Celtic Manor Resort Wales Open
The Celtic Manor Resort 
Newport, Wales
3. - 6. Juni 2004
Preisgeld: € 2,250.000

European Tour

CELTIC MANOR WALES OPEN - Wenig Ausbeute bei der Birdiehatz.

2. Runde: 4.6.2004 / 21:23 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
>> HOME


Martin Wiegele:
Foto: reputation factory


Schwarze Serie hält an

Ein Doppelbogey stoppt die Aufholjagd von Markus Brier (72), auch Martin Wiegele verspielt trotz Birdiestart noch den Cut (74). Simon Khan führt bei -14.

Nach der mißlungenen Auftaktrunde lautete neuerlich das Motto von Brier und Wiegele für den Freitag: volle Attacke um noch den Cut zu schaffen.

Das Wetter spielte jedenfalls mit, bot ruhiges Frühlingswetter und perfekte Bedingungen, die zu fantastischen Scores genutzt wurden.

Markus Brier surft auf der Birdiewelle ...

"Die weichen Grüns werden am Nachmittag schon sehr zertrampelt sein, das ist sicher ein Nachteil," grübelte Markus Brier über die sehr späte Startzeit von 16:20 MEZ. Immerhin konnte sich der Wiener an den Scores im Clubhaus orientieren - auch wenn es ihn nicht freute, dass der Cut von Even Par auf 1 unter rutschte. Somit benötigte er zumindest eine 68 fürs Wochenende...

Nach dem langen Eröffnungsloch folgen im Celtic Manor Resort die leichteren Bahnen, wo man unbedingt punkten muß. Am ersten Par 5 will Brier nichts gelingen, dafür klappt es mit dem ersten Birdie an der 400 Meter langen 3, die sich ebenfalls bergab und nicht allzu lang spielt. Nun ist der Birdiebann gebrochen, auch am folgenden Par 4 mit einem sehr welligen Grün locht Markus den Putt zum nächsten Birdie. Leider läuft nichts auf den Par 5, der Wiener vergibt auch an der 5. Bahn eine exzellente Chance weiter aufzuholen. "Immerhin klappte es auf den Grüns deutlich besser, endlich sind auch längere Putts gefallen".

... geht dann mit Doppelbogey baden 

Das verflixte 7. Loch stoppt dann die vielversprechende Aufholjagd: auf diesem Par 3 hatte er schon gestern seinen Ball gebadet, am Freitag hält er den Ball zwar trocken, kassiert jedoch mit Chip und drei Putts das Doppelbogey. Wasser ist auch am folgenden Par 4 vom Tee bis zum Grün im Spiel, Markus wassert diesmal wirklich seinen Ball, verliert einen weiteren Schlag. Nun gibt es kein Taktieren mehr, er attackiert die Fahne am nächsten Par 3 aus 194 Metern direkt, gleicht mit dem Birdie sein Score wieder aus.

Auf den zweiten 9 muß Brier noch vier Schläge gutmachen - mit einer Serie von Par tritt er jedoch auf der Stelle. Das trickreiche Dogleg Par 4 der 13 mit einem ganz schweren Grün kostet den Wiener sein zweites Bogey. Die kurze aber steil bergauf führende 16 hat heute eine freundliche Fahnenposition, die Brier zu seinem vierten Birdie nutzt. In einem tollen Endspurt holt er sich Birdie Nummer 5 auf der schweren 17, das letzte 
Par 5 ist mit zwei Schlägen unerreichbar und kostet noch ein Bogey zur 72er-Runde.

Brier bricht zwar endlich die Birdiesperre der letzten Wochen, besticht neuerlich mit grundsolidem langen Spiel (9 Fairways, 14 Grüns getroffen), fasst bei seinen wenigen Fehlern wiederum die Höchststrafe an Schlagverlusten aus, kann sich nur aus einer von fünf haarigen Situationen mit dem Par retten: "Einige Schläge mit den Eisen waren wirklich schlecht", erklärt er sich die 5 Schlagverluste.

Bei 3 über Par (Platz 105) fehlen ihm auf den Cut vier Schläge - Wales bleibt für Österreichs Nummer 1 ein karges Pflaster, wo er nur 2001 ein paar Euro Preisgeld holen konnte. 

Martin erwischt den erhofften Superstart...

Mit zwei Schlägen Rückstand auf den Cut startete Martin Wiegele früh um 08:10 in den Freitag, ein rascher Erfolg war in seiner Situation besonders wichtig. Und Martin legte gleich voll am 430 Meter langen Par 4 der 1. Bahn perfekt los, holt sich sein Birdie ab - ist damit wieder voll im Geschäft.

