World Cup
Real Club de Golf Sevilla, 
Sevilla, Spanien
18. - 21. November 2004
Preisgeld: US$ 4,000.000

European Tour

WORLD CUP SEVILLA WGC - Martin Wiegele prolongiert Sensation.

2. Spieltag:
Vierer:

19.11.2004 / 15:53 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Sensation prolongiert

Österreich kann auch im klassischen Vierer mit der Weltklasse mithalten - nach wackeligem Beginn legt Brier die Birdies auf, Wiegele verwertet zur 70 und Platz 2.

 
Das Wichtigste in Kürze

Kalt am Morgen, dann sonnig bei 18 Grad, wenig Wind

AUT: Brier / Wiegele: 70 (-2)
/ 14 unter Par (2. Platz)

Einige Fehler im langen Spiel zu Beginn und im Finish, Wiegele locht alle 
4 Birdieputts der Österreicher.

Paul Casey und Luke Donald düpieren die Konkurrenz mit der 64, halten bei 19 unter Par 5 Schläge Vorsprung

"Für den Vierer brauchen wir heute beide unsere Top-Form", hoffte Markus Brier dass die bogeyfreie Vorstellung der Österreicher noch möglichst lange anhalten würde. Was beim gestrigen Bestball perfekt klappte - wenn einer patzte, sprang der andere ein - wäre beim klassischen Vierer jedoch fast ins Auge gegangen.

Mittendrin unter den Ryder Cup-Stars

Um 11:50 MEZ starteten die beiden Österreicher im Schlussflight, gemeinsam mit Padraig Harrington und Paul McGinley, den Co-Führenden: "Zu Beginn haben wir beide keinen Rhythmus gefunden und ein bißchen durch die Gegend geschossen". Der Plan, dass Brier auf den ungeraden Bahnen abschlägt und damit 14 Schläge ins Grün bekommt und Birdies auflegen soll, geht zu Beginn überhaupt nicht auf.  Gleich am Eröffnungsloch haben die Österreicher einen haarigen Par-Save aus dem Grünbunker zu bewerkstelligen.

Auf dem kurzen Par 3 mit Inselgrün leistet sich Team Österreich das erste Bogey beim World Cup 2004: "Mein Fehler, ein schwaches Eisen 8, das ich in den Grünbunker befördert habe," nimmt Brier die Schuld auf sich. Damit verabschiedet sich unser Team schon am dritten Loch vom 1. Platz, den die Engländer übernehmen. Im langen Spiel von Brier ist weiterhin der Wurm drinnen, daher will auch am ersten kurzen Par 5 nach einem schlechten Drive kein Birdie gelingen. 

Die Probleme der Österreicher häufen sich: sowohl an der 6 wie auch am folgenden Par 3 hat Brier längere Putts um das Par zu halten - bewältigt diesen Test allerdings nervenstark: "Diese Putts waren extrem wichtig, bei 1 über Par waren wir noch sehr gut bedient". Erst an der 8 bringt Martin den Ball mit einem Superdrive wieder perfekt ins Spiel, Brier legt ein Wedge bis auf zwei Meter an die Fahne, Martin verwertet sicher die Auflage seines Partners zum ersten Birdie: "Es macht ungeheuren Spaß hier mit Markus zu spielen. Mit meiner Form bin ich insgesamt sehr zufrieden", trug Wiegele am zweiten Tag neuerlich einen großen Anteil zum Ergebnis bei. 

Brier als Vorbereiter - Wiegele als Vollstrecker

Nun findet unser Team plötzlich weit besser ins Spiel, Markus beginnt die Back 9 mit einem Wedge ins Grün, aus 5 Metern jedoch keine aufgelegte Birdiechance - Martin locht jedoch einen starken Putt, der unsere Farben wieder voll ins Match zurückbringt. Ein leicht gepulltes Eisen 5 von Markus am nächsten Par 3 landet gerade noch am Grün, diesmal findet der Steirer aus 5 Metern nicht ganz die Linie, Brier spielt das sichere Par. 

Die 12, das leichteste Par 4 der Back 9, eröffnet die nächste Chance, Brier kann von Mitte Bahn ein gutes Wedge nah zur Fahne spielen. Martin bedankt sich aus zwei Metern mit dem nächsten Birdie, damit ist Rotweißrot wieder auf Platz 2: "Spät aber doch ist unser Plan aufgegangen, Martin hat seine Sache auf den Grüns sehr gut gemacht".

