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VOLVO PGA CHAMPIONSHIP -
Tiefe Scores von den anderen.
| 1. Runde: |
27.5.2004 / 21:44 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl |
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Martin Wiegele
Foto: Golf-Live.at
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Tiefe Scores - von den anderen
Ernie Els nutzte perfekte Bedingungen zu einer 64er-Führung.
Wiegele vergibt die besten Chancen (74 Schläge), Brier verzweifelt
mit dem Putter (77).
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Besser geht's nicht: Die Spielbedingungen am West Course von Wentworth waren
zum Auftakt ideal, nur am frühen Morgen nieselte es leicht, der Wind hielt sich jedoch zurück und mit rund
10 bis 18 Grad mussten die Golfstars auch nicht
frieren. Das Weltklassefeld nutzte den perfekten Tag zu einem wahren Birdiefest
- leider nicht die beiden Österreicher, die jeweils nur ein Birdie einsackten.
Wiegele spielt gut - scort schlecht
"Ganz wichtig wäre für mich eine gute Auftaktrunde, damit ich nicht
immer einem Rückstand nachlaufen muß", wünschte sich Martin Wiegele
unmittelbar vor seinem ersten Abschlag. Das klappte auch gleich mit einem Birdie
am kürzesten Par 3 in Wentworth, der 2. Spielbahn mit nur 140 Metern. Leider
verlor er den gewonnenen Schlag sofort wieder auf dem folgenden, langen Par 4,
wo er bergauf das Grün verfehlt und den Up & Down nicht schafft.
Dann folgen die trickreichen Dogleg-Par 4 der vorderen 9, die zwar nicht lang
sind, aber wo man die Bälle gut platzieren muß. Das gelingt Wiegele in dieser
Phase nicht, er trifft zu wenige Fairways und verfehlt dann in logischer
Konsequenz einige Grüns, Bogeys auf dem kürzesten Par 4, der 6, sowie ein
weiteres auf der ebenfalls nicht langen 8 werfen ihn Schlag für Schlag zurück.
Weiter kein Birdie am Par 5
Auf den zweiten 9 Löchern kann unser Rookie sein Spiel stabilisieren: "Das
war dann mein bestes langes Spiel seit einer Ewigkeit", traf Wiegele
plötzlich die Bälle hervorragend, erarbeitete sich in der Folge auch gute
Chancen: "Doch für diese guten Schläge hätte ich nicht schlechter scoren
können".
Vor allem weiß er neuerlich seine Chancen auf den Par 5 nicht zu nutzen, wovon
es in Wentworth auf den Back 9 gleich drei gibt. Kein einziges
Par 5 sollte er mit dem zweiten Schlag erreichen, das kurze Spiel ist nicht
zwingend genug für ein Chip&Putt-Birdie. Die 12. Bahn ist so ein
aufgelegtes Birdieloch, das Wiegele jedoch nur in Par spielt. Über die schweren
Doglegs 13 und 15 kommt er dafür ohne Probleme hinweg, auf den beiden Par 5 zum
Schluß sollte doch etwas gelingen. Doch der Grazer konserviert seine Schwäche
für die langen Bahnen, holt sich neuerlich dort keinen einzigen Schlag für ein
besseres Score.
Mit 74 Schlägen (2 über Par) wird Wiegele neuerlich am Freitag zwei bis drei
Schläge aufholen müssen. Ein Lichtblick ist jedoch eindeutig das wesentlich
solidere lange Spiel, das erstmals seit längerem die Fehlerquote ganz niedrig
hielt (3 Bogeys).: "Selbst in Qatar habe ich die Bälle nicht besser
getroffen, und dort habe ich 66 gespielt. Daher bin ich sehr zuversichtlich für
die Zukunft". Die gute Quote der Par-Saves von 60 % täuscht ein wenig:
"Wann immer ich ein Grün verfehlt habe
(7 Mal), dann jeweils nur knapp", analysiert Martin.
