KLM Dutch Open
Hilversumsche GC 
Hilversum, Holland
9. - 12. Juni 2005
Preisgeld: € 1,500.000

European Tour

KLM DUTCH OPEN HILVERSUM - Michael Moser bei der Feuertaufe

1. Runde

9.6.2005 / 20:20 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Michael Moser
Foto: fore!golf


Doppelbogey kostet Spitze 

Bis zum Doppelbogey an der 17 führt Markus Brier (67). Moser (77) verspielt auf den Front 9, Zitny (75) fällt nach gutem Beginn zurück. Ein Quintett führt mit 66 Schlägen.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: bewölkt, 17 Grad, leichter Wind

Markus Brier 1. Runde: 67 (-3) - 6. Platz
Stark gespielt, super geputtet, spätes Doppelbogey kostet Platz 1

Niki Zitny
1. Runde: 75 (+5) - 127. Platz
Fällt nach gutem Beginn schrittweise zurück

Michael Moser
1. Runde: 77 (+7) - 139. Platz
Alles auf Front 9 verloren, einziges Birdie am Schlussloch

Zwei Neulinge und einen Routinier stellt Österreich bei der KLM Dutch Open. Während Markus Brier im Hilversum Golfclub bereits seine 13. Turnierrunde absolviert, betreten Niki Zitny und Michael Moser absolutes Neuland.

Brier mit glänzendem Start

In den engen Waldschluchten mit den vielen giftigen Par 4 findet Markus Brier von Beginn an eine glänzende Form: Die kurze 2 ist eine Sache für ein langes Eisen vom Tee und Eisen 9, früh staubt der Wiener mit einem gelungenen 5 Meter-Putt sein erstes Birdie ab. Und Markus legt an der 3 ein Schäuferl nach, holt sich auf diesem schmalen und schwer zu treffenden Grün das nächste Birdie: "Ich hatte ein tolles Schwunggefühl heute, vor allem vom Tee war ich stark, das ist hier das Um & Auf."

Sein Meisterstück liefert er jedoch an der 4 ab, eigentlich ein Par 5, das nur bei der Dutch Open als Par 4 gespielt wird - und das der Österreicher ebenfalls mit drei Schlägen zu einem lupenreinen Birdie-Hattrick meistert: "Ein perfektes Eisen 5, das hat dem Putter noch einen Meter übrig gelassen". Nach sicheren Pars auf den trickreichen Par 4 der 7 und 8 fällt noch ein Birdieputt an der schweren 9, damit scheint Brier am Leaderboard als alleiniger Führender auf: "An der 8 hatte ich Glück, das mein Chip zurück den Flaggenstock getroffen hat und liegen blieb, dafür habe ich an der 9 einen 6 Meter-Putt gestopft."

Markus bleibt weiter am Gas

Aufpassen heißt es zu Beginn der Back 9, vor allem am 425 Meter langen Par 4 der 11, das sich heute als "Par 4,5" spielt: doch Markus hat heute die Schläge drauf, um selbst dort etwas aus dem Hut zu zaubern - nach einer tollen Annäherung mit dem Eisen 3 gelingt ihm sogar am schwersten Loch des Platzes ein Birdie: "Wieder mit einem längeren Putt, diesmal aus 7 Meter, aber heute waren viele gute Putts dabei." Das erste Par 5 am Platz folgt spät an der 12, hat aber für den Wiener nur die 5 über.

Ausgerechnet am 325 Meter kurzen Par 4 der 17 spielt sich Markus erstmals in Probleme. Nach einem Abschlag ins Rough versucht er über die Senke zu kommen, prompt landet er ganz tief im Kraut. Erst der vierte Schlag erreicht das Grün und ein bitteres Doppelbogey ist die Folge: "Dreimal Rough auf einer Bahn war zuviel". Der Schock sitzt ihm auch noch am abschließenden Par 5 in den Knochen, das er nach einem Abschlag links ins Rough nicht mehr zu einem Birdie nutzen kann.

Die 67 (3 unter Par) ist dennoch eine der besten Tagesrunden, wenn auch das späte Doppelbogey den Österreicher mächtig ärgert. Neben großartigen Eisenschlägen lief auch endlich einmal der Putter heiß, mit nur 26 Schlägen auf den Grüns war Brier auch am Kurzgemähten eine Macht: "Zuletzt in Portugal hat es nach der Auftaktführung nicht geklappt. Daher halte ich mich hier bis Sonntag Mittag zurück," ist ihm der Humor nicht abhanden gekommen.

Ist Zitny "gerade" genug?

Gerade Abschläge und endlich gut in ein Turnier starten! Mit diesen frommen Wünschen ging Niki Zitny in seine erste Dutch Open. Auf den ersten beiden engen Par 4 stimmt noch die Marschrichtung, leider geht an der hängenden 3. Bahn erstmals ein Schlag verloren. Der Konter gelingt prompt am ersten Par 3, mit einem guten Birdieputt bringt er sein Score wieder in Ordnung. Nik spielt gut, ohne allerdings davon profitieren zu können. Die wenigen Fehler kommen dagegen teuer: "Wann immer ich eine Spielbahn verfehlt habe, bekam ich die schlechtest mögliche Lage im Rough serviert."

