Madrid Open
Club de Campo Villa Madrid
Madrid, Spanien
21. - 24. Oktober 2004
Preisgeld: € 1,000.000

European Tour

MADRID OPEN - Martin Wiegele kassiert in Madrid

2. Runde:

22.10.2004 / 19:23 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Nur Wiegele kassiert in Madrid

Mit Birdie am vorletzten Loch rettet sich Wiegele (71) ins Wochenende. Markus Brier beendet mit einer 70 vorzeitig seine tolle Toursaison. Broadhurst führt bei -10.

 
Das Wichtigste in Kürze

Bewölkt, 15 Grad, kaum Wind, deutlich bessere Scores

Martin Wiegele
2. Runde: 71 (Par) / 1 unter Par (Platz 62)
Bogeyserie zur Halbzeit am letzten Drücker noch ausgeglichen

Markus Brier
2. Runde: 70 (-1) / 3 über Par (103. Platz)
Trifft 15 Grüns, puttet schlecht - locht nur 2 Birdies, ein Dreiputt-Bogey

Der Cut
wird erwartet bei: -1 (Top 70 Pros und Schlaggleiche)

Paul Broadhurst (Eng) führt nach der 65 bei 10 unter Par.

1. Runde: >> Wiegele in Erstliga-Form

Auch wenn beide Österreicher beim Saisonfinale in Madrid weit von den absoluten Spitzenplätzen entfernt sind, die Brier ins Volvo Masters bringen und Wiegele zu einer Tourkarte verhelfen, versprach der Kampf um den Cut aus heimischer Sicht so spannend wie schon lange nicht zu verlaufen.

Verkehrte Welt in Madrid

Diesmal war es Markus Brier, der einem Riesenrückstand von 5 Schlägen nach dem ersten Spieltag nachlaufen musste. Martin Wiegele spielte dagegen bei 1 unter Par im guten Mittelfeld mit.

Kann Wiegele endlich eine konstante Form zeigen?

Nur zweimal schaffte Martin Wiegele in der heurigen Saison zwei gute Runden in Folge: zu Saisonbeginn in Qatar (68 und 71) sowie in Holland (65 und 71). Nach der starken 70 zum Auftakt in Madrid lautet daher die bange Frage: kann der Steirer eine konstant gute Leistung endlich über mehrere Runden abrufen?

Um 9:40 MEZ ist Martin vom 1. Abschlag bei bewölktem Wetter, aber sonst trockenen und guten Bedingungen gestartet, hat es gleich an der 1 mit dem schwersten Loch am Platz zu tun: "Fast wäre mir ein Eagle gelungen, nachdem ich die Fahne angeschossen habe. Leider ist der Ball zu weit fürs Birdie weggekickt". Bogeyfrei bleibt auch sein Spiel auf den folgenden Bahnen, am ersten Par 5 hat der Steirer Pech, kann sich das Pflicht-Birdie nicht abholen. Sein langes Spiel ist nicht mehr so makellos wie am Vortag, er verfehlt deutlich mehr Fairways und Grüns, muss gleich 8 Mal ums Par kämpfen: "Dennoch war ich mit dem Spiel zufrieden, der Putter hätte mir die Zitterei ersparen können. So wurde es noch eine echte Kampfrunde", berichtete Martin.

Über die gefährliche 6. Bahn, wo der längste Schlag ins Grün zu bewältigen ist, turnt sich Wiegele dank seiner guten Eisen verlustfrei hinweg. Am zweiten kurzen Par 5 der vorderen 9 ist er dann endlich pünktlich zur Stelle, trifft mit zwei Schlägen das Grün um sich mit zwei Putts das erste Birdie abzuholen. Darüber kann er sich aber nicht lang freuen, postwendend kassiert er an der 8, einem kurzen Dogleg Par 4 mit mächtiger Welle im Grün ein Bogey: "Zumeist habe ich den Up & Down zum Par geschafft, leider hier nicht, da war der Chip zu schwer".

