KLM Dutch Open
Hilversumsche GC
5. - 8. August 2004
Preisgeld: € 1,200.000

European Tour


2. Runde:
6.8.2004 / 20:45 MEZ
Joachim Widl


Presented
by
 

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1. Cut für unser Tour-Duo

Nach wackeligem Start rettet Martin Wiegele (71) seine Top 10-Position. Markus Brier (68) nützt seine Chancen besser - erstmals cutten M&M gemeinsam!

 
Das Wichtigste in Kürze

Trockene Bedingungen, heiß-schwüles Sommerwetter, kaum Wind 

Martin Wiegele 2. Runde: 71 (+1), gesamt -4 (Platz 10).
Mehr Fehler im langen Spiel, aber gut zurückgekämpft

Markus Brier
2. Runde: 68 (-2), gesamt -1 (Platz 30).
Zwei frühe Birdies, Schwächephase zur Halbzeit gut überwunden.

Richard Green (Aus) zieht mit 63 Schlägen davon (12 unter Par).

Der Cut lag bei 2 über Par.

Martin Wiegele hatte sich vorgenommen, auch am zweiten Spieltag unbeschwert aufspielen - der 3. Platz nach der glänzenden 65 war jedoch eine zu große Bürde: "Zu Beginn war ich leider total nervös und verkrampft, habe daher viele Fehler begangen", klappte die Strategie "Locker vom Hocker" anfangs nicht nach Wunsch: Gleich das erste Grün verfehlt er auf der falschen, rechten Seite, kann das Par nicht halten. Den Abschlag an der 2 hookt er in den Wald, macht aus der 315 Meter kurzen Birdiebahn ein Bogeyloch, weil er nur mit Querpaß zurück aufs Fairway findet. 

Danach hielt er zumindest zwei Bahnen lang auf kniffligen Löchern das Par, um am ersten Par 3 neuerlich auszurutschen. Am 114 Meter kurzen 5. Loch verfehlt er das kleine Grün - wo er gestern sein erstes Birdie holte, setzt es diesmal neuerlich einen Schlagverlust.

Damit verabschiedet sich Martin aus den Top 10, hat dementsprechend einen dicken Hals: "Dann ist der Knoten geplatzt, ich wollte mich nicht weiter über den Platz zittern. Über den Kampf habe ich dann endlich zu meinem Spiel gefunden". Am Par 4 der 7 gelingt endlich der so wichtige Befreiungsschlag mit dem ersten Birdie: "Der Schlag ins Grün war vom Feinsten, der Putt nur noch einen Meter lang". 

Nachdem an der einfach gestrickten 8 nichts gelingen will, erarbeitet er sich am hantigen Par 4 der 9 mit einem guten Eisen ins Grün die nächste Chance, die er aus einem Meter nützen kann. Damit hat Wiegele zur Halbzeit den katastrophalen Start wieder halbwegs ausgemerzt.

Schadensbegrenzung auf den Back 9

Das 204 Meter lange Par 3 der 10 knöpft Wiegele leider auch am Freitag einen Schlag ab - dieses Grün ist steinhart und der Ball mit einem langen Eisen fast nicht zum Halten zu bringen: "Leider ein Ausflug in den Grünbunker, das Par war nicht mehr zu retten". Dafür bleibt der Steirer am schwersten Loch in Hilversum, der 11, ungeschoren. Die nächsten drei Bahnen sind perfekte Birdielöcher, vor allem das erste Par 5 der 12, jedoch kann Martin daraus absolut kein Kapital schlagen.

Im Finish warten noch einige gefährliche Löcher, wie die 15 und 16, die er souverän meistert. Das abschließende kurze Par 5 spielt Wiegele diesmal hochkonzentriert und auch selbstbewusst: "Obwohl ich nur mit dem Holz 3 abgeschlagen habe, blieb mir ins Grün nur noch ein Eisen 6, so konnte ich noch ein leichtes Birdie abholen". Damit hält Wiegele - trotz deutlich schwächerem langen Spiel - den Schaden in Grenzen, rettet noch die 71 ins Clubhaus. Bei 4 unter Par hält er sich derzeit in den Top 10 und muss erstmals nicht um den Cut zittern: "Dass ich mich vorne halten konnte ist ein wichtiger Teilerfolg, jetzt möchte ich unbedingt am Wochenende bei den Top 10 dranbleiben".

Brier erfolgreich als Spätstarter


"Wieder so gut spielen, aber besser scoren", hat sich der Wiener für seine Nachmittagsarbeit vorgenommen, die er um exakt 14:50 Uhr aufnahm. 

Die lange Eröffnungsbahn meistert Brier hervorragend, locht auf dem kniffligen Loch gleich aus vier Metern zum Birdie ein. Das gibt ihm mächtig Auftrieb, der Wiener erarbeitet sich Chance auf Chance - gleich zwei Bahnen später fällt der nächste Birdieputt auf einem der leichteren Par 4 von Hilversum, diesmal aus 7 Metern: "Die guten Putts zu Beginn waren wichtig, heute ist alles viel mehr in meine Richtung gelaufen".