Doch der schnelle Erfolg trügt, der Steirer sollte im langen Spiel die Bälle sowohl mit dem Driver als auch mit den Eisen ziemlich streuen, kämpft daher öfters ums Par als ums Birdie: "So wie schon gestern konnte ich mich nicht auf meinen Schwung verlassen, schlechte Drives oder Eisen haben mich immer wieder in Probleme gebracht", analysiert Martin. Die beiden kurzen Par 5 auf den Front 9 verfehlt er jeweils mit dem zweiten Schlag, kann hier nicht punkten. Im Gegenteil: mit einer Serie von drei Bogeys auf den Bahnen 3 bis 5 verspielt der Steirer mehr als nur seinen Start-Bonus. 

Im kurzen Spiel zeigte er sich deutlich verbessert, rettete zweimal aus dem Bunker noch das Par. Doch ja er jedes zweite Grün verfehlte, waren die Bogeys jedoch vorprogrammiert.

... damit ist sein Pulver verschossen

Auf den Back 9 musste Wiegele schon vier Schläge aufholen, nach einem weiteren Bogey an der 10 wurde die Sache aussichtslos. Der Grazer Tourneuling konnte seine wenigen Chancen nicht nützen, reihte in der Folge ein Par nach dem anderen auf seine Scorekarte. Das abschließende Par 5 rückte noch ein Birdie mit Chip und Putt heraus, Wiegele verbesserte sein Score kosmetisch zur neuerlichen 74er-Runde. 

Wiegeles Halbzeitergebnis von 4 über Par (120. Platz) ist zugleich sein Endresultat, der Cut ist fünf Schläge entfernt: "Was im Training schwungtechnisch schon gut funktioniert, muss ich noch besser für die Runde automatisieren", nimmt er sich vor.

Beim dritten Versuch auf der britischen Insel reicht es neuerlich nicht zum ersten Cut, bei insgesamt 15 Starts im heurigen Jahr ist das die 13. Nullnummer.

Simon Khan spielt eine Fabelrunde

Der 32-jährige Engländer Simon Khan startete früh morgens zu einer rekordverdächtigen Runde. Mit einem Eagle und sieben Birdies erzielte er bereits nach 9 Löchern ein Tagesergebnis von 9 unter Par, stellte damit den 9 Loch-Rekord der European Tour ein. Auf den Back 9 holte er noch zwei weitere Schläge zur 61er-Runde. Damit unterbot Khan den Platzrekord um zwei Schläge und übernahm bei 14 unter Par überlegen die Führung.

Wie perfekt die Bedingungen für gute Scores waren bewies auch Paul Casey mit 63 Schlägen, der Engländer verbesserte sich auf den 2. Platz bei 12 unter Par.

Marcel Siem sorgt für Action

Mit einer seiner typischen aggressiven Runden unterhielt Marcel Siem zwar die Zuschauer, schoß sich mit 72 Schlägen jedoch selbst aus den Top 10 heraus. Typisch für ihn das Schlußloch: dieses Par 5 erreichen nur ganz wenige mit dem zweiten Schlag. Marcel packt am Fairway den Driver aus und hämmert den Ball 260 Meter bergauf aufs Grün - und leistet sich dann einen Vierputt zum Bogey...


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Name Land Par R1 R2
1 KHAN, Simon ENG -14 69 61
2 CASEY, Paul ENG -12 69 63
T3 LAWRIE, Peter IRL -9 71 64
T3 MONTGOMERIE, Colin SCO -9 67 68
T5 JEPPESEN, Steven SWE -8 71 65
T5 KINGSTON, James RSA -8 70 66
T7 CARTER, David ENG -7 68 69
T7 CÉVAËR, Christian FRA -7 67 70
T7 GALLACHER, Stephen SCO -7 71 66
T7 GOLDING, Philip ENG -7 71 66
T7 O'HERN, Nick AUS -7 70 67
         
Weiters:        
T12 SIEM, Marcel GER -6 66 72
T28 LEVET, Thomas FRA -4 69 71
T28 POULTER, Ian ENG -4 71 69
T28 WOOSNAM, Ian WAL -4 71 69
T49 McGINLEY, Paul IRL -3 70 71
T56 HAEGGMAN, Joakim SWE -2 73 69
T56 PRICE, Phillip WAL -2 72 70
T69 STRÜVER, Sven GER -1 69 74
         
Cut verpaßt (-1):        
T78 DAVIS, Brian ENG Par 74 70
T98 CLÉMENT, Julien SUI 2 72 74
T98 LAFEBER, Maarten NLD 2 73 73
T105 BRIER, Markus AUT 3 75 72
T120 WIEGELE, Martin AUT 4 74 74
T132 WESTWOOD, Lee ENG 6 73 77



>> ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT


>> STARTSEITE GOLF-LIVE.AT