Brier verzweifelt mit dem Putter
Mit einer späten Startzeit ist
Markus Brier am Nachmittag auf die Runde gegangen, dies sollte jedoch kein Nachteil
sein. Der Wiener ist schon ein alter Hase in Wentworth, geht
hier in seine 11. Runde als Golf-Pro. Hätte er doch nur einen anderen Putter
mitgenommen: denn heute sollte er auf den Grüns verzweifeln, absolut nichts
lochen, mit zwei Drillingen und 35 Putts ein akzeptables Score liegen
lassen.
Mit einer Par-Serie schlägt sich Brier in seine vier PGA Championship ein, das
erste Par 5 der 4. Bahn will dem Österreicher kein Birdie gönnen. Dafür
kostet das anschließende Par 3 dem Österreicher einen Schlag, nun stehen die
gefährlichen Dogleg Par 4 der Front 9 an. Diese übersteht Markus fast
ungeschoren, erst an der kniffligen 8 gibt er einen Schlag ab. Nun geht es
endlich wieder schnurgerade zwischen den dichten Baumreihen von Wentworth dahin,
Markus platziert am Par 4 der 9. Bahn eine perfekte Annäherung, die fast zum
Eagle fällt, bricht die Birdiesperre mit dem Putt aus zwei Zentimetern.
Bitteres Bogey auf der leichtesten Bahn
Doch statt eines Birdielaufs schleichen sich neuerlich Fehler in Briers Spiel
ein. Das Par 3 der 10 kostet ihn einen Schlag, an der simplen 11 läuft nichts,
da kommt das leichteste Par 5 des Platzes - das die Pros heute im Schnitt mit
einem Score von 4,4 bewältigen - gerade recht. Statt des Birdies darf er wieder
nur ein Bogey auf seine Scorekarte schreiben.
Besonders schwer spielen sich die langen Par 4 der 13 und 15, beides knifflige
Doglegs, wo der Abschlag genau passen muß, auch an dieser Aufgabe scheitert
Brier heute, kassiert noch zwei Bogeys. Die guten Birdiechancen auf den
abschließenden beiden Par 5 kann auch er nicht nutzen, geht ebenfalls auf den
langen Bahnen leer aus.
Neuer Caddie verordnet Extratraining
Briers neuer Caddie Richie, der sonst für Greg Owen (Rückenoperation) die
Tasche trägt, konnte nur den Kopf schütteln, wie der Österreicher auf den
Grüns alles verspielte: "Er hat mich gleich nach der Runde aufs
Putting-Grün geschickt, weil er die 77 einfach nicht glauben konnte angesichts
der guten langen Schläge", berichtete Markus. "Das ist das
Schlimmste, wenn kein Putt fällt, weil das ungeheuren Druck
erzeugt".
Mit nur einem Birdie und 77 Schlägen am Konto ist die Ausgangsposition denkbar schlecht, morgen gilt es eine ähnlich tiefe Runde wie zum Auftakt in
Deutschland zu scoren - und fünf Schläge auf den Cut gutzumachen.
"Hausherr" Ernie Els nutzt seinen Vorteil
Ernie Els zeigte gleich von Beginn an, dass der Sieg in seinem geliebten
Wentworth nur über ihn führen wird. Mit acht Birdies blieb der Südafrikaner
auf seiner bogeyfreien Runde nur einen Schlag über dem Platzrekord und nutzte
seinen "Heimvorteil" zur klaren Führung bei 8 unter Par voll aus. Die
Nummer 3 der Welt besitzt ein Haus auf der Anlage in Wentworth, das er fließig
benutzt, seine Tochter geht auch in London zur Schule...
Erst am Nachmittag wurde Ernie Els von drei Konkurrenten gefährdet:
Dreifachsieger Miguel-Angel Jimenez spielt weiterhin in der Form seines
Lebens, scorte ohne große Anstrengung eine bogeyfreie 66er-Runde. Die Sensation des Tages lieferte jedoch der walisische Routinier
Stephen Dodd. Der mittlerweile 37-jährige, der als einzigen Titel auf der Tour die Austrian Open 1992 in Donnerskirchen vorzuweisen hat,
kam mit 7 Birdies ebenfalls auf ein Score von 66 Schlägen und Platz 2. Auch
Madeira-Sieger Christopher Hanell (Swe) schaffte noch die 66.
