanz endlich den Birdiebann.

In seine erste Krise schlittert Markus auf dem strammen Par 3 der 11, aus 214 Metern bergauf ist selbst das große Grün nicht leicht zu treffen - das erste Bogey ist die Folge. Doch gleich am nächsten Par 4 holt er den verlorenen Schlag wieder zurück, locht aus zwei Metern endlich einmal ein.

Die 17 kostet wie 2001 den Cut

Mit zwei Schlägen Vorsprung auf den Cut geht er in das schwere Finish, die überlange 16 knöpft ihm am Freitag einen Schlag ab: "Das Eisen 5 ins Grün war etwas gepullt, aber nur einen Meter neben dem Grün, leider in einem Loch". Der Chip zur Fahne ist zwar gut, der Par-Putt lippt typisch für seinen Leidensfreitag wieder aus.

Damit wird es plötzlich eng, nur mit einem Schlag Puffer steht der Wiener am 17. Tee, seinem Unglücksloch von 2001, wo er damals in den Grünbunker schoss, das Bogey kassierte und den Cut verspielte.   

Briers Horrorbahn stellt ihm auch heuer ein Bein. Diesmal gleich mit einem Doppelbogey, das für sein Ausscheiden verantwortlich sein sollte: "Dabei habe ich das Grün nur knapp rechts verfehlt, gut zur Fahne gechippt. Aus 50 Zentimetern sind mir gleich zwei Putts ausgelippt", hat er das Pech an diesem Loch gepachtet.

Am abschließenden Par 4 hätte Markus schon seinen zweiten Schlag einlochen müssen, das aus dem Frust geborene Tripplebogey nach einem Drive ins Wasser hat daher nur noch statistische Bedeutung (76 Schläge, +5).

Auch im vierten Anlauf kann Markus Brier das Ungeheuer von Loch Lomond nicht zähmen, wird bei 5 über Par deutlich den Cut verpassen: "Heute sind gezählte 9 Putts ausgelippt, so etwas ist mir noch nicht passiert," weiß Brier selbst nicht, was er falsch gemacht hat. Schottland sollte er in Zukunft vielleicht besser auslassen ...

Havret in der Dämmerstunde zur Führung

Mit der bislang besten Turnierrunde von 64 Schlägen (7 unter Par) schießt sich der Engländer David Howell bei 8 unter Par als erster an die Spitze. Sein Landsmann Ian Poulter erreicht wenig später mit einer neuerlichen 67er-Runde ebenfalls dieses Score. Doch mit einer ganz späten Startzeit fing der für seine hervorragenden "Zwischenzeiten" bekannte Franzose Gregory Havret sie noch ab, setzte dank einer 64 die Halbzeit-Bestmarke bei 9 unter Par.

Ein kräftiges Lebenszeichen gibt Thomas Björn rechtzeitig vor der British Open mit dem geteilten 5. Platz bei 7 unter Par von sich, auch Kenneth Ferrie und US-Oldboy Tom Lehman erreichen diese Marke. Marcus Fraser, letztes Jahr im Moskau erst im Stechen gegen Martin Wiegele erfolgreich, verspielte die geteilte Führung mit einem Dreiputt erst am letzten Loch, liegt ebenfalls in der großen Gruppe auf Platz 5.

US Masters-Champion Phil Mickelson (1 über Par) vergeigte seinen British Open-Test gewaltig, verpasste den Cut und darf noch einige Tage länger trainieren. 


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 71):

Platz Name Land Par   R2
1 HAVRET, Gregory FRA -9 69 64
T2 HOWELL, David ENG -8 70 64
T2 POULTER, Ian ENG -8 67 67
T2 PRICE, Phillip WAL -8 65 69
T5 BJÖRN, Thomas DEN -7 68 67
T5 CÉVAËR, Christian FRA -7 67 68
T5 CHAPMAN, Roger ENG -7 69 66
T5 FERRIE, Kenneth ENG -7 67 68
T5 FRASER, Marcus AUS -7 67 68
T5 HEDBLOM, Peter SWE -7 67 68
T5 HIRATSUKA, Tetsuji JPN -7 70 65
T5 LEHMAN, Tom USA -7 67 68
T13 COLSAERTS, Nicolas BEL -6 68 68
         
Weiters:        
T15 CAMPBELL, Michael NZL -5 70 67
T15 MONTGOMERIE, Colin SCO -5 69 68
T24 CABRERA, Angel ARG -4 74 64
T24 ELS, Ernie RSA -4 70 68
T24 WESTWOOD, Lee ENG -4 71 67
T39 HAEGGMAN, Joakim SWE -2 74 66
T39 LARA, José Manuel ESP -2 65 75
T39 SIEM, Marcel GER -2 69 71
T51 WIEGELE, Martin AUT -1 73 68
T51 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 71 70
T51 OLAZÁBAL, José Maria ESP -1 71 70
T64 CLÉMENT, Julien SUI Par 73 69
T64 WOOSNAM, Ian WAL Par 73 69
         
Cut verpaßt (Par):        
T78 CASEY, Paul ENG 1 74 69
T78 McGINLEY, Paul IRL 1 73 70
T78 MICKELSON, Phil USA 1 72 71
T96 CLARKE, Darren NIR 2 71 73
T131 BRIER, Markus AUT 5 71 76
T131 DIER, Tobias GER 5 73 74
T143 ROSE, Justin ENG 9 79 72


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