Bedrohliche Krise zur Halbzeit

Mit dem ersten Bogey nach 16 blitzsauberen Bahnen zuvor in Folge, ist Wiegeles Sicherheit plötzlich wie verflogen. Die zweiten 9 beginnt er gleich mit einem weiteren Patzer am nicht allzu selektiven Dogleg Par 4: "Typisch für die Runde mit einem Dreiputt", ärgerte sich Martin immer mehr über den Putter. Da kommt das längste Par 3 der 11 gar nicht gelegen, einem ganz schwer zu treffenden Grün: "Leider war das Eisen 4 nicht genau genug und der Chip ist auch nicht gesessen". Martin gibt zum dritten Mal auf den letzten vier Bahnen einen Schlag ab. Damit hat sich der Steirer von seinem guten Mittelfeldplatz verabschiedet und liegt plötzlich außerhalb der Cutlinie.

Am letzten Par 5 von Villa Madrid fängt sich Wiegele wieder, diese bergauf führende Bahn zu einem schmalen Grün bewältigen nur wenige von der Distanz her mit zwei Schlägen. Der Steirer schafft dies locker und brilliert hier mit dem zweiten Par 5-Birdie des Tages. Doch da der Cut sich auf 1 unter Par bewegt, fehlt noch immer ein Schlag für seinen Platz im Wochenende. 

Am letzten und zugleich kürzesten Par 3 schlägt er jedoch ein ganz starkes Eisen 9 ins Grün und locht nervenstark den entscheidenden Birdie-Putt: "Ich wusste, der muss hinein, es waren immerhin noch eineinhalb Meter, den habe ich aber sicher gestopft". Die hart erkämpfte Par-Runde von 71 Schlägen wird gerade noch für seinen 6. Cut auf der European Tour reichen - ganz wichtig fürs Selbstbewusstsein nach zuletzt vier Nullnummern in Folge - und nur hauchdünn verpassten Cuts beim Heritage und in Mallorca. Zu Platz 1 in Madrid, der für den Erhalt der Tourkarte Voraussetzung wäre, fehlen übrigens zur Zeit 9 Schläge: "Diesen Cut habe ich mir mit gutem Spiel über zwei Tage redlich verdient. Wenn es beim Putten nur halbwegs gelaufen wäre..."


Brier benötigte schon eine Birdielawine

Nach den vielen gepullten Eisen zum Auftakt hatte Österreichs Nummer 1 eine gewaltige Aufgabe vor sich - nur präzise Eisenschlägen würde jene Lawine an Birdies auflegen, die er zum Cut benötigte - eine Runde von 5 unter Par hatte Markus Brier daher im Visier. Dazu musste vor allem der Putter heißlaufen - doch der sollte mit 32 Putts heute tiefgefroren bleiben. 

Die Birdiejagd begann jedoch denkbar schlecht an der 10. Statt einem frühen Birdie setzt es hier gleich den ersten Keulenschlag mit einem Bogey - und das typisch für den Tag mit einem Dreiputt: "Die Annäherung blieb zu kurz und beim ersten Putt die Welle hinauf musste ich vorsichtig sein, weil es danach gleich wieder bergab ging", schob er den ersten dennoch fast zwei Meter über die Fahne hinaus: "damit war die Aufgabe schon sehr schwer, doch vom langen Spiel hätte ich das Steuer noch herum reißen können, wenn der Putter einigermaßen funktioniert hätte".

Über die weitaus kniffligeren Bahnen 11 bis 13 rettet er sich verlustfrei hinweg - doch nun heißt es Vollgas geben und das Risiko deutlich erhöhen, um die derzeit fehlenden 6 Schläge noch aufzuholen. Doch der Funke will nicht auf den Putter überspringen, die Par-Serie wird länger und länger, das erste Birdie will einfach nicht fallen. Dabei stimmt wieder die Richtung mit den Eisen, er trifft gleich 15 Grüns und erarbeitet sich Chancen am Fließband.

Das erste Par 5, die 14 ist bei Gegenwind unerreichbar, daher wieder nur ein Par. Das kürzeste Par 3 der 17 erlöst Markus spät mit dem ersten Birdie - wahrscheinlich zu spät: "Das war mein längster Putt des Tages, der aus drei Metern gefallen ist".

Ein Eagle käme jetzt zur rechten Zeit...

