Dunhill Links Championship
St. Andrews, Carnoustie, Kingsbarns 
Schottland
7. - 10. Oktober 2004
Preisgeld: US$ 5,000.000

European Tour

DUNHILL LINKS CHAMPIONSHIP - Brier und Wiegele in Kingsbarns.

2. Runde:

8.10.2004 / 18:52 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Foto: GEPA / TA


Keine Spur von Aufholjagd

In Kingsbarns spielten M & M dem Klassefeld hinterher: Wiegele konnte sich nur wenig steigern (76), auch Brier gelang zu wenig (71). Howell führt bei -14.

 
Das Wichtigste in Kürze

Leicht bewölkt, aber kalt bei 10 Grad, weiter wenig Wind

Markus Brier 2. Runde (Kingsbarns): 71 (-1), (+3) 138. Platz
Kam zu spät auf Touren, drei Birdies reichen nicht

Martin Wiegele 2. Runde (Kingsbarns): 76 (+4), gesamt +11 (166.)
6 Schläge bis zur Halbzeit verloren - danach besser im Spiel

David Howell (Eng) führt nach der 65 bei 14 unter Par.

1. Runde: >> Dicke Packung in Carnoustie

Das Monster von Carnoustie hatte Österreichs Tour-Duo kräftig eingeschenkt - mit 6 Schlägen Rückstand auf den Cut für Brier und gar 9 Shots für Wiegele bliesen sie mit dickem Rucksack zur Aufholjagd: als 
2. Station der Links Championship stand der relativ junge Kurs von Kingsbarns an, der breitere Fairways und ein sehr offenes Layout aufweist. Bislang wurden hier die tendenziell die tiefsten Scores erzielt. 

Da der Cut erst am Samstag nach drei Runden angesetzt wird, gibt es morgen noch eine weitere Chance am Old Course von St. Andrews.

Brier in der etwas besseren Situation

Ein Turbostart mit einem frühen Birdie wäre für Markus Brier extrem wichtig - doch statt dessen plätschert sein Spiel anfangs unproduktiv dahin: "Dabei habe ich wesentlich besser gespielt als gestern, aber auf den Grüns war's das gleiche Trauerspiel". Weder an der kurzen 10, wo er gestartet ist, noch am ersten kurzen Par 5 wollen die Putts für ihn fallen: "Und so ist es den ganzen Tag gegangen. Zwei um 90 Grad ausgelippte Putts, viele ganz knapp vorbei". Nach dem enttäuschenden Start übertreibt Markus am kürzesten Loch von Kingsbarns die Attacke, die 130 Meter-Übung geht mit einem Bogey gründlich schief: "Das war der einzig wirklich schlechte Schuss, den habe ich rechts weggedrückt".

Erst langsam kommt das Spiel des Wieners auf Touren, das lange Par 5 der 16 bietet wieder eine Chance - Markus trifft zwar den Grünbunker, erlöst sich dennoch mit dem ersten Birdie: "Besonders in dieser Phase hatte ich Chancen am Fließband".

Ein starkes Finish muss her

Einen empfindlichen Rückschlag setzt es an der 1, einem langen Par 4, das sich noch dazu in den Wind spielt, ein Bogey stoppt die Aufholjagd noch bevor sie begonnen hat: "Dabei habe ich das Grün getroffen, aus 6 Metern wurde es aber statt dem Birdie noch das Dreiputt-Bogey". Auf der ersten der Rückenwind-Bahnen zurück zum Clubhaus, der 4, kann Markus einen Schlag gutmachen, "der Putt ging aus fünf Metern zufällig rein", nahm er es schon sarkastisch. Das kurze Par 4 der 6 wäre von der Papierform noch einfacher, rückt jedoch kein Birdie heraus. Und nun gehen dem Österreicher langsam die Löcher aus. Also muss es das letzte Par 3 richten, obwohl hier ein ganz tiefer Pottbunker vor dem Grün lauert - Brier sahnt dennoch aus drei Metern noch ein spätes Birdie ab.

Zurück zum Clubhaus geht es auf einem 500 Meter langen Par 5 - allerdings in den Wind - das Kriterium ist jedoch mehr das extrem breite Grün und eine Riesenwelle. Brier gelingt auch nach einem guten Chip aus zwei Metern kein Birdie mehr.

Die Steigerung zu einer 71 (1 unter Par) ist zu wenig, um bei den perfekten Bedingungen in dem Weltklassefeld vorne mitzuspielen. Mit einem 36 Loch-Ergebnis von drei über Par bleibt er im Klassement abgeschlagen auf Rang 138. Sollte das Wetter weiter halten, könnte morgen der Cut bei 5 unter Par liegen - dann müsste Österreichs Golfass am Old Course in St. Andrews eine 64 hinzaubern: "Möglich ist alles, ich werde es zumindest versuchen, aber dann müssen deutlich mehr Putts fallen".


Wiegele hilft nur eine ganz tiefe Runde

"Alles oder Nichts" konnte nur die Devise von Martin Wiegele lauten, der mit der ersten Startzeit um 10:00 MEZ vom 10. Tee gestartet war. Doch gleich zu Beginn schaut es eher nach "Nichts" aus: trotz Rückenwind patzt der Steirer gleich am ersten nicht allzu schwierigen Par 4 mit einem Bogey, nachdem er das Grün nicht traf. In dieser Tonart geht es leider weiter, auch die überlange 11 mit ihren gefährlichen Pottbunkern wirft Martin mit einem Bogey ab, neuerlich verfehlt er das Grün: "Ich habe überhaupt kein Vertrauen in meinen Schwung gefunden und dann den Fokus für das Wesentliche verloren", analysierte er technisch, aber glasklar. 