Am leichtesten Par 5 hätten unseres Jungs fast das Pflicht-Birdie versiebt, nur ein starker 6 Meter-Putt von Martin bringt den Schlaggewinn - damit locht er schon sein 4. Birdie des Tages. Harrington bringt mit dem Eagle die Iren mit Österreich gleichauf.

Die kniffligen Par 4 der 14 und 15 sind nichts zum Attackieren, mit sicheren Pars halten die Österreicher ihre Position. Am letzten Par 5 kann Markus nur vorlegen, sein Partner bringt jedoch ein gutes Eisen nah an die Fahne, der einzige realistische Birdieputt von Brier fällt leider nicht. Das ist aber in dieser Phase kein Drama: Die Iren leisten sich einen kapitalen Bock an der 16, Harrington schlägt die Annäherung ins Wasser, McGinley budelt sich anschließend noch böse in den Sand ein - Doppelbogey.

Harter Kampf im Finish

Die erste kritische Situation seit langem haben M & M an der über 200 Meter langen 17 zu meistern, nachdem Brier sein langes Eisen fett trifft und zu kurz ins Rough setzt: "Einige Eisen habe ich heute ganz schlecht getroffen", gibt er zu. Wiegele rettet mit einem fantastischen langen Chip über den Bunker, der bis auf einen Meter zur Fahne rollt. Am Schlussloch schrillt neuerlich der Bogeyalarm. Martin pullt seinen Drive ins Rough, Markus erwischt übers Wasser einen "Flieger", der Ball ist somit zu lang und landet im Bunker. Nach einem guten Bunkerschlag des Steirers hat Brier noch einen Hänger aus zwei Metern zum Par, puttet durch den Break, rasiert die Lochkante - damit ein ärgerlicher Abschluss mit dem zweiten Bogey des Turniers.

Mit 70 Schlägen prolongieren die Österreicher dennoch die Sensation, halten bei 14 unter Par knapp den zweiten Platz vor einer Gruppe von sechs Ländern: "Das hätte heute viel schlimmer ausgehen können, mein langes Spiel war wir nicht überragend. Die Platzierung passt jedoch, immerhin konnten wir unseren Flightpartnern an beiden Tagen einen Schlag abnehmen" - und das waren alles Ryder Cup-Spieler aus England und Irland. 

Englands Jungstars geben richtig Gas

Mit Volldampf waren Paul Casey und Luke Donald am 2. Tag unterwegs, hatten mit neun lockeren Birdies auf den ersten 14 Löchern so richtig Spaß am Golfplatz. Erst danach beginnt Casey einige grobe Schnitzer einzustreuen, trotz des ersten Bogeys am 36. Loch demolieren die Ryder Cup-Jungstars das Weltklassefeld bei 19 unter Par. Einen Schlag hinter den Österreichern formieren sich bei 13 unter Par gleich sechs Länder, unter anderem Hausherr Spanien, Titelverteidiger Südafrika und die Amerikaner.

Schon Platz 2 würde sich übrigens für die Österreicher lohnen - mit jeweils 350.000 US Dollar, selbst ein dritter Platz bringt noch eine Viertel Million. Doch abgerechnet wird erst am Sonntag, nach zwei weiteren Runden im Bestball und im klassischen Vierer.

Vorschau: >> Ländermatch in Sevilla
1. Runde: >> Führung beim World Cup


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz LAND Par Bestball Vierer Score
1 England -19 61 64 125
2 Austria -14 60 70 130
T3 South Africa -13 66 65 131
T3 Sweden -13 64 67 131
T3 USA -13 64 67 131
T3 Spain -13 63 68 131
T3 Japan -13 62 69 131
T3 Ireland -13 60 71 131
9 Australia -12 64 68 132
10 Germany -11 64 69 133
T11 Wales -10 65 69 134
T11 Netherlands -10 65 69 134
13 Korea -9 65 70 135
T14 France -8 68 68 136
T14 Scotland -8 64 72 136
16 Denmark -7 64 73 137
17 Canada -5 68 71 139
T18 Chinese Taipei -4 70 70 140
T18 Colombia -4 67 73 140
T20 Argentina -3 70 71 141
T20 Italy -3 70 71 141
T22 Myanmar -2 69 73 142
T22 New Zealand -2 69 73 142
24 Mexico 2 74 72 146

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