BMW Asian Open
Tomson Pudong GC
Shanghai, China
28. April - 1. Mai 2005
Preisgeld: € 1,150.000

European Tour

BMW ASIAN OPEN - Niki Zitny mit zweimal der 6

2. Runde:

29.4.2005 / 12:16 MEZ
Golf-Live.at / Joachim Widl
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Foto: fore!golf


5 Birdies auf Bestellung

Dank heißen ersten 9 Löchern presst sich Niki Zitny (69) noch ins Finale bei der Asian Open - während Ernie Els mit Platzrekord (62) allen davon zieht.

 
Das Wichtigste in Kürze

Wetter: Schauer erwartet, 26 Grad, kaum Wind

Niki Zitny 2. Runde: 69 (-3) / gesamt Par - 59. Platz

Ernie Els
stürmt mit Platzrekord von 62 Schlägen dem Feld davon (-15).

Cut endgültig bei: Par

Deutlich weniger Wind am Morgen und perfekte Bedingungen erwarteten das Weltklassefeld am zweiten Spieltag der BMW Asian Open. Und die Stars ließen sich nicht zweimal bitten und scorten bereits in der Morgengruppe eine tiefe Runde nach der anderen. 

Dies hatte leider auch Auswirkungen auf den Cut, der unerwartet niedrig bei Even Par statt +2 oder +3 zu liegen kam. Somit war der Druck auf Niki Zitny noch größer, der mit einer späten Startzeit den Kollegen und dem Cut hinterher spielen musste - somit benötigte der einzige Österreicher im Feld eine Freitagsrunde von 69 Schlägen (3 unter Par): "Zum Glück habe ich auch heute gut gespielt, dazu endlich besser gescort", war Zitny der Aufgabe gewachsen

Zitny schafft die frühen Birdies

Niki Zitny startete am 10. Abschlag - ein rasches Erfolgserlebnis war das Wichtigste für ihn - und er erfüllte sich gleich am kurzen Par 4 der 10 den Wunsch: "ein Wedge auf einen Meter zur Fahne, der Putt war praktisch geschenkt". Schade, dass er zwei Bahnen später den Schlag wieder abgeben musste, weil er wie schon am Vortag das lange Par 3 der 12 nicht verlustfrei bewältigen konnte: "Ich habe heute einfach die Eisen zu gut getroffen: obwohl ich nur ein Eisen 5 genommen habe, ging das im Flug 189 Meter weit". Somit kommt der Ball zwar auf dem richtigen Plateau auf, springt zu weit und lässt einen unmöglichen Downhiller über, der zum aufgelegten Dreiputt wird.

Dennoch zahlte sich aggressive Spiel des Wieners in der Anfangsphase aus: am Par 5 der 13 holt er sich aus dem Grünbunker das absolute Pflichtbirdie ab, nutzt auch das folgende kurze Par 4 um sich wieder mit präzisem Spiel eine Chance zu erarbeiten. Auf seinem erst 5. Loch holt er sich das dritte Birdie ab.

Löst sich der Driver auf - oder doch nicht?

Nach dem Drive an der 13 bemerkt Niki, dass irgendwas an seinem Mizuno Holz 1 locker ist: "Dieses Plastikstück zwischen Schaft und Schlägerkopf war locker, ich wollte keine Disqualifikation riskieren, aber kein Referee war in der Nähe", kam plötzlich ziemlicher Stress auf. Denn wenn sich der Schlägerkopf beim nächsten Drive verabschiedet, hätte der Ball überall hingehen können. Außerdem hatte sich der Schläger laut Regelbuch "verändert", allerdings aus dem Spiel heraus und nicht durch "widmungsfremden Gebrauch", wie es Wiegele die Disqualifikation in Irland einbrockte. Erst am 18. Tee stand fest, dass der Schläger in Ordnung war, das Plastikding namens "Ferrul" laut Referee zurückgeschoben und provisorisch befestigt werden durfte. 

In der Zwischenzeit gabs jedoch an der 14 andere Probleme: Bogeys kann Zitny heute gar nicht gebrauchen, dennoch knöpft ihm die 15 einen Schlag ab: "Ein fast perfektes Eisen 7 führte zu einem Steckschuss an der Kante des Grünbunkers. Da konnte ich nur von oben voll draufhacken, keine Chance aufs Par." Doch zum Glück spielt Nik weiterhin mehr Birdies als Pars: am Par 3 der 17, der schwersten Aufgabe am Platz, zirkelt er ein perfektes Eisen 5 aus 198 Meter bis auf einen Meter zur Fahne und holt auf diesem Loch eines der ganz seltenen Birdies heraus. Auch auf der längsten Bahn am Platz, der 539 Meter langen 18, ebnet das perfekte lange Spiel den Weg zum 5. Birdie auf den ersten 9 Löchern. Damit schafft Zitny bereits zur Halbzeit sein Plansoll - wäre damit bereits sicher im Wochenende.