Kurze Zeit scheint der Steirer besser ins Spiel zu finden, doch das erste Birdie will nicht gelingen. Statt dessen setzt es weitere Tiefschläge, vor allem auf langen Bahnen: am Par 3 der 15 trifft er wieder nicht das Grün, kann das Par nicht retten, genauso wie am überlangen Par 4 der 17, wo er nur vorlegen kann, überhaupt erst mit dem Vierten am Grün ist  - damit hängt er sich vorläufig die rote Laterne um. Tiefpunkt der Runde ist das Doppelbogey an der berüchtigten 18 mit dem tiefen Graben vor dem Grün: "Genau dort ist mein zweiter Schlag gelandet, vom Grün zurück ins Wasser gerollt, dann habe noch einen Pitch und zwei Putts fabriziert".

Gut im Spiel - als es längst zu spät ist

Die vorderen 9 Bahnen beginnt Martin schon in aussichtsloser Position, dafür mit neuem Schwung - der erste Birdieputt fällt an der 1, einem mittellangen Par 4: "Endlich eine solide Bahn, ein guter Schuss ins Grün und ein Zweimeter-Putt, der gefallen ist". An der 3, dem kürzesten Par 5, kann Martin seine Längen gut ausspielen, holt noch einen Schlag auf, muss dazu allerdings einen 6 Meter-Putt stopfen. Darüber kann er sich jedoch nicht lange freuen, gleich auf der 4. Bahn, einem einfachen Par 4, allerdings mit extrem welligem Riesengrün, passiert das nächste Bogey: "Über die Riesenwellen hinweg war nicht mehr als ein Dreiputt drinnen". Einen Schritt vor, einen zurück, geht es auch im Finish: das Bogey an der 7 nach einem verfehlten Grün kann der Steirer postwendend am letzten 
Par 3 mit einem starken 4-Meter-Birdie wieder ausgleichen. So wie er das abschließende Par 5 spielt, hätte Martin schon früher aufgeigen müssen, er trifft das Grün mit zwei Schlägen und holt sich noch ein leichtes viertes Birdie. 

Mit 76 Schlägen (4 über Par) erreicht der Steirer ein Halbzeitergebnis von 11 über Par, damit fehlen "Lichtjahre" (aktuell 15 Schläge) auf die momentane Cutlinie - doch wenigstes kann Wiegele die rote Laterne an den Inder Amandeep Johl weiterreichen, der noch sechs Schläge hinter ihm bleibt. Wiegele kämpft bei der Links Championship gleich mit zwei Problemen - er verfehlt mit den Eisen zu oft das Ziel und kramte vergeblich in der Trickkiste rund um die Grüns. Bei 8 verfehlten Grüns rettete Martin am Freitag nur einmal das Par - und gab gleich 8 Schläge ab!

Ryder Cupper lösen McDowell ab

Zwei erfolgreiche englische Ryder Cupper übernahmen am zweiten Spieltag das Kommando. David Howell scorte so wie Luke Donald die 65 in St. Andrews, damit führt Howell bei 14 unter Par einen Schlag vor seinem Landsmann. Auftaktleader Graeme McDowell bekommt die Härten von Carnoustie voll zu spüren, fiel mit zwei Doppelbogeys auf den 4. Platz zurück. Die drei Ersten im Klassement spielten übrigens alle zuerst in Kingsbarns und heute in St. Andrews . 

Während Ernie Els sich auf dem 11. Platz gut im Rennen hielt, verlor die Nummer 1 der Golfwelt, Vijay Singh, mit einer 70 in St. Andrews viel an Boden (29. Platz). 

Die beste Leistung in Rot-Weiß-Rot bietet weiterhin Franz Klammer, der sich mit einer Netto-65 in Kingsbarns auf 9 unter Par und den 88. Platz in der Amateurwertung verbesserte. 


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2
1 HOWELL, David ENG -14 65KB 65SA
2 DONALD, Luke ENG -13 66KB 65SA
3 OOSTHUIZEN, Louis RSA -12 67KB 65SA
4 DONALDSON, Jamie WAL -10 69KB 65SA
4 STERNE, Richard RSA -10 66CN 68KB
4 McDOWELL, Graeme NIRL -10 62SA 72CN
7 MONTGOMERIE, Colin SCO -9 68KB 67SA
7 CABRERA, Angel ARG -9 69KB 66SA
7 SCOTT, Adam AUS -9 68KB 67SA
7 GREEN, Nathan AUS -9 70SA 65CN
11 POULTER, Ian ENG -8 69KB 67SA
11 COUPLES, Fred USA -8 70KB 66SA
11 WESTWOOD, Lee ENG -8 71KB 65SA
11 ELS, Ernie RSA -8 68KB 68SA
         
Weiters:        
20 GOOSEN, Retief RSA -7 65KB 72SA
20 CLÉMENT, Julien CH -7 72CN 65KB
29 SINGH, Vijay FIJ -6 68KB 70SA
29 BJÖRN, Thomas DEN -6 69KB 69SA
39 SIEM, Marcel GER -5 73CN 66KB
39 McGINLEY, Paul IRL -5 72KB 67SA
48 CASEY, Paul ENG -4 70KB 70SA
60 STRÜVER, Sven GER -3 70KB 71SA
60 CLARKE, Darren NIRL -3 72KB 69SA
75 OLAZÁBAL, José Maria SPA -2 68SA 74CN
131 DIER, Tobias GER 2 76SA 70CN
138 BRIER, Markus AUT 3 76CN 71KB
166 WIEGELE, Martin AUT 11 79CN 76KB

 

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