Die etwas leichteren vorderen 9 beginnt Brier solide, aber glücklos, die Birdies wollen einfach nicht fallen: "An der 1 und 2 hatte ich zum Drüberstreuen noch böse Lipp-Outs". Die beiden kurzen Par 5 sind nun die letzte Chance, mit einem Eagle ordentlich Boden gutzumachen. Am ersten gelingt aus zwei Metern wieder kein Birdie - dafür jedoch am kurzen Par 4 der 5. Bahn, wo er den Putt aus einem Meter stopft. Jetzt fehlen noch vier Schläge und vier Bahnen bleiben zu spielen. Als auch am letzten Par 5, dem leichtesten Loch am Platz, nichts gelingen will, wird der Kampf endgültig aussichtslos: "Mit dem Rescue landete ich rechts vorm Grün, der Chip blieb leider etwas zu kurz". Mit 70 Schlägen und nur zwei Birdies beendet er seine Runde: "Abgesehen vom Putten war das heute eine starke Runde, vergeigt habe ich alles schon gestern. Doch wenigstens gingen die Eisen wieder super, da waren viele gute Schüsse und Chancen dabei".

Erstmals scheitert er somit bei seiner vierten Madrid Open am Cut, und das gleich um vier Schläge, beendet nicht gerade programmgemäß seine 5. volle Saison auf der European Tour. Für das Volvo Masters reicht es auch im heurigen Jahr nicht ganz, dafür konnte er vorzeitig seine Spielberichtigung für 2005 auf der European Tour sichern - Und nach dem vorläufigen Kalender der European Tour beginnt die Saison 2005 bereits am 25. November in Shanghai...

Broadhurst als Erster zweistellig

Der englische Routinier Paul Broadhurst lochte am zweiten Spieltag gleich 7 Birdies zur Runde von 65 Schlägen, kassierte an der 8 sein einziges Bogey des Turniers. Damit erreichte der 39-jährige als Erster ein zweistelliges Ergebnis von 10 unter Par.  Der Schweizer Julien Clement, der zum Erhalt seiner Tourkarte einen zweiten Platz braucht, fiel mit der 72 auf den 13. Platz zurück. Hauptverantwortlich war dabei seine Puttleistung, an der 18 schob er aus einem halben Meter den Birdieputt vorbei, an der 1 vergab er aus einem Meter zum Par.

Am Nachmittag spielte Turnierfavorit Miguel-Angel Jimenez noch mit der 63 die Runde des Tages, stellte damit den Platzrekord ein. "The Mechanic" war in bogeyfreier Spiellaune, chippte und lochte aus jeder Lage scheinbar nach Belieben ein. Zur Halbzeit rangiert der Spanier an der 2. Stelle bei 9 unter Par geteilt mit dem Südafrikaner Darren Fichardt, der sein einziges Bogey am 36. Loch kassierte.


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 71):

Platz Name Land Par R1 R2
1 BROADHURST, Paul ENG -10 67 65
T2 EDFORS, Johan SWE -9 66 67
T2 FICHARDT, Darren RSA -9 67 66
T2 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -9 70 63
T5 HANSEN, Anders DEN -8 68 66
T5 McDOWELL, Graeme NIR -8 70 64
T5 MURPHY, Gary IRL -8 68 66
T8 DONALDSON, Jamie WAL -7 68 67
T8 IMMELMAN, Trevor RSA -7 67 68
T8 LARA, José Manuel ESP -7 70 65
T8 RUMFORD, Brett AUS -7 70 65
T8 STERNE, Richard RSA -7 70 65
T13 CEA, Francisco ESP -6 68 68
T13 CLÉMENT, Julien SUI -6 64 72
         
Weiters:        
T24 DAVIS, Brian ENG -4 67 71
T32 HAEGGMAN, Joakim SWE -3 73 66
T32 MONTGOMERIE, Colin SCO -3 68 71
T32 WOOSNAM, Ian WAL -3 72 67
T48 TORRANCE, Sam SCO -2 71 69
T62 KARLSSON, Robert SWE -1 70 71
T62 SANDELIN, Jarmo SWE -1 71 70
T62 WIEGELE, Martin AUT -1 70 71
         
Cut verpasst (-1):        
T81 LAWRIE, Paul SCO Par 73 69
T97 HOWELL, David ENG 2 75 69
T103 BRIER, Markus AUT 3 75 70
T117 HANSON, Peter SWE 8 75 75
120 DIER, Tobias GER 12 76 78


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