Smurfit European Open
The K Club, 
Dublin, Irland
1. -4. Juli 2004
Preisgeld: € 3,300.000

European Tour

SMURFIT EUROPEAN OPEN - Martin Wiegele disqualifiziert.

2. Runde: 2.7.2004 / 20:04 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Wiegele disqualifiziert

Markus Brier schaffte mit einer Kampf-73 locker den Cut, während Martin Wiegele mit einem verbogenen Putter disqualifiziert wurde. Retief Goosen führt bei 9 unter Par.

 
Das Wichtigste in Kürze

Starker Wind mit 50 km/h und heftige Schauer beeinträchtigten den zweiten Spieltag.

Markus Brier 2. Runde: 73 (+1), gesamt +1 (Platz 33). 
Mit 3 starken Birdies kämpft sich Brier trotz 4 Bogeys locker ins Wochenende.

Drama um Martin Wiegele: er wurde wegen eines Tap In am 12. Grün mit einem verbogenen Putter ein Loch später in aussichtsreicher Position disqualifiziert.

Der Cut lag schlussendlich bei 5 über Par.

Retief Goosen spielt Platzrekord von 66 Schlägen, führt überlegen bei -9.

Wiegele hätte eine solide Runde gereicht

Nur ein Schlag Rückstand auf den Cut ist die beste Ausgangsposition, aus der Martin Wiegele seit langem in einen Freitag starten durfte. So wie Brier spielte auch der Steirer am Vormittag, allerdings vom 1. Abschlag.

Das lange Gegenwind Par 4 meistert Martin wie schon gestern sicher mit einem Par, bleibt auch auf den nächsten Löchern ohne Schlagverlust. Erst am Par 4 der 5, das bei Gegenwind und vielen Bunkern zum bislang verlustreichsten Loch am Platz mutiert, gibt der Steirer einen Schlag ab. Dafür holt er wie gestern am Par 5 der 7 ein Birdie, das heute dank Rückenwind mit dem zweiten Schlag erreichbar ist.

Martin ist nun hervorragend im Spiel, vermeidet jeden Schlagverlust. Am kurzen Par 4 der 11 holt er sich wie Brier sein Birdie ab, bringt sich damit erstmals in die roten Zahlen. 

Disqualifikation am 13. Grün

Am 13. Grün wurde dann Martin Wiegele von einem Referee disqualifiziert. Wie die European Tour exklusiv Golf-Live auf unsere Anfrage mitteilte, geschah dies aufgrund "Verwendung eines Schlägers mit geänderter Charakteristik an der 12". Was damit gemeint war: Wiegele machte einen Tap In zum Bogey an der 12, bemerkte jedoch nicht, dass sein Putter verbogen war. Somit wurde er ein Loch später disqualifiziert, da der beschädigte Schläger seine Charakteristik verändert hatte.

Wiegele schildert den Hergang...

"Den Par-Putt aus eineinhalb Metern habe ich an der 12 knapp verschoben, in der Sekunde war ich ziemlich heiß und habe mit dem Putter einen Schwung angedeutet, so wie man das Hunderte Male unbewusst in so einer Situation macht", erklärt Martin. Mit der linken Hand fängt er den Schaft des Putters ab, verbiegt diesen dabei ohne das zu bemerken. Erst nach dem Tap In fällt ihm dies auf und er informiert einen Referee. Der ist auch überfragt, lässt Martin weiterspielen um in der Zwischenzeit ein Ruling zu bekommen.

"An der 13 habe ich noch mit dem Eisen 2 zum Par geputtet, dann kam ein anderer Referee um mir mitzuteilen, dass ich disqualifiziert sei".  Die European Tour reagiert äußerst empfindlich auf alle Formen von Wutausbrüchen, geworfenen Schlägern etc., berief sich hier auf die Regel 4-3.b

Die ominöse Regel 4-3.b.

Waltraud Neuwirth, Österreich-Direktorin der Alps Tour und seit Jahrzehnten mit ähnlichen Situationen vertraut, weist darauf hin, dass ein verbogener Schläger nur bei Mutwilligkeit des Spielers zur Disqualifikation führt. Die von der European Tour angewandte Regel 4-3.b lautet:

"Wurde während einer festgesetzten Runde der Schläger eines Spielers auf andere Weise als im normalen Spielverlauf beschädigt, so dass er dadurch nicht in Einklang mit den Regeln steht oder dadurch seine Spieleigenschaften verändert sind, so darf er anschließend während der Runde nicht mehr gebraucht oder ersetzt werden.
Strafe für Verstoss gegen Regel 4-3b (oder c): Disqualifikation".

"Mein neuer Putter hat einen ganz weichen Schaft, ich hätte nie gedacht, dass der so leicht zu verbiegen ist. Mutwilligkeit war sicher keine dabei," beteuert Martin, nimmt es dennoch sportlich: "So sind leider die Regeln, die anderen Spieler haben mir ihr Mitgefühl ausgedrückt, konnten die Story selbst kaum glauben". So wie auch Markus Brier, der das Ganze als großes Pech sieht: "Ich habe gleich bei meinem Putter gecheckt, ob der auch so leicht zu verbiegen ist. Mir ist das bei der gleichen Bewegung nicht gelungen".

Brier spielt seine Routine aus

Zurück zur zweiten Runde von Markus Brier: Der starke Wind war ihm sogar sehr recht, solange er nicht in einen Sturm ausartet: "Ab drei Schläger Wind hört es auf lustig zu sein", meinte er vor dem Start in die zweite Runde. Es war zwar am Freitag fast so schlimm, doch Brier erwies sich als felsenfest im langen Spiel, traf 13 Grüns, ein absoluter Spitzenwert am heutigen Tag: "Vor allem die ersten 9 waren vom Feinsten, da habe ich nur ein einziges Grün gemisst".