Das Motto: Cut absichern

Auf den vorderen 9 Bahnen kehrt dann Ruhe im Spiel ein, Zitny reiht ein Par nach dem anderen auf seine Scorekarte und sichert damit den Cut vorläufig ab: "Da habe ich nicht mehr ganz so gut gespielt, aber zwei gute Saves gemacht und auch einige Chancen knapp vergeben." Darunter sind auch einige ganz knifflige Bahnen wie ein über 200 Meter langes Par 3 sowie die enge und überlange 4. Bahn. Ein "Komfort-Birdie" am abschließenden Par 5 der 9. Bahn will zwar nicht gelingen, "dafür hätte ich mir fast die Disqualifikation eingefangen". Beim Ballsuchen steigt Peter Hedbloms Caddie auf Zitnys Ball und tritt ihn tief ins Erdreich. "Den darfst Du straflos zurücklegen", übt sich der Bursche noch in Regelkunde, doch Zitny ist sich nicht sicher und wartet geduldig auf einen Referee. Und die Reife des Wieners zahlt sich aus, denn ein Zurücklegen hätte zur Disqualifikation geführt, da Niki nur straffrei droppen durfte.

Bei seinem 7. Einsatz auf der European Tour darf sich der 32-jährige Wiener somit über seinen dritten Cut freuen - die 69 ist zugleich seine bislang tiefste Runde in Europas erster Liga, geteilt mit dem Tagesscore, das ihm seinen ersten Cut in Südafrika gerettet hat. Denn zum dritten Mal musste sich Niki an einem Freitag gewaltig strecken, um ins Wochenende zu kommen: "Das war sicher mein härtester Cut, weil erstmals in einem Weltklassefeld, hier ist ja neben Els der halbe Ryder Cup dabei", freut sich Nik gewaltig: "Dabei habe ich nicht überragend gespielt, aber ich spüre wie ich von Runde zu Runde stärker werde."


Ernie Els verabschiedet sich von den Verfolgern

Als einer von 7 Co-Leadern in den Freitag gegangen, machte Ernie Els von Beginn an so richtig Dampf. Ab der 13 (seinem 4. Loch) lochte der Turnierfavorit auf einer Strecke von 11 Bahnen gleich 8 Birdies und beendete seine Parforcejagd am Par 5 der 9 mit einem lockeren Eagle. Mit Platzrekord von 62 Schlägen bilanziert der Südafrikaner zur Halbzeit bei 15 unter Par. Nur der aus Südkorea stammende und für Neuseeland spielende Eddie Lee konnte bei 11 unter Par noch halbwegs mithalten. 

Nur noch Raphael Jacquelin (10 unter Par) bleibt in Schlagdistanz, Thomas Björn als 4. geht mit 7 Schlägen Respektsabstand auf die Nummer 3 der Welt ins Wochenende. Keinen Grund zur Freude haben die Deutschen Spieler: während Alex Cejka gleich um fünf Schläge am Cut vorbeisegelt, verabschiedet sich Sven Strüver erst im Finish mit einem Doppelbogey aus Shanghai. Paul McGinleys Birdie-Putt an der 18, der den Ryder Cupper ins Wochenende gebracht hätte, lippt ebenfalls aus...


Scores nach 2 von 4 Runden (Par 72):

Platz Spieler Land Par R1 R2
1 ELS, Ernie RSA -15 67 62
  2 LEE , Eddie NZL -11 67 66
  3 JACQUELIN, Raphaël FRA -10 67 67
 T4 BJÖRN, Thomas DEN -8 71 65
 T4 LUCQUIN, Jean-François FRA -8 70 66
 T4 VAN DE VELDE, Jean FRA -8 67 69
 T4 WAKEFIELD, Simon ENG -8 67 69
 T8 LAWRIE, Peter IRL -7 67 70
 T8 SINGH, Jeev Milkha IND -7 69 68
 T10 SJÖLAND, Patrik SWE -6 70 68
         
Weiters:        
T12 DONALD, Luke ENG -5 70 69
T33 FALDO, Nick ENG -2 72 70
T33 ROCCA, Costantino ITA -2 74 68
T47 DOUGHERTY, Nick ENG -1 71 72
T47 JIMÉNEZ, Miguel Angel ESP -1 70 73
T47 MONTGOMERIE, Colin SCO -1 73 70
T59 CASEY, Paul ENG Par 73 71
T59 ZITNY, Niki AUT Par 75 69
         
Cut verpasst (Par):        
T76 CHOI, K J KOR 1 73 72
T76 MCGINLEY, Paul IRL 1 75 70
T104 REIMBOLD , Christian GER 3 75 72
T104 STRÜVER, Sven GER 3 72 75
T120 CEJKA, Alex GER 5 76 73
 T134 DIER, Tobias GER 7 81 70


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