Stark spielte Marcel Siem mit einer 69er-Runde, die ihn rund um Platz 20
klassieren wird. Sven Strüver wird mit der 70 zum Auftakt ebenfalls sehr
zufrieden sein. Die Nummer 2 der Welt, Vijay Singh, kam erst spät in die
Gänge, lochte ab der 7. Bahn noch fünf Birdies zu einer mühelosen 66er-Runde
(Platz 5).
Seve Ballesteros vor Karriere-Ende?
Die Headlines des Tages wurden jedoch auch abseits der 18 Spielbahnen
geschrieben. Seve Ballesteros bekannte gegenüber einer britischen
Zeitung, dass er unter Arthritis leidet. Da ihm jeder Schlag große Schmerzen
bereitet, füchtet der 87-fache Sieger und fünffache Majorgewinner, dass er
möglicherweise nie mehr Golf wird spielen können.
Scores nach 1 von 4 Runden (Par 72):
| Platz |
Name |
Land |
Par |
R1 |
| 1 |
ELS, Ernie
|
RSA |
-8 |
64 |
| T2 |
DODD, Stephen
|
WAL |
-7 |
65 |
| T2 |
HANELL, Christopher
|
SWE |
-7 |
65 |
| T2 |
JIMÉNEZ, Miguel Angel
|
ESP |
-7 |
65 |
| T5 |
DRUMMOND, Scott
|
SCO |
-6 |
66 |
| T5 |
SINGH, Vijay
|
FIJ |
-6 |
66 |
| T7 |
CABRERA, Angel
|
ARG |
-5 |
67 |
| T7 |
COLSAERTS, Nicolas
|
BEL |
-5 |
67 |
| T7 |
COLTART, Andrew
|
SCO |
-5 |
67 |
| T7 |
GARRIDO, Ignacio
|
ESP |
-5 |
67 |
| T7 |
GILFORD, David
|
ENG |
-5 |
67 |
| T7 |
GREEN, Richard
|
AUS |
-5 |
67 |
| T7 |
HANSEN, Anders
|
DEN |
-5 |
67 |
| T7 |
ROSE, Justin
|
ENG |
-5 |
67 |
|
|
|
|
|
|
Weiters: |
|
|
|
| T15 |
CASEY, Paul
|
ENG |
-4 |
68 |
| T15 |
CLARKE, Darren
|
NIR |
-4 |
68 |
| T15 |
GOOSEN, Retief
|
RSA |
-4 |
68 |
| T15 |
POULTER, Ian
|
ENG |
-4 |
68 |
| T25 |
SCOTT, Adam
|
AUS |
-3 |
69 |
| T25 |
SIEM, Marcel
|
GER |
-3 |
69 |
| T38 |
FALDO, Nick
|
ENG |
-2 |
70 |
| T38 |
MONTGOMERIE, Colin
|
SCO |
-2 |
70 |
| T38 |
STRÜVER, Sven
|
GER |
-2 |
70 |
| T50 |
McGINLEY, Paul
|
IRL |
-1 |
71 |
| T68 |
BJÖRN, Thomas
|
DEN |
Par |
72 |
| T68 |
LAWRIE, Paul
|
SCO |
Par |
72 |
| T68 |
OLAZÁBAL, José Maria
|
ESP |
Par |
72 |
| T90 |
CLÉMENT, Julien
|
SUI |
1 |
73 |
| T90 |
CURTIS, Ben
|
USA |
1 |
73 |
| T90 |
WESTWOOD, Lee
|
ENG |
1 |
73 |
| T112 |
IMMELMAN, Trevor
|
RSA |
2 |
74 |
| T111 |
WIEGELE, Martin
|
AUT |
2 |
74 |
| T128 |
DAVIS, Brian
|
ENG |
3 |
75 |
| T128 |
DIER, Tobias
|
GER |
3 |
75 |
| T145 |
BRIER, Markus
|
AUT |
5 |
77 |
| T145 |
VAN DE VELDE, Jean
|
FRA |
5 |
77 |
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