Leider ist vorläufig sein Erfolgslauf gestoppt, weil Brier plötzlich den Rhythmus verliert und einen Drive nach dem anderen nach rechts wegblockt: "Einige Drives waren ganz weit weg, da bin ich insgesamt mit einem blauen Auge davongekommen." Den einzigen Schaden erleidet sein Score an der überlangen 6, wo er das schmale Fairway rechts verfehlt, nur in den Grünbunker vorlegen kann und aus 25 Metern das Par nicht retten kann. An der 7 und 8 muß Brier gehörig in der Trickkiste kramen, kommt aber mit dem Par davon. 

Die verflixte 10 schlägt wieder zu

Als wahres "Österreicher-Loch" beweist sich die 10, auch Brier verzweifelt auf diesem 204 Meter langen Par 3, landet im gleichen Bunker wie Wiegele, beide Österreicher kassierten hier je zwei Bogeys: "Da war ich zu gierig, wollte zu nah an die rechts beim Bunker stehende Fahne," hat er keine Chance aus dem Sand das Par zu retten. 

Nun ist die schwerste Bahn von Hilversum dran, das elendslange 430 Meter Par 4 treffen nur die wenigsten mit dem zweiten Schlag. Brier verfehlt das Grün zwar nur um zwei Meter, hat auch noch einen guten Chip, schiebt aber den Par-Putt aus einem Meter vorbei, fällt damit vorläufig auf die Cutlinie zurück.

Zum Glück folgt das erste kurze Par 5: "Ein wirklicher Super-Drive, da blieb nur noch ein Eisen 7 ins Grün" - Brier kommt damit hoch über den Sperrbunker und bringt den Ball zum Halten, holt sich sein Pflicht-Birdie ab. Die nächste Chance erarbeitet sich der Wiener am letzten Par 3 der 15, wo die Fahne rechts und kurz nahe beim Grünbunker gesteckt ist: "Da habe ich auf Sicherheit, Mitte Grün gespielt, aus 5 Metern einen guten Putt gestopft". Nun ist auch das kurze abschließende Par 5 eine leichte Beute, es liefert pflichtschuldigst Birdie Nummer 5 ab: "Da hatte ich noch ein Eisen 4 aus dem Semirough und ließ mir einen leichten Chip zur Fahne".

Mit 68 Schlägen (2 unter Par) scort Brier eine der besseren Freitagsrunden, spielt sich vom 65. bis auf den 30. Platz vor - und schafft auch beim dritten Antreten in Holland locker den Cut: "Das war eine extreme Runde, mit sehr guten und sehr schwachen Schüssen. Nur hatte ich einige gute Breaks und konnte so besser scoren", ist Brier mit dem Halbzeitergebnis zufrieden.

Australische Birdiemaschine

Der gestrigen 65 ließ der Australier Richard Green am zweiten Tag die beste Turnierrunde von 63 folgen, lochte dabei gleich 8 Birdies. Sein einziges Bogey auf 36 Löchern passierte dem Linkshänder am schwersten Loch, der 11. Bei 12 unter Par hat Green schon drei Schläge Vorsprung auf den Engländer Andrew Raitt und fünf auf Per Nyman (Swe) und Miles Tunnicliff (Eng), die sich den dritten Platz teilen. 

Deutsche, Schweizer out

Während erstmals beide Österreicher auf der European Tour im Wochenende sind, mussten sowohl die Deutschen als auch die Schweizer einen bitteren Totalausfall hinnehmen. Beide ehemaligen deutschen Dutch Open-Champions, Tobias Dier (+3) und Sven Strüver (+4), müssen diesmal mit leeren Händen aus Holland abreisen, auch Jungstar Marcel Siem (+7) blieb weit unter seiner Normalform. Auch die Schweizer Julien Clement (+7) und André Bossert (+10) scheiterten deutlich am Cut, der bei 2 über Par zu liegen kam.


Stand nach 2 von 4 Runden (Par 70):

Platz Name Land Par R1 R2
1 GREEN, Richard AUS -12 65 63
2 RAITT, Andrew ENG -9 64 67
T3 LYNN, David ENG -7 63 70
T3 NYMAN, Per SWE -7 66 67
T3 TUNNICLIFF, Miles ENG -7 67 66
T6 MARTIN, Miguel Angel ESP -6 68 66
T6 McGINLEY, Paul IRL -6 65 69
T6 POULTER, Ian ENG -6 67 67
9 BRAND Jnr, Gordon SCO -5 68 67
T10 COLTART, Andrew SCO -4 68 68
T10 McDOWELL, Graeme NIR -4 69 67
T10 WIEGELE, Martin AUT -4 65 71
         
Weiters:        
T16 ROCCA, Costantino ITA -3 70 67
T16 SANDELIN, Jarmo SWE -3 68 69
T30 BRIER, Markus AUT -1 71 68
T43 HOWELL, David ENG Par 70 70
T67 HANSEN, Anders DEN 2 77 65
         
Cut verpasst (+2):        
T81 DIER, Tobias GER 3 73 70
T81 LAFEBER, Maarten NLD 3 70 73
T95 STRÜVER, Sven GER 4 72 72
T119 CLÉMENT, Julien SUI 7 75 72
T119 SIEM, Marcel GER 7 74 73
T134 BOSSERT, Andre SUI 10 76 74

 

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