Auf dem schweren Par 5 der 10 mit viel Wasser startete Brier um 10:30 MEZ in seine zweite Runde, absolvierte diesen ersten Test sicher mit einem Par. Am kurzen Par 4 der 11 spielt er ein gutes Wedge ins Grün, holt sich wie schon gestern hier ein Birdie ab: "Der Putt war aus zwei Metern sicher gelocht, diese Bahn habe ich an beiden Tagen sehr strategisch gespielt". Mit solidem Spiel hält er im starken Wind sicher seine Pars, bevor er am schwersten Loch, der 16 voll aufdreht. Schon der Abschlag ist bei Gegenwind und dem Wasser links eine Herausforderung,  aufs Inselgrün schlägt er dann ein perfektes Eisen 7, belohnt sich mit einem weiteren Birdie.

Wie gewonnen - so zerronnen

Den ersten Schlagverlust setzt es leider prompt am folgenden Par 3. Bei Rückenwind verschätzt sich Brier, verfehlt das Grün auf der rechten Seite, lässt einen trickreichen Chip, der nicht perfekt gelingt. Dennoch absolviert der Österreicher seine erste Rundenhälfte souverän in 1 unter Par. Zu diesem Zeitpunkt schüttet es wie aus Schaffeln, was die Sache für den Österreicher zusätzlich erschwert. 

Die lange 1. Bahn spielt sich stramm in den Gegenwind, Brier schafft auch am Freitag hier kein Par, weil er den Abschlag ins Rough verzieht, nur vorlegen kann und aus zwei Metern knapp das Par verfehlt. Seine kurze Schwächephase beendet er eindrucksvoll am kurzen Par 4 der 4. Bahn, wo der Birdieputt nach einer trickreichen Annäherung fällt und ihn wieder unter Par bringt. Doch neuerlich radiert er dies postwendend mit einem Bogey an der 5 wieder aus, dieses Par 4 ist allerdings heute brutal schwer und lang zu spielen: "Nach einem perfekten Drive hatte ich immer noch ein Eisen 5 ins Grün, das leider als Spiegelei fast unspielbar im Grünbunker endete."

Das letzte Par 5 der 7. Bahn bietet dank Rückenwind noch eine gute Birdiechance, Brier will hier noch einmal voll attackieren, dies geht jedoch mit einem Bogey leider daneben: "Der dritte Schlag mit dem Wedge war leider dünn, flog übers Grün, von dort ging es steil bergab, Par war nicht mehr drinnen."  Somit scort der Wiener neuerlich eine Runde von 73 Schlägen (1 über Par), macht dank der noch schlechteren Bedingungen am Freitag 10 Ränge gut und geht als 33. ins Wochenende: "Das Spiel passt in allen Bereichen, auch das Putten funktioniert, hier bekommt man wenige Chancen und die habe ich endlich genutzt", ist er mit dem zweiten Cut in Folge sehr zufrieden.

Retief Goosen gibt mächtig Gas

Turnierfavorit und frisch gebackener US Open-Champion Retief Goosen machte am zweiten Spieltag Ernst. Mit einem Birdie-Tripplepack ab der 13. Bahn legte der Südafrikaner einen unwiderstehlichen Zwischenspurt hin. Ohne ein einziges Bogey scorte Goosen die bislang beste Turnierrunde und Platzrekord von 66 Schlägen. Bei 9 unter Par führt er zwei Schlägen vor dem Holländer Maarten Lafeber, der am Freitag die 70 spielte. 


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2
1 GOOSEN, Retief RSA -9 69 66
2 LAFEBER, Maarten NLD -7 67 70
3 WESTWOOD, Lee ENG -6 69 69
4 O'HERN, Nick AUS -5 67 72
5 KINGSTON, James RSA -4 72 68
T6 BROADHURST, Paul ENG -3 67 74
T6 FASTH, Niclas SWE -3 70 71
T6 HOWELL, David ENG -3 69 72
T6 LARA, José Manuel ESP -3 73 68
T6 McGINLEY, Paul IRL -3 70 71
T11 BLACKEY, Matthew ENG -2 69 73
         
Weiters:        
T23 CABRERA, Angel ARG 1 72 73
T23 PARNEVIK, Jesper SWE 1 72 73
T33 BRIER, Markus AUT 2 73 73
T33 CASEY, Paul ENG 2 72 74
T33 FALDO, Nick ENG 2 74 72
T33 HAEGGMAN, Joakim SWE 2 72 74
T33 HARRINGTON, Padraig IRL 2 70 76
T39 PRICE, Phillip WAL 3 75 72
T49 CANONICA, Emanuele ITA 4 73 75
T49 CLARKE, Darren NIR 4 76 72
T49 SIEM, Marcel GER 4 74 74
T66 ROSE, Justin ENG 5 73 76
T66 WOOSNAM, Ian WAL 5 75 74
         
Cut verpaßt (+5):        
T79 CLÉMENT, Julien SUI 6 75 75
T79 OLAZÁBAL, José Maria ESP 6 79 71
T90 POULTER, Ian ENG 7 75 76
T100 LAWRIE, Paul SCO 8 74 78
T114 MONTGOMERIE, Colin SCO 10 72 82
T126 DIER, Tobias GER 12 76 80
T132 LEVET, Thomas FRA 13 78 79
- WIEGELE, Martin AUT DIS 75 DIS

 

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