Die zwei nicht allzu langen, aber nach sehr viel Präzision verlangenden Par 4 der 7 und 8 knöpfen dem Wiener somit neuerlich jeweils einen Schlag ab, bei 2 über Par für die schwierigeren Front 9 ist sein Score jedoch noch halbwegs im Lot.

Bogeys statt Birdies

Nach einem starken Par an der 11 hofft Zitny auf das erste Par 5: die 12 ist zwar eine kurze, aber besonders enge Spielbahn, die ihm statt des erhofften Birdies sogar noch einen Schlag abnimmt. Die zunehmend verlustreiche Tendenz setzt sich leider fort: an der kurzen 14 kassiert Nik sogar ein Doppelbogey: "Der erste Chip war fast unspielbar, daher habe ich einen zweiten und noch zwei Putts gebraucht." Am letzten der überlangen Par 4, der 16, geht ein weiterer Schlag verloren. 

Das Par 5 der 18 spendiert doch noch ein zweites Tages-Birdie, mit 75 Schlägen (5 über Par) wahrt er zumindest die Chance, mit einer starken Freitagsrunde, wie sie ihm schon dreimal in der Saison gelungen ist, doch noch ins Wochenende vorzustossen: "Es ist zum Verzweifeln, wieder kein Score auf der Karte, das meinem Spiel entspricht. Aber was soll's, da muss ich durch."

Moser verspielt auf den Front 9

Hallo European Tour, mein Name ist Michael Moser: der Steirer stellt sich am elendslangen ersten Par 4 leider gleich mit einem Bogey in Europas höchster Spielklasse ein. Die hantigen Par 4 auf den Front 9 des Hilversum-Parcours sind in Folge für den Longhitter zu eng, im tiefen Rough gehen weitere Schläge an der 3 und 4 verloren.

In dieser Tonart geht es vorerst weiter: am längsten Par 4 des Platzes, der 6, setzt es sogar ein Doppelbogey, bis zur Halbzeit gehen noch zwei Strokes verloren: 42 Schläge, 7 über Par, kein Birdie weit und breit, so lautet die grimmige Halbzeitbilanz.

Auf den Back 9 kommt der Frauenthaler deutlich besser ins Spiel: "Ab der Hälfte hats spielerisch gut funktioniert, dafür war die Chancenauswertung eine Katastrophe." Selbst am ersten, kurzen Par 5 reicht es nicht zu einem Birdie. Am kurzen Par 4 der 14 geht neuerlich ein Schlag verloren. Sein einziges Erfolgserlebnis holt er sich am abschließenden Par 5, wo er sogar aus drei Metern eine gute Eaglechance vorfindet, mit dem Tap In-Birdie die zweite Hälfte in guten Even Par absolviert.

Der hochtalentierte Steirer bleibt mit der 77 (+7) zum Auftakt weit unter seinen Möglichkeiten. Damit wird er am Freitag eine ähnlich tiefe Runde wie heuer schon in Marokko (61 !) benötigen, um als erster Österreicher beim Debüt auf der European Tour gleich den Cut zu schaffen. "Ich dachte mit dem Druck locker fertig zu werden, aber dann war ich wie das Kaninchen vor der Schlange," gab Moser ehrlich zu. 

Buntes Quintett an der Spitze

Das 25-jährige holländische Riesentalent Guido Van Der Valk setzte sich mit der 66 (-4) vorerst beim Heimspiel an die Spitze- trotz eines Bogeys am abschließenden Par 5. Mit Paul Broadhurst kämpfte sich ein englischer Routinier ebenfalls an die geteilte Spitze. Überraschend gelang dies auch noch dem Schweden Henrik Nyström, dem Spanier Fernandez-Castano und dem Australier Adam Groom, nur dieses Quintett scorte besser als Markus Brier.


Scores nach 1 von 4 Runden (Par 70):

Platz Spieler Land Par R1
T1 BROADHURST, Paul ENG -4 66
T1 FERNANDEZ-CASTANO ESP -4 66
T1 GROOM, Adam AUS -4 66
T1 NYSTROM, Henrik SWE -4 66
T1 VAN DER VALK, Guido NLD -4 66
T6 BRIER, Markus AUT -3 67
T6 FULKE, Pierre SWE -3 67
T6 RUSSELL, Raymond SCO -3 67
T9 BÄCKSTRÖM, Joakim SWE -2 68
T9 DERKSEN, Robert-Jan NLD -2 68
T9 LAFEBER, Maarten NLD -2 68
       
Weiters:      
T21 OLDCORN, Andrew SCO -1 69
T36 DIER, Tobias GER Par 70
T51 HANSEN, Anders DEN 1 71
T51 HANSEN, Søren DEN 1 71
T51 STRÜVER, Sven GER 1 71
T78 LANE, Barry ENG 2 72
T127 SANDELIN, Jarmo SWE 5 75
T127 ZITNY, Niki AUT 5 75
T139 MOSER, Michael A AUT 7 77
T144 COLTART, Andrew SCO 8 78


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>> Vorschau: Drei Eisen im Feuer

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